Ausgabe 
1.11.1834
 
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meiſter(Schultheiß) und eine eigne, von der Rodheimer Kirche abhängige Capelle hatte b), mag damals noch bedeutend geweſen ſeyn, indem es noch 1589dem Schreiber vom Ampt Leichen Belohnung 3 fl. 3 f und alſo einen gleichen Beitrag, wie Rodheim, leiſtete. Wirthheim dagegen, deſſen Land geſchworne zwar noch 1589 vorkommen(verzehrt als Sie Cülner wegen uff der Weinſtraß geweſen 1 fl. 3 5%, bildete aber ſchon 1583, ſowie Stüͤr⸗ zelheim mit Rodheim eine Gemeinde( den Bürger meiſter vom Ampt Wirdheim und Stürzelheim Be⸗ lohnung 4 fl.), und hatte der Amtsſchreiber nur 1 fl. 12 f. von Wirthheim und Stürzelheim zu be⸗ ziehen.(It. wegen Wirdheim und Stürzelheim Belohnung 1 fl. 12 ß,). Der im Verlaufe meh rerer Jahre hierauf ausgebrochene 30jährige Krieg bewog nun noch vollends die übrigen Einwohner dieſer Orte nach Rodheim überzuziehen, ſo daß wir 1630 nichts mehr von ihnen hören.) C. Ech.

Mi guc e lein.

1) Der reformirte Pfarrer Böhm hatte in Gemäßheit eines Regierungsbefehls vom 16. April 1764 des reformirten Müllers Joſt Knauſen Kinder zu Holzhauſen auf den daſigen lutheriſchen Kirchhof begraben. Deßhalbempörten ſich am 25. April 1765 die daſigen Einwohner, erregten eine bis zum höchſten Grad getriebene rebellion und wur⸗ den am 17te July 1 zur infamirenden iten Klaſſe der Schanzenarbeit auf Lebenszeit, 11 Mann zur Schanzenarbeit Lr. Klaſſe, 44 zu 20 fl. Strafe, 3 zu 4 wöchiger Schanzenarbeit, und alle in die Un⸗ terſuchungskoſten verurtheilt.

In demſelben Jahre entſtanden auch zu Rod heim, wo am 28. Dezember ein Reformirter und ein Lutheraner begraben wurden, Streitigkeiten da rüber, welche Leiche vorgetragen werden ſolle. Zu letzt kam es zu Thätlichkeiten.

(Amts⸗Jurisdictional-Buch. Pag. 215 218.)

Y Wie Rodheim v. d. H. noch 1583 die ihm als Marktflecken zuſtehende Criminalgerichtsbarkeit ausübte, beweiſ't folgender Auszug aus der daſigen Gemeinderechnung von demſelben Jahre:Die

) Wuerdtwein dioee. Mog. III, 101. Wir werden gelegentlich von dieſen Orten mehr erzählen. Die Redaktion.

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Scharffrichter verzehrt ſampt zweyen pferdten ein

Tag und nachdem alß Sie Wendel Buch verbrandt 1 fl. 21 ß. 1 D. undvom Neuen galgen zu machen 4 fl. It. Wendel Buch Zeit ſeiner Ver⸗ hafftung verzehrt 3 fl. 2 D. C. Ech.

Merkwürdigkeit zu Langgöns. Zu Langgöns lieſ't man noch jetzt über einer Schmiedethüre folgende Aufſchrift:

Anno 1624 den 7 Janne hat in dem vorige haul das paradais gärtlein ſolte verbrant aber dur ch die Allmacht gottes nicht gelchegen welches ein gotloſer Leutnamt von den Ueubörgen gewelen ſein, in

Langgöns.

Hierüber theilt eine friedberger Ehronik folgen⸗ des Nähere mit:Anno 1624 den Zten January Iſt ein Spaniſcher Leutenant zu Pferdt nomine Zachariaß von Brechen, nach Langengönß in Heſſen, oder in Hüttenberg kommen, ſambt etzlichen Reutern, Vund im wirtshauß loſiert, Alſ aber der Leutenant Vnnd ſein Trompeter in das Pfarhauß ſpatziert, Vnnd der Trompeter Vnder andern büchern des Hern Johann Arnds Paradißgärtlein Ao 1621 zu Jehna gedruckt in ſchwartz Leder gebunden, mit golt vnnd grünen Bentern hübſch gezieret ge⸗ ſehen, mit ſichs in das Wirtshauß genommen, ein weyl darin zu leſen, vnnd der Leutenant das ge ſehen, hat er den 7ten January hujus nach Mittag ſolch Büchelein dem Trompeter aus den händen ge rieſſen, in die Küchen gelauffen, vnd in Fewer Offen geworffen, Alß aber anderthalb ſtundt her nach die wirthin kohlen geſchöpffet, iſt das Büchelein vnverſehret, vnd noch wie zuvor geweſſen. Ihre Fürſtlich Gn. Landgrav Philips zu Butzbach, hat es abholen laſen, vnd wird alda in der Fürſt lichen Bibliotehck zum ewigen gedechtnus verwahret. Der Allmachtige Gott hat den Leutenant deswegen geſtrafft, das er A0. 1626 im 7bris zu Cöllen von Sinnen kommen, vnd wie ein Hundt getobet vnnd geraſet, bis er ſeinen Geiſt elendiglich vff gegeben.

Ob dieſes Büchlein wohl noch exiſtirt? Die Bibliothek des Landgrafen Philipp von Butzbach iſt, ſo viel wir wiſſen, ſpäter nach Gießen gekommen.

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