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Dienstag, den ti. Oktober 1itt4.
7. Iaiirganf
Ueue Tageszeltim
Die „IIk»e Cnersieitung " erscheint iklen Wcrttag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus ch-steu", „Sie Spinnst»!.«". ü-jngoprcio: Be, den Posta, stallen oierieffähittch Ät!. I.uä lei den Agenten monatlich SO Pig. '•'in-.u tritt Postgebühr oder Trägerlohn. Anzeigen: Grund;e,le 20 Psg., lolalc lö P,g„ An,eigen oon auswärts werden durch Postnacht,n , !U er loben Erfüllungsort Friedberg. Hchrikt'eitnng und Verlag Friedbcrg (Hessens, Hanauersiraße 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 48«S, Amt Franlsurt o. M.
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Antwerpen vor dem
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Fall. — Riesenkampf im Westen. — Kühlung mit den Rüsten.
Die Kriegslage.
WTB. «»rotzes Ha«ptq»artisr. 5. Okt. nbcrrds. (Amtlich.) Bor Antwerpcr» sind die Forts Kessel und Brochcm zum Schweigen gebracht. Die Stadt Lierre und das (^isenbalsnsort an der Bai)» Mechcln Antwerpen sind genommen.
Ans dein rechten Flügel in Frankreich wurden die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt.
In Polen gewannen die gegen die Weichsel vorgehenden deutschen Kräfte Fühlung mit den russischen Truppen.
Aus dem heutigen Berichte ist zu ersehe», dah Antwerpen vor dem Fall stehe» diirfte. Ter Riß, der in dein Ring der Außenforts gerissen worden ist, wird etwa 30 Kilometer betragen. Zur Zeit werden unsere schweren Beschütze in den eroberten Forts ausgestellt, und deren Feuer wird der innere Fortsgürtel, dessen Befestigungen älterer Art sind, nicht lange widerstehen können. Aus der Stadt eintrcsscnde Nachrichten besagen, daß dort die Stimmung sehr gedrückt sei. Alle Hoffnung setzt man in Antwerpen auf englische Hülse, die aber, falls sie überhaupt noch rechtzeitig cintreffen könnte, uns nicht mehr gefährlich werden könnte. Gerüchte, die allerdings noch der Bestätigung bedürfen, besagen, daß sich der König bereits nach Ostende, zur lleberfahrt nach England, geflüchtet habe.
Auf der großen Kampfesfront iin Westen, sind wenig Veränderungen eingctreten, indessen lassen die Berichte der Gegner erkennen, daß man die Lage als wenig rosig ansieht. Jedenfalls sind sie sehr abgeblaßt vor den Sieges- Nachrichten, die vor Woche» an dieser Stelle verausgabt worden sind.
Die Japsen machen wieder von sich reden. Ein dänischer Berichterstatter will in Dünaburg mehrere Militär- züge mit japanischen Truppen gesehen haben. Diese Nachricht ist wenig glaublich • die Japsen wollen lediglich
stehlen und haben gar e Veranlassung, die Nieder-
läge des russischen Reiches, die sie insgeheim ihrem Nachbar" gönnen, auszuhalten und dafür ihre Truppen zu opfern. Das ist ganz und gar unwahrscheinlich. Tie Truppen, die der Däne gesehen hat, werden wohl mongolische Truppen aus den, sibirischen Amurgebiet gewesen sein, die de» Japanesen znm Verwechseln ähnlich sehen.
Viel wahrscheinlicher ist eine andere Meldung, daß japanische Truppen in Indien gelandet seien. Das Ziel der Politik Japans ist die unumschränkte Herrschast zunächst in Ostasien, um sie dann später über ganz Asien auszndchnen. Dazu würde ihnen eine Hilfeleistung in Indien einen angenehmen Vorwand geben. Tie Engländer mögen ja dann sehen, wie sie sich später ihrer „Verbündeten" erwehren können. Uns soll's recht sein.
Meldungen aus Antwerpen.
Angriff auf die inneren Fortsgürtel Antwerpen:.
Priuatmeldungen lassen, wie der „Vossischen Zeitung" ans dem Haag gemeldet wird, keinen Zweifel darüber. daß rer Angriff auf die inneren Fortsgürtel bereits in der Nacht zum Sonntag begonnen hat.
Gedrückte Stimmung.
Amsterdam, 5. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) „Tele- ■ a rnaf" meldet aus Antwerpen, 3. Olt.: Tie Lage ist Her äußerst kritisch. Amtlich wird gemeldet, daß die äußerste Fortslinie gefallen ist. Tie Stimmung in der Stadt ist sehr gedrückt. Eine heute erlassene Proklamation ermahnt die Einwohner zur Ruhe. Man daß Ho Masse!
zufuhr abgeschnitten wird.
Die Belgier geben il,ee J.'tz rlegc
London, 5. Lkt. (W. B. Nichtamtlich.) die !ne- jige belgische Gesandtschaft hat folgendes Telegramm aus Antwerpen erhalten: Orstlirh der So: e ist um-re Lene, dignngSlinie gezwungen worden. ließ re- d"nt beiligen l.u- griff der deutschen Artillerie ans den Netheslnß zurück;»- ziehen, nachdem sie fünf Tage lang heftigen Widerstand geleistet hatte. Unsere Stellung an dem Reth.fflüß ist sehr stark, die Armee wird mit äußerster Energie Widerstand leisten.
Englische Hilfe für Antwerpen.
Amsterdam, 6. Lkt. Das Blatt „Trlcgraas" meldet aus Antwerpen, daß der englische Minister Winston Churchill dort angekonmien sei und die Hilfe der P. öün- deten versprochen habe. Derartige Antwerpener Nacl richten sind mit Vorsicht anfzunchincn.
Pfütiiise fllrarv iibrr ssoinpiSM.
Der „Matin" teilt mit: Die deutschen Flieger bombardier- > len oestern Compiegnc und beschädigte» namentlich den Bohn- l'vs
vom olimuißariidjcn Kriegsilhaupiatz.
Budapest, 5. Olt. Nach hartnäckigem Ringen ist es unseren Truppen gelungen, die in das B e r e g e r Komitat ein- gedrnngenen Russe», die 12 000 Mann zählten, und mit Ge- birgslanone» und Maschinengewehren ausgerüstet waren, in mehreren Gefechten zu schlagen und aus dem Komitat zu vertreiben. Unsere Truppen, etwa 4S00 Mann mit wenigen Geschützen, hatten sich bei Fclsoe-Vereezke konzentriert und nach mehrstündigem Kampfe gelang es ihnen, die Russen abzudrängen. Zur endgültigen Entscheidung kam es bei Szo- lyoa. Tie Russen mußten sich fluchtartig zurückziehen, wurden jedoch zwischen Aknos und Polen« umzingelt. Zahlreiche Nullen fielen, viele wurden gefangen genommen; außerdem wurden Maschinengcw-b— erbeutet. Damit war das Bereger Komitat vom Feinde p. bert.
Budapest, 5 Ott. Ter Obergespan des Marmaroser Ko- mitats sandte an die Szatmarer Behörden ein Telegramm, worin er mlttcilt. daß die russischen Truppen sich im Rückzüge befinden, und daß keine Gefahr mehr vorhanden sei. Tie öftere nchischeil Truppen hätten sich, nachdem sie Mamszigit geraum! Härten, in eine ansgezeichnele Position bei boßzumezae zurückgezogen und dort die von mehreren Seiten eintiejrenden Hilfskräfte abgewartet. Sie seien dann zur Os. sensive i.dergegangen Tie Schlacht habe G- die österrncknsib- ungarischen Truppen günstig begonnen.
Budapest, 5 Olt. Es ist erwielen, daß die russischen Truppen nur aus Schleichwegen, die ihnen von Verräter» gezeigt wurden, über die Karpathen in ungarisches Gebiet einbrechen kannten.
Kümpfe tu Kraiitschsv.
London, 4. Okt. Ans Peking wrrd gemeldet: Die englischen Streitlrasie unser General Barnardiston letzen mit großer Energie den Angriff aus Kiautschou scrt. Die deutschen Truppen haben sich ans Tsingtau selbst zurückgezogen, dessen Forts Tag und Rocht tätig sind. Das Feuer ist besonders gegen die japanischen Stellungen gerichtet. Deutsche Aera- plane haben wiederhol! versucht, die japanischen Kriegsschiffe durch Bomben zu -erB'ren. Die Engländer und Japaner treffen Vorbereitungen zu einem entscheidenden Vorstoß gegen Tsingtau.
Ans Züdrr'eika.
London, ö Olt. Die „Daily Rcws" berichiet aus Südafrika. Colonel Graut telegraphiert, daß die Engländer bei ihrem Mißersclg an der Grenze des Randsonlein- und des Warmbad Distriktes 10 Tote. 40 Per rundete, 8 Vermißte und liö Gefangene verloren. Die Gefangenen würden oon den Deutschen gut behr.ndelt. General Lukin telegraphiert, daß Colonel Grant keine Schuld an bL|cm Unglück treffe: seine
Leute hätte» tapfer gelochten. Gin weiteres Telegramm lagt, daß die deutschen Gefangene» aus Ehrenwort entlassen worden ieien. da man angenschcinuch Wasser und Nahrung sparen wolle.
Die si.dalrilanischc Regierung teilt den Tezt eines angeblichen Ausrufes der Deutschen mit, der aber durch Pieter und Andries de Wet gezeichnet ist, worin die Buren aufgesordert werden, die englische Herrschaft zu stürzen. Es wird darin weiter deutsche Hilfe zur Errichtung eines Burenkorns, sowie freie Lieferung reu Artillerie und Gewehren und Muniiiou angeboten.
Der ScekamPf»
London 4. Ol!. Das Reutersche Bureau raeldrt aus Valparaiso: Der deutsche Kreuzer „Leipzig" bohrie das englische Oelichiss „Elsinor" a.< lö. September im dmi chilenischen Gewässern im Grund. Die Man:.s.hast wurde in Galapagos gelandet.
iffasi einer Lleydir.clrui.g aus Osleude ist der euglische Dampfer „Tcwdeu" aus der Fahrt von Hüll nach An wrepeit
der Nacht vom 2. zun, 0. d. M. aus eine Mine geraten und gesunken. Neun Mann werden vermißt, 'dicht wurden von einem Fischerboot nusacnomme» »nd nach Oitenve oebracht.
(Tin rnglildjfö Lingkstiin-ms.
London, 5. Okt. Der militärische Mitarbeiter der „stst. ! irr" schreibt in einer Uedersicht über die Lage aus dem .».rlegsschauplatz: Selbst wenn es den Verbündeten gelingt, die Deutschen zurückzutreibe» und den Russen aus dem östlichen Kriegsschauplatz einen entscheidenden Sieg zu gewinnen, sind noch ungeheure Schwierigkeiten zu überwinden, die große Opser kosten werden. Deutschland steht nach wie vor einig da. seine Hilfsquellen sind reich, seine militärischen Kräfte in der Hauptsache uugeschwächt und seine Arsenale und Wersten fer uerhin imstande, dem Heere und der Flotte große Dienste zu ioisten. Außerdem muß man damit rechnen, daß hinter den Stellungen an der A i s n e mehrere ähnliche Verteidigungslinien errichtet worden sind und daß der Krieg an der gewaltigen östlichen Front mehrere Monate dauern wird.
Mtt non Mcnbrrti bleibt int Mt.
Wien, 3. Okt. Rach einer neueren Meldung ist die Er- liankung des Generals oon Ausfenberg an der Ruhr nur leichter Art: Ausfenberg wird aus dem Kriegsschauplätze verbleibe,!. - Diese Meldung wird man in Deutschland mit der gleichen Genugtuung begrüßen wie in Oesterreich, da man auch bei uns den hervorragenden militärischen Eigenschaften Aussen- dergs volle Anerkennung zollt.
Gcneralovcrst von .Hmdcrtvmg in Overjchlesien.
Ter ruhmvolle Befreier Ostpreußens und Lberbeseyls- baber im Osten Generaloberst von Hindcnbnrg hat ln letz- ler Zeit auch einige Tage in Obersckstesien geweilt, »in dort sich persönlich von der Lnge zu überzeuge» »nd seine Tispo- silionen zu treffen. In der Oberschlesischen Grenzzeitung veröffentlicht der Oberbürgermeister Dr. Brüning jetzt folgende Bekanntmachung: Vom Herrn Generaloberst von Him drnburg ist mir folgendes- Schreiben zugcgangcn: „Während meiner mehrtägigen Anwesenheit in Benthen sind mir unendlich viele Beweise des Vertrauens und wohlwollende Gesinnung ans allen Schichten der Bevölkerung eutge-gen- gebracht worden. Bei meinem Scheiden ans Benthen bitte ich, der Bürgersck-ast meinen herzlichen Tank für diese mich unendlich etsrcncndcii Kundgebungen zu übermitteln. Ick' werde mich der in Benthen verlebten Tage stets gern >w- inner» und wünsche der aufstrebenden Stadt ferneres Blühen n. Gedeihen, gez. v. Hindenbnrg. Generaloberst. Lbeu- brscstlch-rber im Osten." — Ter Oberbürgermeister begleit-:, die Bckanniinachung mit folgenden Sätzen: „Vorstehend:: für unsere Strdt ehrenvolles Schreiben bringe ich zur öfseul- Ischon Kenntnis. Ter Herr Generaloberst kann versi.be> ‘ fein, daß ihn unsere innigsten Wünsche und Gebete ans \i neu weiteren Wegen begleiten."
Aus Frankreich.
Verluste an Offizieren. Lyon, 5. Olt. „Progrcs" schreibt Infolge ungeheurer Verluste an Ossizierc» mußte die französische Heeresleitung die Offiziere auweisen, mehr als bisher Deckung zu nehme» und waghalsige Angriffe nur im Notsalle zu unternehmen.
Der Sehn des Ministerpräsidenten gefangen. Genf, S. OH. Der ..Berliner Lolalanzeiger" meldet aus Eens: Der
Schn des Winisterpiüsidentcn Viviani, der als Jnfanlerist bei Arias mltlämpjle, wird vermißt. Vermutlich ist er gefan
gen genommen worden.
Uriffl eine» iranzösischcn Artillerie-Offiziers. Lyon, k> Olt. ..Progrrs" veröffentlicht einen Brief eines französischen 'Artillerie Offiziers, in welchem dieser erklärt, daß die Franzosen der dcui'chen schweren Artillerie gegenüber wehrlos seien, da sie l::ne Geschütze von solcher Tragweite besäßen. Die deutschen Flur ugc leisteten zur Bestimmung der gegnerischen Stel langen d e größten Dienste. Wen» ein deutscher Flieger du s-auzesische Artilleriestellung ermittelt habe, bleibe der Artil- 1 ,-ric nur c. , sibnellcr Stellungswechsel übrig, da sic sonst kurr daraus rau c: dichten Geschoßhagel überschüttet werde. Die
Deutsch.-!, s'Meister in der Verwendung der Maschinengewehr:.' .de Jnsautcrlc werde durch Reihcnseucr zv
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.st buch'löblich uiedergcmccht.
Des Tagebuch eines französischen Militär» ;! c r-. B : r l: n , ö. Olt. Aus dem in deutsche Hände gesal- :„ T eebuch e >:.s französischen Truppenarztes der 4. upagnie dcs r O euicrrcgimcntr jind uns nachstehende Aus- hnungen zur ! . ögung gestellt worden, lieber den tsi-. g der Franzosen bei Paliseul beißt cs Es gib! keine O öuuna.und Dis-.ivlin mehr. Die Genera»
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