Ausgabe 
13.9.1834
 
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Intelligenzblatt für die Deerhessen

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im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.

37.

Sonnabend, den 13. September

1834.

Großartige Menſchen-Werke.

Wir haben in Nr. 12 unſeres Intelligenzblattes eines Rieſenwerkes gedacht, welches die Engländer in neuerer Zeit aufgeführt haben; wir wollen jetzt von einem anderen Mittheilung machen, das in ſeiner Art noch merkwürdiger iſt. Um dies deutlicher zu machen, müſſen wir etwas weiter herholen.

Schon vor mehreren tauſend Jahren war in Aegypten eine große blühende Stadt, Theben ge nannt. Noch jetzt findet man von ihr die wunder barſten Trümmer, in welche ſich gegenwärtig vier Dörfer ſo hinein geſetzt haben, daß man ſie kaum bemerkt vor den rieſenmäßigen Reſten der alten Stadt. Nun ſtehen vor mehreren der größten dieſer Gebäude ſogenannte Obelisken, das ſind viereckige, ſpitz zulaufende Thürme, die aus einem einzigen, und zwar ſehr harten Steine verfertigt ſind. Einen dieſer Obelisken hat der Paſcha von Aegypten Me⸗ hemet Ali(unſere Leſer werden ihn wohl ſchon genauer kennen) dem Könige der Franzoſen zum Ge ſchenk gemacht, und da er bereits in Frankreich an⸗ gekommen iſt und nächſtens zu Paris aufgeſtellt wer den wird, ſo dürfen wir ihn wohl hier etwas näher beſchreiben.

Der Stein iſt ſiebenzig Fuß, 3 Zoll und 5 Linien (pariſer Maas) lang und jede Seite iſt unten ſieben Fuß, 6 Zoll dick. Sein Gewicht beträgt 4457 Cent⸗ ler. Da er aber nicht ohne Holzbekleidung fort geſchafft werden kann, ſo mag die ganze Maſſe 5000 Lentner, alſo eine halbe Million Pfund, be lagen. Es war eine ſchöne Arbeit, dieſe Maſſe

herabzulegen, nach dem Waſſer zu bringen, uͤber das ganze mittländiſche Meer zu fahren und dann der Seine aufwärts bis nach Paris, wo er, wenn weiter kein Unglück paſſirt, bald von der ganzen Welt wird geſehen werden können.

Der Stein beſteht aus dem feinſten und feſteſten Roſen-Syenit, welchem das Wetter bisher nichts anhaben konnte, und iſt dabei von oben bis unten mit 1600 Zeichen jener merkwürdigen Schrift ver ſehen, die wir Hieroglyphen-Schrift nennen, und von der bisher die ganze Welt glaubte, man könne ſie nicht mehr leſen.

Der Herr Champollion aber erklärte oͤffent lich, er verſtünde dieſe Schrift zu deuten, ſo und ſo hieß es, und die Namen der Könige wären im mer hübſch rund herum eingeſchloſſen, und der Eine hieße Rhamſes II. und der andere Rhamſes III., den Andere Seſoſtris nennen. Wenn's nun die Pariſer nicht bald leſen lernen, iſt's ihre Schuld, da es ihnen erklärt worden iſt. Die Buchſtaben ſind auch deutlich genug gemacht, denn in der mit telſten Reihe find ſie fünf Zoll tief eingegraben. Das Ganze aber iſt ſo glatt wie der ſchönſte Marmortiſch.

Sobald der Obelisk in Paris aufgeſtellt und von den Pariſern bewundert, auch die Schrift ge leſen iſt, werden wir's in der Mode erhalten. Da wird's Hüte und Hauben à Tobelisque und Röcke mit Hieroglyphen u. ſ. w. geben, und unſere Mode⸗Damen in der Wetterau können ſich einſtweilen d'rauf freuen, daß ihre Hofmeiſter, die Pariſer, einen ſo glücklichen Fund gemacht haben. Was doch nicht von Paris kommt, taugt nichts.