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e an die Obermilitärbehörde zu Darmstadt zu
die zuständigen Bezirksbeamten gestellt und ohne deren Zustimmung nicht vollzogen wer⸗ den dürften. Inwiefern dieser Befehl strenge oder nicht strenge beobachtet wurde, davon habe ich sogleich Gelegenheit, Beweise zu liesern.
Ausgangs des Monats November bis in den Dezember hatte das russische Kürassier⸗ nachbarten Isenburgischen Orten Dreieichen⸗ regiment Großfürst Konstantin in den be⸗ hain, Götzenhain und Offenthal Station ge⸗ nommen. Der russische General, Baron Arsenief, unter dessen Befehl das Kürassier⸗ regiment stand, war bei dem Herrn Grafen Isenburg⸗Philippseich im Schlosse Philipps⸗ eich einlogiert. Nicht sehr ferne von diesem Schloß zieht sich ein Bachgrund gegen Lan⸗ gen hinab. In diesem befinden sich nachein⸗ ander drei zur Gemarkung Langen gehörige Mühlen. Trupps der Kürassiere waren einigemal schon in diese Mühlen ein⸗ gebrochen, um Fourage, auch sonstige Be⸗ dürfnisse wegzunehmen. Von vorne herein dieses zu verhüten, war nicht möglich, da das Militär, das mir in Langen zur Ver⸗ fügung stand, zu schwach war, um die Müh⸗ len bewachen zu können. Was geplündert war, mußte verschmerzt werden. Es blieb mir nur übrig, die Bewohner der Mühlen aufzufordern, sogleich Nachricht zu geben, wenn ihnen Gefahr drohe. Das wurde ihnen aber sehr erschwert, weil die Kürassiere, die wohl wissen mochten, daß den Mühlen gegen ihr Einbrechen militärischer Schutz gewährt werden könne, die Mühle, in die sie ein⸗ brechen wollten, vorher schon in einiger Entfernung umstellt hatten und niemand herausließen. Eines Tages in der Frühe, da die Russen die oberste Mühle gegen Philippseich in der Absicht, ihr einen Be⸗ such zu machen, in gewöhnlicher Weise um⸗ stellt hatten, geschah es indessen, daß es darnach einem kleinen Jungen gelang, durch die Oeffnung neben dem Wellenbaum aus der Mühle zu kriechen, in den Bach herabzulaufen, um die Nachricht zu bringen, daß sich die Russen eben wieder zur Aus⸗ plünderung in der Mühle befänden. Diese Nachricht erhielt ich in dem Augenblick, da der zum Schutz bestellte Offizier bei mir anwesend war. Ich ersuchte ihn, mit eini⸗ gen Mann aufs schnellste nach der Mühle zu eilen, um womöglich die Plünderer zu arretieren, mindestens ihnen, sofern sie noch auf der Flucht zu sehen wären, einige Ku⸗ geln über die Köpfe fliegen zu lassen. Ich selbst folgte aufs schnellste nach; doch waren die Plünderer nur noch in ihrer Flucht zu sehen, und es wurden ihnen wirklich meh⸗ rere Kugeln über die Köpfe nachgesendet, um ihnen den Beweis zu geben, daß man ent⸗ schlossen sei, das Ernstlichste gegen sie an⸗ zuwenden.
Wir gingen zurück, und ich bat den Offi⸗ zier, allsogleich auf meiner Amtsstube einen kurzen schriftlichen Bericht über den Vorfall
verfassen. Kaum hatte er damit begonnen, als ein russischer Offizier vor das Haus gesprengt kam und zu uns einschritt. Er gab sich zu erkennen als Rittmeister und Adjutant des Generals zu Philippseich, von diesem beauftragt, Erkundigung darüber ein⸗ zuziehen, auf wessen Anordnung das Schie⸗ ßen stattgefunden habe, das man vor wenigen Minuten zu Philippseich gehört. (Fortsetzung folgt.)
Kirchliche Anzeigen.
Sonntag, den 5. Juni. 2. nach Trinitatis.
In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Markusgemeinde: Pfarrassistent Ramge.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr. — Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfir⸗ mierten männlichen Jugend der Matthäus⸗
gemeinde.— Montag, den 6. Juni, abds. 8 ½ Uhr: Heljerversammlung der Markus⸗ gemeinde.— Dienstag, den 7. Juni, abds.
8 Uhr: Helferversammlung der Männer⸗ und Frauenvereinigung der Matthäusge⸗ meinde.— Mittwoch, den 8. Juni, nachm. 4 Uhr: Frauenverein der Matthäusgemeinde.
In der Johanneskirche. Vorm. 8 Uhr, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmier⸗ ten aus der Johannesgemeinde: Pfarrassi⸗ stent Müller.— Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.— Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer.— Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Adolph.
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Evang. Arbeiterverein.
Sonntag, den 5. Juni, vormittags 11 Uhr: Besichtigung des Botanischen Gartens unter sachkundiger Führung. Treffpunkt am Haupteingang.
Sonntag, den 12. Juni: Waldgottesdienst, s. Wartburgverein.
Wartburg⸗ Verein.
Sonntag, den 5. Juni: Familienausflug nach der grünen Ecke, Abmarsch 2 Uhr von der alten katholischen Kirche(Frankfurter Straße). Proviant mitnehmen.
Sonntag, den 12. Juni: In Verbindung mit dem Ev. Bund und dem Ev. Arbeiter⸗ verein Frühspaziergang nach dem Schiffen⸗ berg, mit anschließendem Waldgottesdienst. Abmarsch 7 Uhr vom Ludwigsplatz. Ab⸗ fahrtszeit der Wagen für ältere Mitglieder und solche, die nicht gut zu Fuß sind, wird bei der Anmeldung bei Herrn Engels be⸗ kanntgegeben. f
Donnerstag, den 9. Juni: Bibelstunde. Pfarrer Becker.
Perantworklich: cfarrer Bechtolshefmer, Druck und Berlag der Brühl'schen Undversitäts⸗Buch⸗ und Steindruckere R. Lange, Gießen.


