heute; denn du weißt nicht, was dich morgen ver⸗ hindert. Ein:„Heute“ iſt ſo viel werth, als zwei „Morgen“, wie der arme Richard ſagt, und wei— ter„laſſe niemals das auf morgen, was du heute kannſt beſorgen.“ Wärſt du ein Diener, würdeſt du dich nicht ſchämen, wenn ein guter Herr dich müßig ſähe? Biſt du denn dein eigner Herr? Schäme dich doch, dich müßig zu ſehen, da ſo viel zu thun iſt für dich, deine Familie, dein Land und deinen Fürſten. Handhabe dein Werkzeug ohn' Unterlaß; bedenke, daß„Eine Katze, die Hand— ſchuhe anhat, keine Mäuſe fängt“, wie der arme Richard ſagt. Es iſt freilich viel zu thun; und du biſt vielleicht ſchwach; aber nur ſtandhaft dran und du wirſt großen Erfolg ſehen; denn„Beſtändiges Tropfen höhlt Steine aus und durch Fleiß und Geduld biß die Maus das Tau entzwei, und von kleinen Streichen fallen große Eichen.“——— Mich dünkt, ich höre einige von Euch ſagen: Darf man ſich denn keine Erholung gönnen? Ich will dir mittheilen, mein Freund, was der arme Richard darüber ſagt:„Wende deine Zeit gut an, wenn du Erholung haben willſt, und da du keine Minute ſicher haſt, ſo wirf nicht eine Stunde weg.“ Erho— lung iſt Zeit, etwas Nützliches zu thun; dieſe Er— holung wird der Fleißige ſchon finden, aber der Träge niemals; denn Erholung und Trägheit ſind verſchiedene Dinge. Viele möchten, ohne Arbeit, blos von ihrem Witz leben; aber ſie fallen zuſam— men, aus Mangel an Stütze, während der Fleiß Freude verſchafft und Ueberfluß und Achtung.„Flieh das Vergnügen und es wird dir folgen.“ fleißige Spinnerin hat viele Hemden; und jetzt be— ſitz ich ein Schaaf nebſt Kuh; Jedermann ruft: „Guten Morgen“ mir zu.“—
20 Aber in unſerm Fleiße müſſen wir auch beſtändig, ſorgſam und geregelt ſeyn, und unſere Angelegenheiten mit eigenen Augen überſehen und Andern nicht zu viel vertrauen. Noch ſagt der arme Richard:„Noch niemals ſah ich einen oft ver— ſetzten Baum, noch niemals eine oft verſetzte Familie ſo wohlgedeihen, als die, welche ſtets an einem Orte blieben.“ Und wieder„Dreimal verſetzt, iſt ſo ſchlimm, wie ein Feuer“, und weiter:„Erhalte deinen Laden und dein Laden wird dich erhalten„, und weiter:„Wenn du deine Sache gethan haben willſt, ſo geh; wenn nicht, ſo ſchick ,, und weiter: „Wer da von dem Pflug will leben, muß ihn ſelbſt zu führen ſtreben /, und weiter:„Das Aug' des
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Herrn thut mehr, als ſeine beiden Hände„, und weiter:„Mangel an Sorgfalt thut uns mehr Scha⸗ den, als Mangel an Kenntniß“, und weiter:„Auf ſeine Arbeiter nicht ſehen, heißt ihnen ſeinen Geld—⸗ beutel offen laſſen“, und„Andrer Sorge zu viel glauben, wird Manchem ſeinen Wohlſtand rauben„; denn: in weltlichen Dingen wird der Menſch nicht gerettet durch Glauben, ſondern den Mangel daran. Doch„ſelbſt beſorgt, iſt wohl beſorgt. Und wenn du einen treuen Diener haben willſt und einen, den du liebſt, ſo diene dir ſelbſt. Eine kleine Nach— läßigkeit kann großen Schaden thun; denn aus Mangel an einem Nagel gieng das Hufeiſen ver— loren, und aus Mangel an einem Hufeiſen gieng das Pferd verloren, und aus Mangel an einem Pferd gieng der Reuter verloren“, indem er von dem Feinde eingeholt und niedergehauen wurde, Alles aus Mangel einer kleinen Sorge für einen Hufeiſennagel.— (Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen.
ANN Beſſr ich t ing ung. (176) In der in Nro. 10, 11 und 12(117) die⸗ ſer Blatter vorkommende öffentliche Aufforderung vom 21. Februar d. J. muß es ſtatt„Katharina Stoffel“ heißen„Carolina Stoffel), was wir, da ſich die Aufforderung auf letztere bezieht, nachträglich bekannt machen. Friedberg den 25. März.
Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt.
Hofmann. Edictalladung.
(177) Die nächſten bekannten Anverwandten des im Jahre 1740 gebornen Gerhard Stetzer von Niederrosbach, der ſchon ſeit vielen Jahren abwe— ſend iſt, beabſichtigen, deſſen Grundvermögen zu vertheilen. Es werden daher gedachter Gerhard Stetzer und deſſen unbekannte Leibeserben aufgefor— dert, ſich ſo gewiß binnen drei Monaten hier anzu— melden reſp. ihre Anſprüche auf das vorhandene Vermögen nachzuweiſen, als ſonſt daſſelbe den be— kannten Erben eigenthümlich und ohne Caution überlaſſen werden wird. Friedberg den 24. März 1834. Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. Hofmann.
Gläubiger-Aufforderung. (181) Georg Keuper von Beyenheim beabſichtigt nach Nordamerika mit ſeiner Familie auszuwandern.
Rechtsanſprüche an denſelben ſind binnen drei Mo— naten bei großh. Landgerichte dahier anzumelden,
(18 nach Mell el egen wird
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