Ausgabe 
8.8.1835
 
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aufſagen, woraus ſie verfenigt ſind und 5 mehr.

5 Die Anſtalt zählt 1 etwa 130 Kinder, und mag jährlich ungefähr 12 bis 1500 Gulden koſten. Die Einnahme beſteht 10 aus freiwilligen Geſchenken und 2) aus den Beiträgen, welche jedes Kind täglich(2 Kreuzer) gibt. Davon wird das geräumige Lokal gemiethet, der Gehalt der Aufſehe⸗

rinn und der Lohn für mehrere Wärterinnen be⸗

zahlt, die Ausgabe für Feuerung und für Speiſung der Kinder beſtritten. Einſender getraute ſich, eine kleinere Anſtalt in einer Stadt mit dem vierten Theile des Einkommens zu beſorgen. Es verſteht ſich übrigens von ſelbſt, daß eine ſolche Anſtalt ohne gehörige Controle und Aufſicht, ohne die ſorg⸗ fältigſte Reinlichkeit und Ordnung nicht beſtehen kann. Wie reich aber der Lohn iſt, der daraus er⸗ blüht, braucht dem fühlenden Menſchen 1057 erſt geſagt zu werden.

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Kann der auf vielen Aeckern unſerer Wetterau ſo ſehr überhandnehmende und zum Nach⸗ theile unſerer Landwirthe ſo reich wuchernde Hederich nicht vertilgt werden?

Dieſe Frage muß unwillkührlich bei Jedem eutſtehen, welcher im Frühjahre unſere Aecker wie beſäet von dieſem Unkraute ſieht. Wie ſehr der Samen des Hederichs im Boden verbreitet iſt, davon kann man ſich leicht überzeugen, wenn man eine Scholle Erde nimmt und mit einem Meſſer daran ſchabt, wo alsdann die Körner leicht ſichtbar werden. Konnte man nun dieſen Samen zum Keimen bringen, und ſorgte man dafür, daß die Pflanze nicht zum Blühen käme, ſo möchte dieſes das beßte Vertilgungsmittel ſeyn. Zu dieſem Zwecke müſſen jetzt, ſogleich nach der Erndte, die Aecker umgearbeitet und mit Erbſen oder einer ähnlichen Frucht beſäet werden, damit der Hederich mit den Erbſen herausgelockt und im Spätherbſte, bis wo hin natürlich beides nicht zur Reife gediehen iſt, als Dung untergeackert wird. Im Frühjahre müſſen die Aecker wieder umgeackert und zu Gerſte zube⸗ reitet werden, und Schreiber dieſes iſt überzeugt, daß, bei wiederholtem Verfahren, nach Verlauf einiger Jahre dieſes Unkraut verſchwunden iſt.

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ſo wird es nur geringen Erfolg haben, da der Wind

Wenn aber irgendwo Senehege Wirten nothwendig iſt, ſo iſt es bei dieſer ertlgunsart; denn wenn nur Einzelne dieſen Vorſchlag beachten,

die auf den nicht ſo behandelten Aeckern reifendd Saat auch bald wieder auf die gereinigten Aecken N ſtreuen wird. Darum gemeinſam und raſch aws

Werk! 1

Natur gef ch i ch te.

Für die lern- und wißbegierige Jugend geht

nichts über die Naturgeſchichte. Die Kinder beſchäftigen ſich durch ſie mit einer Menge von intereſſanten und merkwürdigen Gegenſtänden außer ihnen, und ehe man ſich's verſieht, werden ſie mit

denſelben bekannt und vertraut, üben dabei die Kräfte ihres Geiſtes, bekommen einen Schatz 5 az

licher Kenntniſſe fur die Zukunft, und werden d

in der Regel auch frommer und beſſer. Denn wer einmal die Geſchöpfe Gottes näher kennen gelernt hat, lernt ſie auch achten, huͤtet ſich vor Thier

und Pflanzenquälereien, und verehrt und liebt in den Geſchöpfen den Schöpfer, der alle wunderbar für ihre Zwecke geſchaffen hat und noch wunder⸗ barer alle erhält und nährt.

Eltern kann man darum nicht genug 305 Herz legen, daß ſie keine Koſten ſparen, um ihren Kindern irgend ein Werk über Naturgeſchichte in die Hände zu geben, ihnen dann und wann daraus vorzuleſen oder ſie ſelbſt vorleſen und wieder er⸗ zählen zu laſſen. Wir Erwachſenen erinnern uns noch aus unſerer Jugend, welche Freude uns Raff's Naturgeſchichte gewährte. Es war zwar dieſesd Werk lange nicht das, was es ſeyn ſollte; dis

Bilder ſind meiſt gar mittelmäßig, manche ganz

ſchlecht, die Erzählung zuweilen mehr kindiſch als kindlich, beſonders wenn der Ochs und der Eſel ſeine eigne Geſchichte mitich Ochs oderich Eſel anfieng. Aber es gewährte dennoch viele Freude und ſtiftete noch mehr Nutzen. Wir haben ſeitdem manche andere Werke, z. B. von Funke, Lippold, Schubert u. ſ. w. für Kinder, 17 noch mehr für Erwachſene erhalten, die Alle ihn Gutes haben, und woraus ſich auch Vieles erlernen läßt; ganz beſonders können wir aber, nach den

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Proben, die uns zu Geſicht gekommen ſind, ein

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