übten ſchweren Berufe als Arzt„indem er viele von ſchwerem Siechthum befreite“ wie der Redner ſich uber ihn ausdrückte, den Dank und die Liebe vieler dieſigen Einwohner in ſo hohem Grade erworben hatte, daß man ſein Andenken auch ſpäteren Tagen erhalten wollte. Bald nach dem Tode deſſelben traten daher ſeine Freunde in dieſer Abſicht zuſammen, konn—⸗ ten ſich aber über das ihm zu errichtende Denkmal nicht vereinigen, bis durch die Wahl einiger anderen Mitglieder in den Ausſchuß, obgleich die vorhandenen Beiträge bei weitem nicht zureichten, die meiſten Stimmen, im Vertrauen auf die fernere bereitwillige Unterſtützung der gießer Bürger, für Errichtung eines veichenhauſes ausfielen. Und der Erfolg hat bewieſen, daß dieſe würdigen Männer ſich in ihren Mitbür⸗ gern nicht tauſchten: in Kurzem war die Summe ſo bedeutend, daß die Legung des Grundſteins zu demſelben ſtatt finden konnte. Zu dieſer Feierlichkeit waren von dem Ausſchuſſe der Geſellſchaft die ſämmt— liche Bürgerſchaft, die Geiſtlichkeit aller Confeſſio— nen, ſo wie die ſammtlichen Volksſchulen eingeladen worden, welche, von einer großen Menge Theilneh— mer begleitet, von dem Rathhauſe auf den Kirchhof zogen. Nachdem daſelbſt von den Kindern unter Begleitung von Muſik ein entſprechendes Lied geſun— gen war, hielt ein Mitglied des Ausſchuſſes, Hr. Profeſſor Dr. Vogt, mit der ihm eigenen ergreifen— den Beredtſamkeit einen Vortrag, in welchem er unter anderm folgende Gründe anführte, die den Ausſchuß beſtimmt hätten, grade ein Leichenhaus als Denkmal für den Gefeierten zu waͤhlen.“)
Wenn uns ſchon das Hinſcheiden unſerer Lieben in ein Land, aus dem uns nie mehr Kunde von ihnen zukomme, mit dem tiefſten Schmerze erfülle, ſo läge doch für die trauernden Hinterbliebenen der theuern Verſtorbenen großer Troſt und viele Beru— higung in der durch dieſe Anſtalt erlangten Gewiß— heit, daß das furchtbare Schickſal, lebendig begra— ben zu werden, ſie nun nicht mehr treffen konne. Jetzt konnte vielmehr durch dieſe Anſtalt, im Falle
*) Es iſt uns die ganze Rede zugekommen, wir haben aber darum Anſtand genommen, ſie hier mitzutheilen, weil wir gehort hatten, daß ſie mit den beiden von Hrn. Palmer und Silbereiſen bei dieſer Gelegenheit ebenfalls gehal— tenen Reden beſonders gedruckt und der Ertrag zur Vollen— dung des Gebäudes verwendet werden ſolle.
Die Redactjon.
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eines Scheintodes, wo die Hinterbliebenen ſelbſt beim beßten Willen, entweder aus Unkenntniß oder pie— lerlei andern Umſtänden die zweckdienlichen Mittel nicht anzuwenden wüßten, wo die geringſten Fehler in der Behandlung den noch ſchwach glimmenden Lebens— funken, ſtatt ihn wieder zur Flamme anzufachen, ausloͤſchen konnten; jetzt könnte mit Gottes Hülfe, unter der Leitung eines erfahrnen Mannes, einer trauernden Familie der treue Ernährer, den ver— laſſenen Kleinen die liebende Mutter erhalten und wieder gegeben werden.)
Ein anderer Grund, deſſen Wichtigkeit beſon— ders bei anſteckenden Krankheiten ſehr groß ſey, wäre die durch dieſe Anſtalt mehr entfernte Gefahr der Anſteckung, da es eine bekannte Sache ſey, daß die todten Körper der an anſteckenden Krank— heiten Verſtorbenen das Gift der Anſteckung weit mehr aushauchten, als die lebendigen. Wer nun wiſſe, daß arme Familien, wie er als Arzt nur zu oft gefunden habe, ſelten im Stande ſeyen, den Verſtorbenen in ein eigenes Gemach zu bringen, daß ſie vielmehr aus Mangel an Raum oft dicht neben demſelben in einer engen, kleinen Stube zu— bringen müßten und ſo neben der geiſtigen Nieder— geſchlagenheit, über den eben erlittenen Verluſt, die jede Krankheit gefaͤhrlicher mache, der ganzen Wir— kung des Giftes der Anſteckung blos geſtellt und hingegeben ſeyen, der werde und müſſe mit ihm anerkennen, daß dieſe Anſtalt außer dem Zwecke des Denkmals noch den ſchöneren erreichen koͤnne, das Leben unſerer Mitmenſchen weniger Gefahr auszuſetzen und die Thranen der ärmeren Mitbrü— der zu trocknen und ihre Leiden nach Kräften zu mildern.— Gewiß wird Jedermann mit des Red— ners Schlußworten übereinſtimmen:„Ehre dem Manne, der ſolche Liebe ſich zu erwerben wußte; aber Ehre auch den gießer Bürgern, die das Ver— dienſt auf ſolche Weiſe belohnen.“
Nach einem kurzen Gebete von einem der Geiſt— lichen, daß der Allvater ſeinen Segen zu dem be—
Dieſe Worte des Redners haben um ſo mehr Gewicht, da derſelbe ein allgemein geachteter und berühmter Arzt iſt.— Daß die Gefahr, lebendig begraben zu werden, auch in unſern Tagen noch möglich iſt, beweiſt ein Bei— ſpiel in Nro. 11 der Didaskalia l. J., die früheren unge— rechnet.—
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