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Bataillone hält sonst in der Stadt der Fürstengruft die Wacht und es bringt uns Grüße von Jlmathen mit. Auch die Kaiserliche Stabswache hat 200 Mann gestellt und daneben hat sich jedermann aus de». Großen Hauptquartier zu dem
Gottesdienste einfinden können, sogar die ausländischen Mi- ftärattachees, die den verschiedensten Religionsbekenntnissen ingehören und z» ihrem Erstaunen sehen, daß wir Deutschen n dieser ernsten Stunde auch vor Gott einig sind. Sie brin- wn mit ihren bunten Uniformen ein wenig Farbe in das st ldgraue Bild, aus dem sonst nur die Kaiserliche Leibgendar- uurie und der Trompeter der Stabswache mit seinem ausfallenden Anzug hervorstechen. — Nach dem gemeinsame» Einzuge in die weite Halle beginnt ein frermdlicher Thüringer Psarrerssohn in Uiiteroffiziersuiiiform auf einem etwas schwindsüchtige» Harmonium die alte Weise zu spielen: Großer Gott wir loben Dich! Und jubelnd steigt der Am- liosianische Lobgesang aus über tausend rauhen Kriezer- kehlen gesungen zum Hiiumel empor. Dann betritt der Geheime Konsistorialrat Hofprediger Goens die Altarstufen und grüßt die Gemeinde mit dem Rufe: Friede sei mit Euch! Er verliest das Wort der Schrift aus dem Buche St. Pauli an die Römer im achten Kapitel, wo es im 28. Verse heißt: Wir wissen aber, daß Denen, die Gott lieben, alle Dinge zi.m Besten bienen!
Und nachdem wir das Lied: Ich bete an die Macht der Liebe! mit seltener Inbrunst gesungen haben, hält der redegewaltige Feldprediger eine Ansprache, die ich zu der ein- drucksvrllsten Predigt rechnen darf, die ich je in meinem bewegten Lebe» gehört habe. Er begann damit, daß es sich die jungen französischen Krieger, die in dieser Halle noch vor Iveiiigen Wochen ihre erste Ausbildung im Reiten erhalten baten, ivobl nicht hätten träumen lassen, daß ein deutscher Gottesdienst diese Halle noch nachträglich weihen würde und auch die Bewohner der uniliegenden Städte und Dörfer waren gewiß nicht daraus vorbereitet gewesen, daß an diesem ersten Oktobersonutag der Glockenklang und Meßgesang ihrer Kirchen die stille und einfache Weife eines deutschen Feld- gottesdienstes abschließen würde. Aber auch uns sei die Situation gewiß ebenso neu und ungewohnt. Wie mancher habe noch vor wenigen Wochen allerlei Pläne und Entwürfe geschmiedet, die nun diwch den Sturmwind des Krieges vernichtet seien. Und mit Erbitterung blickten wir nach einer anderen Grenze hinüber, wo das Volk wohne, das diesen Krieg auf dem Gewissen habe, und die Trübsal dieser Tage dereinst vor seinem Gott zu verantworten haben werde. Jeder Haß gegen das Volk, dessen Land wir jetzt mit den Waffen in der Hand in Besitz genommen hätten, liege uns vollkommen fern. Denn es habe noch nach der Kriegserklärung durch Rußland in ganz Deutschland wohl Niemanden gegeben, der nicht von dem Wunsche beseelt gewesen sei, mit dem Nachbar im Westen in Frieden weiterhin zu leben, wie es in den letzten 44 Jahre» geschehen sei. Und darum sei es nötig, vor Gottes Angesicht es nochmals auszusprechen, daß wir keine Fehde mit Fraiikreich gesucht liätten und deshalb auch der festen Zuversicht feien, daß uns Deutschen, die wir Gott liebten, auch dieser Krieg schließlich zum Best u dienen werde. Etwas Gewaltiges habe er jetzt schon gezeitigt. Aus den Palästen und den Hütten sei alles, was waffenfähig bei uns sei, zum Schutze des Kaisers und des Vaterlandes herbeigeeilt und im ganzen Volke sei heute der Wille ,urn Siege vorhanden. Aber auch, was schlecht und dunkel i-ei uns geworden >var, habe der Kriegssturm hinwegge- flasen. Der Tod sei kein Schreckbild mehr imd freudig wolle jeder sein Leben opfern, da es das gemeinsame Vaterland xelte. Aber um diese» Krieg zum guten Ende zu führen, sei es notwendig, die Liebe zu Gott im frischen Feuer unserer Begeisterung ungeschwächt zu erhalten. Ebenso, wie der Krieg die Abkehr von Weib, Wein und Würfelspiel gebracht habe, so solle sich der deutsche Soldat auch vor Augen halten, daß es dabei auch hier in Feindesland zu bleiben habe. Nur der Krieg ist gerecht und führt zum endlichen Siege,- der mit Gott und in der Liebe zu Gott geführt wird. Wir werden rus dieseni Kriege viel ernster, gereister und erfahrener zurückkommen und wir werden vor allem dann für schaal l'iid »ückitig halten, was uns noch bis in die letzte Zeit hinein erstrebeus- und begehrenswert erschienen ist. Der große Geist der großeii Zeit möge uns auch aus diesem neuen Streite zwischen Germanen und Romanen in unsere Heimat zvrückgekeiten. Tann wird auch diese trübe Zeit denen, die Gctt >ieben, zum Besten dienen!
Mil bewegter Stimme schloß der Geistliche seine Aus- führungen durch folgendes Gebet ab: "In diesen ernsten Zei- tun. wo uns Misere Widersacher und Feinde Krieg zu führen gczwirngen haben, blicken wst zu Dst empor. Du starker ti euer Gott und bitten unr Deine Hilfe und Kraft. Wende, Tu Hüter Deines Volkes, Deine Gnade nicht von uns, ab- wrhl wir uns vielfach an Dir versündigt haben durch Leicht- firni und Sicherheit, durch Verachtung Deines Wortes und Ungehorsam gegen Deine heiligen Gebote. O Zerr, gehe nicht ins Gericht mit uns, laß' uns in Jesu Chrstto unseren Mittler und Erlöser, den Trost der Vergebung unserer Sünden und Frieden für unsere Seelen finden. Steuere Du dlbst. Tu heiliger, allinächtiger Gost, dem Verderben und Illen Aergernissen in unserer Mitte, daß Gerechtigkeit und t reue unter uns wohne und wir in Deiner Furcht Dir diesen, auch unter dem Gerät des Krieges. Du bist der König von Alters her, der alle Hilfe tut. Darum, wenn schon die Heere sich wider uns legen, fürchtet dennoch unser Herz sich nicht. Deine Rechte behält den Sieg. Du Herr der Heerscharen. Deinem allmächtigen Schutz befehlen wir unseren dl utichen Kaiser, der »nserem Volke vorangeht sammt seinem Hause.
Gib ihm weise Ratgeber und treue Feldherrn und' ein
todesmutiges pflichtgetreues Heer. Geleite unsere Schiffe und die Fahrzeuge der Luft. Ja, »eh' aus in Deiner Kraft
»tut 3-Bgeajtitum. »»mag. Den r«. xmoott in*
mit unseren Truppen. Stärke ihren Arm und ihren Vtut zum Siege über die Feinde. Decke mit Deinem Schilde ihr Lcben und verleihe ihnen um Deiner Gnade willen eine ftöh- liche Heimkehr. Sei nahe mit Trost und Hilfe allen Bedrängten. Nimm der Vereinsamten und Verlassenen Dich väterlich an und laß' endlich aus dieser Tränensaat eine Freudenernte reifen für Zeit und Ewigkeit. Rüste uns alle aus mit den Waffen Deines Geistes, daß wir am bösen Tage Widerstand tun und den Sieg behalten. Gieb uns den Sinn, daß wir aus der Unruhe und dem Streite hinie- den in herzlichem Verlangen hinaufblicken in das Land des ewigen Friedens. O Gott, laß Dein Antlitz leuchten über uns und gib uns Gnade allenthalben und auf allerlei Weise um Jesu Christi unseres Herrn willen. Erbarme Dich unser! Amen."
Die ergriffene Gemeinde sang darauf: Unsern Ausgang segne Gott! worauf die Feierstunde mit dem von Geh. Konsistorialrat Goens gesprochenen Vaterunser ihr Ende erreichte.
Ans der Heimat.
Fricdbkrg, 19. Okt. (Eingesandt.) Zu Begiiin des Krieges hat unser Kaiser ausgerufen, fortan gebe es keine Parteien mehr. Es ist eine der erhebensten Erscheinungen der Gegenwart, daß diese Mahnung von allen Seiten aufs treueste befolgt wird und man nur ein großes und liebes deutsches Vaterland kennt. Auch in dem Verhältnis der Offiziere zu den Mannschaften kommt diese Eintracht erfreulich zum Ausdruck. Alle von der Front zurückkehrende Krieger betonen das überaus kanieradschaftliche Verhältnis, das zwischen Vorgesetzten und Mannschaften herrsche und daß sie in der Tat nur e i n Volk und e i n Heer gäbe. In ganz besonders schöner Weise kommt diese treue Kameradschaft, wie uns wiederholt mitgeteilt worden ist, bei unserem im Felde stehenden Bataillon der 168er zum Ausdruck. S o muß es sein und s o muß es bleiben. Doppelt gegenüber fft es unseren Land sturm männern am Platze; eS sind ältere, gereiftere Männer, die den Ernst des Lebe,:s begriffen haben. Sie eilen aus dem Schoße ihrer Familien zur Fahne, sie haben ihr Geschäft, ihre Amts- oder Schulstube, Hof und Feld im Stiche gelassen, um sich wieder dem Waffenhnndwerk, das sie vor nahezu 20 Jahren verlassen haben, zu widmen. Gewiß ist es nötig, daß sie wieder an das rauhe Leben gewöhnt werden, daß sie sich wieder in Märschen u. in Felddienst üben, aber inan sollte doch unterlassen allzuviel mit einem Drill zu kommen, der bei den Rekruten nötig und nützlich ist, dessen „Zuviel" bei altgedienten Landstürnierii aber doch als überflüssig erscheint. Geradezu bedauerlich ist es aber, wenn in der Behandlung der Leute ein Ton vorkommt, der ganz und gar den Ver- hältnfffen nicht angebracht und auf's höchste zu bedauern ist. So hat sich ein Vorgesetzter, der in Frankfurt eine Stellung bekleidet, die ihn doppelt mahnen sollte, mit beleidigenden Worten voifichtig zu sein, seinen Leuten gegenüber um einer geringfügigen Ursache willen, zu solchen Ausdrücken hin- reißen lassen, daß wir sie lieber, trotzdem wir darum gebeten wurden, des allgemeinen Eindruckes halber verschweigen wollen. Der, den es angeht, wird ja wissen, um was es sich handelt. Zu seiner Ehre wollen wir amiehnien, daß ihm die Worte in der Erregung entflohen sind. Wir vermeiden alles, was irgend Ursache zur Mißstiuimung und Unzufriedenheit geben könnte. Es gibt aber auch Tinge, die, wenn sie verschwiegen werden, den Schaden uni sich greifen lassen und dann Verstimmung erzeugen. Deshalb bringen wir dieses Vorkommnis zur Sprache und hoffen, daß ein solcher Grund zur Klage fürderhin nicht niehr vernehmbar sei damit de» Landstürmern die Freude in ihrem ihrem Dienste, den sie für das Vaterland leisten, nicht verleidet werde.
* R. K. Fricdbkrg, lg. Ott. Ei» Beweis echter deutscher Kameradschaft und ein Zeichen hochherziger opserfreudiger Erinnerung unserer im Felde stehender Vaterlandsverteidtger ist folgendes Schreibe», das bei dem Vorstand des Roten Kreuzes eingelaufcn ist: Anbei übersendet die 9. Kompagnie dem werten Vorstand des Roten Kreuzes 20 .« zur Unterstützung verwundeter Kameraden des 3.-168. Wollen Sie uns bitte den Empfang bestätigen. Mit vorzüglicher Hochachtung Sergt. Schell, 9.-I68.
* Friedberg, 19. Ott. (Jungwchr Friedberg). Nächsten Sonntag soll mit den Uebungc» begonnen werden. Die Oberleitung hat Herr Direktor Ritsert übernommen, dem als Kompagnieführer die Herren Jäckel, Koch und Dreher u. als weitere Mitarbeiter eine größere Anzahl meist gedienter Männer zur Seite stehen. Es braucht nicht noch einmal gesagt zu werden, daß die militärische Vorbereitung sehr ernsthast und stramm betrieben werden wird, wie cs allein dem Ernst der Zeit gemäß ist. Soviel wie möglich wird im Freien geübt werden, was auch bei der Kleidung zu beachten ist. Die Jn- struttions- und Vortragsstundcn werden auf einen Werktag Abend gelegt werden, falls sich nicht, was noch besser wäre, Werktag Nachmittage frei machen lasten. Die Beteiligung verspricht eine zahlreiche zu werden und darf man immerhin auf einige hundert Teilnehmer hoffen. Die Einteilung erfolgt ohne Rücksicht auf Standes- und dergleichen Unterschiede rein nach militärischen Gesichtspunkten.
» Friedberg, 19. Okt. Für das 18. Armeekorps sind zwei Paketdepots eingerichtet worden und zwar in Frankfurt a. M. und in Darmstadt. In der Zeit vom 19. bis 26. Oktober ist daher im allgemeinen auf den Paketen für die hessischen Truppenteile des 18. Armeekorps in der Aufschrift „Paketdepot Darinstadt", für die preußischen Truppenteile des 18. Armeekorps „Paketdepot Frankfurt a. M." -nzugeben. Di« Auflieferung der Paket«, di« das Höchstgewicht von 6 Kg. nicht überschreiten dürfen, erfolgt bei den Postanstalten ohne Paketkarte (Paketadresiej gegen «in einheilliches Porto von 2ö Pfg. In Darmstadt können die Pakete auch bei dem daselbst bestehenden
Pakctdepot, soweit dasselbe zuständig ist, kostenlos aufgelicfert werden. Von den Paketdepots aus erfolgt die Beförderung der Pakete in's Feld durch die Militärbehörden. Die Feldpost ist an der Beförderung nicht beteiligt. Ucbcr Näheres geben die Ortspostanstalten Auskunft.
* Landwirtschaftsammerk für das Großherzogtnm «csien. Versteigerung von Pferden. Wir machen die Landwirte darauf aufmcrfam, daß am 22. Oktober in St. A v o l d, am 23. Oktbr. in Saargcmünd und am 24. Oktober in Zabern jeweil- vormittags 19 Uhr Bcrsieigerungcn von für landwir'ühasrliche Zwecke noch brauchbaren ausrangierten Militärpferden stal: sindcn. Weitere Auskunst erteilt der Kommandant des Elap pcn-Trains in St. Remill,,.
* Gieße», 19. Okt. Die in vergangener Woche unter dem Verdacht, Diebstähle auf den Schlachtfeldern begangen zu haben. hier im Bahnhof verhafteten Personen aus Berlin, haben tatsächlich in ihren Koffern alle mögliche» Wertgegenstände gehabt, welche aus Diebstähle» herrührtcn. Nicht allein von den Kampsplätzcn, sondern auch aus Häusern gestohlene Sachen
führten sie mit sich. Sogar wertvolle Parzelle......‘‘vibf.
Jedenfalls haben sie eine harte Bestrafung zu erwarte» und das von Rechts wegen, denn durch derartige Verbrecher wird der deutsche Name im Ausland in Mißkredit gebracht.
* Ruttershausen, 19. Okt. Untcrossizier Schreiner von hier, der im Kaiser Wilhelm-Regiment Nr. 116 dient, hat cine tapserc Tat begangen und dafür das Eiserne Kreuz erhalten. Er hat die Stelle des gcsallcncn Vizefeldwcbels übernommen und bei der Erstürmung eines französischen Dorfes 366 Gefangene gemacht, zwei Fahnen und zwei Maschine," " ; r: er beutet.
Aus Rhrinhesien.
* Mainz, 18. Okt. Wie wir von verirauenswüroigrr Seite erfahren, wurden Flieger am Abend des 11. Oktober über Eltville-Schicrstein gehört, die scheinbar den Kurs nach Mainz »ahmen. Sie wurden auch von verschiedene» Seiten' best! rsien Außerdem wurden in der Frühe des 12. Oktober gegen 1 li: -. in der Gegend des Großen Sandes »ach den Schicßstän'ocii ebenfalls ein Flieger gesichtet. Dieser, der aus Südwestm tain, nahm Kurs nach dem Rhein. Von Bombenwürfen, von denen Tageszeitungen berichteten, hat man in Eltville-Schier stein als auch in Mainz nichts feststellen können.
* Mainz, 18. Okt. 98 Belgier, die im Verdachte standen, als Franktireurs ihr Anwesen getrieben zu haben u. d Wochen im hiesigen Eroßh. Hesi Provinzialarresthaus untergebra ft waren, wurden, da die Ilntersuchung nichts belastendes gegen sie ergab, in ihre Heimat zurückbesördert.
Einyejandt.
fFür Artikel unter dieser Rubrik übernimmt die Schristleitun* nur die preßgcsetzliche Veranlwortung).
In der Nähe des Steinhäußerschen Eistciches steht ein Gemarkungsstein, ein sogenannter Dreimärker, der ein ehrwürdiges Alter besitzt und durch die an seinen drei Seiten cingehaue- ncn Wappen auf die Grenzen und Gerechtigkeiten der Keniark- ungsbesitzer (Jricdbcrg, Ockstadt und Franckenftcinj hinweist. Leider hat der Stein eine» Stand, der ihn allen möglichen Gefahren der Zerstörung aussetzt: vor allem ist er durch die dicht daran vorbeiführende» Feldwege in steter Gefahr, von Acker- fuhrwerk beschädigt oder vernichtet zu werden. In dieser Erkenntnis hat der Friedberger Eefchichtsverein schon alle nur erdenkliche Schritte getan, um diesen Zeugen alter Zeiten vor der Zerstörung zu bewahren, ihn in dem Museum zu erhalten und durch einen neuen Stein aus festerem Material, gefchiitzr durch einen Baum, zu ersetze».
Und welchen Anblick bietet der Dreimärker heute? De: schmnle Rasenstreifen ist niedergebrannt, der Stein (roter Sandstein) rauchgeschwärzt und ein großes Stuck davon mit Gewalt abgeschlagen. Jnsolgedesien sind zwei der Wappen schwer beschädigt, und auch an dem dritten hat die rohe Hand des Zerstörers herumgcschlagen. Es ist traurig aber wahr aast in ck- nem Teil unserer Bevölkerung eine Roheit und Zerbe,ungs wut herrscht, die kaum noch ihre Grenzen hat. Vor einiger Zeit mußten die Grabdenkmäler des Burgsriedhofs daran glauben, fetzt ist es dieser Stein, der der schandbaren Vernichtungstat eines Rohlings zum Opfer fällt. Leider kann aber auch die zuständige Gemeinde, auf deren Gebiet der Stein steht, beziehungsweise die betreffende Standeshcrrschast, nicht von schwerer Schuld an diesem Dernichtungswcrk freigesprochen werden. Den Bemühungen des Eeschichtsvereins um die Erhaltung des Steins hat die Gemeinde ein schroffes Nein entgegengesetzt, ein Vorgehen, das um jo bedauerlicher erscheint, als ihr daraus nicht die geringsten Kosten erwachsen wären. Die Folgen dieser ablehnenden Haltung zeigen sich jetzt, denn es bleibt der nicht abzuleugnende Vorwurf an ihr haften, daß sie durch ihre unbegreifliche Weigerung an der Zerstörung des Denkmals mit schuld ist. Auf jeden Fall wird die zuständige Behörde Gelegenheit nehmen, auf Grund des Denkmalschutzes und des Strafgesetzbuches einmal scharf cinzugreifen.
Friedberg, den 12. Oktober 1914.
Professor Helmke.
Für die hiesigen Lazarette ginge» weiter ein:
3) Von Herrn Landwirt Herin. Schudt, Dorheim: 2 Fl. Saft, 1 Päckchen Seife.
4) Bon Frau Lehrer W.: Wäsche für die Soldaten im
Feld, 1 Pack Hefte.
5) Von Frau Zugführer Voll, Friedberg-Fauerbach: 1 Pack» cher- Wäsche.
Zillen Gebern herzlicher Dank!
Frankfurter Wetterbericht.
Boraussage: Ziemlich bedeckt, meist trocken, keine Tempe- ralurveränderung, östliche Winde.
Verantwortlich sur den politischen und lokale» Teil: Otto Hirschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: K. Schmidt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A. G., Friedberg i. H.


