Ausgabe 
9.4.1922
 
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tion liegt auf einem Hügel, von dem man einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Dörfer, Wälder und Plantagen hat. Unten im Tal liegt ein Nebel. War doch gestern Abend ein Gewitter gewesen, wodurch sich die

Erde etwas abgekühlt hat und also der Nebel

entstehen konnte. Wie ein See liegt er im Tal, hat ihn doch die aufgehende Sonne schon tief heruntergedrückt. Geheimnisvoll ragen die Spitzen der Palmen aus diesem See hervor. Allmählich drückt ihn die Sonne gänzlich hinunter, und der Blick in die Ferne wird sehr deutlich. Da sehen wir im Westen den Kleinen und Großen Kamerun⸗ berg. Letzterer erreicht die beträchtliche Höhe von 4090 Meter. Dann ist es im Nordwesten der Weiße Berg, so genannt durch sein weißes Aussehen, verursacht durch Asche,

die über ihn ausgebreitet liegt. Hat er doch

vor kurzer Zeit noch ausgeworfen, da er vulkanisch ist, und so ist er unbewachsen, weder Pflanze noch Tier vermögen auf ihm fortzukommen. Dann sehen wir im Norden eine gewaltige Kuppe, das Mananguba- und Monakogebirge, die alle 3000 Meter hoch sind. Im Osten tauchen die Basaberge auf. Mangamba, das Dorf, liegt am Fuße des Hügels, auf dem die Missionsstation steht.

Nachdem wir unsern Morgenkaffee ge⸗ trunken, wandern wir den Berg hinunter, um das Leben und Treiben der Schwarzen

kennen zu lernen. Am Wege treffen wir links und rechts ihre Wohnungen, wovon

schon einige rauchen, das heißt der Rauch steigt durch die Oeffnungen am Dach und den Wänden hindurch, um die Freiheit zu erreichen, fehlen doch die Schornsteine, und so muß sich der Rauch seinen Weg suchen.

Vor der Tür einer Hütte steht ein Schwarzer.

Wir grüßen ihn freundlichst.A Sango, busi bwame? Mein Herr, bist du gut heraus? Er antwortet uns:Na busi son. Ich bin ein wenig heraus. Also, ganz gut ausgedrückt. Trotzdem sie auf sind, sind sie noch nicht ganz bei der Sache, wie es ja bei uns auch gar häufig der Fall ist. Dann nimmt er seine Hände, reibt sich den Schlaf aus den Augen, fängt an zu gähnen, um dann eine Kalabasse herbeizuholen, mit Wasser angefüllt. Hierauf füllt er seinen Mund, läßt einen Strahl auf seine Hände gleiten, um sich so zu waschen. Nun kommt auch seine Frau zum Vorschein. In der Hand hat sie ein Holzstäbchen, das führt sie zum Munde, sich so die Zähne reinigend. Das Stäbchen wird gewonnen von einem Strauch im Walde mit ziemlich weichem Holze. Es werden Stäbchen von der Länge von zwei Fingern geschnitten, an einem Ende mit verschiedenen Einschnitten versehen, so bildet dieses faserige Holz einen Pinsel. Die Neger tragen immer ihre Zahnbürste bei sich, entweder haben sie sie hinter dem Ohre stecken oder tragen sie im Lendentuch, um mehrere Male sich täglich damit die Zähne

zu reinigen. Jede freie Minute wird dafür verwandt, daher haben sie auch ihre schönen weißen Zähne. Nach kurzer Zeit kommen auch die Kinder und alle Hausbewohner heraus, um uns freundlich zu begrüßen. Wir gehen weiter, nachdem wir ihnen zu gerufen:Di mala so! Wir gehen nun! Sie erwidern:Dangwa bwame! Gehen Sie gut! Wir erwidern:Na som gita! Wir danken sehr.

Da sehen wir es auf den Straßen be lebter werden. Viele Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen gehen nach dem Strande, um zu baden. Ist das doch eine der ersten Arbeiten der Schwarzen in früher Morgenstunde, denn auf Reinlichkeit des Körpers halten sie viel. Es ist ganz falsch, den Neger als unreinlich zu bezeichnen. Kein Neger von den Küstenstämmen Kameruns wird es unterlassen, nach jeder Mahlzeit sich den Mund auszuspülen und mit dem Zahn⸗ bürstchen die Zähne zu reinigen. Ist Wasser in der Nähe, so badet er am Tage dreimal, ja mitunter noch öfter. Nach dem Baden wird der Körper mit Palmöl eingerieben, das die Haut glänzend und elastisch macht, sonst würde die Haut des unbedeckten Ober⸗ körpers durch den Einfluß der Witterung springen und dem Schwarzen viele Schmer⸗ zen verursachen. So läßt sich denn die Ein⸗ fettung gut verstehen. Gar häufig kann man auch Frauen über die Straßen eilen sehen, in der Hand ein Gefäß von Blech tragend. Mit demselben holen sie in einem Nachbar⸗ hause Feuer, das heißt einige brennende Kohlen. Ist doch das Feuer, das gewöhnlich die Nacht durchbrennt, ausgegangen, und mit dem Feuerstein Feuer zu schlagen, würde zu lange dauern, so holt man es im Nach⸗ arhause, wo man es schon angezündet oder glücklich durch die Nacht hindurchgebracht hat. Andere Frauen eilen mit einer großen Kalabasse oder einem Tontopf auf dem Kopf nach derTongo(Quelle), um Wasser zu holen, damit das Morgenessen bereitet wird. Teils essen sie in früher Morgenstunde oder erst nachmittags zum erstenmal. ö

(Fortsetzung folgt.)

r Uleine Mitteilungen.

Am 26. März hielt Herr Verwaltungs inspektor Wagner im Wartburgverein einen Vortrag über das ThemaEin Streifzug in das Innere Chinas, Herr Wagner ge hörte in den Jahren 1905 bis 190 Tals Mili⸗ täroberbeamter zur ostasiatischen Besatzungs⸗ brigade und hat im Herbst 1906 mit einem Kameraden eine Reise in das Innere Chinas gemacht. Als Beförderungsmittel dienten ihnen dabei mehrere Wagen, die mit Ochsen bespannt waren. Der Vortragende entrollte ein sehr interessantes Bild von der Land schaft, den Sitten, Gewohnheiten und An schauungen der Bevölkerung, von der 5%