ehoͤrden
hein. chmittag beſtehen e meiſtbit einlade 1835. daſellſ
Intelligenzblatt
1 Vtovin, Oberhessen
ö im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
M33.
Sonnabend, den 19. September
1835.
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Der Marktflecken Vilbel, welcher gegenwär⸗ 1g bei 2200 Einwohner zählt und in den letzten zwanzig Jahren nicht nur an Häuſer⸗ und Einwoh⸗ zer⸗Zahl, ſondern auch in Gewerben, an innerer Fetriebſamkeit bedeutend zugenommen hat, iſt der ſeſte Ort der Provinz Oberheſſen, den man erreicht,
penn man von den Heer⸗ Straßen von Frankfurt
ind Offenbach in dieſelbe tritt. Die Umgebung iſt
ficht ohne Reiz, und gewährt hier und da ſchöne
Ausſichten. Der Ort ſelbſt iſt ganz von frankfurti⸗
f 5 und kurheſſiſchem Gebiete eingeſchloſſen, und
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iegt an den beiden Seiten der Nid da, welche da⸗ turch„daß ſie ſich kurz zuvor(bei dem kurheſſiſchen
rte Gronau) mit der Nidder vereinigte, ein iemlich bedeutender Fluß geworden iſt. Dieſe Ni d⸗
) Indem wir, unſerm frühern Verſprechen gemäß, nach und nach die Geſchichte der einzelnen Orte der Wetterau
. f zu liefern, den Freunden der Ortskunde diejenigen Nach⸗
richten über Vilbel hier mittheilen, welche für das ge— bildete Publikum von allgemeinem Intereſſe zu ſeyn ſchei⸗ nen, fühlen wir recht gut ſelbſt die Schwierigkeit der Auf⸗ gabe. Es gibt gewiſſe Orte, und dazu gehört eben u. A. Vilbel und Rosbach, deren Geſchichte den Hiſtoriker gewöhnlich abſchreckt, weil er noch keinen Anfang hat. Iſt dieſer einmal gegeben, ſo wird es ſchon viel leichter, wei⸗ ter zu bauen, zu berichtigen, was einer Berichtigung be⸗ darf u. ſ. w. Wir wagen es auch mit ſolchen Orten den Anfang zu machen, wie wir früher mit Rosbach ge— than. Für mehr wollen wir unſere Arbeit nicht ausgeben,
und wünſchen, daß ein Anderer uns nachfolgen, durch uns
veranlaßt weiter bauen und die Ortsgeſchichte der Wetter⸗ au dadurch foͤrdern möge.
da theilt Vilbel in zwei ungleiche Hälften, indem bei weitem der kleinſte am rechten Ufer liegt, durch eine Brücke mit dem am linken Ufer befindlichen Theile verbunden iſt, und urſprünglich das Schloß und die dazu gehörigen Gebäude in ſich faßte, das mit dem übrigen lange Zeit hindurch in wenig Ge⸗ meinſchaft ſtand.(Einige andere daſelbſt ſtehende Wohnungen gehören jedoch nicht zum Schloſſe.)— Der an dem linken Ufer der Nid da liegende Theil bildet einen langen und ſchmalen Streifen, welcher, von Frankfurt aus, an beiden Seiten der Heer⸗ ſtraße und zwar zuerſt zwiſchen der Nidda und dem Niederberg, hierauf zwiſchen jener und dem Win⸗ gertsberg liegt, dann aufwärts zieht und an der proteſtantiſchen Kirche endet, in den aber auch noch zwiſchen dem Nieder- und Wingertsberg eine beſondere Gaſſe ſich einmündet. Jene Brücke iſt noch aus je⸗ nen alten Zeiten, da die Stadt Frankfurt die Verpflichtung hatte, ſie zu bauen und zu unterhal⸗ ten, aber auch das Recht, ſie„in Kriegsläuften zu ihrer Sicherheit abzuwerfen),“ und endlich das Brückengeld daſelbſt zu erheben. Die Brücke iſt jetzt der Wichtigkeit des Ortes und der Straße keines— wegs mehr angemeſſen; auch ſprach man ſchon längſt von Errichtung eines neuen kräftigen Baues, noch aber haben die Verhältniſſe nicht gewollt, die Schwie⸗ rigkeiten zu beſiegen, welche ſich einem ſolchen ent— gegen ſetzen. Möchten ſie bald beſeitigt werden! „) Winckelmann 1, 153. Gleiche Verhaͤltniſſe hatte Frank— furt mit andern Brücken an der Nidda. Bekanntlich be—
ſtand ein ähnliches Verhältniß zu Friedberg mit der über die Wetter führenden Brücke bei Schwalheim.
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