Ausgabe 
26.9.1835
 
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39.

t. (Fortſetzung.)

Als im Jahr 1418 mit dem Erzbiſchof Wer⸗ ner von Trier das falkenſteiniſche Haus in männlicher Linie ausſtarb, theilten die Erben die übrigen Beſitzungen unter ſich, behielten ſich aber u. g. die Burg zu Vilbel und deren Unterhaltung zuerſt als gemeinſames Eigenthum vor). Hierauf theilten die Erben im Jahr 1421 ſo, daß derjenige

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Theil der Burg, welcherrechter Hand gein der Brucken liegt, an Sain und Iſenburg, der andere aber,nach Durkilwilr zu gelegen, mit dem Porthen⸗Thorngen an die Gebrüder von Eppſtein fallen ſoll; und weil der nach der Brücke zu liegende Theil beſſer iſt, ſo ſollen Sain und Iſenburg noch zweihundert Gulden herausgeben; der in der Mitte ſtehende Thurm nebſt 2 Thurm⸗ huͤtern, 4 Wächtern und 1 Pförtner ſoll dagegen gemeinſames Eigenthum verbleiben. Beide Theile gelsben ſich zugleich einen Burgfrieden und gemein⸗ ſamen Schutz, wenn etwa ein Krieg entſtünde. Als im Jahr 1430 Diether von Iſenburg ſein halbes Theil von dem vierten Theil des Schloſſes und Hauſes Vilbel, gelegen an dem Dorfe Vilbel /, an die Stadt Frankfurt um 1000 damaliger Gulden verpfändete(auf Wiederkauf verkaufte), wurde dieſe Stadt durch die Herrn von Eppſtein in den Burg⸗

) Die verſchiedenen Urkunden hierüber befinden ſich 1) in

der Deduetio Gräſlich⸗Stolbergiſchen Erbrechtens⸗ urk. S. 8 und 15, 2) in Gaden. C. D. V. 885. 894. 896. Es ſind dieſelben für die Ortsgeſchichte ſehr intereffant.

Intelligenzblatt

D berhes en

im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

Sonnabend, den 26. September

1835.

frieden mit eingeſchloſſen.) Da wir aber in der Folge die Herrn von Eppſtein im alleinigen Beſitze der Burg finden, ſo müſſen wir annehmen, daß dieſelben das Capital an die Stadt Frankfurt zurück erſtattet, auch den ſainiſchen Antheil er⸗ kauft haben werden.

In der Folge ſehen wir über die Gerichts barkeit Irrungen entſtehen zwiſchen den Beſitzern von dem Dorfe Vilbel, den Herrn von Hanau, und den Herrn von Eppſtein, deren einer Zweig den Namen Graſen von Königſtein ange⸗ nommen hatte. Nach einem Weisthum vom Jahr 1498 erklären die im»Spielhuß) zu Vilbel verſammelten Schöffen, wie es bisher mit dem Gericht zu Vilbel, mit Schultheiß und Schöffen, Schuld und Schäden gebräuchlich geweſen. Da ſich aber der hanauiſche Anwalt mit ihrem Ausſpruche nicht begnügte, ſo wurde im Jahr 1503 durch die zu Schiedsrichtern(Teidings-Luthe) angenom- menen Grafen Adolph von Naſſau und Phi lipp von Solns ein neuer Vertrag wegen Vilbel geſchloſſen, nach welchem alle Frevel, welche das Leben betreffen, an dem hanauiſchen Landgerichte des Boruheimerberges gerechtfertigt und geſtraft werden ſollen. Außerdem wurde u. A. feſtgeſetzt, daß in Zukunft die Leute zu Vilbel beiden gleich

* Lersner II, 619.

) Ein Spielhaus iſt ein öffentliches, urſprünglich wohl dem Vergnügen gewidmetes Haus, in welchem bei ſchlech⸗ tem Wetter die Gerichte gehegt wurden, die ſonſt unter freiem Himmel ſtatt hatten. Später erſcheinen an ihrer Stelle die Rathhäufer.

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