Intelligenzblatt
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für die
D Oberhessen
im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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M42.
Sonnabend, den 18. Oktober
1834.
Warnung wegen der Waldſtreu.)
„Der Krug geht ſo lang zu Waſſer, bis er bricht.“
Einſender dieſes glaubt es ſeinen Mitbürgern ſchuldig zu ſeyn, ihnen das Ergebniß ſeiner Beobach⸗ tungen über die in neuerer Zeit von Jahr zu Jahr ſo ſehr zugenommene Benutzung der Waldſtreu mit⸗ zutheilen, weil deren Uebermaaß, wenn es ſo fort geht, kein gut Ende nehmen kann, und es für die
) Wir geben gerne dem von einem denkenden und erfahre— nen Manne uns mitgetheilten Aufſatze, welcher einen für unſere Provinz— ja für unſer Land ſehr wichtigen Ge— genſtand betrifft, eine Stelle in unſerm Blatte, weil wir hoffen, daß er dazu beitragen wird, der Wahrheit, nach der wir ſtreben, näher zu kommen.
Für die, welche in die Sache ſelbſt durchaus nicht ein— geweiht ſind, müſſen wir zur Erklärung folgendes Wenige bemerken: In der Ueberzeugung, daß die Cultur eines Waldes ohne Dünger keineswegs beſtehen könne, daß die Bäume des ſämmtlichen Laubes, welches ihnen entfällt, auch als ſolchen bedürfen, wachte man lange Zeit hin⸗ durch ſehr ſorgfältig, damit Niemand ſich des Laubes als Streumittel, auch nicht da, wo Strohmangel herrſchte, bedienen konnte, und wurde Jeder, der ſich Laub holte, als Frevler beſtraft. In neueſten Zeiten hielt man da— gegen dieſes Verfahren für zu hart und dem Landbau, in welchem unſer vorzüglichſter Reichthum beſteht, nachtheilig. Darum wurde im Intereſſe der Landwirthſchaft das Sam— meln des Streulaubes überall erlaubt. Uns ſelbſt kam dies, wir können es nicht leugnen, als ein Akt der Humanität vor. Indeſſen begeben wir uns unſeres Ur⸗ theiles in Dingen, worin wir Laie ſind, und laſſen gerne den Eingeweihten das Wort der Belehrung. Aber auch dieſe können einen Gegenſtand von zwei verſchiedenen— ja entgegengeſetzten Seiten betrachten.
Die Redaction.
Landwirthſchaft dringend nöthig iſt, in Zeiten daran zu denken, wie man dem Uebel begegne und bei der nothwendig gewordenen Verminderung der Waldſtreu⸗ abgabe beſtehen kann.
Wenn man durch die Bezirke oder Kreiſe Vöhl, Biedenkopf u. ſ. f. kommt, ſo ſieht man viele tauſend Morgen Wald theils alljährlich, theils ein um das andere Jahr ausgerecht, und außer den Hegen nur ſehr wenige Waldungen, worin die Streu etwa nur alle drei bis ſechs Jahre genutzt wird. Das Näm⸗ liche bemerkt man in den meiſten Gegenden des Oden— walds und in vielen andern Bezirken. Hier, wie dort, ſieht man Vorberge in Folge des anhaltenden Streurechens veroͤdet und näher gelegene Wald— diſtrikte abſterben, lang vorher, ehe ſie den ſonſt möglichen Ertrag abwürfen, und häufig Orte, wo ſonſt die einträglichſten Laubholzbeſtände die Gegend ſchmückten, und wo man nun auf dem durch Streu— rechen ausgemergelten Boden kaum kümmerlich Na⸗ delholz und Birken aufbringen kann. Selbſt in den Gegenden, wo ein mineraliſch d. h. an ſich kräftiger Boden es länger aushält, kann ein Jeder, der Augen hat zu ſehen, ſich von der bedeutenden Ertrags- Verminderung mit ſeinen eigenen Augen überzeugen, indem er von dem Holze ſolcher Bäume, die auf geſchontem Boden erwuchſen, die Dicke der Jahr⸗ ringe(aus welcher ſich ja die Holzerzeugung jährlich anſammeln muß!) mit denen vergleicht, die auf oft ausgerechtem Boden erzeugt wurden— oder indem er bei einem und demſelben Baume die Dicke der Jahrringe von der Zeit, wo keine Streu genutzt wurde und der Boden Schutz und Nahrungsſtoff be—


