Ausgabe 
30.8.1834
 
Einzelbild herunterladen

5

Sämmtliche Preisbewerber muͤſſen um 9 Uhr Morgens die vorzuführenden Thiere auf dem zur

Preisvertheilung beſtimmten Platze aufſtellen.

Diejenigen Perſonen, welche ſich um Preiſe für neu angelegte Dungſtätten, für Sprungplätze und für Wieſenverbeſſerungen bewerben wollen, werden erſucht, die Anzeige davon bis Anfangs September dem Präſidenten des landwirthſchaftlichen Vereins, Herrn von Firnhaber-Jordis, zu machen, damit die Anmeldungen von den Experten-Commiſſionen mit beſichtigt werden können.

Die großh. Bürgermeiſter ſind aufgefordert, dieſe Bekanntmachung möglichſt zu verbreiten.

Friedberg den 28. Auguſt 1834.

Der großh. heſſiſche Kreisrath daſelbſt. Küchler.

Friedberg. Ende Auguſt,

Wir haben aus der letzten Hälfte des Auguſts fur diejenigen unſerer Leſer, welche nicht ſelbſt Theil⸗ nehmer oder Zuſchauer waren, und es demnach beſſer wiſſen, wie Schreiber dieſes, mehreres Er freuliche von hier mitzutheilen.

Zuerſt müſſen wir ihnen bemerken, daß wir am vergangenen Freitag den 22. Auguſt einen recht lieben Beſuch erhielten. Seine Hoheit der Erb großherzog erſchien des Morgens um 8 Uhr ganz unvermuthet in unſern Mauern, ſtieg in der Burg ab, hielt Inſpection über das hieſige zweite Bataillon des vierten Infanterie-Regiments, unterhielt ſich daun eine Zeitlang ſehr herablaſſend mit den Civil behörden, beſah die Militargebäude, ſah und be merkte auch wohl noch manches Andere, und begab ſich den Nachmittag wieder nach Frankfurt zurück.

Warum gerade wir Friedberger einen ſo er freulichen Beſuch öfter wünſchen, brauchen wir un ſern Leſern(die alle verſtändige Leute ſind), nicht weitläufig auseinander zu ſetzen. Manches ſieht ſich in der Nähe ganz anders, als es ſich von Weitem hört.(Schreiber hatte hier noch Einiges auf dem Herzen gehabt, und war Willens geweſen, einen Commentar nebſt Belegen über das Bekannteder Herr ſieht mehr wie ſeine Diener zu liefern, die Redaction wollte aber nichts davon wiſſen).

Drei Tage nach dieſem Beſuche wurde der Ludwigstag hier auf's Feierlichſte begangen. Da wir indeſſen nicht alles geſehen haben, ſo wollen wir hier auch nur kurz von dem berichten, was uns bekannt iſt. Das anweſende Militär wurde

in dem Burggarten geſpeiſ't. Vor dem mainzer Thore aber, an dem ſ. g. Schützenraine, war in einer ſehr geräumigen Zelthütte Mittags eine große Tafel, an welcher nahe an dritthalb hundert Männer(darunter faſt alle Civil- und Militarbe⸗ hörden) und zwar Alle in Fröhlichkeit und Innig⸗ keit Theil nahmen. Den ausgebrachten Toaſten auf das Wohl unſers geliebten Großherzogs K. H., und dannauf das Wohl des geſammten großher⸗ zoglichen Hauſes ſah man an der Aufnahme die Herzlichkeit an, und da, wie ſeit langer Zeit nicht, der Tag die verſchiedenen Stände vereint hatte, ſo ſchien der ausgebrachte Toaſtdem Nähr-, Lehr- und Wehrſtande, vereinigt in Liebe zu Fürſt und Vaterland ganz an ſeinem Orte zu ſeyn. Noch ſpät donnerten die Böller, ertönte die Muſik und erklangen die Gläſer.

An dem Morgen deſſelben Tages hatte ſich aus Friedberg und den verſchiedenen Orten des Kreiſes eine zahlreiche Geſellſchaft in dem Rathhaus⸗ ſaale verſammelt gehabt, um ſich über den von dem proviſoriſchen Ausſchuſſe verfertigten und in Abdrücken vorgelegten Entwurf der Geſetze des Mathilden ſtiftes zu berathen. Da dieſer Entwurf mit weni⸗ gen Abänderungen angenommen wurde, ſo haben wir die erfreuliche Ausſicht, dieſe heilſame Anſtalt mit Nächſtem in's Leben treten zu ſehen. Wir wer⸗ den bald Veranlaſſung nehmen, unſern Leſern über dieſe allgemeine Spar-, Leih- und Unter- ſtützungskaſſe des Kreiſes Friedberg noch Einiges mitzutheilen. f

495 Gutet Jhllis und mit il Nauh ſehen man iquit der 6 11

chluſf

(500 9 Uh die z nöthi