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behalten habe—, waren wir nachmittags zu Hause geblieben. Ich unterhielt mich mit Johanna und ihrer Mutter, las die Zeitung, sah auch mit meiner Braut hin⸗ über nach dem Martinsturm, der vom Herbstnebel umgeben war und trotzig und klotzig über die Wälle hinausragte. Abends ging ich bei guter Zeit weg. Johanna be⸗ gleitete mich bis zur Haustür. Sie trug an diesem Tage eine weiße Schürze; als ich mich von ihr verabschiedet hatte und mich noch einmal nach ihr umwandte, um ihr zuzunicken, sah ich die weiße Schürze durch den dunklen Herbstabend leuchten.

fallen, und die anderen Brüder und Schwestern leben noch und grüßen herzlich ihren Bruder und alle sind ängstlich, von ihm etwas zu wissen.“—

Aus diesen ergreifenden Worten geht hervor, daß, was wir schon lange wußten, Leid um Opfer des Krieges nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa ist. Sicher ist es Torheit, an ewigen Frieden zu denken, aber wir können das Problem des Pazifis⸗

Am Mittwoch, dem 18. Pe dene cke

mich mein Meister nachmittags nach der mittleren Gaugasse, wo ein Laden einge⸗ richtet wurde und ich den Boden legen sollte. Da es von hier nur ein Paar Schritte bis zum Kästrich war, so beschloß ich, nach Feierabend, wie ich

hanna hinüberzugehen. Ich war froh und vergnügt bei meiner Arbeit, ich lag auf den Knien und schlug mit dem Hammer auf die großen Nägel ein, mit denen die Dielen befestigt wurden. Drei Uhr war es, da taten mir die Knie wehe, und ich wollte gerade einmal aufstehen, da wankte auf einmal der Boden, wie es bei dem stärksten Erdbeben nicht geschehen kann, und ein Donnerton erschütterte die Luft, als ob sämtliche großen Festungsgeschütze von Mainz auf einmal abgefeuert würden. Fortsfolgt

Uleine Mitteilungen. In unserem in der vorigen Nummer ver⸗ öffentlichten Aufrufe zur Spende von Gaben

zur Erneuerung der abgelieferten Glocken

und Orgelpfeifen heißt es, daß Gaben an eine der hiesigen Banken eingezahlt werden möchten. Das ist natürlich so zu verstehen, daß alle in Gießen vertretenen Banken in Betracht kommen und daß jeder Ein⸗ zahlende sich an die Bank wendet, mit der er in Geschäftsverbindung steht. Auch die Bezirkssparkasse nimmt Gaben entgegen. *

An das evangelische Pfarramt Gießen ge⸗ langte in den letzten Tagen aus Torino (Turin) eine Postkarte mit folgendem In⸗ halte:„Wollten Sie so gütig und freund⸗ lich sein, mir zu sagen, ob in Gießen noch sich findet ein italienischer Korporal mit Namen Georg Perrone, von 8gten Infan⸗ terie-Regiment, 4te Compagnie. Er war in Gießen als Kriegsgefangener an den Aten October 1918; von da an haben wir keine Nachricht mehr von ihm bekommen, und wir wissen nicht, ob er tot oder leben⸗ dig sei. Wir würden Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie etwas von diesem armen Korporal sagen könnten, und wir danken Ihnen bestens und grüßen Sie herzlich Ihr ergebener Johann Garbero, Cavour [Torinos. Die Mutter von George Perrone

ging und stand, im Schurzfell auf einen Augenblick zu Jo⸗

mus nicht so im Handumdrehen abtun. Die Frage entsteht, ob die Völker in der Zukunft untätig zusehen werden, wenn, wie es in England und Rußland vor 1914 geschehen ist, dazu getrieben wird, daß die Blüte der Menschheit, unendliches Leid er⸗ regend, auf den Schlachtfeldern dahinsinkt. Ueber diese Frage darf man natürlich die nicht hören, die im Kriege samt ihren Angehörigen weit von dem Schusse waren. In erster Linie sollte man eine Umfrage bei den Müttern und Gattinnen veranstalten.

Kirchliche Anzeigen. Sonntag den 27. Februar. Okuli.

In der Stadtkirche. Vormittags 9 Uhr: Pfarrer Becker.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer Becker.— Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Ramge.— Mittwoch den 2. März: Passionsgottesdienst: Pfarrer Mahr.— Montag den 28. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde. — Dienstag den 1. März, nachmittags 4 Uhr: Frauenmissionsverein.— Dienstag den 1. März, abends 8 Uhr, im Mat⸗ thäusfaal: Helserversammlung; um 8½ Uhr: Versammlung der Männer- und Frauen⸗ vereinigung der Matthäusgemeinde. Vor⸗ trag von Pfarrer Mahr über:„Was hat die Kirche den Sekten voraus?“ Freie Aus⸗ sprache. Gäste willkommen.— Donnerstag den 3. März, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

In der Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr, zugleich Militärgottesdienst: Pfarrer Aus⸗ feld. Im Anschluß an den Gottesdienst Beichte und Feier des heiligen Abendmahls

für die Militärgemeinde.— Vormittags 11 ¼ Uhr: Kinderkirche für die Johannes⸗ gemeinde: Pfarrer Ausfeld.— Abends

6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends /½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. — Montag den 28. Februar, abends ½8 Uhr: Vereinigung der konsirmierten männ⸗ lichen Jugend der Lukasgemeinde.— Don⸗ nerstag den 3. März, abends 8 Uhr, im Johannessaal: Vortrag über„Die Kirchen⸗ austrittsbewegung“(kirchl. Vereinigung der Johannesgemeinde).

Wartburgverein und Evangeli⸗ scher Arbeiterverein s. Beilage.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer Truck und Perlag der Brühl'schen Universitäts⸗Buch⸗ und Steindruckere R. Lange, Gießen.

lebt noch, ein Bruder ist im Krieg ge⸗

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