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von Podberze, von 9 Uhr an Gefecht bis abends ½7 Uhr. Von morgens 4 bis abends 7/8 Uhr hatte ich nichts gegessen, da ich auf einen solchen Verlauf des Tages nicht gerech⸗ net und mir nichts eingesteckt hatte. Die Hauptsache ist, daß der Tag uns keine
Verluste gebracht hat. Ich blieb mit Gottes
Hilfe vor allen um mich einschlagenden Geschossen bewahrt. Leutnant Nebel entging, wie durch ein Wunder, großer Gefahr. Ueber ihm platzten gleichzeitig 5 Schrapnells. Er warf sich auf die Erde und blieb heil. September us. Der September setzte wie der August, mit einem heftigen Gefecht ein. Würde der Monat im übrigen wie der vorige verlaufen, wäre es mir lieb. Aber einen Tag wie gestern möchte ich sobald nicht wieder mitmachen.
Um 5 Uhr rückten wir gestern früh
ab und zunächst auf der großen Straße nach Nordosten vor. Bei Ilosk bogen wir mit einem Detachement 118er nach rechts von der Straße ab und stießen unvermutet rasch auf starke feindliche Kräft. Die Batterie ging um 9 Uhr nordöstlich in Stellung, ich weiter nach vorn, um mir eine Beobachtungsstelle auszusuchen. Dies war sehr schwierig, da in dem flachen, mit kleinen Waldstücken besäten Gelände wenig Uebersicht vorhanden ist. Ich kam weit vor an einem Waldrand, wo ich sofort Infanteriefeuer erhielt. Auf dem Bauch liegend, gruben wir uns ein. Bald zeigte sich, daß uns auch sehr starke Artillerie gegenüber stand, die offenbar von Hochständen aus beob⸗ achtete, da sie sehr gut schoß. Sie sparte dabei nicht mit Munition. Unsere Infanterie kam nicht recht voran. Nach und nach wurde unsere gesamte Artillerie eingesetzt, und es war wieder ein toller Lärm. So stark war ich noch nie an einer Beobachtungsstelle beschossen worden. Den ganzen Tag von Infanterie und Artillerie. Ich stärkte mich mit dem Spruch: „Fürchte dich nicht, glaube nur.“ Ein schweres Geschoß schlug 6 Schritte hinter unserem Erdloche ein, uns in Staub und Rauch hüllend. Um 4 Uhr morgens hatte ich Kaffee getrunken. Da alles überraschend schnell kam, hatte ich, als ich porging, nichts eingesteckt. Mittagessen ließ ich nicht vorbringen, weil der Mann zu sehr gefährdet gewesen wäre. So mußte ich bis gestern 7 Uhr vorn aus⸗ halten. Nur 3 Hygiannatabletten hatte ich enossen. Die Batterie hatte auch Artillerie⸗ euer erhalten, ebenso die an dem Dorfrand zurückgegangenen Protzen. Aber, Gott sei Dank, sind nirgends Verluste eingetreten.
Die Russen sind heute nacht wieder zurück⸗ gegangen. Die Nächte sind eben unangenehm kalt, auch heute morgen ist es kalt.
Um 8 Uhr Abmarsch über Nowosiolki, Michalki, wo wir länger Rast machten, bis Borki. Hier bezogen wir um 6 Uhr Biwak. Tagsüber war es recht heiß gewesen. In einer feindlichen Artilleriestellung fand einer meiner Unteroffiziere einen russischen Revolver, der mit Dum⸗Dum⸗Geschossen ge⸗
laden war. Ich lieferte ihn dem Divisions⸗ 4
kommandeur ab. 3. September 15. Um 9 Uhr Weiter⸗
marsch angetreten. Bald erschien ein feind⸗
licher Flieger, der Bomben auf unsere Marschkolonne abwarf. Ich beschoß und ver⸗ jagte ihn. Wir marschierten über Urupka, Miendzylesie, wo lange gerastet wurde, bis 2 Kilometer westlich Jelenow, das nahe der Isiolda liegt. Nur die 6. Batterie ging etwas weiter vorn in Stellung, während die übrigen Batterien um 6 Uhr in einem Wald Biwak bezogen. Ich ließ ein Abwehrgeschütz außerhalb des Waldes aufstellen.
Wir sind 100 Kilometer(Luftlinie nord⸗ östlich Brest⸗Litowsk. Die Russen halten sich jenseits der Jasiolda. Was wird es nun geben?
5. September 15. Gestern regnete es fast den ganzen Tag. Wir spielten in unserem Zelt viel Skat.
Unsere Division ist aus der Bugarmee und dem Beskidenkorps ausgeschieden und kommt auf irgendeinen anderen Kriegsschauplatz, wohl nach dem südöstlichen. Die deutschen Truppen, die seither dort waren, hatten es, soviel wir erfuhren, ganz gut. Trostloser wie hier kann die Gegend dort auch nicht sein, und die Choleragefahr wird dieselbe
sein. Ich bin mit der Aenderung ganz zu⸗
frieden. Wir haben nun Marsch bis zum 12. September, kommen dann auf die Bahn, und ich glaube, daß wir dann über Warschau fahren verden. Da wäre der Kreis auf der Karte geschlossen.
Kirchliche Anzeigen. Sonntag, den 20. August, 10. n. Trinitatis.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Matthäusgemeinde: Pfarr⸗ assistent Becker.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Jugendvereinigung der Matthäusgemeinde: Jeden Montag, abends abends 8 Uhr: männliche Abteilung; jeden Dienstag, abends 8 Uhr: weibliche Abtei⸗ lung.— Dienstag, den 22. August, abends 8/ Uhr: Zusammenkunft der Helfer und Helferinnen der Markusgemeinde.
In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Lukasgemeinde: Pfarrassistent Müller.— Vormittags 9 Uhr, zugleich Militärgottesdienst: Pfarrer Ausfeld.
Evang. Arbeiterverein.
Sonntag, den 3. September; Familien⸗ ausflug nach Großen⸗Linden. Mitte Sep⸗ tember ist eine zweitägige Tour nach der Edertalsperre. Näheres bei Herrn K. Weller, Rathaus. 5
Wartburgverein.
Sonntag, den 20. August: Der Familien⸗
ausflug wird verlegt. Nachmittags: Wan⸗ derung. Treffpunkt 2 Uhr Lahnbrücke. Führer: W. Richter. Abends 8 Uhr im Heim: Vortrag(Pfarrer Becker).
Merantwortlich: Pfarrer Bechlofshesmer Druck und 1 Brühf'schen Unwersstüts⸗Buch⸗ und Stesndruckerel
R. Lange, Gießen
Fortseung solgt.)
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