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derSonntagsgruß in

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Anhänglichkeit und Liebe dem greisen Ge⸗ burtstagskinde entgegenbrachten.

Nicht alle unter ihnen kennen die wechsel⸗ vollen Schicksale dieses Lebensweges, soweit solche selbst von den nächsten Angehörigen mitempfunden werden können. Das weiß man nur selbst, denn es ist eine weise Ein⸗ richtung der Vorsehung, daß alles, was die Hauptsache in eines jeden Lebenswege ist, das, was uns zu innerem Reifen verhilft, vor menschlichen Augen meist verborgen bleibt. Es entwickelt in der Stille, im Ver⸗ borgenen; ist doch auch das Reifen der Frucht am Baum vor unseren Augen ver⸗ borgen. Zu solch innerem Reifen sind not⸗ wendig die Leidenswege, die Kämpfe, die wir im Innern auskämpften, um ganz und ausschließlich Gottes Eigentum werden zu können. Wir müssen lernen, daß, wie das wie du willst, nicht wie ich will. Wir müssen einsehen und danken lernen, daß, wie das Psalmwort sagt, unser Leben viel Mühe und Arbeit sein muß, damit wir Zweck und Ziel dieses Lebens erkennen. Nicht Arbeit allein, wie das tägliche Leben sie von uns fordert, sondern Arbeiten, Denken und Beten für alle, die unseres Gedenkens bedürfen. Dazu gehören in erster Linie unsere Ange⸗ hörigen und Hausgenossen, wir sollen aber auch aller derer denken, die in Not und Trübsal sind, oftmals in weiter Ferne, Dulder, die wir nie gesehen, mit denen wir uns aber eins fühlen in dem Erdenleid, das uns alle begleitet.

Erkennen wir in solcher Weise unsern Lebenszweck und unser Lebensziel, so werden aus der Trübsal heraus unsere Blicke nach oben gehen; denn wir wissen:

Die Heimat der Seele ist droben im Licht.

Baronin R.

Zum Code von Christoph Nuths.

Dem Lebensbilde Christoph Ruthsens, das in Nr. 11 und 12

dieses Jahrgangs brachte, muß nun leider

der Schluß folgen: Christoph Ruths ist am

6. Juni 1922 aus diesem Leben geschieden, er erlag den Folgen einer Grippe, die ihn im Frühjahr befallen hatte. Bis zuletzt war der Heimgegangene literarisch tätig. Am Tage seines Todes lieferte die Buch⸗ druckerei die ausgedruckten Bogen des dritten Teiles seines Alexanderzugromans,Tita⸗ nische Szenen und einen altindischen RomanRukmini, eine von ihm selb⸗ ständig bearbeitete Episode aus seinem großen unveröffentlichten RomanIm Glanze der Ushas ab. Beide Werke sind bis auf die Titelblätter fertiggestellt. Vierzehn Tage vor seinem Tode sandte er eine im Januar und Februar entstandene historische NovelleTalistris, die vote Barbarin an die Verlagsbuchhandlung von Hochmeister und Thal in Leipzig, die ihm die Anregung dazu gegeben hatte. Das Werk, das der

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Schwanengesang seines Verfassers ist, ist eine novellistische Bearbeitung eines Stoffes, den er früher bereits dramatisch behandelt hatte. Mit verschwenderischer Hand teilte Ruths die Gaben seines reichen Geistes aus. Für ihn gab es kein Ruhen und Rasten, nur das Schaffen hatte für ihn Wert, nicht das Geschaffene selber. Dabei war er stets un⸗ abhängig von den Forderungen der Masse und der Mode. Die Mitwelt schenkte seinen gedankenreichen Werken nicht die Beach⸗ tung, die sie verdient hätten, die Nachwelt wird diese Unterlassung gutzumachen haben. Esselborn.

Uirchliche Anzeigen. Sonntag, den 18. Juni. 1. n. Trinitatis.

In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Vormittags Uhr: Pfarr⸗ assistent Becker. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrassistent Becker. Montag, den 19. Juni, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Mat⸗ thäusgemeinde. Dienstag, den 20. Juni, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmier⸗ ten weiblichen Jugend der Matthäus⸗ gemeinde. Montag, den 19. Juni, abends 8/ Uhr: Zusammenkunft der Helfer und Helferinnen der Markusgemeinde im Gemeindesaal. a

In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Vormittags Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 8 Uhr: Bibel⸗ besprechung im Johannessaal: Pfarrer

Mahr. *

Evang. Arbeiterverein. Sonntag, 18. Juni: Familienausflug nach Annerod. Im Saale von. Engelhardt gemeinschaftlicher Kaffee(Portion 6 Mk.), Musik, Gesangsvorträge, Theateraufführun⸗ gen, Spiele. Abmarsch 21/ Uhr Ecke Kaiser⸗ Allee, Moltkestraße.

Wartburg⸗ Verein.

Sonntag, den 18. Juni, vormittags: Waldwanderung. Proviant mitnehmen. Ab⸗ marsch 9 Uhr Ludwigsplatz. Führer: W. Richter und L. Schott. Abends: Teilnahme am Familienabend des Wartburgvereins in Wieseck. Gemeinsamer Abmarsch abends 7 Uhr Ecke Marburger Straße und Nord⸗ Anlage. Anfang in Wieseck 7 Uhr. Ein⸗ trittskarten sind im Heim zu haben. Dienstag, den 20. Juni: Helfersitzung. Freitag, den 23. Bibelstunde im Heim.

Perantwortlsch: Pfarrer Bechtols heimer. Druck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen.

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