Ausgabe 
13.12.1834
 
Einzelbild herunterladen

Büdingen.)

Die neue Straße, welche unſere Gegend mit Büdingen verbindet, zieht von Niederwöllſtadt nach Ilbenſtadt, Altenſtadt, Lindheim und Düdelsheim, was eben keine ſehr gerade Linie bildet. Noch ehe man Büdingen ſelbſt erreicht, nimmt die Gegend einen andern Charakter an; das Wellenfoͤrmige der Wetterau verwandelt ſich in be ſtimmtere Höhen. Rechts zieht beſonders ein bedeu tender Berg die Aufmerkſamkeit des Wanderers auf ſich; er iſt ſteil und bewaldet. Auf ſeinem Gipfel ſtieht man die Trümmer eines alten Schloſſes, die jetzt freilich nur noch in wenigem Mauerwerk be ſtehen. Einſt befand ſich hier die luſtige Wohnung eines vornehmen Geſchlechtes, welches in der frühe⸗ ren Geſchichte der Wetterau haufig genannt wird, näm⸗ lich das der Herrn von Hardegg. Die Sage er zahlt, ihre feſte Burg wäre auf folgende Art erobert worden. Nachdem die Belagerer einigemal verge bens geſtürmt, hätten ſie einer Anzahl von Schne cken breunende Lichtchen aufgeſetzt. Während dieſe beweglichen Lichter die Aufmerkſamkeit der Belager ten auf die Eine Gegend gelenkt, hätten die Bela⸗ gerer auf der andern ohne Widerſtand die Mauer erſtiegen.

Je näher man Büdingen kommt, deſto roman tiſcher wird die Gegend; mit Freuden ſchweift das Auge auf den verſchiedenen Gegenſtänden herum, die ſich in größerer oder geringerer Weite ihm dar bieten. Wir wollen aber den Leſer erſt nach dem Städtchen und von dieſem in die nächſten Umgebun gen führen.

Ehe man erſteres erreicht, gelangt man in das ſogenanntegroße Dorf, was allerdings ein Dorf,

) Indem wir hier die ſchon früher verſprochenen Nachrichten von Büdingen mittheilen, müſſen wir den, der ſich weiter belehren will, hauptſächlich auf ein Büchlein aufmerkſam machen, das weit mehr für die Geſchichte von Büdingen enthält, als der Titel ſagt, und das weiter verbreitet zu ſeyn verdient, als es wirklich iſt; wir meinen die als Schul- und Einladungsſchrift von Herrn Direktor Pr. Georg Thudichum herausgegebeneGeſchichte des Gymnaſiums in Büdingen. Büd. bei Heller 1832. Man findet darin außer den Schulnachrichten überhaupt das Wichtigſte aus der Genealogie der gräflichen Familie, die Geſchichte der Stadt und Umgegend, ſo wie Kirchen⸗ geſchichte der Grafſchaft.

298*

wiewohl jetzt eben kein großes mehr iſt. Büdingen hat hier ſeine Ruheſtätte für die Verſtorbenen, und es finden ſich auf derſelben einige nicht unintereſſante Grabmäler. Das Intereſſanteſte iſt aber die auf dem Platze befindliche Kirche, denn ſie iſt in der That die älteſte dieſer Gegend. Freilich iſt an dem Gebäude nach und nach viel verändert worden; indeſſen erkennt man doch ſein hohes Alter noch an den kleinen Fenſterchen mit den Zirkelbogen. Von demgroßen Dorf gelangt man bald zur Vorſtadt, der man wohl anſieht, daß ſie kaum ein hundert Jahre alt iſt. Nun nähern wir uns der Stadt ſelbſt. Bevor wir aber hinein gehen, be⸗ trachten wir ihre Thore und Mauern, denn das iſt gerade das Merkwürdigſte von ihr. Was man nämlich hier ſieht, das zeugt von einem gewiſſen Wohlſtande, der zu einer Zeit geweſen ſeyn muß, die nicht mehr iſt. Die doppelten Stadtmauern ſind gut gebaut. Noch beſſer nehmen ſich die daran befindlichen Thürme aus, welche eigentlich beſtimmt waren, ihr Feſtigkeit zu verleihen. Die Thürme ſind theils mit Zinnen verſehen, theils endigen ſie in einem maſſiv-ſteinernen Dache; alles von den trefflichſten Sandſteinguadern der Nähe gebaut. Hier und da wuchſen noch vor mehreren Jahren aus den Ritzen dieſer Quadern Tannen- und Bir⸗ kenbäͤumchen hervor. Dies gab dem Ganzen zwar ein ſehr maleriſches Anſehen; da es aber auf die

Nauern ſelbſt nur nachtheilig wirken konnte, ſo hat man, um dieſelben zu erhalten, Sorge getragen, ſie zu entfernen.

Wir treten endlich vor dasUnterthor, ein ganz eignes Gebäude, das außer dem eigentlichen Thore aus zwei runden Thürmen beſteht, die mit einer niedrigen, hutfoͤrmigen Bedeckung verſehen ſind, um welche eine geſchmackvolle ſteinerne Gallerie läuft. Der Sage nach iſt daſſelbe nach dem Muſter eines Thores zu Jeruſalem von einem Grafen er baut. Wenn dem wirklich ſo iſt, ſo iſt Junker Philipp der Erbauer, der in den letzten Jahren des 15ten Jahrhunderts nach dem heiligen Lande wallfahrtete. Das Thor ſelbſt trägt die Jahrzahl 1503. Etwas alter dagegen iſt das Mühlthor, nämlich von 1494. In der Stadt ſelbſt finden wir einige Gebäude, welche nach Styl und Jahrzahl dem Anfange des ſechszehnten Jahrhunderts ange hören. In eben dieſe Zeiten möchten wir die Bluthe

der St würdig wir je ein unt ſtrukti die ma den J hohem Zirkelb Thüre, ihrem gewiß auf. chem f Thel in jen forſt Demn geweſ eines der G wurde

ein ft wird ſich il rather der Kam Unrec neben ausne ſchönſ ben k. in ſel Schn angeh

rather findet wohle om berih mehee aus

9 W

Ble