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machen daher den beiden Lehrervereinen in Butzbach und Okarben dieſes hiermit bekannt, und laden ſie zu unſerer Verſammlung auf den 29. Dezbr. d. J. freundſchaſtlichſt ein, um gemeinſchaftlich die hierzu nöthigen Anordnungen zu berathen.
Wir haben hier eine treue Schilderung des friedberger Schullehrer-Vereins geliefert. Moͤge der Himmel ſeinen Segen ſchenken, daß er recht viel Gutes zum Heile für die Menſchheit hervorbringe und daß ein immerwährendes Streben nach eigener Vervollkommnung die Mitglieder ſtets belebe.
Friedberg im Novbr. 1834 Markel, Cantor.
Ungluͤck aus Mangel an Vorſicht.
Samſtags den 29. November arbeiteten mehrere Männer aus Nauheim an den Steingruben, welche ſich auf der Südſeite des bekannten Johannigberges befindet. Sie waren, wie man ſagt, ſchon vorher aufmerkſam gemacht worden, ſich in Acht zu nehmen, da an dem Herabfallen des Gebröckels das Los— reißen einer ganzen Schichte wahrſcheinlich mache. Dieſer Rath war aber umſonſt gegeben; denn wo noch kein Unglück geſchehen iſt, da pflegt man es leicht zu nehmen. Plötzlich war es aber da, und eh' ſich's ein Theil der Arbeiter verſah, waren vier derſelben verſchüttet, und wurden drei von ihnen ſtark verwundet nach Hauſe getragen. So ſchwer indeſſen dieſe Wunden ſeyn ſollen, ſo ſind ſie doch, wie uns neuerdings gemeldet wurde, nicht lebens— gefährlich, und man hofft, daß dieſe Unglücklichen, wenn auch langſam, wieder hergeſtellt werden können.
Beitraͤge zur Geſchichte des Weinbaues. (Fortſetzung deſſen, was in Nro. 1 unſeres Blattes gegeben wurde.)
Nach einer Rechnung von 1575 waren für die Kellerei des Landgrafen Ludwig zu Butzbach in jenem Jahre allein an Zehnt-Wein eingegangen 32 Fuder, 1 Ohm, 8 Viertel, und zwar aus folgen— den Orten:
aus Hochweiſel
12 Fuder 5 Ohm 1 Viertel,
aus Oſtheim 8— 1— 2— aus Fauerbach I. 9 4 4 aus Münſter L e e er ee
Damals brauchte man aber auch noch mehr Wein. Denn als am 26. Juni 1575 der Pfalz⸗
graf Hans Caſimir eine Nacht in Butzbach ſith aufhielt, wurden„19 Viertel lautern Weins alhſr zu Butzbach— Inhalt Lager Regiſters verſpeiſſet— vermöge beuhelichs“(Befehls). Rechnet man das Viertel zu 4 Maas, ſo gehen auf dieſe Eine Nacht 76 Maas. Nebenbei wurden nach derſelben Rech⸗ nung in dieſer Nacht verbraucht 15 Hühner, von 8 Meſten Korn das Schwarzbrod, ſo wie 5 Malter und 14 Meſten Hafer. Es war aber auch der Pfalzgraf mit 87 Pferden angekommen!
(Werden gelegentlich fortgeſetzt.)
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
RN NN Reiſerbeſen-Lieferung. (693) Dienſtag den 9. December d. J., Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache die Lieferung von 300 Stüc Reiſerbeſen an den Wenigſtnehmenden öffentlich ver— ſteigert werden. Friedberg den 26. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Fuhren⸗Verſteigerung. (694) Mittwoch den 10. December d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen im Verwaltungs- büreau auf hieſiger Hauptwache die für das II. Bataillon IV. Infanterieregiments im Jahr 1835 nöͤthigen Fuhren zum Abholen von Militär-Effekten
in Offenbach an Wenigſtnehmenden verſteigert werden.
Friedberg den 26. November 1834. In Auftrag: Reichart, Oberquartiermeiſter. Brennholz-Lieferung. (695) Montag den 15. December d. J., des Vormittags um 10 Uhr, ſoll im Verwaltungsbüreau auf hieſiger Hauptwache die Lieferung von 200 Stecken Buchen- und 80 Stecken Eichen⸗Scheitholz für das Garniſons-Holzmagazin an den Wenigſt⸗ nehmenden öffentlich verſteigert werden. Friedberg den 27. November 1834. In Auftrag:
Reichart, Oberquartiermeiſter.
Verſteigerung verſchiedener Gegenſtände. (702) Freitag den 19. December d. J., Nach mittags 2 Uhr, ſollen im Hülfsvollſtreckungsweg dem vorhinigen Bürgermeiſter Sommerlad zu Okar⸗ ben, als ehemaliger David Schurziſcher Curator, zu Okarben ſelbſt nachbeuannte Gegenſtaͤnde: 1 Kuh, 1 Pferd, 4 Maſtſchweine, 1 Mutterſchwein, eiren 10 Fuder Geſtroh aller Gattung, circa 10 Malter
7 um dell ulld berſt
70. Uhr, feichn bafer Steig
ein W. gege werd


