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Einwohner zur freiwilligen Aufnahme der Einquartierung veranlaßte. Im Anfang des Jahrhunderts war es freilich noch schlimmer. Damals lag die ganze Garnison bei den Hürgern, die Soldaten mit Frauen und Kin⸗ dern. Es war eineLast der Garnisonstädte.

Geschont wurden die Einjährig⸗Freiwil⸗ ligen im Dienst nicht. Dafür waren sie zu zahlreich. Infolge des Uebergangs aus den hessischen Einsteherzeiten zu den preußischen Verhältnissen stellte man die Anforderungen an die Vorbildung niedrig. Nach jeder Aus⸗ bildungsperiode waren drei aufeinanderfol⸗ gende Märsche von 3, 4 und 5 Meilen üb⸗ lich. Dabei rechnete man irrigerweise nach deutschen Meilen zu 10 Kilometer und nicht nach preußischen Meilen zu Kilometer. Trotzdem fühlte man sich in der strammen Zucht sehr wohl. Man wußte genau, was man zu tun, was zu lassen hatte. Wenn ich jetzt die mancherlei Klagen über angeblich schlechte Behandlung höre, so kann ich, wie schon früher oft, nur betonen, daß ich mein Einjährigenjahr als das glücklichste meines Lebens ansehe. Keine Sorgen, gesunde Be⸗

wegung in der freien Luft, guter Magen,

guter Appetit, trefflicher Schlaf! An alle Vorgesetzten denke ich noch mit Achtung und Anhänglichkeit.

und in den Bestimmungen als kleinlich und menschenunwürdig verschrien wird, so ist zu

bedenken, daß die Erfahrung gelehrt hat, daß

die unbedingt erforderliche Disziplin im preußischen Heer gerade mit diesen kleinen Mitteln erzogen wurde. Mit tadellosem Stillstehen, straffem Exerzieren, strammen Ehrenbezeugungen erreichte man das gleiche, was in anderen Ländern, so in Frankreich. nur durch schwere Strafen erzwungen wird. Dort kann jeder Unteroffizier den Mann in Arrest senden. In Deutschland überlegt der Kompagnieführer jede Arreststrafe im all⸗ gemeinen gründlich. Deren Zahl ist sehr ge⸗ ring. Die Strafbücher werden durch alle Vor⸗ gesetzten fortlaufend eingehend nachgesehen, Was unsere ganze militärische Erziehung der Allgemeinheit nutzt, konnte ich kurz nach 1870 aus dem Munde eines alten hessischen Landrichters hören. Dieser betonte, wie an⸗ genehm der Unterschied zwischen militärisch Ausgebildeten und den Unausgebildeten auf⸗ falle. Dort gutes Benehmen, Aufpassen, klare bestimmte Antworten, Willigkeit, hier häufig ein sehr schwieriges Sichverständigen. In der

Industrie tritt die Durchbildung beim Mili⸗

tür naturgemäß noch mehr günstig hervor.

Nach meiner Militärzeit kam wieder ein Vierteljahr Gehilfenzeit in der Ferber'schen Buchhandlung. Dann nahm ich eine Stelle in

Greifswald an mit nur 100 Taler Gehalt das Jahr und freier Station. Mit dem Geldverdienen sah es überhaupt im Buch⸗ handel schlecht aus. Sich selbständig zu machen, war sehr schwierig. So anregend der Buchhandel ist, so mußte ich es doch

als ein glückliches Geschick ansehen, daß mir eine gut bezahlte Hüttenbeamtenstellung auf Nieverner Hütte bei Ems angeboten wurde. Ich löste meine Verbindlichkeiten in Greifs⸗ wald und nahm an. Ich hatte auf der Hütte kein heizbares Zimmer, konnte mich aber auf dem noch warmen Buxeau auf⸗ halten, mußte auch weit zum Essen auf ein Dorf, aber man war nicht verwöhnt.

(Fortsetzung folgt.)

Johann Henrich Schaffstädts Gießener Thronik 1776 1825.

(Fortsetzung.)

In dem Mey sind den 3 neuen Kuhr fürschten als Baden, Wirttemberg und Hes sen Casel in ihren landten gehuldig worten.

In dem Mey hat Briefträger Bincker seine Wirtschaft in seinen garten auf dem Selßers Berg angefangen hat ein Stück an sein Gartenhauß anbauen lassen auch einen Keller graben lassen eine Kegelbann hinein gemacht.

Auch sind im Anfang Mey 1803 in das Wagen gäßgen und porten gäßgen am neuen wegerthor Triller gesetz worten.

D. ten Juny sind die Franßosen in

0 N 5 5 Hanofer ein geruckt haben dem land 3 Mi⸗ Wenn jetzt manches in der Ausbildung f

lion liefer(Livres) auf gelegt auch haben sie

auß dem Könniglichen Marckstall(Marstall)

die Ferd genommen und aus den Stütter⸗ reyen verlangen sie vor drey hußaren Regi⸗ menter die ferdt. Auch dem selben Monath hat sich die Hanöfrische Armee auf Kabit⸗ lasion(Kapitulation) ergeben sind semplich auf gelöst worden. D. 20ten Septem 1805.

Ist die Franschosie Armee aus Hanover

wieder hier durch nach dem Rein. Der Jeneral Feld Marschall Bernadott wahr ihr An Führer Sie maschirten hinauf nacher Wirtzburg den Oestreicher engegen.

D. Zten July ist zu Hermannstein ein Große Feuers Brunst gewesen.

D. 18ten Morgens ist zu Hoch Sorms (Hohensolms?) auch ein großes Feuer ge

wesen.

D. selbigen Nachmittag ist bey uns ein Student Namens häußer welcher sich mit meheren gebattet, auf der Wag in der lahn ertrunken.

D. iten August ist bey der hiessigen Ziegel hutt(Ziegelhütte) von den Parrma senser(Pirmasenser) granadier ein Feldwebel Namens Doerring an einem Blut Sturtz tod geblieben. Der Eintrag im Kirchenbuch der Burgkirche besagt:1803, den 2. Aug. der Feldwebel Johannes Döring, alt 47 Jahr.

D. gten August hat mein Bruder von Hanau uns besucht den 18ten ist er wieder nacher hanau.

In dem selben Mont ist auch das hie⸗ sige Rathhauß von dem weiß Binder Schnel⸗ ler auß gebutz worden. 5 D. 23ten August haben sie angefangen den hießigen Marckt Brunnen aus zu Rei⸗