Ausgabe 
12.1.1915
 
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auf seine ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse hinwies, ver⸗ anlaßte der Hauptmann sofort die Uebersendung von 40 Mk. an Frau Hirsch aus einem von ihm gestifteten Unterstützungsfonds,

sowie eine angemessene Benachrichtigung der hannoverschen Presse. Letzteres hatte zunächst in unserer gebefreudigen Zeit den Erfolg, daß nahezu postwendend ungefähr 515 Mk. bares Geld und 132 Pakete und Wertbriefe für dieFliegereltern einliefen, dann aber auch, daß telegraphisch und amtlich festgestellt wurde, daß Herr Hirsch in unverhörter Weise geschwindelt und seine bei ihrer Schwester in Wülperode(Provinz Sachsen) wohnende Frau überhaupt keinem Kinde das Leben geschenkt hatte! Fast sämtliche Spenden sind dann wieder in die Hände der Geber zu rückgelangt. Der phantasievolle Schwindelpapa wurde vom Kriegsgericht wegen Betrugs im Zusammenhang mit Belügen eines Vorgesetzten unter Anrechnung von 3 Wochen der Unter⸗ suchungshaft zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt.

Telegramme.

Tahesbericht des Großen Haupthuartiets.

Im Westen und Osten unverändert.

W. B. Großes Hauptquartier, 11. Jan., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz:

Ju Gegend Nieuport, Nppern und südlich fanden nur Artilleriekämpfe statt.

Ein französischer Angriff bei Ta Boiselle nordöstlich Albert scheiterte gänzlich.

Nördlich Soissons griffen die Franzosen, die sich nur in einem kleinen Stück unserer vordersten Gräben festgesetzt hatten, erneut an, erzielten aber bisher keine Erfolge. Die Kämpfe dauern noch an.

In der Nähe von Soupr fand in den letzten Tagen kein Kampf statt.

Oestlich Perthes nahmen unsere Truppen das ihnen 5 N Grabenstück zurück. Der Feind hatte schwere Ver uste.

j In den Argon nen schritten unsere Angriffe weiter ort.. Im Ober ⸗Elsaß herrschte im allgemenien Ruhe.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Lage in Ostpreußen und Nordpolen ändert.

Bei der ungünstigen Witterung kommen auch unsere An⸗ griffe in Polen nur langsam vorwärts.

Oberste Heeresleitung. Ein Luftschtff über dem Kanal.

London, 11. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Daily Chronicle mel⸗ det: Am 9. Januar überflog ein Luftschiff, aus dem Innern Belgiens über Fournes und Dünkirchen kommend, nebst Flugzeugen in großer Höhe Calais in der Richtung auf Dover. Die Geschütze

bei Calais wurden in Stellung gebracht, oh me den deutschen Luft⸗ schiffern zu schaden. Deutschland in englischer Beleuchtung. London, 11. Jan.(Ctr. Frkft.) Die Daily Mail hat

Fon einem Spezialkorrespondenten eine Reihe von Artikeln über den Zustand in Deutschland veröffentlicht und faßt diese Mitteilungen ihres Korrespondenten in einem Leitartikel zu⸗ sammen, worin es u. a. heißt: Das Bild dieses großen Landes ist, daß es einig ist wie niemals vorher und daß es voll Vertrauen ist auf den Sieg, fest entschlossen und gut organisiert zum Siege, ein Land, das mit unerschöpflichen und unerhörten Hilfsmitteln an Kriegsmaterial versehen ist, das trotz der schweren Verluste ungebrochen ist, das durch den ökonomischen Druck der britischen Uebermacht zur See bis auf einzelne Ausnahmen noch nicht gebrochen ist. muß man den Zustand in Deutschland auffassen. Nichts weist darauf hin, daß ein Mangel an Lebensmitteln oder an Rohstoffen einträte. Dann aber ist Deutschland beherrscht durch einen verzehrenden Haß gegen England.

Vom französischen Oberbefehlshaber. Der Korrespondent der Neuen Züricher 31g. bespricht die Per⸗ sönlichkeiten des französischen Hauptquartiers und führt über Gene⸗ ral Joffre u. A. folgendes aus: Seit Joffre den Oberbefehl inne hat, verabschiedete oder ersetzte er nicht weniger als 77 General. Diese Zahl soll inzwischen noch zugenommen haben. Von allen politischen Generalen und Anmeekorps⸗Kommandanten, d. h. solchen, die ihre Stellung durch Vermittelung politischer Machthaber erhalten hatten, ist ein einziger übrig geblieben, nämlich General Sa xail, der hohe strategische Fähigkeiten gezeigt hat. Der geringste Verstoß in der Truppenführung wird streng bestraft, beziffert man doch die Zahl der gemaßregelten höheren Offiziere auf 150. Nicht nur hat Joffre, das Kommando der französischen Armee verjüngt, sondern er hat auch fortwährend die körperlich und geistig unfähigen Offi⸗ ziere ausgemerzt und den militärischen Geist des Ganzen gehoben.

Die Behandlung der Kriegsgefangenen. Paris, 11. Jan.(Ctr. Frkft.) Das Kriegsministerium teilt der Presse eine offizielle Note mit, die besagt: Infolge der harten Behandlung der französischen Krie gs gefangenen in Deutschland, die durch amtliche Dokumente festgestellt ist, hat die französische Re gierung energisch in Berlin auf diplomatischem Wege Protest erhoben und Reziprozitätsmaß⸗ regeln gegenüber den deutschen Gefangenen in Frank⸗ reich ergriffen. Künftig wird die Heimbeförderung der deutschen Aerzte und Krankenwärter von der Heimbeförde rung des französischen Sanitätspersonals abhängig gemacht. Nach dem Beispiel Deutschlands, so sagt die Note, haben wir die tägliche Zuwendung von fünf Centimes an die Soldaten und Unteroffiziere sowie die Verteilung von Tabak aufge⸗ hoben. Wir haben den Sold der gefangenen subalternen und höheren Offiziere auf 60 und 100 Mark herabgesetzt. Wir haben das Ernährungssystem geändert. Diese Bestimmungen haben bereits Resultate gezeitigt, besonders in bezug auf die Erleichterung der Korrespondenz mit den französischen Ge fangenen in Deutschland. Die Regierung ist fest entschlossen, diese Mittel beizubehalten und konsequent den deutschen Kriegsgefangenen diejenige Behandlung angedeihen zu lassen, welche die französischen Gefangenen erfahren. 1 Bei uns weiß jedermann, daß die Kriegsgefangenen 5 nicht schlecht behandelt werden. Dieamtlichen Dokumente der französischen Regierung sind jedenfalls Schwindel in

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Wien, 11. Jan.(W.. B.) Amtlich wird verlautbart: 11. Januar 1915. Die Situation ist unverändert. In Rufsisch⸗ Polen gab es an der unteren Nida gestern hartnäckige Kämpfe. Sier gingen die Russen zum Angriff über und ver⸗ suchten, an mehreren Stellen mit bedeutenderen Kräften die Fluß⸗ niederung zu passieren. Sie wurden jedoch unter starken Verluften überall abgewiesen. Während dieser Infanterieangrifse

Stunden hindurch anhielt.

An der übrigen Front hat sich nichts Wesentliches ereignet.

Einer unserer täglichen Aufklärungspatrouillen gelang es gestern Nacht, die feindlichen Stellungen zu durch⸗ brechen, in den dahinter gelegenen Ort einzudringen und bis in die Wohnung des feindlichen Regimentskommandanten vorzu⸗ stoßen. Von diesem kühnen Unternehmen kehrte die Patrouille mit einem Offizier und sechs Mann als Gefangenen zurück.

Da neuerdings festgestellt wurde, daß sich Angehörige der russischen Armee österreichisch ungarischer Uniformen bedienen, um Patrouillen und kleinere Ah⸗ teilungen zu überfallen, wird nochmals betont, daß Offiziere und Mannschaften des Feindes wegen dieser Art, die Geseße und Gebräuche des Landkrieges zu verletzen, nicht als rieg⸗ führende behandelt werden.

: Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabs:

v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Stillstand in den Operationen.

Kriegspressequartier, 10. Jan.(CEtr. Frkft.) Auf nördlichen Kriegsschauplatz herrscht derzeit ein Operatious⸗ stillstand, der kaum durch kleine Gefechte und oft auf weiten Frontteilen nicht einmal durch einen Schuß unterbrochen wird. Für die Truppen ist damit die erste größere Ruhe⸗ pause während des ganzen bisherigen Feldzugs gegeben. Sie ist entstanden durch die Ungunst des Wetters, die auf beiden Seiten in gleicher Weise hemmend wirkt, andererseits durch die Eigenart des Positionskrieges, der sich im Verlaufe der letzten Kämpfe entwickelt hat. Auf beiden Seiten liegen lückenlos ausgebaute Stellungsfronten, die in ununter⸗ brochener Reihe von der unteren Weichsel, etwa bei der Suchamündung, bis in die Karpathen verlaufen. Die Truppen haben nun Muße, sich zu erholen und sich in den gewonnenen Stellungen entsprechend einzurichten. Die beiden Fronten rücken, stellenweise sehr nahe aneinander. 5

Freiherr v. Reden, Kriegsberichterstatter.

Der Krieg im Orient.

Der Heilige Krieg in Persien.

Nowoje Wremja drahtet aus Teheran, daß die persische Stadt Senne in Kurdistan und ihr Gebiet von der Re⸗ gierung abgefallen sei und ihren Anschluß an die Türkei proklamiert habe. Die Stadt Senne oder Senna, ein Hauptsitz der persischen Teppichknüpferei, liegt etwas 300 Kilometer südlich des Urmiasees; ihre Einwohnerzahl wird auf 35 000 geschätzt. Die russischen Kolonien in Täbris und den übrigen persischen Städten der sogenannten russischen Zone, die ihre Wohnsitze verlassen mußten, sind nach einer Drahtmeldung aus Tiflis auf ihrer Flucht wohlbehalten im Kaukasus angelangt.

Vereinskalender. 5 Dienstag, 12. Januar. 8 N Gießen. Freie Turnerschaft. Der fiir Dienstag abend fesigesetzte Wiederbeginn der Turnstunde muß wegen dem in der Turnhalle stattfindenden Aushebungsgeschäft auf nächsten Dienstag,

Der österreichisch⸗ ungarische Tagesbericht

war in den Nachbarabschnitten heftiger Geschützkampf, der mehrere

derg

Verantwortlicher Redakteur; J. Vetlers, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 47 Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G.. b. H., Offenbach a. M

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1

Verstorbene. Frau Minna Spruck geb. Sartorius, in Gießen, 76 Jahre alt. Frau Kath. Klein felder, geb. Stahlheber, in Wetzlar. Jahre alt.

Ach, viel zu früh verliessest Du dite] Deinen, 1 Die in det fernen Heimat um Dich weinen! N 1 Nen

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i-Inf.- F eit ni 8 Res.-Inf.-Regt. Nr. 116 G. Komp.) 100 im Alter von 20 Jahren. en mn Alten-Buseck, den 11. Januar 19158. N g ö a8 8 1 5 5 Die& im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:, nder ger

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