den Schmetterlingen günſtig wären.— Wir ſtim⸗ men dem im Allgemeinen vollkommen bei. Nur in Einem Stücke ſind wir nicht gleicher Meinung. Wir glauben nämlich nicht, daß der Apfelbaum von Natur eine niedere und feuchte Gegend liebe; im Gegentheile ſind wir überzeugt, daß er darin zwar ſchnell aufwachſe, daß er aber nur in etwas höheren, beſonders der Morgen- und Mittagsſonne ausgeſetzten Gegenden ſeiner Natur nach recht ge— deihe. Er iſt darin von dem Birnbaum ſehr ver— ſchieden, und neigt mehr zur Rebe, die noch höhe— ren, noch ſonnigeren Boden liebt. Nur müſſen ſie freilich nicht vereinzelt ſtehen und gegen Nordſtürme geſchützt ſey?n.— Indeſſen wollen wir uns gerne unſeres Urtheiles begeben, wenn erfahrnere Männer uns widerlegen.
Bei dieſer Gelegenheit erlauben wir uns, auf einige andere Punkte aufmerkſam zu machen.
1) Edlere Apfelſorten werden in der Regel nicht ſo gut gedeihen, wie geringere, beſonders ſolche, die mit unſerm wilden Apfelbaum am nächſten verwandt ſind. Wenn man darum viel Obſt haben will, ſo pflanze man ſolche Bäume, die unſerm Klima am angemeſſenſten erſcheinen. In der Wetterau werden die ſogenannte Schaafnaſe, der Bamberger, der Glasapfel, der Anhalter, der weiße Madapfel und der Gräfenſteiner am häufigſten ge— deihen. Auch der Borsdorfer und von den Reinetten die rauhe und die Kaiſer-Reinette, die wohl zu den wohlſchmeckendſten gehören, hier und da ſelbſt der weiße Carlville, gerathen oft.
2) Der allzuſchwere, namentlich der Lehm— Boden iſt dem Apfelbaume nachtheilig. Es wird deswegen gut ſeyn, bei der Anpflanzung in ſolchem ſchwerem Boden, deſſen die Wetterau viel hat, jedesmal dem Baume ein Körbchen Sand oder Kies zu geben.
3) Der Apfelbaum muß Raum haben, da— mit er ſich ausbreiten kann. Kein Baum, ſelbſt der Birnbaum, verlangt ſo viel Platz, wie der Apfelbaum, als wache er eiferſüchtig darauf, daß nie die Sonne ſeinen Stamm beſcheine. Hierin und überhaupt bei Obſtpflanzungen, wird im nördlichen Theile der Wetterau am meiſten ge— fehlt, ſo daß man geneigt wäre zu vermuthen, es komme den meiſten Menſchen nur auf die Menge der Bäume, nicht auf die Menge und Güte der
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Frucht an. Wahrend Ein Viertel Morgen Land mit 6 Apfel- oder ſtatt deren mit 12 Zwetſchen⸗ baumen übrig genug hat, ſieht man dreißig, vier— zig, ja noch mehr auf demſelben, ſo daß oft das Stück eher einem Walde als einer Obſtpflanzung ähnlich iſt. Bedachte man doch, daß Ein Ba um, der ſich ausbreiten kann, mehr Früchte bringt, wie ſechs zuſammengepreßte Baume, die gleich den Pappeln nach dem Himmel ſtreben, und außer der kleinen Krone gar nicht fruchtbar ſeyn können!
4) Neben dem Reinigen der Bäume von Raupen⸗ neſtern vergeſſe man nie das Reinigen von über⸗ flüſſigem Moos- und Flechtwerk, das ſich be⸗ ſonders in der Nähe von Waldungen haufig anſetzt. Dieſes geſchieht am beßten nach einem durchdringen— den Sommerregen; endlich
5) können wir nicht umhin, eines ſonderbaren Gebrauches zu erwähnen, welcher in der Gegend von Friedberg herrſchend iſt. Er beſteht darin, daß man, dem Nachbar zum Trutze, hauptſächlich die Gränzen voller Bäume ſetzt. Dieſer thut desgleichen, und ſo geſchieht's, daß nicht ſelten beide— um Ober— und Unternutzen, wenigſtens großentheils, kommen.
Bekanntmachungen.
Candſtändiſche Verhandlungen betreffend.
(418) Von den Verhandlungen der zweiten Kammer der Landſtände des Großherzog— thums, von ihr ſelbſt amtlich herausgegeben, ſind bereits vier Hefte Protokolle, welche das tte bis 24te vom 20. Juni begreifen, erſchienen und an die Abonnenten verſandt worden. Da demnach dieſe Verhandlungen ſo raſch, als es bei dem be⸗ ſtehenden Geſchaͤftsgang nur immer moͤglich iſt und weit früher als ſeither geliefert, auch durch keine andere inländiſche Zeitſchrift auf irgend voll— ſtändige Weiſe mitgetheilt werden, ſo rechnet der unterzeichnete Verleger auf ein zahlreiches Abonnement.
Der Abonnementspreis für die vollſtändigen Verhandlungen der zweiten Kammer iſt auf gutem Druckp. pr. Bogen 3 kr. und es können ſolche durch jede löbliche Poſtexpedition und jede Buch⸗ handlung dafür poſtfrei bezogen werden. Wenn demnach ſich an jedem Orte, nur 4 bis 6 Perſonen ſich für dieſe Angelegenheiten lebhaft intereſſiren, die ſie zunächſt betreffen, und für das Abonne— ment zuſammentreten, ſo kann Jedermann für
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