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Jlmmiter 336 Donnerstag, den 8. Oktober 1914. f. Jahrgang

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Antwerpen vor dem Foii»

Belgier und Engländer geschlagen. Reiche Kriegsbeute. Die 'c ?!t*> «nij

Ostende geflüchtet. Die 2lntwort des amentamfthr'i; Pr^^.^rern'

Die Kriegslage.

Großes Hauptquartier, den 7. Olt., abends. Die Kirmse aas dem rechten Hccrcsslügel in Frankreich habe» »och zu keiner Entscheidung geführt. Vorstöße der Fran- ofcu >n den Argonnen und aus der Nordostfront von Verdun rurdcn zurückgcworscn.

Bei Aniwcrpcn ist das Fort Broechem in unserem Besitz. Der Angriff hat den Nethe-Abschnitt überschritten und nähert sich dein innere» Fortgürtel. Eine englische Bri­gade und Belgier wurden zwischen dem äuheren und inneren sortgürtel aus Anlwerepn zurückgeworsen. Vier schwere Batterie«, 52 Zcldgelchütze, viele Maschinengewehre, auch eng- iischc, wurden in srciem Felde genommen.

Der Angriff »er Russen im Gouvernement Tuwalki wurde «bgcwiefen. Die Russe» verloren 2790 Gefangene und neun Maschinengewehre.

In Pole» wurden i» kleinen, rrfolgrcichcn Gefechten westlich Iwandorod 4800 Gefangene gemacht.

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Der heutige Bericht zeigt uns, dah auf unserem rcchren Flügel der Ricsenschlacht immer noch gelämpst wird und die E ,chcidu»g noch ausstcht. Nach den bisherige» Ergebnissen Ibniien wir dem Ausgang getrost ins Auge schauen. Don einer Umgehung durch die Franzosen kann schon um dehwrllcn leine Rede mehr sein, weil die Angrissslinie der Franzosen allmählig viel zu ausgedehnt geworden ist, um die nötige Clarke zu be­wahren Man halt es nicht für ganz ausgeschlossen, dah der writ ausgeholte Vorstoh nach Norden der Entsetzung non Ant­werpen gelt«» soll.

Collie da, der Fall sein, dann würde, selbst wenn der Ver­such Erfolg haben sollte, was aber gänzlich ausgeschlossen er- schcint. die Hülse zu spät kommen. Antwerpen steht vor d e !» F a l I. In heftigen Kämpfen wurde das belgische Heer aiis's Haupt geschlagen und zwar in dem Raume, der sich zwi­schen de» äuhcrcii Forts und dem inneren Fortrgürtel befindet. Dah sich unter de» Geschlagenen auch die Engländer befanden, ist. wie immer, für »NS ersreulich, für die Belgier aber doppelt schmerzlich, weil sie ihre ganze Hoffnung auf die Beefsteaks ge- seyl hal.cu. Die Niederlage muh furchtbar gewesen sein, sonst konnte der Feind nicht ganze Batterien, eine Masse Geschütze und Maschinengewehre aus der Walstatt gelaffe» haben. Die belgische Regicruiig gibt das Spiel um Antwerpen nerloren und ist bereits nach Ostende llb-rgcsicdclt.

Im Oste» geht'» aus beiden Kriegsschauplätzen vorwärts, die Nüssen verloren abermals viele Gcsangenc. Alle Anzeichen beuten daraus hin, dah die Russen sich anschicken, Galizien wie­der zu räumen.

Die gelben Räuber haben Jaluik auf den Marschalls-In- seln besetzt. Uns trifft dieser Verlust wenig, allein die Berei­nigten Staaten und Australien werdend erleben, wohin die Schandpolitil Englands ihre Ctaatcn führen wird.

Der etnerilettische Präsident Woodrow Wilson hat ein Antworttclcgramm an den deutschen Kaiser gerichtet. Es ist herzlich gehalten, aber ein Meisterstück in der Gabe mit recht vielen verbindlichen Worten nicht» zu sagen.

Die belgische Regierung

verlässt Antwerpen.

DerFrankfurter Zeitung" sind folgende Depeschen über dir Belchicgung der Stadt Antwerpen zugegangen:

Amsterdam, 7. Olt.Riruws va» Lcn Dag" meldet an» Rejcndaal: Heute früh um halb 8 Uhr liehe» die Deut­schs» Lurch cluc Siasette ansagcn, doh um halb zehn Uhr die Bcschichung der »Stadt Antwerpen beginne werde. Die Regierung ist um halb zwölf Uhr nach Ostende übergestedclt. Der König blieb in der tadt. Zahl­reiche Flüchtlinge sind infolge dieser Anlundigung an der hol- .öndHöcn Grenze angclommcn.

Berlin, 7. Olt. Dir telegraphische Berbin- d » » g, ebenso Die Zugoerbindung mit Antwerpen st seit heute slüh u n t c r b r o ch e.n. Der Telegrapyenoer'chr üt von hier nur noch mit Ostende und Gent möglich und zrvar über onbon.

Hunderte von Antwcrpencrn sind in Rotterdam und Am i erdam angckommen.

.sjküige fUi!i!j5 f f bri Cirr. Dtllhichmn der innfiiiDrf«.

Amsterdam, 7. Oft. DasHandelsblad" melbct um Millenmckst aus Antwerpen, daß den ganzen Tag u,,d die Nacht hindurch bei Mondschein an der Reihe in der UmLsdniig von Lier heftig gekümpst worden sei. Tie Stad:

Lier liege zwischen den kämpsciidcn Heeren. lluterstützt durch Artillericseucr, das besonders mörderisch sei, bra:h- ten die Deutschen ihre Infanterie einige .Kilometer »oraus, doch mußten sie Fuß für Fuß von deni verbündeten englisch- belgischen Heer erkämpfen. Das offizielle belgische Com- mnnique gibt zum erstenmal zu, daß der Zustand ernst 'st. Der Kommandant de Gurse bringt zur Kenntnis der. gcrmeistcr von Antwerpen und dec Gemeinden, daß die Beschießung Antwerpens unvermeidlich sei, aber auf tue Dauer des Widerstandes keinen Einfluß haben werde. Er rät den Personen, die sich der Wirkung der Beschießung ent­ziehen wollen, an, sich nach Norden oder Nordweslen zu -nt- ferncn.

DerManSbode" berichtet, dah die Zahl der Engländer in Antwerpen nicht zehntausend, sondern dreitausend be­trage. Ferner meldet das Blatt, trotz de? RegcnS fei gestern Mittag und nachts heftig an der Ncthe gejochten worden, wo die Deutschen trotz des schweren belgischen FcucrS eine Brücke zu schlagen versuchten. Tie d.entsrlien Granaten fallen bereits in den Ort Dicuxüieu, drei Kilometer von Antwerpen. Die Dörfer Hove. Mortsei, Vieiirdicu '.md vor allem Voßberg haben schwer unter dem deiitschcit Feuer gelitten. (Es handelt sich dabei mn kleinere Ortschaften im Bezirk der Forts 4 und 5 der inneren Linie. D. Red.) Tie Kaserne in Eontich ist zerstört. Alles weist daraiif hin, daß die Not in Antwerpen groß ist. Zahlreiche Personell von Rang verlassen die Stadt. Der König und die Minister sind bis jetzt geblieben. Der Konimandant hat jedem, der den Wunsch dazu äußerst, die Abreise sreigestcllt.

DttMifklicr Wan) Anjivrrptiig.

Ferner wird mitgcteilt, daß die Stadt nach der Zer- störung der Wasserleitung schon seit einer Woche ohne Trink- wasscr sei, wodurch die Gefahr einer Epidemie i» den ärme­ren Stadtteilen nahegerückt sei. Samstag drang die deutsche Kavallerie über Dussel, das zuerst durch die Ar­tillerie zerstört wurde, bis Lintb durch, aber Sonntag sahen die Deutschen von weiteien Dersnclsen, dieNethe zu forcieren ab und zerstörten die Fort« zwilchen Senne und Schelde. Tie Tciitschen legten in die verzwciselt känipsendeu b->lgi- schen Truppen Bresche. Tic Bevölkerung aus der Gegend um Antwerpen zieht noch immer in langen traurigen Zügen nach der holländischen Grenze.

Die ilrrtfi&ipna des forte Waelhem.

Au? Kopenhagen nicldet derLokalanzeigcr": lieber die Verteidigung des Antwerpener Forts Waelhem meldet dieMorning Post": Tie Verteidigung des Forts, das den Hauptangrisf der Deutschen aushaltcn mußte, wurde mit größtem Heldeuiuut geführt. Als einige Panzertiirme >u- sammcngeschossen waren, sordcrtc der Kommandant de Wet diejenigen Soldaten, die von dem langen Kamps am mei- sten erschöpft waren, aus, sich zurücrzuziehen, da jetzt nur eine kleinere Garnison erforderlich sei. Niemand aber kam der Aufforderung nach, de Wet iilnßte den direkten Befehl erteilen, daß eine Anzahl Soldaten zurückgezogen würde, de Wet selbst ist verwundet, c:fuTrt aber, daß r ; ".' Soldaten ihre Stellungen nicht verlosten würden. 1 ' noch ein

einziger Scstnh gegen die Deutschen alg ert werd>m könne.

öic frtife Mnfi der LelPtr.

Amsterdam, 7. Okt. Ter Korrespondent derTyd" berichtet aus Antwerpen, daß er bei einem Ausflug zu dem nördlichsten Fort Siabrock bemerkt habe, daß Trahiversperr- nngen und Laufgräben in der Richtung nach Süden ange­bracht seien, was darauf Hinweise, daß die Belgier, wenn die innere Fortlinie in der Hai d der Deutschen ist. Ant- werpm ausgeben, aber noch Widerstand an den nördlichm Forts leisten .wollen.

Die lifoitiiktfR frani. p^fSiint^UfrlwIjf.

Rom. 7. Okt. DirTribuns" schreibt zu dem heutigen Si- luationsbericht. Das französische und das deutsche Comivuni- anc stimmen diesmal überein und sic werden auch durch zuver­lässige Privatnochrichten gestützr. Danach scheint cs, als ob der Plan der Franzosen, die deutsche rechte Flanke zu überflügeln, vollkommen gescheitert und in das Gegenteil verkehrt wor­den ist, denn jetzt scheinen die Deutschen die französische linke Flanke mit der Umgehung zu bedrohen. Daß die Deutschen de» Plan Joffres losort ahnten, als sie die Bedrohung durch das

Pariser Heer bemerkten und in der gewohnten Promptheit Fürsorge trafen, indem sie starle Streitkräs-c dorthin wr.rs-i, und damit den «mfasiunzrplan unmöglich machten, weiß man. Man kann aber nicht ohne eine gewisse Ucbcrraschung die letz- len Nachrichten lesen, dag sich die Deutschen ihrerseits anfchick- ten, den den Franzosen mißglückten Plan selbst zu versuchen. Weher konnte sie, die mit immer stärkeren Kräften Front gegen di- russische Drohung im Osten »rächen müsien, noch so viele Truppen stellen, sogar Kavallerie, eine Wusse, die so viel Platz beim Transport wegnnnint? Wir können nur noch einmal dir!- Frage stellen, dis wir schon früher erhoben haben. Warum gelang cs nicht den Franzosen, die nur zwei Drittel oder drei Vorteile hatlen, djo der Kamps ini eigenen Laude, die Unter I Vorteile hatten, die der lampi im eigenen Lande, die Unter­stützungen durch Festungen, möch'ige Befestigungen und der Be­sitz eines ausgedehnten Bcrbindungsuetzcs im eigenen Rücken mit sich bringt, die letzten Kräfte gegen den Feind zu sammeln in einem selbständigen Heere von nicht mehr als 150 000 bis 200 000 Mann, was das Gleichgewicht Herstellen mußte? Erst nach dem Ende des Krieges wird -»an vielleicht eine Antwort aus diese ernste Frage erhalten.

Die Dik-kllllge bfr Mcn in Otanngua.

Budapest, 7. Olt. Einem amtlichen Berichte zufolge haben unsere Truppe,, die in Maramaros-Czigct emgebrochc neu russischen Hcercstcilc geschlagen und bereits bis Ra- ggbocsko » c r s o l g i. Die Verwaltungsbehörden werden im t.'an-e des heutigen Tages ihre amtliche Tätigkeit wieder auf­nehmen. Die Beerdigung der in dem süngsten Kamps bei Uz- tok gefallene» Rüsten Lauert fort. Bisher find 8000 russische Leichen begraben worden.

Nyarcgy^azs, 7. Olt. Eine amtliche Meldung aus Hufzt besagt: Die österreichisch-ungarischen Truppen stehen seit Montag Mittag bei Tceso mit den Rüsten in heftigem Kampf. Den Russen wurde» ihre Positionen entristen. Bei Kvrös- jalva hot cbeusalls ein heftiger Kamps stattgesundcn und mit einem vollständigen Siege geendet. Die Rüsten wurden rcr- nichtct oder gefangen. Hier haben 2000 polnische Legio- n ä > c die Vorhut gebildet.

Die Kämpfe bei Cattaro.

Mailand, 7. Olt.Eotriere dclla Sera" erfährt tele­graphisch, der Berg Levtschcn wird unausgesetzt von den öster­reichischen Falls in Cattaro mit Arllllcriefeuer bestrichen. Fast täglich fliege,, auch österreichische Flugzeuge über die montene- grinischen Steilungen. Vergebens suchten die Monlencgrincr sic berunterzuschießcn. Auch über den Hasen Antivari fliegen die Ocstcrrcichcr und zielen mit Bombe» nach den französischen Schissen.

König Nikolaus mit mehreren Familienmitgliedern b-

snchlr die Stellungen aus dem Lovtschcn.

Der Vorstoß in Polen,

Paris, 7. Ort. .fDaily Marl" meldet aus Petersburg: Die Deutschen gehen in vier Säulen auf Südostpolcn vor. drei stoßen von äolisch und Bendin auf Warschau vor, die vierte von Krakau die Weichsel entlang.

Zikgreilhe Kkftchse in Kamerun.

Berlin, 7. Okt. Der Gouverneur von Kamerun meldet siegreiche Gefechte von Anfang September gegen Englän­der und Franzosen. In diesen Gefechten sind die Obcrl-ut- nanti, v. Rothlirch und Milbrat, Sergeant Jost, Sanitätsser- gcont Gustav Kühn, Bezirlsamtmann Rausch. Zollamtsvorstchcr Glock und Landmesser Lyhnc gefallen.

Gren^gefechte irr Oftafrika.

L on do n, 7. Olt. Das Kolouialamt gibt bekannt: Im Cepiember hat eine beträchtliche Bewegung an der Grenze von D e n t s ch - O st a s r i l a jtattgesunden. Der Feind machte mehrere Streifzüge aus britisches Gebiet und versuchte auch, die Ugandababn abzuschnciden. Er wurde überall zuiüngewiesen; nur eine kleine Grenzstation ist noch von einem deutschen De­tachement besetzt. Die normale Besatzung in Ostasrika und Uganda ist von Kricgsbcglnn an durch bedeutende indische Ab­teilungen sowie durch freiwillige Berittene verstärkt worden, sodah die Lage unbedenklich ist.

Die Zapaneses? besetzen Jalnit.

M a i l an d , 7. Olt Aus Tokio wird amtlich gemc! det. Ein japanisches Detachement besetzte die Insel Jalnit. den Sitz der deutschen Regierung aus den Marschall-Jnscln. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand. Im Hafen sestgchaltcne englische Schisse wurden sreigelassen. Das Marincamt bezcich-