Ausgabe 
2.8.1834
 
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Gemeinde Niedereſchbach und resp. ihren zeitigen Vorſtehern nicht weniger Ehre, als denjenigen, die ihr in dieſem Punkt vorangegangen ſind. Möchten viele Gemeinden den Sinn jenes zeitgemäßen Er laſſes auffaſſen und erfüllen! Gewiß, ſie werden nicht nur den Nuhm, ſondern auch den einer jeden beſſern Einrichtung folgenden Gewinn ernten.

Niederwöllſtadt am 17. Juli 1834.

Faſt ſcheint es, als wenn auch die Thiere nach einer gewiſſen Selbſtſtändigkeit ſtrebten.

Geſtern Morgen z. B. gieng einem fremden Juden eine Kuh, die er nach Frankfurt treiben wollte, in der Mitte des hieſigen Ortes durch, und rannte feldeinwärts. Der größte Theil von Nieder wöllſtadts Einwohner hatte Mitleid mit dem Manne, und gab ſich daher Mühe, die Kuh habhaft zu werden, was denn endlich auch gelang.

Konrad Erle von Rodheim, Dienſtknecht des hieſigen Pachters Andreas Haas, erzählte dem Einſender dieſes, daß die Kuh auch ihn mit den Hörnern gleich einem Spielballe in die Luft gewor⸗ fen habe, und er könne Gott nicht genug danken, daß er ſein Leben davon getragen: man könne beim Vieh nicht vorſichtig genug ſeyn. Etwa/ Stun⸗ den ſpäter ſchirrt dieſer Erle ſeine Pferde an, um einen Wagen Dung auf das Feld zu fahren. Da ſteigt er noch einmal im Hofe vom Pferde, giebt demſelben mit der Hand einen Schlag auf die Hüfte, ſtürzt aber von dem Schlag, den ihm das Pferd an den Kopf zurück giebt, betäubt zu Boden, und erwacht nicht mehr.

Leider iſt dieß ſeit kurzer Zeit der Zte Todes fall dahier, der durch Pferde veranlaßt wurde!)

G.

) Wer trägt denn bei ſolchen Unglücksfällen gewohnlich die Schuld, das Vieh oder die Menſchen? O wir müſſen zum Theil noch eine ganz andere Behandlung des Viehes lernen! Die Redaction.

Verbeſſerte Schlichte fuͤr Weber.

Man läßt 6 Unzen(etwa 13 Loth preuß. Ge⸗ wicht) Leinſamen zehn Minuten lang in drei Liter (etwa 6 Pfund) Waſſer kochen und preßt die Ab kochung durch ein ſtarkes und dichtes Tuch, ſo daß der Same allein im Tuche zurück bleibt. Dann

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rührt man 14 Unzen(etwa 30 Loth) Waizenmeh mit einem Liter(2 Pfund) Waſſer an, ſo daß daſſelbe einen dicken Brei bildet, den man in dit eben beſchriebene Leinſamenabkochung gießt. Dieſes Gemiſch läßt man auf einem gelinden Feuer gehörig kochen. Will man das Leinſamenmark anwenden, ſo muß man daſſelbe vorher pulvern; denn ohne dieſe Vorſichtsmaßregel wird der ſchleimige Theil des Rückſtandes nur ſehr unvollkommen ausgezogen Sieben Pfund dieſer Schlichte reichen hin um ein Stück feine Leinwand von ſechzig Ellen zu ſchlichten, wozu man ſonſt neun Pfund gewöhnliche Schlichte noöͤthig hatte. Einer der größten Vortheile dieſer vom Grafen Perrochel in Frankreich ange gebenen Schlichte ſoll aber darin beſtehen, daß der Weber, der ſich derſelben bedient, ohne den gering ſten Nachtheil für ſein Gewebe, bei keiner Luftbe ſchaffenheit in ungeſunden und feuchten Räumen zu arbeiten braucht, wie dieſes ſonſt geſchehen mußte. Zehn Fabrikanten zu Mans haben ſich dieſer Schlichte zu Ketten von Baumwolle, Flachs und Hanf bedient, und das Ergebniß ihrer Verſuche iſt, 19 daß ſich dieſelbe wie ein Schleim auf die Ketht auftragen läßt, und derſelbe mehr Geſchmeidigkeit, Stärke und Elaſticität mittheilt, als die gewoͤhnlich aus Mehl beſtehende Schlichte; 2) daß der Ken der Leinwand eben deßwegen, weil er weniger mi Schlichte bedeckt, hervorſpringender, reiner um ſchöner erſcheint; 3) daß ſie nie jene braͤunlicht Färbung bemerken läßt, die man an den rohen Leinwanden ſo oft ſieht, und daß ſie auch den Durchgang der Fäden zwiſchen den Weberkammen begünſtigt, ohne daß dieſe letzteren dadurch beſchmier wurden; 4) daß jene Schlichtung weniger Schlichte verzehrt, ihre Friſche länger erhält und ſelbſt noch zwei 1+ ſpäter verwebt werden kann, und 5) daß ie ſich lunger halt, ohne zu verderben. e Gaug. Ang. ro. 69 1834.)

Möchten nicht auch in unſerer Wetterau nach Verbeſſt⸗ rung ſtrebende Weber Verſuche mit dieſer Schlichte anſtellen und ihre Erfahrung über dieſelbe in dieſem Blatte bekannt machen? Die Redaction.

Bekanntmachungen.

N

Edictalladung.

(413) Johannes Roth von Friedberg iſt ſchon ſeil vielen Jahren abweſend und ſein Aufenthalt unbekannt.

Da nun ſeine muthmaßliche Erbin, Jakob Eichis Ehefrau von Frankfurt a/ M., ihre An ſprüche auf ſeinen Nachlaß bereits im Jahre 1810 an Daniel Michel hierſelbſt abgetreten hat und die ſer jetzt darüber verfügen will, inzwiſchen keim rechtliche Gewißheit vorliegt, daß Johannes Roth, namentlich auch ohne weitere Erben, verſtorben iſt, ſo werden er und ſeine allenfallſigen Leibeserben

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