Ausgabe 
2.2.1919
 
Einzelbild herunterladen

d, von der geschossen b bei den der Kirchen u sind die n, wodurch Pfarrer von ischen Sol⸗ T. mit dem d auch ver⸗ rden. Nicht wurde bei h Geld und in einem ll wurden Durch die ousien zer⸗ urde in das ses geschof⸗ rsuchungen, und bis zu rgaben die ildigungen, erhoben, zu heimsuchun⸗ ser geführt lle anderen häuser, und Tagen der immerhin en, daß die in ihrer ner Lande angehören. sind Nach⸗ auch über n Soldaten gelaufen.

untag nach

8 9 ½ Uhr: Uhr: Kin⸗ de. Pfarrer arrassistent nigung der der Mat⸗ 28. Jan, ionsverein. ids 7 Uhr: weiblichen

ittags Vormit⸗ die Lukas⸗ Abends Beichte und für Lukas⸗ ingen wer⸗ Gemeinde

Steindruckerel

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

Nr. 5 Gießen, 4. Sonntag n. Ep.,

den 2. Februar 1919 8. Jahrgang

das offene Fenster nach der heimat. Dan. 6, 11. Er hatte aber an seinem Söller ein offenes Fenster gegen Jerusalem. Das Licht der Heimat ist unserem Volke im Weltkrieg je länger, desto heller aufge⸗ gangen. Unsere Kämpfer draußen harrten jahrelang sehnsüchtig auf die Stunde, die sie wieder dauernd vereinte mit Weib und Kind daheim. Wie mag es den aus der langen Kriegsgefangenschaft Heimkehrenden zu Mut sein, wenn sie nach Jahren der Ab⸗ geschiedenheit zum ersten Male wieder einen Blick tun können in die Heimat, die vor ihnen liegt! Uns Deutschen ist das Heimweh an⸗ geboren. Dem deutschen Gemüt liegt daher

zur himmlischen Heimat.Nein, nein, hier ist sie nicht, die Heimat der Seele ist droben im Licht! Der Fremdling am babylonischen Königshof inmitten all der orientalischen Pracht konnte seine Heimat, die Trümmer des Tempels in Jerusalem nicht vergessen. Dreimal täglich betete er mit dem Angesicht nach der Stadt seiner Väter. Am stillsten und höchsten Ort seines Hauses hatte er das Gitterwerk von den Fenstern zurückgeschlagen. Frei sollte für Auge und Herz der Weg nach dem Heiligtum des ewigen Gottes vor ihm liegen.

Es ist ein unausrottbarer Teil in der Menschenseele, die Sehnsucht nach Gott. Sorge nur dafür, daß du täglich einige Augenblicke dir wahrst für den Platz am offenen Fenster; mache nur dieses Fenster recht weit auf, daß Himmelsluft und Him⸗ melslicht herein kann. Laß dir nur ja nicht den Ausblick ins selige Land verbauen und vermauern! Vergiß nicht, daß deine Seele ein Fenster offen haben muß nach oben! Von daher kommt Geduld, Lebensmut, Kraft, Frieden für den täglichen Lebenskampf, Trost und Liebe für die Leidensgenossen, gewisse Hoffnung fürs Sterben.

Kriegsnöte in alter Zeit.

Im Jahre 1762 war die evangelische Kirche in Lauterbach in hohem Maße bau- fällig. Darüber und über den Beginn des Neubaues unterrichtet uns ein altes Schrift⸗ chen, das den Titel trägt:Kurtze histo⸗ rische Nachricht von dem unter anhoffendem Göttlichen Segen angefangenen neuen Kir⸗ chen⸗Bau zu Lauterbach. Aus diesem Schriftchen geht hervor, daß die Gemeinde im Jahre 1762 das alte Gotteshaus verlassen

mußte, da der Aufenthalt in ihm augen⸗ scheinlich lebensgefährlich geworden war. Sie mußten, so wird 1763 gesagt,auf den gten. Trinitatis⸗Sonntag des abgewichenen Jah⸗ res über einen unter währendem vormittägi⸗ gem Gottesdienste sich begebenen schreckhaften Zufall ihre alte, baufällige und bereits von außen gestützte Kirche verlassen und ihre Zu⸗ flucht zu anderen Häusern nehmen, auch ihre gemeinschaftliche öffentliche Gottesdienstliche Handlungen bishero darinnen unter großer Einschränkung fortsetzen. Aber trotz der schweren Zeit man stand gerade am Ende des Siebenjährigen Krieges entschloß man sich rasch zu einem Neubau. Am 21. April

1763 wurde in der alten Kirche der letzte eboren. 1 J d. Gottesdienst abgehalten, schon am nächsten die Verbindung so nahe von der irdischen T

age begann man mit dem Abbruche des alten Gebäudes, und am 31. Mai erfolgte der erste Spatenstich zum Neubau. Einige Zeit danach der Tag geht aus dem uns vorliegenden Schriftchen nicht hervor legte man den Grundstein zum neuen Gotteshause.

Nach alter Sitte schrieb man dabei eine in

deutscher und lateinischer Sprache abgefaßte Urkunde auf Pergament und mauerte sie in den Grundstein ein. Diese Urkunde, die heute noch in den Mauern des nun auch alt ge⸗ wordenen Gotteshauses ruht, ist für die da⸗ malige Zeit charakteristisch. Sie lezt Zeugnis ab von dem frommen Leben der Menschen, die vor uns gelebt haben, und hat den Men⸗

schen unserer Tage mancherlei zu sagen, weil

sie von den Nöten und Verheerungen eines mehrjährigen Krieges Kunde gißt. Inter⸗ essant ist übrigens, daß hier der Krieg, den Friedrich der Große führte, nicht der sieben⸗ jährige, sondern der sechsjährige genannt wird; in Wahrheit hat er ja auch nur wenig über sechs Jahre gedauert. Wir geben das Interessanteste aus der alten Urkunde im folgenden wieder. * Ehre sey Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Wie heilig ist diese Stätte, hier soll ein

Gotteshaus, hier soll eine Pforte des Him⸗

mels werden. So denket und wünschet heute voll Freude und Hoffnung das Evangelische Zion zu Lauterbach, da zu dem Heiligtum, in welchem Gott unter uns wohnen soll, der Eck⸗ und Schlußstein geleget wird.

Mögte doch die Nachricht von dieser uns so frohen Begebenheit, die itzo eben diesem Stein anvertraut wird, erst nach einer glück⸗ lichen Reihe von Jahrhunderten von dem Volk, das noch spät geschaffen werden soll,