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*•»' Somttflj, Kn 5. Dezember 1114
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«Hält. Sonst nährt man stch von Brot und Kn Nahrung». Mitteln, die man aus der Keimst bekommt. Hier und da kommt auch manchmal det Marketender in die Quartiere gt< fahren, von dem man hauptsächlich Schokolade zu kaufen bekommt. Schinken, Butter und Käs« hat er in so geringer Menge, daß man von (Süicf reden kann, wenn man etwas derartiges erhält.
Den Brief habe ich schon vor 4 Tagen begonnen. Heute liegen wir nicht mehr in Fr., sondern haben einen Marsch hinter uns. Wo wir jetzt sind, darf ich nicht mttteilen.
Herzlichst
Euer treuer Otto.
Der Ilnteroffizier Peter B l e ch e r aus Ober-Nosbach sendet uns folgenden interesiante» Feldbries aus dem Osten:
Die Schlacht an der Weichsel.
Darkehmen, den 30. Nov. 14.
Eigentlich nicht an der Weichsel stehen wir hier, sondern im Tale des Angenrapp, eines Nebcnflusies des Prcgel, der vergleichbar an Grüße mit unsereWlidda aus den masurischen Seen südlich von Angerburg seinen Laus beginnend, ziemlich paralell mit der deutsch-russischen Grenze flieht und in der Nähe von Insterburg in den Pregel mundet.
Wir hatten am 13., 11. und 15. November die Rusicn in südöstlicher Richtung bis zur Romintcner Heide zurückgcwor- fen, gingen aber am'folgenden Tags aus höheren Befehl, ohne von dem Feinde belästigt zu werden, in die schon erwähnte beseitigte Feldstellung im Tale des Angerappslusies zurück. Der Rüste schien, obgleich in bedeutender Uebermacht, keine rechte Lust zur Bersolgung zu haben, erst im Verlaus von zirka zwei 'Tagen zog er sich an unsere Linien heran.
In dem kleinen, ziemlich vcrlastenen Städtchen Darkehmen wurden unsere Pserde und die wenigen in Reserve gehaltenen Teile unseres Regiments untergebracht und wir selbst (5 Ulanen und ich) hatten in einer verlastenen Wohnung uns gemütlich eingerichtet. — Gemütlich — im Felde ist man nicht anspruchsvoll, wenn man ein Dach überm Kopfe hat und einen Ofen zum warmen und etwas zum feuern. Dann ist'» schon gut: und wir hatten sogar lisch und Stühle, ein Sosa und ich sogar ein Bett, heißt das eine Bettstelle mit Strohsack und meine Pferdedecke dazu — gibt zusammen ein Bett — das ist viel, wenn man die meisten Nächte in schlechten Ställen und Scheunen, wie diese hier meistens sind, hinter seinem Pierd zubringen muhte.
Ganz nett war's auch, trotzdem bei den nun folgenden Ar- ticriekämpfen, fortwährend Schrapnells und Granaten hier im, zum grohen Teil schon von den Rüsten im Spätsommer abgebrannten Städtchen, einschlugen, man ist das gewöhnt.
Doch seit zwei Tagen scheint es den Rüsten ernst zu sein mit dem Durchbrechen. Schon am 25. hatte das Eeschützseuer sich verstärkt, ab und zu von Gewehr- und Maschincngcwehr- seuer begleitet, doch abends trat Ruhe -in. Unangenehm wurden wir Sonntag den 20., es mochte gegen halb 5 Uhr morgens sein, von einem Telephonisten geweckt, uns sofort mit den Pferden bereit zu halten: der Rüste sei durchgebrochen, direkt vor uns. Da unsere Stellung ungesähr % Km. vor »ns lag, war langes Besinnen nicht am Platze. Anziehen, unsere wcni- gen Sachen zusammenpacken, und die Pserde satteln, war da» Werk von zirka 15 Minuten.
Al» wir die Pserde herauszogen, marschierten gerade unsere Reserven, ungesähr ein Bataillon stark, zur Unterstützung aus. Bor uns ein mörderisches Maschinen- und Eewehrseuer, ab und zu donnerten die Geschütze, sonst alles dunkel um uns. Da hörte ich meinen Namen rufen, es war unser Oberleutnant, der befahl: „Nehmen Sie Ihre Ulanen und stellen Sie sich als Posten an der Angcrbrücke auf, schicken Sie alle Meldungen hierher" und wir ritten in die Finsternis. „Eeniiit- lich" war» aber dort nicht, den» die russische Artillerie halte die Brücke unter Feuer und fortwährend schlugen ihre Geschosse um uns ein, glücklicherweise ohne viel anzurichten.
Fortwährend das unheimliche Pfeifen über uns: feindliche Infantcriegeschoste, die durch die Baumkronen flogen und die Tclcgraphendrähte über uns streiften. Allmählich dämmerte der Morgen, als russische Kolonnen auf der Strahe anrücktcn, aber ohne Waisen und von Feldgrauen mit ausgepslanztem Bajonett begleitet. Jetzt wuhten wir, dah unsere Sache gut stand. Erfolg russischerseits: 0: aus deutscher Seite 530 russische Ge
fangene: unsere Verluste: 60 Verwundete und Tote: die der Rüsten: ungeheuer, Hunderte von Toten. Sicher ist, dah, wenn
Weihnachten M
Für das bevorstehende Weihnachtsfest em- piehle meine schönen zeitgemässen praktischen
und lade höflichst zum Besuche meiner Ausstellung ein.
Xeulieit!
Patriotische Kissen u. s. w.
Grosse Auswahl in Puppen
u. ganzen Puppen Ausstattungen.
E. Kilb, Friedberg i. H.
Telefon 424. Kaiserstr. 38.
Kt russische Durchbruchsversuch mit Kuischem Mut unternommen worden wäre, wir ihn mit unseren schwachen Kräften nicht hätten aufhalten können.
Danken wir Gott, Kh cs umgekehrt ist. Heute morgen machten wir wieder 120 Gefangene, auherdem hatten die Russen kolostal viel Tote und Verwundete.
Ei» Soldaienbries.
Gar manche» Brief von unseren Kriegern im Felde haben wir schon veröffentlicht, die sicherlich mit Intcreste verfolgt worden sind. Wir geben im Nachstehenden einmal einen Brief wieKr, der an die Soldaten im Felde gerichtet ist. Er lautet:
St. im Oktober 1011.
Liebe Soldaten im Feld!
Es sind nun schon viele Wochen vergangen, seitdem ich von Euch Abschied nehmen muhte. Manche von Euch habe ich als Verwundete wicderkehrcn sehen. Ihr seid noch drauhc» und hoffentlich gesund und unocrsehrt. Gott gebe cs! Die Zeitungen berichten uns, was Ihr da drauhen erleidet und erstreitet. Ja schon gar manchmal haben die Glocken der Heimat geläutet. Sie rufen zum Gebet, sie verkündeten Sieg. Und kündeten laut, wie die Söhne der Heimat für die liebe Heimat kämpsen. O könnt ich in so manchen Stunde» bei Euch sein. Euch still die Hand drücken und zu Euch sprechen wie sonst. So
kann ich nur in Gedanken zu Euch eilen und ruse Euch zu:
Gott schütze Euch! Laht Eure Herzen zu Gott schlagen und
Eure Fäuste aus de» Feind, wie ein wackerer Deutsche gc
sprachen. Ihr wiht ja, was jeder deutsche Mann weih, wir Deutsche haben diesen schändlichen und entsetzlichen Krieg nicht gewollt. Zu groh, zu tüchtig sind wir unfern Nachbarn geworden. Erst haben sie es uns geneidet und dann wollten sie uns vernichten. Aber der alte Gott lebt noch und deutsche Männer kämpfen noch. Co steht Ihr drauhen, ein jeder aus dem Posten, aus den die heilige Pflicht ihn ries, so kämpset Ihr für Heimat und Herd, für Ellern und Kinder, für Alles, was deutschem Manne heilig »nd hehr. So kämpset denn recht und steht als deutsche Männer treu unserm Gott, treu unserm Kaiser, treu der Heimat, treu Euren Lieben zu Hause: aber seid auch menschlich gegenüber dem Feinde!
Hier in der Heimat dreht stch alles um Euch und wir freuen uns über jedes Schreiben, das uns von Euch Kunde gibt. Was habt Ihr nun schon alles in diesen Wochen erlebt und was werKt Ihr erzählen können, wenn Ihr kommt. Gott gebe cs bald!
In unserem Dorfe ist es gar still geworden. Nur zuweilen ziehen Kinder durch die Strahen und singen: „Lieb Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein."
Wir sammeln Liebesgaben für die Verwundeten und sammeln auch für Euch draußen im Feld. Frauen, Mädchen und Kinder stricken Tag für Tag und wenn Ihr da drauhen die Liebesgaben empfängt vom Roten Kreuz, dann könnt Ihr denken, es ist vielleicht auch eine Gabe der Heimat dabei. Diese kleine Gabe ist cs nun wirklich. Möge sie Euch erfreuen und möcht Ihr alles gesund gebrauchen! So lebt denn wohl! Vergeht nicht, dah wir hier in Liebe Euer gedenken, daß wir für Euch beten. Und betet auch Ihr! Er schirme und schütze Euch der große Gott! Euer W.
(«nglstche Hetze in Amerika.
Ein Deutsch-Amerikaner sandte an einen hiesigen Bürger folgenden Brief:
Evansville, 26. Sept. 1011.
Lieber Freund!
Du wirst erstaunt sein, wieder ein paar Zeilen zu erhalten. Wie vom Himmel herunter gefallen, das Wort: Krieg!
Di« ganze Welt gegen Deutschland und dieses Amerika! von dem Ihr denkt, es wäre für Deutschland gesinnt, ist ebenfalls auf der Seite des englischen Krämcrvolkes. Schuld daran sind die Zeitungen, die meist aus englischen Quellen schöpfen, das meiste aus London. Du weiht ja, die Landessprache ist englisch und das Volk denkt auch so. Alle aus London, Paris und Petersburg stammenden verlogenen Kabel- Telegramme, die lauter sieche und gemeine Schwindeleien enthalten, glaubt das Volk. Ich habe schon mehrere Mal wacker dagegen gekämpft. Die englischen Spürnasen haben das Kabel durchgeschnitten, damit wir hier nicht die Wahrheit erfahren, wie cs in Deutschland steht. Man hört hier weiter nichts, als dah Deutschland fortwährend geschlagen wird, und ich aber als
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Friedberg i. H.
ehemaliger deutscher Soldat da» nicht glaube. Ich will Dir nur einige Lügen-Meldungen wicdergcben, wie sie al» amett-
konische Ueberschriftcn der Zeitungen in den ersten Zeilen und mit großen Buchstaben erscheinen:
1. Hundert Sozialisten erschosten aus Befehl des Kaisers!
2. Bei Liege (Lüttich) 05 000 Soldaten tot!
3. Der deutsche Kronprinz gefangen! (hat stch schon 100 mal wiederholt).
1. General Kluck von den Engländern gefangen, 700 Kanone» dabei erbeutet!
5. Deutschland ist bankerott und hat keine Nahrungsmittel mehr! Hungersnot!
Ich könnte »och Hunderte von diesen Lügen auszählen. Die Engländer benutzen jetzt die Gelegenheit, wo das Kabel durchschnitten ist, um die Vereinigte Staaten aus ihre Seite zu bringen. Es sind etwa 50 000 deutsche Reservisten in Newqork, die gern Deutschland Helsen möchten, aber sie können nicht fort, die Dampfer wollen sie nicht mitnchmen. Sie müsic» wieder ihrer friedlichen Arbeil nachgehen. Dafür wird hier riesig Geld für die verwundeten deutschen und österreichischen Soldaten, für die Witwen und Waisen und für das Rote Kreuz gesammelt.
Als guter deutsch-amerikanischer Bürger wünsche ich, dah Deutschland siegreich aus dem schweren Kampfe hcroorgchcn und den Verbündeten eine gute Suppe kochen möge.
Mit frcundl. Gruh! L. W.
Nachschrift: Ich lege Dir einige Liigenbilder aus englisch-amerikanischen Zeitungen bei. Diese Bilder liegen un» vor. Es sind Tcndcnzbilder schlimmster Art, in Amerika ange- fertigt, »m da» Volk auszurcgen. Da siebt man z. B. drei belgische Mütter mit 13 Kindern heimatlos auf der Heids irren, mit der Ueberschrift: Opfer des Krieges. Oder eine Abbildung des Grafen Berchtold mit dem Bcrmerk: Hier ist der Mann, der mehr als irgend ein Anderer den Weltkrieg aus dem Gcwisicn hat. Endlich ein Bild mit verwundeten englischen Soldaten, die als Helden (Hcrocs) bezeichnet werde» »nd ähnlicher Unsinn mehr.
Die englischen Räuberbande».
Daß gerade die englischen Söldnerhausen das tun, was sie verleumderischcrwcise unseren deutschen Baterlandsvertcidiqern vorwersen, dasür zeugt u. a. folgender bei einem gefallenen britischen Offizier Vorgefundener Tagesbefehl an die auscrwählte» schottischen Füsiliere:
„Da viele Fall« vorgekommen sind, in denen von britischen Truppe» besetzte Häuser geplündert worden sind, und viel Schaden angerichtet worden ist, muh daran crin- nett werKn, dah unsere Truppen augenblicklich in dem Lande unserer Verbündete» operieren."
Von englischen Truppensührern wird also selbst die Tatsache bezeugt, dah in vielen Fällen britische Truppen die von ihnen besetzten Häuser geplündert haben. Aber nicht genug! In dem Befehl wird ausdrücklich daran erinnert, dah die englischen Truppen augenblicklich >n dem Lande ihrer Verbündeten operieren. Damit wird ohne Zweifel angedeutet: „Später, wenn wir in Deutschland, dem Lande unseres Feindes sein werden, wird das Plündern erlaubt sein."
Wie würden diese Räuberbanden da wohl in Deutschtaii» gehaust haben, wie erst ihre wilden Hilfstruppen aus Indien, Afrika und Amerika?
In einem anderen Tagesbefehl tadelt der Regimentskommandeur, dah sich ständig soviel seiner Leute hinter der Front herumtreiben (wohl eben des Plündern? wegen), und er muh das Tragen von Zivilkleidung und die Veräußerung der Rcgi- mcntsabzeichen durch diese „Soldaten" streng untersagen.
Offen gerühmt und empfohlen wird folgende gemeine „Kriegslist": Es sollen immer zwei Schützengräben dicht hintereinander gegraben, der erste von ihnen aber viel schwächer als der zweite bstztzt wrden. Wen» dann die Deutschen näher gekommen seien, sollten die Leute im ersten Graben die Hände Hochhalten, die zur Gefangennahme hcrbeieilcndcn Deutschen aber durch Schnellfeuer aus dem zweiten Graben zusammeugc- schosien werden.
Nimmt man dazu, dah die englischen Soldaten fortsahren, mit völkerrechtswidrigen grausamen Dum-Dumgcschosicn zu schiehen, so muh man wirklich der Frage nähcrlrcten, ob der
Trotz des
Weltkriegs
ist mein Lager in Uleihnachtsgegeukättden jeder
Art, tzenau wie in jedem anderen Jahre reich ausgestattet.
Durch vor dem Krieg abgeschlossene Einkäuje bin ich in der Lage, noch zu den allen billigen Prglsen verlausen zu können und lade zur Besichtigung meiner Schaufenster und Ausstellungsräume ergebenst ein.
G. M. Uensi
Friedberg. Alle post.
Werkstätten fstr Innen-Ausstatlung neuzeitl.Wohnriutme.


