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Jahres kein Sterbe-Protokoll einſendete, aus dem einfachen Grunde, weil in dem Jahre niemand ge⸗ ſtorben war, und doch hatte der Ort im Jahr 1830 nicht weniger als 158 Einwohner. 7
Was man ſonſt aus älteren Zeiten von dieſem Orte weiß, iſt auch nicht gemacht, um viele Bogen, zu füllen und läßt ſich mit wenigen Worten ſagen.
Während die benachbarten Orte Dorheim (Doraheim), Beyenheim(Bienheimer Marca), Oſſenheim(Ohsingeheim) und A. ſchon unter den Karolingern genannt werden, findet ſich von Bauernheim bis zum 13ten Jahrhundert nur eine einzige Nachricht in einer Urkunde von 1093. Mathilde von Arnsburg die Tochter des Grafen Eberhard von Beilſtein, ſchenkt dem St. Alban⸗ ſtift zu Mainz 8 Huben Land zu Bauernheim (in loco qui vocatur Burenheim VIII Mansos) zu ihrem, ihrer Tochter Gertrud und ihres Gemahls Cuno Seelenheil.)
Im Jahr 1232 befreite Arnold, Probſt zu St. Maria zu den Greden(ad gradus) zu Mainz und Archidiakonus der Wetterau, Leute zu Bauern⸗ heim(Burenheim) von der Pfarrei zu Stern bach, der ſie bis dahin unterworfen waren.(Guden cod. diplom. II. p. 721.) Von dieſer Zeit an ſcheint eine beſondere Kirche daſelbſt gegründet worden zu ſeyn, welche zwar ihren eignen Pleban hatte, der aber zur Pfarrei Sternbach gehoͤrte/ ſo wie die den Arnsburgern zuſtehende Capelle in Wickſtadt.(Gegenwärtig gehört es zur Pfarrei Oſſenheim.) Burenheim wird der Ort in den Plebanregiſtern des 14ten Jahrhunderts genannt (Würdtwein dioec. Mog. III, p. 13. 100). Eben ſo heißt er in dem ungedruckten Teſtamente des Conrad Hene zu Friedberg von 1376 Buren⸗ heym.(Hene vermacht ſeiner Schweſter ſeine in der Terminei dieſes Ortes liegenden Aecker und Güter.) Dagegen wird der Ort in einem Notariats⸗ Inſtrumente von 1406 Baurenheim geſchrieben. (Wenck heſſ. Landes⸗Geſchichte 1 Urkunden S. 282).
Es iſt wohl keinem Zweifel unterworfen, daß dieſes Bauernheim zur alten münzenberger Verlaſſenſchaft gehoͤrte, welche in der Theilung und durch Kauf größtentheils an die Herrn von Fal⸗
) W. Wettermann Wetteravia ill. Beil. A. Auch in Johannis Script. R. M. II. 739
kenſtein kam.
ausſtarb, fielen ihre Beſitzungen, in drei Theile getheilt), an die Familien von Eppſtein, Iſen⸗
burg, Sayn, Virneburg und Solms. Die
Grafſchaft Aſſenheim wurde zum zweiten oder licher Looſe gerechnet.
der Hanau⸗Münzenbergiſchen Lande.
Bauernheim, Oſſenheim, Fauerbach, Bruchenbruͤcken
und Nieder⸗Rosbach. Sayn verpfändete und ver⸗
kaufte nach und nach ſeine ganze Erbſchaft(Guden cod. dipl. V. Urk. S. 961 bis 974), und da Solms das nächſte Recht dazu hatte, ſo löſ'te es die Be⸗ ſitzungen ein. Es iſt aber nicht bekannt, wann dies geſchehen.(Schmidt heſſ. Geſch. II. S. 179.)
Das Kirchlein zu Bauernheim iſt ſehr klein.“
Ein Stein in dem öſtl. Theile derſelben(der nun
1834 eines neuen Fenſters wegen herausgebrochen
Als im Jahr 1418 auch dieſe Familie mit Werner, dem Erzbiſchof von Trier,
Was zu dieſer Grafſchaft gehörte, ſagt eine Urkunde von 1429(Beſchreibung Documenta „S. 163), nämlich Ober- und Nieder⸗Wöllſtadt,
wurde) trägt die doppelte Jahrzahl 1493 und 1653, 1
die kleinen Fenſter führen auf das Ende des 16ten
Jahrhunderts zurück; die letztere Jahrzahl iſt den, An einem neueren Fenſter ſteht oben die Jahrzahl 1728. Ueber!
nach wahrſcheinlich Zeit der Reparatur.
der Kirchhofsthuͤre ſind ebenfalls 2 Jahrzahlen be⸗
merkbar; höher befindet ſich 1625 und weiter unten
1508. Außerhalb an der Mauer ſteht: Philips Keller] K. B. M. 1710.
Dieſe Jahrzahlen beweiſen, was man auch an
den Wänden ſieht, daß zu verſchiedenen Zeiten an der Kirche ausgebeſſert wurde.
Geſchichtlich iſt nicht nachzuweiſen, daß jemals
eine Burg zu Bauernheim geweſen. Dagegen iſt gewiß, daß die nördliche— nach Dorheim führende Höhe den Namen„alte Burg“ trägt; auch zeigen ſich an der Südweſt⸗Seite des Ortes deutliche Spuren,
daß ein feſteres Gebäude ehemals da geſtanden ha⸗
ben muß. Ein Wall und Graben, jedoch in keiner weiten Ausdehnung, iſt noch ſichtbar, und in dem inneren Raume fanden ſich Spuren alter Gemäuer, welche im Jahr 1831 ausgegraben, und deren Steine zum Bau einer durch den Ort ziehenden Kunſtſtraße
verwendet wurden. Dieſes Schloß war laut muͤnd⸗
licher Verſicherung des Schultheißen Keller, wel⸗
*) Guden. C. D. V. 888.
doo


