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Tagen keineswegs alles gut gemacht, sie ha- Volk zum Teil entgegenbringt, lehren uns ben oft ohne Sachkenntnis und, ohne sich einige Mitteilungen der Tagespresse. Was ihrer Verantwortung bewußt zu sein, die An⸗ sind doch für seltsame Nachrichten über die gelegenheiten der Allgemeinheit verwaltet. Friedensdelegation verbreitet worden! Ver Die Frauen sollten aber nicht die Fehler der treter der verschiedensten Stände sollten in Männer wiederholen, und dahin gehört auch ihr zusammentreten, namentlich auch Frauen. das ewige und nutzlose Protestieren. Leicht Ist denn die Friedensdelegation ein Kränz⸗ ist die Aufgabe der jetzt politisch kätigen chen, nur da zum Vergnügen oder zur Be⸗ Frauen nicht. Es wird nicht genug sein, daß friedigung des Ehrgeizes? Ich meine, die sie Forderungen stellen, sie werden ebenso Männer, die ihr angehören, haben eine Ar⸗ gut wie die Männer dafür sorgen müssen. beit zu leisten, die ihnen mühevolle, auf daß Geld beikommt und daß dieses Geld rich- regende Tage und schlaflose Nächte schafft. tig verwendet wird. Vor allen Dingen haben Nur diplomatisch geschulte Männer, Staagts⸗ diese Frauen, wie Fräulein Dr. Schultz neu⸗ männer, Finanzleute, können hier dem Va⸗ lich sehr richtig in der Frankfurter Stadt⸗ terlande einen Dienst leisten. Man wunderte verordnetenversammlung gesagt hat, nicht sich, daß zur Mitteilung der Friedensbedin nur die Rechte der Frauen zu vertreten, son⸗ gungen in Versailles keine Damen zuge⸗ dern die Rechte des ganzen Volkes. Unsere lassen wurden. Auch hier wieder die Auf Männer und Jünglinge sind doch auch nicht fassung, daß es sich um eine Angelegenheit nur für die Männer im Felde gestorben. handle, die mit der erstmaligen Aufführung Früher redete man viel von Gewissens⸗ eines Theaterstückes auf einer Stufe stehe. konflikten. In Trauerspielen dreht sich oft Mit welchem Wohlgefallen wurde berichtet, die ganze Handlung um einen solchen Kon⸗ daß 40 Stenotypistinnen mit nach Versailles fliktt. Der Held sieht sich auf einmal vor gereist seien und daß eine von ihnen beim zwei Wege gestellt. Betritt er den einen, so Einkauf von Zahnpulver von Einwohnern nützt er der Allgemeinheit, schadet aber dabei feindselig angesehen worden sei. Solchen seinen Angehörigen. Betritt er den anderen, Klatsch verbreitet man in einer Zeit, in der so wird das Gegenteil Wirklichkeit. Darum es sich für das deutsche Volk um Leben oder entsteht in seiner Seele ein Schwanken; der Sterben handelt. vorher zielbewußte Mann wird zweifelnd, Die vorige Woche sollte nach dem Willen unruhig und geht nach schweren inneren der Regierung eine Trauerwoche sein. Was Kämpfen zugrunde, nachdem er das getan hilft es, eine Trauerwoche zu dekretieren, hat, das er für seine Pflicht ansieht. Unser wenn unser Volk doch nicht trauert! Wir Volk steht jetzt in einem Gewissenskonflikt hätten früher trauern sollen, damals, als schwerwiegendster Art. Lehnen wir den Frie⸗ Opfer fielen, unerhört und über alle Maßen, den ab, so geben wir die Hunderttausende als die Blüte des Landes todwund zu Boden deutscher Kriegsgefangener abermals dem sank und die Lazarette so großen Jammer in Feinde preis, wir tragen damit unendliches sich bargen. Aber unser Volk hat damals Leid in die Herzen aller derer, die jetzt stünd⸗ Possen und Lustspiele aufgeführt, Stücke von lich auf die Freilassung ihrer Lieben harren. Kotzebue, der jetzt gerade vor 100 Jahren Wir bewirken durch diese Entscheidung auch, durch den Dolch eines exaltierten Studenten daß die Hungerblockade verlängert wird. fiel, weil er im Verdachte stand, Rußland Todesopfer werden dann abermals von un⸗ gegenüber sein deutsches Vaterland verraten serem Volke gefordert werden, riesengroß, zu haben, und weil er die deutsche Burschen⸗ unerhört. Der Feind dringt weiter in deut⸗ schaft mit ihren unzweifelhaft hohen Idealen sches Gebiet ein, der Waffenstillstand hört lächerlich gemacht hatte. Man schilt jetzt auf auf, und der Kriegszustand beginnt wieder. das Tanzen der Jugend. Besser als zu schel⸗ Was geschieht dann mit der wehrfähigen ten ist es, wenn die Alten, die Gereiften mit deutschen Mannschaft? Man muß sich wun⸗ gutem Beispiel vorangehen. Die haben kein dern, daß diese Fragen in den Protestver⸗ Recht, über die Vergnügungssucht der Ju sammlungen nicht gestellt und nicht beant⸗ gend zu klagen, die Abend für Abend am wortet werden. Auf der anderen Seite kön⸗ Stammtisch sitzen oder von einer Gesellschaft nen wir diese harten Bedingungen wirklich zur anderen eilen. nicht annehmen. Sie würden uns in alle Pot ist uns, daß wir die Wahrheit und Zukunft hinein lähmen. Das Herz blutet Wirklichkeit unserer Lage endlich erkennen. uns, wenn wir daran denken, daß große Wir haben uns lange genug mit Illusionen Stücke deutschen Landes in fremde Gewalt Mut gemacht. Eine Illusion der verhäng⸗ demmen sollen. Also ein Konflikt schwerster nisvollsten Art ist es gewesen, als man in Art. In diesem Streit der Meinungen kön⸗ Frühjahr 1917 sagte: Amerika kann uns nen wir Gott nur bitten, daß er uns Klar⸗ nichts anhaben; denn, ehe dieser Staat Trup⸗ heit gebe, daß er den Sinn unserer Gegner pen in nennenswerter Zahl über das Meer so lenke, daß sie ihre Bedingungen ermäßigen bringt, ist Frankreich zusammengebrochen. und wir vor dem Schlimmsten bewahrt Jetzt sagt man, daß der Bolschewismus in bleiben. 1 5 Westeuropa einziehe. Es dürfte schädlich sein, Wie wenig Ernst dieser ungeheuren, fol⸗ diesen Faktor in Rechnung zu setzen. Die genschweren Entscheidung gegenüber unser Wahrheit und Wirklichkeit ist die, daß eine
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