Ausgabe 
16.5.1835
 
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Butter, welche verdorben, wieder nutzbar zu machen).-

Butter, welche verdorben, oder wenigſtens minder gut ſich erhalten, und durch zu langes Stehen einen alten, ranzigen Geſchmack bekommen hat, kann man auf folgende Weiſe wieder nutzbar machen:

Man nimmt ſie aus dem Gefäß, worin ſie eingeſchlagen war, heraus, thut ſie in Stücken in die Buttermilch, aus welcher ſo eben friſche Butter gewonnen wurde, buttert ſie mit dieſer eine Zeit lang durch, und behandelt ſie nachher wie andere friſch gewonnene. Die Buttermilch hat nun ziemlich alles Unangenehme von der Butter angenommen, iſt daher zu keinem Zwecke zu benutzen, als zu Schweinefutter; doch aber iſt die Butter wieder ziemlich friſch geworden, wenn ſie gleich nicht mit der neugewonnenen in Vergleich zu ſtellen iſt.

Wenn die Butter früher mit Sorgfalt ange⸗ fertigt war, ſo iſt auch nicht ohne Nutzen, wenn man in der Mitte der in Ballen liegenden Butter ein Loch macht, und dieſes immer mit oft zu er⸗ neuerndem friſchem Brunnenwaſſer angefüllt erhält. ) Aus v. Ladiges allg. Wochenſchrift für Land- und Hauswirthſchaft, Heft J.

Wir benutzen dieſe Gelegenheit, um über Butter⸗Ver⸗ mehrung und Verbeſſerung noch einen Artikel mitzutheilen, welcher aus Rüders allg. landwirthſchaftl. Zeitung ent⸗ lehnt iſt.

Buttervermehrung und Verbeſſerung.

Schon hatten in England die Landwirthe wahr⸗ genommen, daß, wenn die Milch in metallnen Ge⸗ fäßen, als Zink und emaillirtem Eiſen, vielleicht auch in Glasnäpfen abrahme, man 11 Procent Butter mehr als ſonſt gewinne. Auch die Nord⸗ amerikaner in einem wärmeren Klima beſtätigen dies, und der Vermont-Chronicle lehrt die Ver⸗ fertigung von Maibutter ſelbſt im Winter; man ſetze den Rahm in einem Keſſel über das Feuer, ohne ihn jedoch kochen zu laſſen, rühre ihn fleißig um, ſchöͤpfe den Schaum von der Oberfläche ab, bis ſich keiner mehr zeigt, ſetze ihn dann an einen kühlen Ort, wo er jedoch nicht gefrieren kann, und mache ihn vor dem Aus rühren wieder mäßig warm. Die ſo gewonnene Butter iſt gelb und wohlſchmeckend

Maſchine mit ſiedendem Waſſer.

wie Maibutter, wenn der Rahm friſch iſt. Nut darf kein Rauch kommen. Die Abſchöpfung des Schaums iſt vermuthlich die wahre Urſache der vor⸗ f zuglichen Güte der Butter. ö

Waſchmaſchinen. f N d Bei dem Gebrauche der Waſchmaſchinen b 9 Haushaltungen iſt man neuerlich wieder auf eim Verbeſſerung gekommen, wodurch man, bei verſtän⸗ diger Anwendung, wohl mit dem dritten Theile der bisherigen Koſten waſchen kann, was für jede Haus haltung eine nicht unbeträchtliche Erſparniß gewährt ale Man verfährt dabei wie folgt: abe Man weicht die Wäſche in Waſſer und reibt zun die ſchmutzigſten Theile mit gekochten geſchälten 11 Kartoffeln(ſtatt mit Seife), legt ſie gleich zuſam Eg men und wieder in's Waſſer, wo ſie bis zum fol] nn genden Tage bleibt. Dann wäſcht man ſie in der Maſchine einmal mit kaltem Waſſer, windet ſi z aus, und wäſcht ſie dann zum zweitenmale in der n Iſt ſie ſehr] ge ſchmutzig, ſo kann man dieſem Waſſer etwas Lauge, beiſetzen. Sie wird blendend weiß. Das erſte kalte 5 Waſchen mit den Kartoffeln(ſtatt deren auch die 7 ungleich theurere Seife genommen werden kann N be bezweckt, den Schmutz, der ſtets nur auf der äußeren

Fläche haftet, wegzunehmen, während er bei der g gewöhnlichen Waſchart durch das heiße Waſſet meiſt erſt in die Waͤſche hineingebracht wird und ſich im Innern der Faſern feſtſetzt, wo er dan 1 ſchwer wieder heraus zu bringen iſt. Das zwei 4 kochend heiße Waſchen iſt nur in der Maſchi 0 möglich, da die Hand dieſe Hitze nicht ertrage 1 könnte, löſ't aber alle noch zurückgebliebenen U,] 9 reinigkeiten vollkommen auf. Was bei dieſer Waß 5 art an Holz, Seife, Zeit und durch die Maſchin. an Arbeit erſpart wird, iſt unglaublich.) 9

(Allg. Anzeiger der Deutſchen 1833) 1

*) In unſerer Wetterqu iſt die Waſchmaſchine ſchon ſeit zehn 8 Jahren und länger bekannt, und wir kennen Familien, AM ſie ſehr geſchätzt wird, weil man nicht nur ſchneller und billiger damit reinigt, ſondern auch die Wäſche dabei ſchont Nur verlangen die Hausfrauen, daß man ſie dem Geſinde nicht allein anvertrauen dürfe und Acht haben müſſe, del 1 Waſſers nicht zu wenig hinein zu thun. Auch die Kare 1 toffeln kennt man bei uns als Reinigungsmittel. 10

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