Ausgabe 
5.4.1834
 
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ſchweren Steuern das Land ganz zu Grund richten? Wie werden wir ſie nur bezahlen können? Was rathet Ihr uns? Vater Abraham ſtand auf und ſagte: Wenn Ihr meinen Rath haben wollt, ſo will ich ihn Euch kurz geben, dennein Wort iſt dem Weiſen genug wie der arme Richard ſagt. Man bat ihn allgemein, ſeine Meinung zu ſagen und er fuhr fort:

Freunde, ſagte er, die Steuern ſind in der That ſehr ſchwer; aber, wenn die von der Regie rung uns auferlegten die einzigen wären, die wir zu bezahlen haben, ſo könnten wir ſie leichter ent richten; doch wir haben manche andere, die für einige von uns weit drückender ſind. Wir ſind zweimal ſo hoch beſteuert von unſerer Trägheit, dreimal ſo hoch von unſerm Stolz und viermal ſo hoch von unſerer Thorheit; und von dieſen Steuern konnen uns die Commiſſäre nicht befreien oder erleichtern, indem ſie einen Nachlaß geſtatten. Doch laßt uns auf guten Rath hören und es läßt ſich noch Etwas für uns thun;Gott hilft dem, der ſich ſelbſt hilft ſagt der arme Richard.

1) Man würde eine Regierung für hart hal ten, die ihrem Volke als Steuer auflegte, daß es einen Zehntheil ſeiner Zeit in ihrem Dienſt ver wende: doch Trägheit beſteuert viele von uns weit höher; Schlaffheit, indem ſie Krankheiten mit ſich führt, verkürzet das Leben; Trägheit, wie Roſt, verzehrt ſchneller, als Arbeit abnutzt, währenddie gebrauchte Pflugſchaar immer blank iſt, wie der arme Richard ſagt.

Aber liebſt du das Leben, ſo vergeude die Zeit nicht, denndas iſt der Stoff, aus dem das Leben gemacht iſt, wie der arme Richard ſagt. Wie viel mehr, als nöthig iſt, bringen wir im Schlafe zu, indem wir vergeſſen, daßder ſchlafende Fuchs kein Huhn fängt und daß wir im Grabe genug ſchlafen können, wie der arme Richard ſagt. Wenn die Zeit von allen Dingen das koſtbarſte iſt, ſo iſt Zeitverſchwendung die größte Verſchwendung, denn verlorne Zeit wird niemals wieder gefunden, und wenn wir ſagen: Zeit genug, ſo heißt das immer: wenig genug.Drum auf an die Arbeit

und nützliches Schaffen; mit Fleiß thut man mehr und der Kummer wird nicht uns erſchlaffen. Träg⸗ heit macht Alles ſchwer, aber Fleiß Alles leicht, undwer ſpät aufſteht, muß den ganzen Tag tra⸗

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ben und wird kaum ſein Geſchäft am Abend hand⸗ haben, während Trägheit ſo ſchleicht, daß die Ar muth bald ſie erreicht. Treib dein Geſchäft, laß es dich nicht treiben, undfrüh zu Bett und früh wieder auf, macht geſund und reich in den Kauf wie der arme Richard ſagt.

(Fortſetzung folgt.)

Salzhauſen.

Wir finden in Nro. 56 der großherzoglichen Zeitung d. J. Mittheilungen über die Heilquellen zu Salzhauſen, die um ſo erfreulicher ſind, als ſie von einem Manne herrühren, auf deſſen Wort man bauen kann, nämlich von dem Herrn Medicinal rathe Dr. Möller zu Salzhauſen. Da dieſer ſo wichtig gewordene Ort mitten in unſerer Wetterau liegt, ſo iſt es wohl Pflicht, ſeiner auch in unſerm Blatte zu gedenken.

Die Saline zu Salzhauſen war unter dem Landgrafen Ludwig IX. hauptſächlich in Aufnahme gekommen. So große Summen aber auch fur die erneuerte Einrichtung verwendet wurden, ſo konnte die Anſtalt dennoch in neuerer Zeit nicht mit andern Salinen concurriren. Kenner behaupteten(wir wollen's nicht verbürgen), der gewaltige runde Gradierbau auf der Höhe ſey ſehr koſtbar und dabei dem Werke wenig entſprechend. Eben ſo hält man die vielen dort angebrachten ſogenannten Fröſche durch die Reibungen an den Maſchinen mehr fur ſtörend als fördernd. Als die Saline anfieng, als ſolche wenig gewinnbringend zu werden, begannen die Bader zu Salzhauſen einen Ruf in dem Publikum zu gewinnen. Aber auch hierüber waren die Stimmen ſehr getheilt. Während Einige mit großem Vertrauen hinzogen, dort ihre verlorene Geſundheit wieder zu holen, zweifelten Andere an den Heilkräften. Wieder Andere meinten, die Sum⸗ men, welche man zur Erbauung des Kurhauſes, des Saales, der Anlagen ꝛc. verwendet, wären viel zu bedeutend in Vergleich mit dem, was erzielt werde.

Jetzt können wir darüber ſchon unpartheiiſcher urtheilen. Von 1330 Menſchen, welche das Bad zu Salzhauſen beſucht haben, wurden 932 ärztlich beobachtet. Unter dieſen haben 551 daſſelbe als Geneſene, 342 als weſentlich Gebeſſerte und nur 83 ganz ohne gute Wirkung wieder ver⸗

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