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ches früher ſo geſtoͤrt war, daß faſt alle andere Theile blos beizutragen ſchienen fr Einen Bezirk.
Wir wollen zum Belege des Geſagten die Rechnungen einiger früheren Jahrgänge überſehen, und finden hier folgende merkwürdige Angaben:
Im Jahr 1821 bezahlte ganz Oberheſſen die Summe von 30,177 fl. und erhielt eine Brandent⸗ ſchädigung von 13,948 fl., während für den Land⸗ rathsbezirk Erbach eine Summe von 30,270 fl. nöthig war. Im Jahr 1822 gab Oberheſſen 49,183 fl. und erhielt 26,802 fl. Entſchädigung; der Bezirk Erbach allein erhielt 36,499 fl. Im Jahr 1823 trug Oberheſſen bei mit 43,741 fl., empfieng aber 16,811 fl. Der Bezirk Erbach bekam dagegen 70,094 fl. Im Jahr 1824 gab Oberheſſen 44,260 fl., empfieng 13,157 fl., wahrend der Bezirk Erbach 12,874 fl. erhielt. So hatte in 4 Jahren die Pro— vinz Oberheſſen die Summe von 167,361 fl. als Beiträge geliefert und überhaupt 70,718 fl. Brand⸗ Entſchädigungsgelder erhalten, während der Eine Bezirk Erbach die gewaltige Summe von 149,737 fl. erhalten hatte. Dieſes Mißverhältniß iſt wohl jetzt für immer beſeitigt, und die neueſte Rechnungs— ablage von 1831, welche ſich in der Nummer 41 des diesjährigen Regierungsblattes befindet, liefert ganz andere Reſultate. Die Beiträge von Ober⸗ heſſen betragen 44,677 fl., die Entſchädigungs— gelder dagegen 35,905 fl.(darunter iſt die Ent— ſchädigung für den großen Brand zu Großen-Buſeck mit 14,330 fl.), Starkenburg bezahlte 51,140 fl. und erhielt 47,023 fl.(darunter der Bezirk Erbach diesmal nur mit 10,364 fl.), Rheinheſſen gab 40,789 fl. und empfieng 34,985 fl. Wir ſehen daraus, daß die obenerwähnte Verordnung vom 21. Februar 1824, wonach das Brand-Verſicherungs— kapital nie den Bauwerth eines Hauſes überſtei— gen darf, und wonach in Gemeinden, bei welchen vorſaͤtzliche Brandſtiftungen entſtehen, nur der wahre Werth, welchen das Gebäude unmittelbar vor dem Brande gehabt, vergütet werden ſoll, ihre Wirkung nicht verfehlte.
Sonntag und Montag, als den 12. und 13. Oktober iſt zu Vilbel Kirchweihe. Wer daſelbſt Bekannte hat, iſt freundlichſt eingeladen und kann ſich einſtweilen auf den Kirbkuchen freuen, er wird dieſesmal beſonders gut, da ſeit langer Zeit keine Kirchweihe in Vilbel gehalten wurde.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.(tte A Modhe Gläubiger-Aufforderung. ddener
(597) Anna Maria Kiefler von Obererlen⸗ 107 bach beabſichtigt nach Frankfurt a. M. auszuwan⸗ dern. Rechtsanſprüche an dieſelbe ſind binnen drei 29 Monaten bei großh. Landgericht Groskarben an- melden, gegenfalls die Entlaſſungsurkunde ertheilt 3) a werden wird. 8 Friedberg den 16. Septbr. 1834. 4 a0
Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath f
des Kreiſes Friedberg. 1. 9
Küchler. blen, Gläubiger-Aufforderung. hekend!
(598) J. Engelhard Rollhaus und Joh. Da⸗ aß de niel Rollhaus von Friedberg beabſichtigen nach brüche Nordamerika auszuwandern. Rechtsanſprüche an die⸗ euiß
ſelben ſind binnen drei Monaten bei großh. Landge⸗ richte dahier anzumelden, gegenfalls die Entlaſſungs— Da d
urkunde ertheilt werden wird. licht n Friedberg den 17. September 1834. Rae Der großherzoglich heſſiſche Kreisrath 10
des Kreiſes Friedberg.
Küchler.
Ediet al ladung. f (599) Nach dem Hypothekenbuche der Gemeinde 80 Steinfurt entliehen ö 10 1) Johannes Philippi und Ehefrau Sibilla am 1
26. Januar 1770 bei der Kirche zu Stein⸗ furt 200 fl. 1
2) Johannes Philippi's Wittwe den 2. Mai 1780 aus der Huthiſchen Kaſſe 100 fl.
3) Dieſelben den 19. Januar 1781 von Johs t Falk als Vormund des Ernſt Södler zu 1 er Steinfurt 50 fl. ingun
4) Joh. Reinh. Wolf und Ehefrau Eleonora den fert 0 15. Juli 1802 bei J. H. Leonhard als Vor- d mund über Joh. H. Alles 150 fl. tis
5) Dieſelben 100 fl. bei Joh. Matth. Roſenbecker zu Steinfurt den 28. Januar 1808.
6) Dieſelben im Jahr 1821(Tag unbekannt) bei dem Kirchenkaſten zu Burg Friedberg 200 fl.
Da alle dieſe Capitalien abgetragen, die Schuld- 612 urkunden aber verloren gegangen ſeyn ſollen, ſo wer tobi
den auf Antrag der Reinh. Wolßs Wittwe, eine ll d Tochter des Johs Philippi, diejenigen, welche jent m 2: Schuldurkunden beſitzen und Rechte daraus herleiten ſetend. zu können glauben, aufgefordert, ſolche ſo gewiß ſſezt binnen 6 Wochen hier geltend zu machen, als ſonſt lügt die erwähnten Obligationen fuͤr mortificirt erklärt ßr und die Einträge im Hypothekenbuche gelöſcht wer- den ſollen. 8 Friedberg den 15. September 1834. 913 Großh. heſſiſches Landgericht daſelbſt. ſiſſe Hofmann. Noc


