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ten. Wenn aber Theodor nach seiner pflicht⸗ mäßigen Ueberzeugung nicht glaubte, weiter gehen zu dürfen, als verabredet war, wenn er nach seinem Dienst⸗ und Untertaneneide, von welchem der Großherzog ihn noch nicht entbunden hat, weder in Gießen noch Hom⸗ burg eine Stelle in fremdem Dienste im Widerspruch mit der Verordnung vom 11. Juli annehmen wollte und konnte, so tat er nur seine Pflicht, unbekümmert um die Folgen, um die Vorteile oder Nachteile, welche die bevorstehende Abtretung der Pro⸗ vinz an Preußen im Gefolge haben kann; mögen es auch andere halten, wie sie wollen, weil sie entweder fürchten oder hoffen von der Zukunft. Theodor hat ganz nach mei⸗ nem Sinne gehandelt, wenn er sagte: Alles verloren, nur nicht die Ehre, und die Preu⸗ ßen selbst müssen es achten, wenn der Be⸗ amte seinem Landes- und Dienstherrn den geleisteten Eid hält,... der ohne Rücksicht auf Vorteile oder Nachteile nur seiner Ueber⸗ zeugung folgt.... Wenn Theodor auf sei⸗ nen Vorteil hätte sehen wollen, so würde ihm Briesen ohne Zweifel eventuell Vorteile an⸗ zubieten bereit gewesen sein, denn er hätte dann in Theodor einen einflußreichen An⸗ fang gehabt.“(Fortsetzung folgt.) Omina ad dei gloriam.

(Alles zur Ehre Gottes.)

Mit deinem Wort erleuchte mich,

durch deinen Geist erneure mich,

in deiner Gnad' erhalte mich,

5 daß ich dein bleibe ewiglich.

Wie sehr gefiel mir diese Ueberschrift eines Artikels, der mir zufällig in die Hand kam. Aber wie erschüttert war ich zu lesen, wie in einer fanatischen Zeit Christen von An⸗ dersgläubigen dem Märtyrertode überant⸗ wortet wurden„zur Ehre Gottes“. Un⸗ willkürlich kam mir die Erinnerung an die vielen treuen Gläubigen, die in ganz letzter Zeit ebenfalls ihre Treue mit dem Tode besiegeln mußten, einem grausamen Tode von der Hand entmenschter Kreaturen, bei denen nicht Glaubensfanatismus, sondern ein völlig von Gott und allem Erhabenen abgewendeter Sinn die Triebfeder war.

Doch gab mir dies schöne Wort:„Alles zur Ehre Gottes“ viel zu denken, und in meiner Seele stiegen Bilder auf, wie es schön und friedlich sein müßte auf Erden, wenn wir alles, was wir beginnen, tun wollten, um Gott zu verherrlichen. Wenn schon beim ersten Morgengrauen unser Herz mit Dank und Anbetung sich dem Schöpfer Himmels und der Erden zuwenden wollte, wenn dann eine jede Arbeit, jeder Gang, jede kleine oder große Handlung, jedes Wort, das wir sprechen, zur Ehre Gottes geschähe! Es würde dann unmöglich sein, ein un⸗ freundliches Wort zu reden, eine übereilte Tat zu begehen, von großem Unrecht ganz abgesehen. Und wenn dann am Abend der arbeits⸗ und oft auch sorgenreiche Tag vor⸗ über wäre und wir auf unser Tun und

unser Unterlassen zurückzudenken vermögen, mit welcher Dankbarkeit würden wir da sagen müssen, daß der barmherzige Gott uns doch allezeit nahe war, und wir könn⸗ ten ihn nur bitten, uns zu helfen, mehr und mehr zu wachsen in allem unsern Tun, damit es ihn verherrliche und uns ihm näher bringe, uns und alle die, die mit uns gleichen Sinnes sind, mit denen wir dem gleichen Ziel entgegenpilgern.

Es soll uns nicht gereuen

der schmale Pilgerpfad,

wir kennen ja den Treuen,

der uns gerufen hat.

Baronin R.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 25. Sept., 18. n. Trinitatis. Kollekte für die evang. Frauenvereine. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr,

zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗

mierten aus der Markusgemeinde: Pfarrer

Becker.— Vormittags 9½, Uhr: Pfarrer

Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche

für die Matthäusgemeinde: Pfarrer 1 In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr,

zugleich Christenlehre für die Neukonfir⸗

mierten aus der Johannesgemeinde: Pfarrer

Ausfeld.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer

Bechtolsheimer.— Vormittags 11 Uhr:

Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer

Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibel⸗

besprechung im Johannessaal: Pfarrer

Adolph.

Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 25. Sept., abds. 8 Uhr in der

Turnhalle(Saalöffnung 7½ Uhr): Volks⸗

unterhaltungsabend zum Besten un⸗

serer Volksbildungs- und Wohlfahrtsbestre⸗ bungen. Musikvorträge, Rezitationen: Frau

Mendelssohn⸗Bartholdy, Deklamationen in ess. Mundart: Herr Schnabel, Lieder zur

Laute: Herr W. Geilfus, Märchenauffüh⸗

rung:„Der Blumen Rache“, Schwank in

1 Akt:„Das verwechselte Zeitungsinserat“,

turn. Darbietungen. Eintrittskarten(auch

für Nichtmitgl.) zu 2 und 3 Mk.(etztere numeriert) sind bei Herrn Challier sowie bei den Mitgliedern Bingel und Scholz zu haben. An der Abendkasse erhöhte Preise.

Galeriekarten nur an der Abendkasse 1 Mk.

Kinder unter 10 Jahren bitten wir zu Hause

zu lassen. 5 1 Wir können unseren Mitgliedern den An⸗

kauf preiswerter Winterkartoffeln vermitteln.

Es handelt sich um gute Ware, die billigen

ist als sonst im Handel. Bestellungen müssen

innerhalb einer Frist von 8 Tagen erfol⸗ gen. Einzeichnungsliste und Bezugsbedin⸗ gungen liegen bei dem 2. Vorsitzenden Herrn

Weller(Altes Rathaus) offen.

Wartburgverein. f Sonntag, den 25. September, nachmittags

2 Uhr: Spaziergang. Führer: Herr Philipp.

Abmarsch Schützenhaus. Abends 8 ¼ Uhr:

Vortrag im Heim.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtols heimer, Pruck und Verlag der Brühl'schen Undversttäts ⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange, Gießen