Zug durch eine Deputation des Gemeinderaths empfangen, Muſik ertönte, und der Einzug geſchah durch die mit Epheu und Wintergrün gezierte Thüre zuerſt in den für die zweite Maͤdchenſchule beſtimm⸗ ten, feſtlich geſchmückten Schulſaal. Nach einem hierzu gedichteten und den Faſſungskräften der kleinen Mädchen angemeſſnen Feſtgeſange hielt der großh. Pfarrer Hammann die Einweihungs⸗Rede, und der großh. Kreisrath Küchler übergab mit einer kraf⸗ tigen, von dem würdigen Lehrer gut und angemeſſen erwiederten Anrede dieſem den Saal zu würdigem Gebrauche. In dem ebenfalls ſchön geſchmückten Saale für die erſte Mädchenſchule hielt der großh. Dekan Kleeberger nach einem Feſtgeſange die Einweihungsrede, und übergab mit eindringlichen Ermahnungen an die Kinder die Schule ihrem Lehrer, deſſen Tüchtigkeit und Elfer hier oͤffentlich anerkannt wurde. Beſonders ergreiſend war bei dieſer Einweihung der Akt, durch welchen Ein Kind fur alle durch Handſchlag Folgſamkeit, Fleiß und ſittliches Betragen gelbbte. Beide Säle, die Gänge, der Raum vor dem Hauſe waren dicht mit Men⸗ ſchen beſetzt; jeder nahm Theil an der feierlichen Handlung, und bei Allen ſprach ſich unverkennbar freudige Rührung aus.
Nach beendizter Feier wurde an die Kinder Backwerk vertheilt, und die Mitglieder der Bezirks⸗ Schul⸗Commiſſlon, die Geiſtlichen, der Kirchen- und Schul⸗Vorſtand, die Lehrer und der Gemeinderath verſammelten ſich in dem ſchönen Saale des Herrn Joutz zu einem fröhlichen Mahle, an welchem eine große Zahl hieſiger Einwohner und mehrere Geiſt⸗ lichen aus der Nachbarſchaft ebenfalls Theil nahmen, bei welchem froher Sinn und Heiterkeit herrſchte, und Toaſte auf das Wohl der Lebenden und auf dankbares Andenken an die Abgeſchiednen, welche ſich um die Errichtung des neuen Hauſes Verdienſte erwarben, mit lautem Beifall aufgenommen wurden. Abends verſammelten ſich in demſelben Saale Söhne und Töchter derer, die an dem Feſte thätigen Antheil genommen hatten, ſo wie deren Freunde und Freun⸗ dinnen, und ſchloſſen mit fröhlichem Tanze den Tag, welcher noch lange in Aller Gedächtniß fortleben wird. 5 f
Bericht ig u ng. 5(Eingefandt.) Der in Nro. 45 Seite 296 unter der Aufſchrift
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„Oberrosbach den 17. Oktober 1835 erſchienene Artikel könnte leicht die irrige Meinung veranlaſſen, als dürfte jeder Unfug hier ſo ganz ungehindert ausgeübt werden. Das iſt indeſſen keineswegs der Fall. Die Sache ſelbſt verhält ſich aber auch gang anders. a ö 9
Die in demſelben ſo hart angeklagten auswär⸗ tigen Burſche waren zwar luſtig und vergnügt, wie das bei dergleichen Gelegenheiten wohl meiſtens de Fall iſt; doch haben ſich dieſelben nicht ſo unan⸗ ſtandig aufgeführt, wie man nach jenem Artikel zu glauben geneigt iſt; und das nicht zu entſchuldigende ſchnelle Fahren durch den Fuhr⸗Knecht, iſt wohl alles, was man ihnen zum Vorwurfe un dern
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Das erwähnte Kind, welches wohl in der An
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gefallen war, iſt 2½ Jahre alt, und wurde blos] ichn ninſi an einer Zehe etwas an dem Nagel verletzt, jedoch 2205 nur ſo, daß es kurz nachher ſchon wieder vollkome ic kuciß men hergeſtellt war. 4 N Btzer⸗ Zin Wenn aus dieſem unbedeutenden Vorfalle den- i ſch unte noch in dem erwähnten Aufſatze ſo viel Weſens Schultheiß gemacht wird, ſo will uns faſt bedünken, als hätte ker, und hatt der Einſender jenes Artikels bei Abfaſſung deſſelb Jitzen⸗Die gerade das ſich ſelbſt zu Schulden kommen laſſen, Da mußt was er an den Burſchen zu rügen ſich erlaubt. i eiten gew N a 5 on jedem fle
f e be, die m
Der frühe Winter. außerdem w
Wir haben, wie unſere Nachbarn, ſelt dem Be. Rockenberg
ginne der vergangenen Woche bereits 5 0 0
Anfang erlebt, was der Zeit nach etwas früh iſt, und in unſere Feldarbeiten ſehr ſtoͤrend eit wirkt. Die erſten Tage brachten zwar geringe trockene Kälte, die den Pflanzen ſehr nachthei war. Nachdem wir indeſſen vom Mittwoch auf Donnerſtag einen tuͤchtigen Schnee erhielten, wur zwar das auf dem Felde noch befindliche Gewäch durch denſelben gedeckt; dagegen ſtieg aber auch d Kälte ſo, daß der Thermometer am Samſtag Mor⸗
gen den 14. Novbr. vor Sonnen⸗Aufgang bereits
auf 12 Grad unter Null fiel.
Auch am Dienſtag den 17. Novbr. zeigte der
Thermometer noch 11 Grad unter Null. Das 9
plötzliche Thauwetter, welches in der folgenden Nacht einſiel, nimmt uns zwar Schnee und Eis fort; wir fürchten indeſſen, daß der ſo ſchnelle Wech⸗ ſel der Geſundheit nachtheilig ſeyn möchte. ö


