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Nummer 245

Montag, den 19. Oktober 1914.

i. sa^rgans

Neue Tageszerlrm

Dl-tlene Tage»ieitung" crlcheinl ledeu Werllag. Regelmäßige BeilagenDer jlaurr au» Helsen",Die Zpinnllnbe". Seiugaprri»: Be, den Postanstalten mir,»!', .>,,,j i.'ij tri den Agenten monatlich 50 P!g. Kin,u tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeige»: Grundzcile 20 Psg lokale 15 Psg, An,eigen von auswärts werden dnistr e, o-'v

Ersüllungsorl Friedberg. Schrlktleituiig und Verlag Friedberg (Hessens, banauerstrage 12. Femsprecher 48. Postscheck-Canto Rr, 4819, Amt Fraiisnkt o, !'

Der Krieg.

Wieder ein englischer Kreuzer gesunken. 4 deutsche Torpedoboote verloren.

Die Haltung Portugals.

Die Kriegslage.

<W. T. B.) Trostes Hauptquartier, 17. Oktober, mittags. Amtlich.

Um Brügge und Osteude ist reiches Kriegsmaterial erbeutet worden; u. a. eine gros;e An'.alfl Jnfanteriegewehre und Mu­nition und 200 gebrauchsfähige Lokomo­tiven.

Bom französischen Kriegsschauplatz sind wesentliche Ereignisse nicht zu melden.

Im Gouvernement Tuwalki verhielten sich die Russen am gestrigen Tage ruhig.

Die Zahl der bei Hchirwindt einge- brachten Gefangenen erhöhte sich auf 4000, ebenso wurden noch einige Geschütze ge­nommen.

Hie Kämpfe bei und südlich von War­schau dauern fort.

Glück und Unglück zur Lee.

0iw englischer Kreuzer zerstört.

Berlin, 17. Olt. (W. T. B. Nichtamtlich.) Aus London wird amtlich unter dem 18. gemeldet: Am

15. Oltober nachmittags wurde der englische Kreuzer Hawte" in der nördlichen Nordsee durch einen Tor­pedo chutz eines Unterseebootes zum Sinken gebracht, 1 Ossizier und 49 Mann sind gerettet und in Ader- deen gelandet. Etwa 359 Mann werden vermißt. Zn gleicher Zeit wurde der KreuzerTheseus" ange­griffen aber ohne Erfolg,

Wie uns von amtlicher Seite mitgetcilt wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht deutscherseits nicht vor.

(yawke ist ein geschützter Kreuzer von 7450 Tonnen Wasserverdrängung und besitzt eine Schnelligkeit von 20.5 Seemeilen. Er ist in, März 1891 vom Stapel gelaufen,)

London, 16, Okt, Ein Telegramm desEvening Stand­ard" aas Aberdeen meldet: 48 Ueberlebende desHawke" wurden heule früh durch einen Fischdampser gelandet. Der Kreuzer wurde gestern von einem Torpedo getroffen und sank ln fünf Minuten. Der Kapitän des Fischdampsers berichtet, daß er die Ucbcrlebcndcn gestern Nacht von einem norwegi­schen Dampfer übernahm, Sic seien in einem überfüllten Boot geslüchiet. Es konnte nichts getan werden, als die mit Kork­westen aus Füßen berumschwimmenden zu retten.

Stavanger, 18, Okt, Gestern ist der DampferMo desta" eingcirosscn, der 48 Mann von der Besatzung des eng­lischen Kreuzerstzawke" ausgenomen Halle, Die ckodeste" hatte von dem Ilntergaug des Kreuzers nichts gcsel Sie traf das Boot mit den Ueberlebenden fünf Stunden r (") der Katastrophe etwa 66 Meilen von Petcrhcad. Die suhl eine große Strecke zurück in der Richtung, aus der das Boot mit den Geretteten gekonunen war, konnte aber keine weiteren Schissbrüchigen smden, Gerade als dieModestr" die letzten Ueberlebenden aus dem Boot an Bord genommen halte, taucht vor ihrem Bug sur «inen Augenblick ein ll cker- sceboot ans. DieModesta" fuhr nach der briiischcn Kiisle, wo sie die Gerettete» einem Fischdampser übergab, der sie an das Land brachte.

l)!fr deutlche ani{jfi)oboölc gkiMkcn.

W. T. B Berlin. 18. Lkt. (Amtlich). Am 17. Oktober siachmittags gerieten unsere Torpedoboote S 11b, S 117, S 118 und S 118 unweit der holländischen Küste in Kampf mit den englischen KreuzerUndankted" und vier englischen Zerstöre n. Nach amtlichen englischen Nachrichten wurden die deutschen Torpedoboote zum Sinken gebracht und von ihrer 31

Mann in England gelandet. Ter Stellvertreter deo Chefs des Admiralstabs: gcz. Behnke.

WTB. Grosies Hauptquartier, 18. Okt. vormittags.

Aus. dem westlichen Kriegsschauplatz

I ist der gestrige Tag im allgemeinen ruhig verlaufen. Die Lage ist unverändert.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz sind unsere Truppen in der Gegend von Lhtk im Borgehen. Ter Kampf dauert i bei und südlich von Warschau an.

Die Kämpfe in Flandern.

Kopenhagen, 18. Okt. (W. B. Nichtamtlich,)Bor- lingske Tidcndc" meldet aus London: Seit Donnerstag

steht ein verzweiselter Kampf in den Umgegend von Ipern und Eonrtrai, wo die deutschen Abteilungen aus den äußer- steil linken Flügel der Franzosen drücken, um eine Derbin- »ng zwischen deni deutschen westlichen Flügel in Belgien und dem deutschen rechten Flügel in Frankreich heczustellen. Die Anstrengungen waren bisher erfolglos. Sie werden niit unverminderter Gewalt fortgesetzt. Gleichzeitig griff ein starkes gemischtes deutsches Korps die englische und französische Besatzung von Ostende und die französisch:» Marinesoldaten an, die den Rückzug der Belgier nach Dün­kirchen deckten und eine verschanzte Stellung zwischen Dir- muydcn und Roulers vorbereiteten. Der Ausgang des Kampfes ist nicht bekannt, doch wird nicht geglaubt, daß die Verbündeten ihre Stellungen halten werden. Die Beweg- luig des Heeres ist sehr durch die flüchtende belgische Be- tölkeruug gehemmt. Der nächste größere Kampf wird bei Tüiikirchcn erwartet, wo die Franzosen und Engländer starke Feldbefestigungen um die Stadt errichten und große Ueberschwemmungcn vorgenonimen haben. Hier den Durchbruch der Deutschen zu verhindern, ist von allergröß­ter Bedeutung, da cs dem linken Flügel der Verbündeten gilt

Vom östlichen Kriegsfchanplalz.

Vom österreichisch-ungarischen General-Konsulat geht uns folgende Meldung zu: Gcueralstabscommunigue voin

16. Oktober mittags: Die Käinpfe an unserer ganzen Front von Starysambor bis zur Sanmiindmig dauerten auch gestern an. In der Marmaros nahmen die den Feind ver­folgenden eigenen Abteilungen Raho in Besitz. Im Tale der schwarzen Bistritza ziehen sich die Russen, von unseren Truppen bei Babilova geschlagen, gegen Zjelona zurück,

Wien, 17. Okt, Amtlich wird verlautbart vom 17. Okt. mittags: Sowohl die in der Linie Stary-Sambor Medykar und ani San entbrannte Schlacht, als auch unsere Opera­tionen gegen den Tjniestcr nehmen einen guten Verlauf. Nördlich Wyßkow wurd»n die Russen abermals angegriffen und geworfen. Bei Synowucko forcierten unsere Truppen den Strtzj-Fluß, gewannen die Höhen nördlich des Ortes und nahmen die Verfolgung des Feindes auf. Ebenso ge­langten die Hohen nördlich von Podbuz und südöstlich von Stary-Sambor nach hartnäckigen Kümpfen in unseren Be­sitz. Auch nördlich des Strwicz-Flusses schreitet unser An­griff vorwärts. Nördlich von Przemysl beginnen wir be­reits ans deni östlichen San-Ufer festen Fuß zu fassen. Die Zahl der während unserer jetzigen Offensive gemuhten Ge­fangenen läßt sich natürlich noch nicht annähernd übersehen. Nach den bisherigen Meldungen sind es schon mehr als 15.009. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von AoFcr, Generalmajor.

Wien. 18. Olt. (Nichtamtlich), Amtlich wird ocrlantbar: Ilnstrc Angriffe in der Schlacht beiderseits des St-"' wur­den gestern fortgesetzt »nd gelangten stellenweise bereits in die feindlichen Linien heran. An einzelnen Punkten arbeiten sich nnscrc Truppen, wie im Festungskricg mit Laufgraben vor. In der vergangenen Nacht wurden mehrere Angriffsversnche der Nüssen blutig abgewiescn. Auch heute ist die Schlacht aus ! der ganzen Linie im Gange. Unsere schwere Ar'illeric hat csngegrssscn. Die Persolgung des nördlich Wqszkow gsworse- n.n Feindes wird sortgejctzt. Andere Teile unserer über die Karpathen vorgerückten Kräsie sind bis Lubienzc aus der höhe nördlich Orrw »nb in dem Raume von Uraz vorgedruugen. Die Verluste der Russen bei ihren Angriffen aus Prcemysl loerden aus 46 666 Tote u»S verwundete geschätzt.

Der Stellvertreter des Ehcss des Ecneralstabcs: v, Höser, Generalmajor.

Budapest, 17. Ott, Aus Marmaros-Sziget wird ge- mcldct: Die aus Marmaros vertriebenen russischen Truppen, die bei Raho eine Stellung bezogen hatten, wurde» acltern von

»»seren Truppen geschlagen. Sie flüchteten in der f! -

aus Körösmczö, wobei sie von unseren Truppen verso! st u den. Eine gegen Körösmezo fliehende feindliche SU bereit Gesamtstärke auf etwa 4000 Man» zusammengesch ,:ol.-,e ist, ist die letzte, die sich noch aus ungarischem Gebiet l.

In den Wäldern kann cs höchstens noch versprengte >

der russischen Einbruchstruppe geben, die. wo immer auch un sere Patrouillen auf sic stoßen, sich ergeben.

Die Beschießung von

Wien, 17, Okt, Aus dem Kriegspressequalster wird amtlich gemeldet: Ueber die Beschießung der Werke an V: Bucht von Cattaro am 19, September werden nach' folgende Einzelheiten bekannt: Die Beschießung wu, : vo, Zwei französischen Schlachtschiffen und drei Kreuzern, die o. vier Fahrzeugen begleitet waren, vorgenommen. Um halb « Uhr morgens wurden mehrere Schiffe gesichtet, die sich der Ha feineinfahrt in zwei Gruppen näherten. Sobald die Sch h: . Schußweite gekommen waren, eröffnete unsere Küstenl>a!icr: in Lustica und eine Mörscrbatterie in Ostro das Feuer. > sich die Schiffe in Kurs nach Westen fetzten und ihrers.ns : schießen begannen. Die nächste Distanz war 5666 bis 6666 Me tcr von der Spitze von llstro. Die Schiffe kamen bald außei Schußbereich, sodaß das Feuer der Werke eingestellt werde! maßte. Kurze Zeit später erössneten die französische» Schis.'« ein lebhaftes Feuer gegen den Meeresspiegel, vermutlich gegc! vermeintliche Unterseeboote, Um 6 Uhr 5« Min, morgen- schwenkte der Feind gegen Südwesten und war bald in Nauck und Nebel verschwunden. Die Batterien in Lustica und Oslr> dursten je einen Treffer erzielt haben, während die Franzose« 266 Schüsse aus großem und mittlerem Kaliber verfeuert ha ben. Das Steinfort von Ostro wurde an der Scitenwand ohn« erhebliche Beschädigungen getrossen. Neun oder zehn Schlisst gingen in die Felswand von Punta d'Ostro, wo sie durch Ab­bröckelung des Gesteins deutlich sichtbare Spuren hinterließen. Das Secfort Mamola erhielt drei Treffer mit geringer Wir­kung, Ein Schuß ging durch den Beobachtungsstand des Wacht- hattses, zwei Geschosse schlugen in der Nähe der Funkenstation Klinci ein. Im ganzen wurden zwei Mann schwer verletzt.

IW) dm Füll AiitmiMS.

Wiederbeginn des Verkehrs. Rotterdam, 18. Oktober.

DerNicuwe Rotterdamschc Courant" meldet aus Breda vo:-,

17. Oktober: Zurückkehrende Reisende erzählen «US Antwer­pen: Mehrere Kaffeehäuser und einige Läden sind geöj: seit gestern ist wieder ftisches Brot erhältlich, aber noch Irin- Milch. Die Straßenbahnen sind noch nicht wieder in Betrieb Die Wasserleitung ist an vielen Orten wiedeihcrg stell! Deutsche Matrosen öffneten heute aus Beseht einen Fleischer- lade», aber das Fleisch war verdorben. Aus den Straßen ' cs noch sehr still. Die deutsche Besatzung verhalt sich gt>! w-> wechselt Gruße mit den Vorübergehenden, Gestern wurden a:- vielen Straßenecken Maschinengewehre ausgestellt und an de- Zentralstation ein Feldgeschütz hinter einer Sandtzorrlkode. - Gestern befanden sich noch nicht viele Flüchtlinge aus der Rück­kehr.

Die Rückkehr der Flüchtlinge, Haag, 17, Okt, Kolba.:i* lief) wird gemeldet: Der Meinungsaustausch zwischen der Ne­gierung und der deutschen Verwaltung über die Rückkehr bel­gischer Flüchtlinge hat zu einem günstigen Ergebnis geführt. Die Rückkehr von Flüchtlingen ist nicht allein nach Antwerpen und dessen nächster Umgebung, sondern nach ganz Belgien ge­stattet, Eine Proklamation, welche die holländische Regierung ansänglich plante, wird nicht erlassen. Die Bürgermeister sol­len allsgefordert werden, baldmöglichst die Personen, die r.?'i Belgien zurückkehren wünschen, anzugeben, damit sie auf b-- Verwaltungswege dorthin bcsördcrt werden können. Ru> dicnstpslichtige Männer sind von dieser Vergünstigung »»»fl* schlosse», da die deutsche Regierung mitteilt, daß sie nach bst Rückkehr nach Belgien zu Kriegsgesangenen gemacht würden Der Minister des Innern gestattete den Flüchtlingen, die sich bei Dordrccht aushaltcn, die sosorlige Rückkehr nach Aistn'st: pcn. Auch der königliche Kommissar in Seeland ist c - schlitzt, morgen und übermorgen einige tausend Flüchtlinge st st-ckza senden.

Aus Middelburg vom 16, d, Mts, wird gemcldst: Hier kommen noch immer Flüchtlinge an. welche die flandrisch irische Grenze überschritten haben. Sie erzählen, daß no ' ri-cke Tausende hätten fluchten wollen, daß jedoch die deutschen Horden die Grenze gesperrt hätten.

Opfer der Beschießung. DerNieuwe Notterdamsche C i rant" meldet aus Nosendaal vom 16. d. M.: Wäbrend des