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die nicht gerade in die Augen fallen, anzugeben Bloͤdſiun ꝛc. haben ſich mit 4 f Zeug
Friedberg den 18. Mai 1835.
en vom Phyſikatsarzt, Bürgermeiſter, auch namentlich in den genannten Fällen vom Pfarrer, Schullehrer ꝛc. verſehen vor der Rekrutirungskommiſſion zu ſiſtiren, indem ſie ſich im Unterlaſſungsfalle ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn ihnen ein Nachtheil dadurch erwächſt.
Sie haben dies zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und dafür pflichtige Ihrer Gemeinde zur vorbeſtimmten Zeit zur Hand ſind.
Der großh. heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg. 0
eſonnen find, wie z. B. fallende Sucht, Harthörigkeit, 1
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zi ſorgen, daß ſammtliche Militär⸗
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Erinnerung an Eltern wegen einer ſehr gefaͤhr⸗ lichen Kinderkrankheit.
Wir haben es uns zwar zur Pflicht gemacht, in der
Regel nur Original-Aufſätze aufzunehmen. Es findet ſich
aber auch anderwärts des Gegebenen und Gedruckten ſo viel Gutes und Gemeinnütziges, daß wir zuweilen uns ge⸗
zwungen fühlen, unſern Leſern dieſes oder jenes von dem⸗
ſelben mitzutheilen, was uns für ſie beſonders nützlich und heilſam dünkt. Und ſo geben wir ihnen denn auch gegen⸗ wärtigen Aufſatz eines unſerer geſchätzteſten Aerzte, des bekannten Thilenius zu Lauterbach, den er im Jahr 1810 in das zu Alsfeld gedruckte„oberheſſiſche Intelligenzblatt⸗ einrücken ließ, in der Ueberzeugung, daß derſelbe jetzt noch gerade ſo an der Zeit iſt, wie damals.
ö b Die Redaction.
Es kommt gemeiniglich im Frühjahre, ſeltener im Herbſte und Winter, eine äußerſt gefährliche, oft ſchon nach 36 bis 48 Stunden, längſtens den öten— 6ten Tag tödtlich ablaufende Krankheit, bei den Kindern vor, welche von den Aerzten die
häutige Bräune genannt wird, vom gemeinen
Mann leider nur zu oft ganz verkannt, nicht richtig genug geachtet, nur für eine bloſe Bruſtkrankheit, oder Bruſtſchwachheit(womit eigentlich gar nichts geſagt iſt), gehalten, und deswegen die hier ſo ſchleunig anzuwendende Hülfe entweder ganz ver⸗ ſäͤumt, oder ſo ſpät geſucht wird, daß nicht mehr zu helfen iſt, welches beides ich leider erſt ganz kürzlich wieder erfahren. Zwei kraftvolle geſunde Knaben auf dem Lande, einer von 3, der andere von 4 Jahren, waren in wenigen Tagen auf eine ſchauderhafte Weiſe erſtickt, weil die Aeltern eines Theils die Krankheit nicht kannten, andern Theils zu ſorglos die Gefahr nicht ahneten.
Dies bewegt mich, die Kennzeichen dieſer Krank⸗ heit, wodurch ſie ſich vor andern alsbald ſehr genau unterſcheidet, und wie ſie in unſerer Gegend vor— kommt, und ſo weit ſie der gemeine Mann zu wiſſen braucht, um dem Arzte eine richtige Beſchrei⸗
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getreu anzugeben.
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Küchler.
bung davon machen zu können,
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1) Die häutige Bräune befällt allermeiſtens
nur Kinder von beiläufig dem zweiten bis zun zwölf en Jahre, wiewohl es nicht an ſeltenen Bei⸗
ſpielen fehlt, daß halbjährige Säuglinge und Er⸗ wachſene davon ergriffen worden ſind. a 4.
Nach vielen Beobachtungen bekommen ſie Kna⸗ ben lechter, als Mädchen, und unter dieſen grade
die vorher geſunden und vollfleiſchigen eher, als
kränkelnde und ſchwächliche. 4
2) Sie wird bei uns ſehr ſelten allgemein
graßirend, ſondern kommt meiſt nur einzeln vor, und dann geſchieht dies e e
3) vorzüglich gern Ausgangs Februar, in Merz und weiter hin, wenn Regen, Froſt und warme Sonnenblicke mit feuchten ſcharfen Nord⸗ und Nordweſtwinden ſchnell abwechſeln. In andern
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Gegenden betrachtet man eher anhaltenden Oſtwind
als die Gelegenheitsurſache, was nach meinen Be, obachtungen aber bei uns nicht der Fall iſt. J. 40 Erkraukt nun ein Kind wirklich an dieſem
Uebel, ſo bemerkt man folgende Erſcheinungen:
a) Es trauert wenige Tage, hüſtelt, und man hört, daß die Stimme etwas heiſer(bei un? krammelig) iſt. Sehr oft aber befällt das Uebe ohne ſolche Vorboten, plotzlich beim be ß ten
vorhergegangenen Wohlbefinden, gemeiniglich ge⸗
gen Abend, mit Schläfrigkeit, Hitze, Unruhe,
— hier möglicht
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hoher Röthe und Aufgetriebenheit des Geſichts.
) In unſerer Wetterau iſt es mehr der rauhe Nordoſtwind, der in dieſer Jahrszeit ſo häufig iſt und deswegen auch vorzugsweiſe Märzwind genannt wird. Wir erinnern uns, von dem berühmten Arzte, dem Geh. Staatsrathe von Wedekind zu Darmſtadt, gehört zu haben, man müſſe die kleinen Kinder vor dieſem Märzwinde mehr hüten, als vor der ſtrengſten Winterkäaͤlte.
f Die Redaction.


