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Tasche mit Medizin mit. Da, o Schreck! Unterwegs trifft sie das Huhn. Sie schleicht sich ins Gras. Aber das Huhn sah im Grase die Spuren der Spinne und fand sie auch. Es rief seine Kinder herbei. Dieselben fraßen nun die Spinne. Der Habicht wartete und wartete auf den Mann mit Medizin. Aber er kam nicht und sein Kind wurde schlimmer und schlimmer. Nach langem Warten ging er ins Haus des Mannes, der ihm den. Medizinmann bringen wollte und fragte, wo er mit der Medizin bleibe. Er machte sich auf den Weg, um zum Huhn zu gehen. Aber auf dem Wege fand er die zerbrochenen Flaschen und auch einen Brief, in dem stand, daß sich die Spinne aufgemacht habe, um das Kind des Habichts zu heilen. Er ging nun hin und erzählte dem Habicht sein Erlebnis. Das Kind wurde immer kränker, und zuguterletzt starb es. Der Habicht war nun sehr traurig, aber auch erbost, und er rief alle Tiere zusammen und sagte ihnen, sie sollten die Hühner, wo sie sie finden würden, töten. Er selbst werde in Zukunft alle Hühner töten. Dieses hatte nun das Huhn gehört, und so fürchtet es sich vor allen Tieren, besonders aber vor dem Ha⸗ bicht. Wenn er nun seine Stimme erschallen läßt, dann läuft es f schnell wie möglich hinweg und verbirgt ich, um in Sicherheit zu sein vor dem Habicht. Wo der Habicht mun auch ein Huhn erwischen kann, schlägt er ihm seine scharfen Krallen ein und tötet es.
Nachdem wir der Frau und den Kindern auch etwas vom Heiland erzählt haben, gehen wir weiter.— Da hören wir in der Ferne Trommeln. Was ist denn da? so fragt ihr. Irgendwo ist Tanzbelustigung, die gewöhnlich in den Mondnächten statt⸗ finden. Der Mond, und besonders der Voll⸗ mond, spielt eine große Rolle in Kamerun. Er ist ein lieber Geselle, der afrikanische Mond. Er hat ein sehr grelles Licht, und mit Leichtigkeit vermag man bei seinem Schein zu lesen. Doch ist er nicht so ganz un⸗ schuldig, wie er aussieht. Sind wir doch in dem Lande, wo auch der Mond seine Kraft hat, und das Psalmwort findet seine Erklä⸗ ung:„Daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts.“ Und es ist ratsam, nicht beimMondschein ohne Kopfbedeckung hinauszugehen: man könnte sich dadurch ein schmerzhaftes Kopfleiden uziehen. Auch ist es gut, vor seinem grellen
icht das Schlafzimmer zu schützen und die Fensterläden zu schließen, sonst wird uns die magnetische raft unruhig schlafen lassen. Nun, in diesen Nächten ist es sehr belebt in den Dörfern, und wie manchmal tönte der Lärm auf unsere stille Station hinauf und ließ uns nicht schlafen. Nun, wir gehen einmal hin, damit ihr zusehen könnt, denn ihr interessiert euch ja dafür. Nach kurzer Zeit gelangen wir in einen Hof. In der Mitte desselben brennt ein Feuer und um
dasselbe tanzt die Volksmenge. Wieder sind es die Muskelbewegungen, wie wir sie schon oben erwähnt haben. Wir begrüßen sie. Freundlich erwidern sie unsern Gruß. Nach⸗ dem es stille geworden ist, halte ich ihnen einen Gottesdienst und erzähle ihnen von der wahren Freude, die man bei Jesus be⸗ kommt. Ich ermahne sie, zu Jesus hinzu⸗ kommen, von ihren Sünden zu lassen und Jesus zu dienen. Sie erwidern zum Schlusse: Sango, di som gita! Di mende bola nika! Mein Herr, wir danken sehr. Wir werden so tun! Wir verlassen sie sagend: Di mala so! Wir gehen nun! Sie erwidern: Nanga bwame! Schlafe gut. Wir sagen: Bingo bo pe! Ihr auch! Die Tänze in den mondhellen Nächten sind sehr un⸗ schuldig, aber bei den Tänzen in Neumond⸗ nächten wurde vieles getrieben, das das Licht nicht vertragen konnte. Deshalb waren auch manche besonders schlimmen Tänze von der deutschen Regierung verboten.
Und nun wandern wir nach Hause. Wir sind sehr müde geworden. Auf der Station angekommen, stillen wir unsern Durst durch guten Tee, halten noch eine kurze Andacht, gedenken besonders der lieben Schwarzen im Gebet und gehen dann zu Bett und schlafen füß. Es war viel, das wir gesehen und er⸗ lebt haben und manches Bild werden wir nicht vergessen.
Kleine Mitteilungen.
Dienstag, den 23. Mai, nachmittags 3 Ühr, findet im Gasthof Hindenburg eine von dem evangelischen Gemeindefrauen⸗ verein veranstaltete Frauenversammlung statt. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wird Herr Pfarrer Wag⸗ ner⸗Stockstadt einen Vortrag halten über: „Praktische Folgerungen aus der neuen Kirchenverfassung für die evangelischen Frauen Hessens“.
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Montag, den 22. Mai, nachmittags 5 Uhr, findet in der Kleinkinderbewahr⸗ anstalt, Diezstraße 15, eine Mitglieder⸗ versammlung der Anstalt statt. Auf der Tagesordnung steht 1. Ergänzung des Vor⸗ standes, 2. Aenderung der Satzungen. Als Mitglieder sind alle die anzusehen, die Bei⸗ träge für die Anstalt zahlen.
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Der Wartburgverein hatte am vergan⸗ genen Sonntag zu seinem ersten dies⸗ jährigen Familienausfluge nach Annerod eingeladen. Infolge des prächtigen Mai⸗ wetters hatten die Mitglieder und Freunde des Vereins, ganz besonders die neukon⸗ firmierte Jugend, in äußerst reicher Zahl der Einladung Folge geleistet. Schon der


