Ausgabe 
25.1.1834
 
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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

WMA. Sonnabend,

1834.

den 25. Januar

Die Schickſale der St. Catharinen-Capelle zu Friedberg.

Wohl alle Friedberger wiſſen, daß ſie in ihrer Stadt einen Catharinen-Brunnen haben, in den ſchon mancher Fremde und Einheimiſche mit Schaudern hinabſah, denn er hat eine Tiefe von wohl 130 Fuß. Wenigen aber wird bekannt ſeyn, daß ſie einſt auch eine Catharinen-Capelle be ſaßen. Das iſt auch gar nicht zu wundern, da ſelbſt Herr König, welcher im Jahre 1758 eine große Abhandlung über das Rural-Capitel ſchrieb, dieſe Capelle nicht einmal nennt, während er alle andere Kirchen der Stadt namentlich an gibt. Und doch hat dieſelbe ſolche Schickſale gehabt, daß ſie verdienen, näher bekannt zu werden. Der Unterzeichnete trägt deswegen um ſo weniger Be denken, ſie hier mitzutheilen, als dieſe Nachrichten auch Auswärtigen Gelegenheit verſchaffen, einen Blick in die früheren Verhältniſſe zwiſchen Burg und Stadt Friedberg zu thun, welche beide jetzt ſo friedlich neben- und miteinander beſtehen und Eine Bürgermeiſterei bilden.

Die Nachrichten uͤber die Kämpfe zwiſchen der Burg und Stadt Friedberg reichen faſt ſo weit hinauf, als die Nachrichten von Friedberg über haupt. Schon um's Jahr 1276 hatten die Bewoh

*) Dissertatio epistolica de Capitulo Rurali Fridbergensi. Francof. fol. Ein eben ſo ſeltenes als oberflaͤchliches Werk, da dem Verfaſſer außer einem Paar Urkunden und der von Mai verfertigten Chronik(in deren Beſitz gegen⸗ wärtig Herr Krieger iſt) nichts zu Gebote ſtand.

ner der Stadt die Burg erobert und zerſtört. Dies geht aus einer noch erhaltenen Urkunde hervor, welche der Kaiſer Rudolph am 11. April deſſelb. J. zu Mainz ausfertigte, und worin er der Stadt die Strafe für ihre Verbindung mit Oppenheim und für die Zerſtörung der Burg erläßt.) Vergebens hatte der unglückliche Sohn dieſes Rudolph, Kaiſer Albrecht, im Jahre 1306 einen Söhnbrief zu Stande gebracht, worin die Verhältniſſe zwiſchen Stadt und Burg für die Zukunft beſtimmt und geordnet wurden. Schon im Jahre 1332 war Kaiſer Ludwig der Bayer genöthigt, einen neuen Söohnbrief auszufertigen**), der gegeben iſt zu Frankfurtan unſer Frawen Abend ze Lichtmeſſe. Dieſer Söhnbrief liefert uns nicht allein den Beweis, daß die alten Kämpfe fortdauerten, ſondern gibt uns auch die erſte Nachricht von dem Daſeyn der St. Catharinen-Capelle. Nachdem der Kaiſer Verzeihung verſprochenvmb alle Pfflauff, Stoſſe, Mißhellunge vnd Brüche, dy zuͤſchen jn biß pff! diſſen hütingen(heutigen) Tag geweſin vnd vffge ſtanden ſind, erklärte er, daß er die St. Catharinen-Capelle abbrechen und auf ſeine Koſten an eine Stätte ſetzen kaſſen wolle, da ſie keine Veranlaſſung zu Krieg

*) Die vollſtändige Urkunde iſt abſchriftlich in meinem Beſitze. Ein Auszug davon befindet ſich in Maders Beſchreibung der Burg Friedberg, Theil I, S. 46.

*) Dieſe beiden Urkunden befinden ſich in dem von dem berühmten Göddeus zu Marburg verfertigten Werke: Gründlicher Bericht der Stadt Friedberg Standt, Regalien Ic. K. 1610. Urkunden Nr. XII und XV.