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in unſerem engeren Vaterlande mit Zuverſicht ver⸗ heißt. V
Es war das aufrichtige Beſtreben der großh⸗ Bezirksſchulkommiſſion und des großh. Kreis rathes des Kreiſes Friedberg, in dem Sinne dieſer unſerer erleuchteten Geſetzgebung für das Schulweſen zu wirken, und es iſt erfreulich zu ſagen, daß ſie hierin bei den meiſten 8 eine thä⸗ tige Unterſtützung fanden.
Betrachten wir mit Rückſicht hierauf in der Kuͤrze die allgemeine Lage des Schulweſens in dieſem Kreiſe.
Die Zahl der Schulen im Kreiſe Friedberg be—⸗ trägt 75. Darin werden 6843 Kinder, und zwar 3443 Knaben und 3400 Mädchen unterrichtet. Die Lehrer ſind größtentheils tüchtig und von der Wich— tigkeit ihres Berufes durchdrungen. Nur wegen we⸗ niger theils aus Altersſchwäche, theils aus anderen Gründen untauglich befundener Lehrer ſah ſich die Bezirksſchulkommiſſion genöthigt, eine Entfernung derſelben vom Schuldienſte zu veranlaſſen.
Für die Anſchaffung und Ergänzung guter Lehrmittel, ein früher häufig vernachläßigter Gegen⸗ ſtand, iſt allgemeine Sorge getragen worden. Mit dem neuen regſamen Schul-Leben ſcheint ſich ſelbſt Luſt und Liebe der Kinder am Schulbeſuche erhöht zu haben; denn die Schulverſäumniſſe haben ſich we— ſentlich gemindert. Mehrere Schulen ſind in ſo vorzüglichem Stande, daß ſie in der That Muſter⸗ ſchulen genannt werden dürfen. Wenn wir die ver⸗ dienſtvollen Lehrer, welche durch ihre unermüdliche Thätigkeit ſo ſchöne Ergebniſſe gefördert haben, ge— genwärtig nicht nennen, ſo möge dies dadurch ent⸗ ſchuldigt werden, daß wir manche andere gleich treffliche Lehrer, welche nur durch ungünſtige äußere Verhältniſſe bisher verhindert wurden, ihre Schulen auf einen ähnlichen Höhepunkt der Vorzüglichkeit zu bringen, dadurch möglicherweiſe verletzen könnten, was wir um ſo lieber vermeiden, als wir der Ue⸗ berzeugung ſind, daß dieſelben bei einem demnäch⸗ ſtigen Berichte über die Fortſchritte des Schulwe⸗ ſens gleichfalls unter den Bildnern von Muſterſchu⸗ len rühmlichſt aufgezählt werden können.
Neben Förderung der geiſtigen Intereſſen der Schulen erfreuten ſich auch die materiellen Verhält⸗ niſſe derſelben manchfacher Verbeſſerungen. Unter den desfallſigen erfreulichen Ergebniſſen verdient u. a. erwähnt zu werden, daß in 24 Gemeinden eine
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Verbeſſerung und Auftehere Nedeling der Lehrerge⸗ ö halte bewirkt worden iſt. Brodgänge, Oſtereier, cl Feuerkreuzer, Hafergarben, Glockenſichlinge und wie 30 dergl. Ueberbleibſel veralteter und gleich ungerechter ö dcn als gehäſſiger Normen für die Aufbringung der Lehrergehalte mehr heißen mögen, ſind dadurch fur immer aufgehoben worden und an deren Stelle er. Beſoldungszulagen aus den Gemeindekaſſen getreten. Nicht minder mag als Zeugniß für die Thätigkeit der Behörden dienen, und zum Ruhme der bethei⸗ ligten Gemeinden hier angeführt werden, daß 19 der verfloſſenen Verwaltungsperiode 6 Schulhäuſer neu erbaut, 5 andere völlig neu hergeſtellt und zweck⸗ 4 mäßig eingerichtet, und 1 neues Schulhaus ange⸗ kauft worden iſt; ferner, daß 2 weitere Schulhäuſer dermalen im Erbauen begriffen ſind, und die Ein⸗ leitung zum Neubau 4 anderer bereits getroffen iſt, ſo daß dem Bedürfniſſe beſſerer Schullocale binnen 1 Kurzem in dem ganzen Kreiſe abgeholfen ſeyn wird.
Nachdem in kurzen Zeit ſo vieles geſchehen iſt, 9 ſo dürfen wir uns wohl mit Zuverſicht der Hoff⸗ nung hingeben, daß bald auch manche andere noch übrig gebliebene Deſiderien ihre Erledigung finden
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werden. Im Allgemeinen dürfte dahin die wuͤn⸗ ſchenswerthe Einführung gleicher Lehrbücher und die U a Vorſchrift harmoniſcher Lehrpläne zu zählen ſeyn, zu mn im Einzelnen aber vorzugsweiſe der Wunſch nach der e einer baldigen Ordnung des Schulweſens in der Schr Stadt Friedberg ſelbſt erwähnt werden. einem (Fortſetzung folgt.) Studi . 5 es nu Bereitung des Baſtes zum Anbinden der Baͤume,* Der Baſt iſt in dem Garten zum Aufbinden Schre der Pflanzen, zumal aber in den Baumſchulen, J Get zum Verband der Veredlungen ein unentbehrliches ict Material, das wir bis jetzt meiſt von Kaufleuten 52 als Baſtdecken beziehen, die als Emballage an Zucker 10
und Kaffeefäſſern gedient haben, wodurch der Baſt[ ſce meiſt fehr mürbe geworden iſt, daß man nur we⸗ gen nige davon, beſonders zum feſten Verband bei[ bud Okuliren und Pfropfen, gebrauchen kann. Der d ſorgfältige Gärtner und Baumpflanzer erhält dieſes 1 Material aber weit beſſer und eli auf fol⸗ 5 gende Art: Wenn der Saft im Frühling in die Linden⸗ bäume eingetreten iſt, und ſich die Rinde vom Holze


