er seinen Helden schildern. Nach der Reihen- solge der dargestellten geschichtlichen Gescheh— misse eröffnen die 1922 in Stuttgart erschei— menden„Titanischen Szenen aus dem Alexanderzug“ mit dem ersten Aufenthalt Alexanders in Babylon die Hand— lung, und sie beschließen sie auch mit dessen Tode. Dazwischen reihen sich„Die in⸗ dische Entscheidung“ Darmstadt 1916, Stuttgart 1921) und„Heeres⸗ tragödie und Völkerver söh⸗ mung“(Darmstadt 1909, Stuttgart 1921). Beide Werke wurden im Jahre 1916, von der Johannes Fastenrath-Stiftung in Köln mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.
Die Stellung der Amerikaner zu dem Weltkrieg behandelte Ruths in der vor deren Kriegserklärung entstandenen Tragödie „Der Hunger des Milliardärs“ (Darmstadt 1917). Endlich vereinigte er unter dem Titel„Ueber der Zeit“ (Stuttgart 1921) das launige Märchenepos „Immenhold“, die Phantasie über das Ende des Menschengeschlechtes„Das letzte Hind“ und das Künstlermärchen„Gold- harfe“.
Aus der, wie erwähnt, großen Anzahl seiner un veröffentlichten Werke seien her— vorgehoben der dreibändige indische Roman „Im Glanze der Ushas“, eutstanden 1907-1911, der das Problem des Spiritis— mus in etwas humoristischer Weise behan— delnde kleine Roman„Die Eifersucht eines Toten“, die humorvolle Oden— walderzählung„Die bösen Buben pon Hocken rode“, der Roman„Fraya“, das romantische Versdrama„Der Tag Roswithas“, in mitteralterlichem Mi— lieu darstellend, wie ein blindes junges Mädchen durch eines Mannes Liebe sehend wird und dann im Ueberschwall des Glückes tirbt, das Familiendrama„Ansprüche“
as Oreiaktige Odenwalddrama„Der Schwuram Kreuz“, die dramatische Be— arbeitung der kleinen, ebenfalls unveröffent— lichten Erzählung„Die Erlenhöferin“ und die beiden dramatischen Gemälde aus dem Proletarierleben„Vater Lorenz“ und„Mutternot“.
Die wissenschaftliche Schriftstellerei unseres Landsmannes bewegt sich, seitdem er das Augenlicht verlor, vornehmlich auf dem Ge— biet der Psychologie und Astronomie. Von einem groß angelgten Werke„Induetive Untersuchungen über die Funda⸗ mentalgesetze der ien Phänomene“ erschienen die„allge— meine Einleitung: eine neue Forschungs methode“(Darmstadt 1898) und der erste Band:„Ex perimen-⸗ tal-Untersuchungen über Musik⸗ phantome und ein daraus er⸗ schlossenes Grundgesetzder Ent- stehung, der Wiedergabe und der Aufnahme von Tonwerken“ Darm-
ü— 47— der hellenischen Kultur nach Asien trägt, will stadt 1898). Diese Untersuchungen, die„ein
neues interessantes Gebiet für psychologische und physiologische Forschungen eröffneten“ (H. J. Klein), wurden nicht bloß in Deutsch— land, sondern auch im Ausland, namentlich in der musikalischen Welt, eingehend gewür digt, doch stand der buchhändlerische Erfolg so sehr hinter dem wissenschaftlichen zurück, daß Ruths von der Veröffentlichung des nahezu abgeschlossenen zweiten Bandes ab— sah, der auf Grund von 20000 genauen Traumanalysen die„Analyse und Grund— gesetze der Traumphänomene“ behandelt.
Die im Juli 1914 fertig gedruckt vorlie— genden„Neue Relationen im Son⸗ mensystem und Universum“, die, sich auf Zehntausende von Untersuchungen stützend, merkwürdige Beziehungen und ein— fache Zahlenverhältnisse' nachweisen, wurden infolge des Kriegsausbruches erst ein Jahr später, um einen Nachtrag vermehrt, aus— gegeben. Seitdem beschäftigen Ruths unaus— gesetzt astronomische Probleme und Fragen. Unter seinen ebenfalls zahlreichen unver— öffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten be— findet sich auch eine größere„Astronomisch— psychologische Untersuchungen“, die nament- lich den psychologischen Charakter des Uni versums zum Gegenstand haben(ogl. Astro momische Zeitschrift, 15. Jahrg. Hamburg 1921 S. 119—121).
Der hier gebotene Ueberblick zeigt die außerordentliche Vielseitigkeit des Dichters und Forschers. Er ist in der Tat eine echte, reiche Dichter- und Forschernatux, Mit vollen Händen spendet er die Gaben seinesGeistes. Unbekümmert um Erfolg irgendwelcher Art schreibt er aus innerem Drange, seine Ges danken niederzulegen. Und an Gedanken und Stoffen mangelt es dem Forscher nie; denn vor ihm„taucht Problem um Problem auf, und hinter jeder Frage, kaum in Angriff
genommen, erheben sich schattenhaft die
neuen Rätsel“. So lautet ein für Ruths höchst bemerkenswertes Selbstbekenntuis. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Pro- bleme und Rätsel zu lösen!
Uleine Mitteilungen. Jordans Meisterbilderandachten.
In der Johanneskirche wird am nächsten Sonntag, abends 9 Uhr— zum exsten Male in Gießen— eine musikalische Meisterbilderandacht stattfinden. Der Leiter und Schöpfer dieser eigenartigen, in gleicher Weise erbaulichen und külnstlexischen Dar⸗ bietung ist Verlagsbuchhändler Richard Jor— dan aus Stuttgart, der in den evangelischen Stadtkirchen von Stuttgart, Karlsruhe, Frei— burg i. B., sowie in mehr als 200 anderen Kirchen Süddeutschlands solche e andachten gehalten hat, mit dem Erfolge, daß er seit Kriegsbeginn rund 42000 Mark für kirchliche Zwecke spenden konnte. Es handelt,
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