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verhaue anlegen, leisten. Durch ganz Ga⸗ lizien haben sie starke Stellungen für den Fall des Rückzuges ausgebaut, wobei auf die Landesbewohner mithelfen mußten. Wir rückten heute um sechs Uhr ab. Nach⸗ mittags ritt ich mit den Hauptleuten Guse und Plesser nach dem Städtchen Jaworow, das unsere Division nicht berührte. Die Bevölkerung war begeistert und empfing die durchziehenden preußischen Truppen mit lautem Jubel. Sie ist sichtlich erfreut, die Russen los zu sein. Diese behaupten ja, unser jetziges Vorkommen hilfe uns nichts, in 4 Wochen wären sie wieder in Galizien. Das Empfinden der Bewohner von Ja⸗ worow, das von dem der übrigen hiesigen Bevölkerung nach unseren seitherigen Er⸗ fahrungen abweicht, wirkte auf uns recht wohltuend. Groß war die Begeisterung, als
ein Reserve-Infanterie-Regiment mit klin⸗ Habilitation folgte er einem Rufe als ordent⸗ 1 licher Prosessor der Philosophie nach Gie⸗
gendem Spiel durch das Städtchen zog. Um 6 Uhr abends bezogen wir auf einer Wiese am Rand eines Waldes Biwak bei Szklo. In unserer Nähe liegen 168er, deren Kapelle fröhliche Weisen spielt, wäh⸗ rend von Norden die Geschütze der Macken⸗ senschen Armee herüberdonnern.
17. Juni 15. Heute früh um sechs Uhr Logik, durch Philosophie,
Abmarsch. Hinter Szklo kamen wir einen weithin sich erstreckenden Wald, in dem der Feind, um uns etwas Widerstand leistete. Wir gingen mit⸗ tags in einer Waldlichtung bei Forsthaus Dreihaufen in Stellung; gegen Abend noch weiter vor, wo wir im Tal der Wereszyca Biwak bezogen. Wir kamen heute wieder fast 20 Kilometer vor, stecken aber noch mitten im Walde. Es scheint, daß die Russen auch die starke Grodecklinie nicht mehr halten können, somit auch Lemberg und wahrscheinlich ganz Galizien von der seit Mitte September 1914 bestehenden. Russenherrschaft bald befreit sein werden.
18. Juni 15, morgens 5 Uhr. Seit ½5 Uhr spielt die nahe bei uns liegende Kapelle der 168er: Ave Maria, Krönungs⸗ marsch aus den Folkungern, Barcarole aus Hoffmanns Erzählungen, Die Himmel rüh⸗ men usw. O, wäre das die Begrüßung des Friedens! Aber nicht weit von uns reden die Geschütze schon wieder ihre ernste Sprache.(Fortsetzung folgt.)
Aus der Gießener Franzosenzeit 1790.) Von Professor Dr. Karl Ebel, Direktor der Universitäts⸗Bibliothek zu Gießen. Vor einiger Zeit erwarb das Gießener Stadtarchiv einen Brief, der mit Rücksicht
) Wir entnehmen diese interessante Ab⸗ handlung mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers der von Prof. D. Dr. Diehl⸗ Friedberg herausgegebenen trefflichen„Hes⸗ sischen Chronik“, Einige Randnotizen, die lediglich wissenschaftlichen Charakter haben, haben wir weggelassen. D. Red.
ch heimischer Geschichte Interesse erwecken wird.
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aufzuhalten, noch nachdem er sein Schulamt wegen geschwäch⸗ 1 ter Gesundheit niedergelegt hatte, starb er.
Johann Christian Gottlieb Schaumann
auf Schreiber und Empfänger sowohl wie wegen seines Inhalts bei den Freunden
Sein Verfasser ist der Professor der Philo⸗ sophie und Pädagogiarch') Schaumann, und sein Empfänger der als Professor in Halle 1817 gestorbene Jurist Gottlieb Hufeland.
war am 8. Februar 1768 zu Husum in Schleswig, wo sein Vater Rektor der Latein⸗ schule war, geboren. Mit siebzehn Jahren bezog er die Universität Halle, um Mathe⸗ f malik, später Philosophie, Philologie und Pädagogik zu studieren. Schon als Zwanzig⸗ jähriger wurde er ordentlicher Lehrer am Pädagogium in Halle, wo er sich auch 1793 an der Universität habilitierte, nachdem er zwei Jahre vorher zum Doktor promoviert worden war. Schon ein Jahr nach seiner
ßen. Hier heiratete er am 14. September 1 1794 Sophie Luise, die jüngste Tochter des 155 Geheimen Rates und Universitätskanzlers 1 Koch. Vom Jahre 1805 bis 1820 bekleidete. er neben seiner Professur das Amt des 1 Pädagogiarchen. An der Universität las er 1 Physiologie und Geschichte der 1
am Pädagogium lehrte er in 1
den oberen Klassen lateinischen Stil. Bald 4
am 21. Februar 1821 vorzeitig auf einer Ferienreise.
Unter seinen Schriften interessiert uns hier das Buch, dessen zweiten Teil er dem Empfänger des Briefes widmet, und das den Titel führt:„Versuch eines neuen Systems des natürlichen Rechts“, Halle 1796. Es blieb unvollendet, denn das zweite Stück des dritten Teils, von dessen Inhalt f er in dem Briefe spricht, ist nicht mehr herausgekommen. Vielleicht hinderten ihn 1 andere Studien, zu denen er wohl durch die miterlebten Kriegsereignisse angeregt wor⸗ den war, an der Vollendung. Denn kaum zwei Jahre nach den in dem Brief geschil⸗ derten Ereignissen(1798) ließ er ein zwei⸗ teiliges Werk,„Geschichte der Republik Frankreichs unter der Direktorialregierung bis zum Definitivfrieden mit Oesterreich“, in Halle erscheinen. In ihm erweist er sich zwar als Bewunderer Napoleons— man lese nur die Schilderung der Schlacht von Arcole im 2. Teil, Buch 4, Kap. 2—, aber keineswegs als Franzosenfreund, wie es sein Kollege Crome war, und wie es nach einer Stelle des hier mitgeteilten Briefes vielleicht den. Anschein haben könnte. Vielmehr be⸗ fleißigt er sich in seinem historischen, Urteil einer bemerkenswerten Objektivität, die der kosmopolitischen Anschauung unserer da⸗ maligen Gelehrtenwelt nur natürlich war ) Direktor des Akademischen Päda⸗ gogiums(Gymnasiums).
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