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«Mat Tagrszettung. Wittroofl), dt« 8. Juli 191«

Seile 3.

nachmittags 4y z bis 6 Uhr und abends von 8 bis 10 Uhr ist

auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends 8 Uhr im Kurhanssaale Theater: „Eine Frau ohne Bedeutung'^ Schauspiel in 4 Akten von Oskar Wilde.

* Bad Nauheim, 8. Juli. Donnerstag, 9. Juli, nach­mittags von 4 bis 5% Uhr findet auf der Terrasse Konzert der Kurkapclle statt. Abends 8% Uhr im Konzerthause Richard Wagner-Abend (4. Sinfoniekonzert) der Kurkapelle unter Leitung des Königlichen Professors Hans Winberstrin.

* Bad Nauheim, 8. Juli. Bis zum 2. Juli 1914 sind 17 551 Kurgäste angckommen. Bäder wurden bis zum 2. Juli 1914 242 586 abgegeben.

* Butzbach. 8. Juli. Von den Bewohnern der Orte des Kl-cbachlales und der Stadt Butzbach ist eine Eisenbahnver­bindung von Dutenhofen (Station der Bahnlinie Euchen-Lim­burg) über Hörnsheim und Niederkleen nach Butzbach projektiert und eine Dcnkfchrist ausgcarbeitet worden.

* Nieder Erlcnbach, 8. Juli. Der bisherige Bürger­meister Ullmann wurde einstimmig auf weitere nenn Jahre zum Ortsoberhaupt gewählt.

* Vilbel, 8. Juli. Die bekannten Zwillinge, die mit dem Kops zusainmengewachscn find und seit einigen Jahren hier leben, sind heute Morgen gestorben. Sie sollen vom Keuch­husten befallen worden fein. Jedenfalls bedeutet ihr Tod eine Erlösung für die unglücklichen Wesen.

* Vilbel, 8. Juli. Bekanntlich wird der alte Bahnhof „Dilbcl-Süd" von der Bahnverwaltung insofern sehr stief- mütterlich behandelt, als auf ihm fast gar leine Züge mehr halten, sehr zum Verdruß der allermeisten Einwohner, die deiii alten Bahnhof naher wohnen, als dem neuen. Dieser Tage passierte cs nun dem Frankfurter Frühzuge 701, daß er versehentlich auf deni Südbohnhos anhiclt. Unter herzlichen Beisallsbezeugungeu stiegen flugs einige Tuhcad Fahrteste aus und verschwanden im Portal des Bahnhofs.

* Vilbel, 8. Juli. Ein erst vor wenigen Tagen aus dem Buhbachcr Gefängnis entlassener Arbeiter verübte an seiner 14jährigen Tochter ein SittlichkeitSvcrbrcchen. Er wurde verhaftet.

* Frauffurt o. M., 8. Juli. Das Generalkommando des 18.

Armeekorps hat sich auf Ersuchen des Erotzh. Hess. Ministeriums des Innern mit der Beurlaubung von Mannschaften zu dem Zwecke der Bekämpfung der Rcbschädlinge in der Zeit vom 25. Juli bis 10. August d. I. u»ter der Voraussetzung einverstan­den erklärt, datz die entstehenden Kosten auch bei etwaigen Unglüübsällen von den Weinbcrgsbesitzern getragen weiden. — Nach den Bestimmungen gelten die Personen des Soldatenstan­des als Arbeiter und sind nach den reichsgesetzlichen Bestim­mungen ohne weiteres als gegen Betriebsunsälle als versichert inzusehen.

* Frankfurt a. M., 8. Juki. Im südlichen Wartesaal 3. Klasse wurden gestern zwei sogenannte Leichenfledderer, die einen schlafenden Reisenden bestohlen hatten, auf frischer Tat ertappt imd verhaftet. — Der Ferienverkehr im Haupt- bahnkofe hat jetzt mit aller Macht eingesetzt. Sämtliche Züge gehen bis auf den letzten Platz besetzt hier ab, und dasselbe ist bei den hier eintreffenden Züge» der Fall.

* Frankfurt a. 'Ui., 8. Juli. Während der Zusammen­kunft deutscher Standcsherren inr „Englischen Hof" fand der Kellner Kißling einen der Fürstin von der Ley gehörcndeil Schmurk im Werte von 20 000 JH. Als Kißling den Schmuck versetzen wollte, wurde er verhafte. Gestern verurteilte ihn die Strafkammer wegen Fundunterschlagung zu 8 Monaten Gefängnis.

* Frankfurt a. M., 7. Juli. Für die Beamten und Ar- beiter der Stadt war eine Gehaltserhöhung von zusammen 420 000 M geplant. Diese Simrme sollte den durch die Er­höhung des Wafscrgcldes erzielten Mehreinnahmen ent­nommen werden. Da der Wehrbeitrag dem Stadtsäckel jetzt jedoch ein Plus von einer Million Mark bringt, hat der mit der Gehaltsfestsetzung betraute Sonderausschuß für alle Be­amte und Arbeiter eine über den Rahmen der Magistratsvor- lage hinausgehendc Gchaltsauskesscrnng beantragt. Doch ist es zweifelhaft, ob die neue Form Annahme findet, da der Magistrat seine Zustirmnung bis jetzt verweigert.

* Frankfurt n. M-, 7. Juli. Der vierjährige Sohn des Arbeiters Müller, Schwalbacherstraßc, rannte am Sonntag gegen ein Automobil. das ihn überfuhr. Die Verletzungen waren so schwer, daß der Junge, der sein Unglück selbst ver­schuldete, nach kurzer Zeit verstarb. — In der Koseistraße ichlcifte die Straßenbahn einen elfjährigen Schüler mehrere Meter weit mit, der dabei schwere Verletzungen am Kopfe davontrug. — Ern wild dahinrascndes Automobil riß auf der Zeil ein Mädchen zu Boden. Dieses hatte aber soviel Geistesgegenwart und dielt sich am Schutzblech fest. Dadurch kam es nur niit minder schwere» Verletzungen davon. Der Wagenführer wurde wegen Körperverletzung bei Gericht an- gczeigt.

* Frankfurt a. M-, 7. Juli. Eine Folge der „Affäre Schmidt" von der Sittenpolizei, ist die gestern erfolgte Zu- rückversctzung der Sittouichutzleutc Made, Meister, Rühl und StauSberg in die uniformierte Schutzmannschaft.

* Frankfurt n. 7. Juli. Die Nächte zum Sonntag llnd Montag erlebten nicht weniger als sieben schwere Schlägereien und Messcrstechercin. In vier Fällen wurden tie Beteiligten derart zugerichtet, daß sie lebensgefährlich vorletzt den verschiedenen Krankenhäusern zugeführt werden mußten. Bei einer Schlägerei wälzte sich der Menschen- knäuel sogar von der Kaiserstraße in den Hauptbahnhof hin- ein und erfüllte hier die Räume mit wüstem Geschrei. Tie gesamte Dahnhofswachc und Schutzleute benachbarter Reviere mutzten schließlich zur Säuberung des Bahnhofes von dem raufenden Gesindel aufgeboten werden.

* Frankfurt a. M„ 7. Juli. Für die Sommerferien hat die Stadtverwaltung fänrtliche Schulhöfe als Spielplätze den daheim gebliebenen Schulkindern zur Verfügung gestellt. Luch erwachsene Personen dürfen ohne besondere Erlaubnis

die Schulhöfe zur Erholung abends ausfuchcn. Von der Ver­günstigung wird seit dem Fcrienbeginn bereits reichlich Ge-

brauch gemacht.

* Frankfurt a. M., 7. Juli. Unter dem Vorsitze des Profcsiors Frey-Posen fand hier eine stark besuchte Dersamm- kung von Vertretern kieutschcr Jmkcrverbände statt. Nahezu einstimmig beschloß man die Auflösung des deutschen Imker- Verbandes und die Gründung der „Vereinigung deutscher Jmkervcrbände". Dieser gehören nunmehr alle Verbände mit 160 000 Mitglieder» an. Zum Präsidentenstviirde Prof. Frey-Posen gewähtt, zweiter Präsident wurde Ockononnerat Büttner-München. Die Geschäftsführung übernahm Lehrer Kuttner-Köslin.

* Frankfurt o. M., 8. Juli. Die Strafkammer verur­teilte eine arme gänzlich unbescholtene Frau zu einein Monat Gefängnis, weil sic ein gestohlenes Kostüm, von besten un­ehrlichem Erwerb durch den Händler sie keine Ahnung hatte, für 5 M gekauft hatte. Der Statsanwalt plädierte um deswillen auf die hohe Strafe, weil nach seiner Meinung Kostüme doch „immerhin 60—70 M Wert hätten". Das Gc-icht erkannte dem Anträge gemäß, obwohl die arme Frau sagte, daß es schon Kostüme für l0 gebe und daß das von ihr erworbene auch keinen höheren Wert besitze. Das Urteil erregt ob seiner „Wcltfrcmdhcit" in Rechlsanwaltskreisen Aussehen.

* Frankfurt a. M„ 8. Juli. Das Proviantamt Frank­furt a. M., Eisenbahnasttion Frankfurt a .M.-Weft, kauft fortgesetzt Heu der neuen Ernte. Abnahme bei gutem Wetter täglich von 7 bis 12 llhr und V/ z bis 4 llhr mit Ausnahme von Samstags nachmittags. Das Heu kann gleich von der Wiese ungefähren tvcrdcn. muß aber gut gewonnen und gut getrocknet sei,:. Ferner wird iwch Roggenstcoh gekauft und zwar Flcgeldrusch, Maschincnbrcitdrusch sowie auch Prcß- langstroh. Alles Nähere durch das Proviantamt.

* Frankfurt o. M., 8. Juli. Bei einer Ausführung von Strinddcigs „Kronbraut" an, 4. Mai im „Neuen Theater" gab der Oberamtsrichter Uhde (Frciburg i. B.) seiner Mei­nung über das Stück in unverblümter Weise Ausdruck, indem er laut äutzcrte: „Das ist ja eine ganz gemeine Handlung, die ist ja schlimmer als Ibsen". Als sich der in der gleichen Reih« sitzende Kunstmaler A. Kuiiz (München) derartige laute Acutze- rungcn verbat, ries Uhde's Schwager ihm zu: „Sic sind wohl verrückt!" Kunz, der meinte, datz der Oberamtsrichter diese Ant­wort gegeben habe, entgegnete nun dem Ilhde: „Sie sind ein ganz unverschämter Lümmel-" Die Folge war, datz llhdc den Maler forderte, was dieser ablehntc. Darauf verklagte Uhde den Kunz wegen Beleidigung und Kunz den Schwager Uhde's ebenfalls wegen Beleidigung. In der Berhandlung vor dem hiesigen Schöffengericht bekundete eine als Zeugin geladene Dame datz der Oberamtsrichter die Borstclluug durch ein Ec- fplüch über ein Diener gestört und datz er und nicht der Schwa­ger den Ausdruck „Dcrrllckt" gebraucht habe. Die Dame warf Uhde hierauf eine wistcntlich falsche Aussage vor, worauf de« Angctlagten Kunz Verteidiger erklärte, daß der Kläger die Zeugin bereits mit einer Anzeige beim Staatsanwalt bedroht habe. Die ganze Klage und Widerklage endete schließlich nach langen Verhandlungen mit einem Vergleich, in dem der Maler die gegen den Oberamtsrichter gebrauchte Beleidigung be­dauernd zurückniimnt und die Kosten trägt. Sodann nahm der Schwager des Richters unter den gleichen Bedingungen die Klage gegen den Maler zurück.

* Frankfurt a. M., 8. Juli. In einem Wannenbade des städtischen Schwinimbades erlitt der 08jährige Schreiner Schlei einen Schlaganfall. Ehe ihm Hilfe zuteil ward, ertrank er in der Wanne.

Hcsten-Nastau.

* j. Mcrzhaufen, 8. Juli. Ein Leichcnzug, wie ihn unser Ort noch selten gesehen, bewegte sich am Sonntag nach dem Friedhof. Es galt dem verstorbenen Kriegsvcterancn und Musiker August Schütz von hier die letzte Ehre zu erweisen. Zahlreich waren auch die noch in der Umgebung lebenden Mit­kämpfer erschienen. Turnverein, Kriegerverein und Gesang­verein legten am Grabe Kränze nieder.

* x. Ricdclbach, 8. Juli. In geistiger und körperlicher Frische feierte Schneidermeister Johann Peter Euckes seinen 80. Geburtstag. Die Erotzherzogin-Mutter von Luxemburg sandte ein Geldgeschenk. Der Landeskriegervcrband, der Kreiskriegcr- verband und Krteaervercin Riedclbach gratulierten.

* F. C. Wiesbaden, 8. Juli. Der 21 Jahre alte aus Langhecke gebürtige Taglöhncr Heinrich Schäfer hatte am 6. Juni darauf gepatzt, wie der Fuhrnraun der Firma Rath- gcbcr feinen Wagen verließ. Schnell ergriff er einen Korb init 80 Pfund Butter und verduftete. Am 9. Juni nah,n er aus einer Villa in der Sonnenbergerstraße ein Paar Osfi- zierSreitssiefel weg. Diese, beiden Diebstähle kreidete ihm die Straflammcr mit 6 Monaten Gefängnis an.

* F.C. Wiesbaden, 8. Juli. Ein Weinbergsarbeiter war bei heißer Witterung mit dem Aufrühren des letzten Restes einer Nikotin^Schwcfclkohlenstoffbrühe, der sich in cineni liegenden Faste befand, betchäftigt. Als sich der Ar­beiter während dieser Arbeit seine- Tabakspfeife anzünden wollte, erfolgt; eine Explosion im Fasse, durch die die beiden Faßbödcn etwa 50 Meter weit weggeschlcudert wurden. Die Explosion enfftand auf folgende Weise: Bei der heißen Witte­rung hatte sich der Rest der Nikoiinbrühe im Faste ebenfalls stark erwärmt, sodaß der Schwefelkohlenstoff teilweise ver­dau,pftc. Ta? Foß war also init einem Gemisch von Schwc- felkcblcnstoff und Lust fast völlig gefüllt. Durch das bren- »ende Streichholz wurde die Entzündung des Gasgemisches und besten Explosion herbeigcsührt.

* F. C. Wiesbaden, 8. Juli. Die langfristigen Schulden der Städte in der Provinz Hessen-Nassau betrugen im Jahre 19l2 insgesamt 493,98 Millionen Mark. Im Jahre 1905 stellten sie sich auf 292,33 Millionen Mark. Auf den Kopf der Bevölkerung i» Hestcn-Nassau kommen demnach int Jahre 1912 von den langfristigen Kommimalschiilden 437,42 Mark oder 1.88 Mark mehr gegen das Jabr 191 l. In der Zeit

von 1905 bis 1910 haben die langfristigen Schulden für den Kopf der Bevölkerung der hessen-nassauischen Städte durch- schnittlich jährlich um 7,46 Mark zugcnommen. Die lang­fristigen Anleihen. Hypotheken- und Grundschulden sowie Restkaufgeldcr sämtlicher preußischen Städte sind von 2818,54 Millionen Mark in 1905 auf 4842,79 Millionen Mark in 1912 also uni 2 Milliarden oder 71,82 Prozent gestiegen. 1905 betrug die Schuldenlast pro Kops der Bevölkerung in Preußen 168,4 Mark. 1912 dagegen 246,6 Mark.

* Wiesbaden, 8. Juli. Ein 12jähriger Schüler schlug gestern Nachmittag die Glasscheibe des an der Ecke Moritz- und Alb. rechtjiratze an der Mauer des Gciichtrgefängnisics angebruchte» Feuermelders mit dem Griff seines Regenschirmes ein und war drauf und dran, Feuer zu meiden, als die Faust eines Pasian- tc» den Fcucrwchrruhcstörcr am Schlafittchen nahm und auf das Polizeirevier führte.

* F.C. Wiesbaden, 6. Juli. Ein Jahr Zuchthaus und fünfeinhalb Jahre Gefängnis wurden während der dritten Schwurgerichts-Periode 1914 am Schwurgericht in Wiesbaden verhängt. Freisprechung erfolgte in zwei Fällen. Fünf Fälle, vier Verbrechen, die sich wider das keiiuciide Leben, einer der sich als Meineid qualifizierte, kamen zur Abur- tciliiug. Große Tage brachten die Fälle Seck und Wanibach, während die übrigen nichts aiißcrgewöh»lick>cs boten. Daß den beiden Fällen etwas sensationelles anhaftete, trat rein äußerlich im Zuhörerraume in die Erscheinung, nämlich er- drückend volle Häuser, wa? ja stet? der Fall ist, wenn für Nervi»kitzel gcsorgt und die Neugierde Befriedigung sinder. Denn darin liegt leider der Haupiaiizichiiiigspuiikt des Ge richissaales, nicht aber in dem Derlangeii, die juristische» Kenntnisse zu bcieichern und die Auslegung de? Reckte? zu studieren. Die Urteilssprüche zeigten, daß sie auf sachlichen und rechtlichen Gesichtspunkten a»fgcbaiit waren und nicht auf Eefühlsjurisprudcnz.

* Haigcr, 6. Juli. Wie die Festspielleitung der Tausend- jahrfeicr mstteilt, beträgt der Fehlbetrag nicht 6000 Mark, sondern nur einige hundert Mail.

* Aus dem Hinterland, 8. Juli. Die besondere Dringlichkeit des Hi»tcrlandbahnpro>clts nach Bicdcnkops hat Stc Handels­kammer Wetzlar in einer Eingabe an den Oberpräsidcnt d > Rhcinprovinz Freiherr v. Nheinbaben erneut dargelcgt »nd die Dittc ausgesprochen, im Einocrnehme» mit dem Oberpräsiden! der Provinz Hesscn-Nasiau Hcngstcnbcrg bei dem Minister der öffentlichen Arbeiten für die baldmögliche Verwirklichung die ses schon so ölten Projekts einzutretcn.

* Fulda, 8. Juli. Eine Manöverwagenpark Konferenz s.n- det vom 28.—28. August in Fulda statt, z» der 14 Eisenbahn- direltioncn Vertreter entsenden werden. Es handelt sich hanoi­sächlich um Fragen des Abtransportes der Trappen ans dem diesjährigen Rtesen-Kaisennanöver.

Starkenburg.

* Darmstadt, 8. Juli. Aus dem Truppenübnug-plap Darmstadt treffen ani 22. Juli die Feldartillerie-Ncgimenter Nr. 27 und 63 mit dem Brigadestab aus Mainz, Wiesbaden und Frankfurt a. M. zur Abhaltmig ihrer Schießübungen ein. Die Besichtigung der Regimenter erfolgt auf den, Truppenübungsplätze am 5. und 6. August vor dem Kom­mandierenden General des 18. Armeekorps v. Schenck.

* Darmstadt, 8. Juli. Wegen Betrugs hatte sich der wieder­holt vorbestrafte Reisende Emil Werner von hier z» verantwor­te», da er bei einer Zigarrcnsabrik in Klein-Krotzenburg Zi­garren im Werte von etwa 00 Mark bestellte, mit der ausdrück­lichen Versicherung, datz dieselben sofort bezahlt würden. Die Firma ließ sich durch die besonders hcrvorgehobenen Bersprech. ungcn täuschen und sandte die Zigarren ab, ohne daß es ihr bis heute gelungen wäre, ihr Geld zu erhalten. Werner war da­mals schon psandlos, als er die Bestellung machte und hatte auch damals schon den Ofsenbarungseid geleistet. Die Straf­kammer bestätigte die von der ersten Instanz erkannte Strafe.

* Darmsladt, 8. Juli. Wegen Urkundenfälschung und Be­trug ini Rückfälle wird der vorbestrafte Tapezier E. Eehrhardt zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Quittungen und Unterschriften seines Prinzipales fälschte und damit bei einem Kunden den Betrag von 5 Mark erhob.

* Darmfladt, 8. Juli. Prinz Georg von Bayern ist gestern vormittag um 8 llhr mit Gefolge zu Besuch am Krotzhcrzogl. Hof in Jagdschloß Wolfsgartcn eingetrosfen und wird zur Be­sichtigung der hiesigen Ausstellungen heute und morgen hier verweilen.

* Bischossheim b. Mainz, 8. Juli Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich hier im Stalle des 60jährigen Landwirtes Heinr. Schneider. Als der Landwirt dar Pferd anschirren wollte, scheute es, Schneider stürzte zu Boden und erlitt eine erhebliche Kopfverletzung. Beim Aufstrhen erhielt er noch von dem Pferd« einen Husschlag aus den Rücken, wodurch er schwere Verletzun­gen erlitt. Der Verletzte wurde ins Krankenhaus »ach Mainz gebracht

AuS Rheinhestrn.

* Osthofen, 7. Juli. Al» Sonntag fand liier der Kreis- seuerwchrtag und das 50jährige Jubiläum der Feuerwehr unter starker Beteiligung von nah und fein statt. Unser Feuerwehrverein ist einer der wenigen, die zugleich noch Turnverein sind.

* Worms, 8. Juli. Eine 93 Jahre alte Lebensrettcrin ist die Frau Wilhelm Graf in Dittelsheim bei Worms. Als sie vom Felde kam, sah sie, datz ihr Urenkelchen in den Sccbach ge­falle» war. Kurz entschlossen sprang sie in das Wasser und rettete dem Kind das Leben.

Fronkfurter Wetterberick,k.

Voraussage. Wechselnd bewölkt, trocken, wärmer, west­liche Winde. ________________

Verantwortlich für den politischen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz. Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages­zeitung". A.-G creiedbera i. ö.