Nachrichten uber die Habaner 215

unter dem Namen des Habanerhofes begriffen werden. In dieſem Hof, beſitzen ſie eine eigene Kapelle, in welcher ihr Geiſtlicher, der den Na⸗ men„Pater Miſſionaͤr“*) noch ſtets bei⸗ behalt, ben taglichen Gottes dienſt, und den Re⸗ ligionsunterricht in, deutſcher Sprache, verſieht. Außerdem haben ſie noch ein Schulhaus mit dem Lehrer, ein Wirthshaus, eine Muͤhle und Schlacht— bank, nebſt einem kleinen Thurm mit der Uhr.

Dieſe ganze Gemeinde ſteht unter einem, Richter und einigen Vorſtehern, die aus ihrem Mittel gewaͤhlt ſind, in großem Auſehen ſtehn, Ruhe, Ordnung und Einigkeit aufrecht erhalten, die Gemeinde- Geſchaͤfte verſehn, und die gemein— ſchaftliche Kaſſe verwalten. Dieſe entſteht aus dem Ertrag einiger Gemeingruͤnde und Gaͤrten, und den Einkünften des Wirthshauſes, der Muͤhle und Schlachtbank. Ihre Beſtimmung iſt, alle vor Alter oder wegen Leibesgebrechen zum Selbſt⸗ verdienſt untaugliche Perſonen zu ernaͤhren, den Schullehrer, Geiſtlichen und die Kirchenbeduͤrfniſſe zu beſtreiten, die Landes ſteuern zu bezahlen, und ahnliche die ganze Gemeinde betreffende Ausgaben zu decken. Reichen aber die gewöhnlichen Einkuͤnf⸗ te dazu nicht aus, welches beſonders der Fall zu ſeyn pflegt, wenn der Armen gar zu viele zu verſorgen ſind; ſo wird eine Huͤlfs⸗ Steuer auf jedes Haus ausgeſchrieben, und gewiß puͤnktlich

„) Dieſer würdige alte Jeſult, wurde Anfangs von ſeinem Orden erhalten, und als dieſer aufgehoben wurde, er⸗ hielt er 4 fl. aus dem Religionsfond, von welchen er umgab Neben könnte, wenn ihm nicht ſeine Oe rneinde beihülſlich ware. 12 1 N