Ausgabe 
4.5.1913
 
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Doch, Halleluja! Nun riß der Vorhang im Tempel, nun öffneten sich die Gräber als Antwort Gottes, daß das Allerheiligste den zum Tode Verdammten geöffnet ist. Nun zieht der Menschen sohn mit den Siegeszeichen, mit den Erstlings garben der blutgetränkten Erde der Gottes-Residenz entgegen. Die Cherubim treten mit ihren hauenden Schwertern vor diesen neuen Erdenmajestäten zurück, weil der strahlend reine Hohepriester sie umhüllt, der Purpur Seines Blutes sie bedeckt.

Wie jubelten die Bewohner Roms, wenn ihre.

Cäsaren und Feldherren von ihren Kriegszügen heimkehrten und Könige fremder Länder im Triumph zuge durch die Straßen führten, so daß die über wundenen Majestäten, an die Triumphwagen ge bunden, zur Schau gestellt waren öffentlich! Doch hier ist ein anderer Triumphzug, hier eine andere Siegesbeute. Der Vater begrüßt den Sohn als Hohenpriester in Ewigkeit. Das ist nun die Haupt- summe, davon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da silzt zur Nechten der Mlajestät im Himmel. Hebr. 8, 1.

Wenn man früher aus unserm kalten Norden in die sonnigen Täler Italiens gelangen wollte, mußte man mit Gefahr seines Lebens über die furchtbar hohen Schneegebirge steigen. Mit viel Mühe, Schweiß und Blut hat man nun das Granitgebirge durchbrochen, und jetzt fährt man im bequemen Eisenbahnzug ohne Mühe durch den St. Gotthardtunnel ins Land, wo die Zitronen blühen und der Himmel die Menschen so freund lich anlächelt. O Menschenkind mit dem bleichen, abgehärmten Antlitz und den von der Kälte der Sünde erfrorenen Gliedern, weißt du, wo du hingehörst? Ans Heilandsherz. Du gehörst nach Hause. Wie friert es den Suͤdländer, wenn er in unser Klima kommt! Wie sehnt er sich nach seiner warmen, sonnigen Heimat! Sünder, willst du denn nicht heimgehen? Willst du denn nicht deinem Heiland nachfahren, der dir voraus gefahren ist, daß auch du Himmelfahrt halten mögest? Sieh doch den Gnadenzug nach oben vor deiner Türe stehen, bereit zur Abfahrt! Höre, wie die Boten Gottes dir zurufen:Bitte, ein steigen! Im Glauben steig' ein, o liebe Seele! nverlaß das Zuchthaus der Welt. Du sagst vielleicht: Ich bin mit zu schweren Ketten an die Felsen der Hölle geschmiedet. O schaue doch den großen Hohenpriester an! Er ist zu groß, um einen großen Sünder stecken zu lassen. Seine im Tode erprobte Liebe ist zu groß, als daß er dich wieder mit deinen Sünden fortschicken könnte. Die Macht und Kraft Seines teuren Blutes ist zu groß, als daß sie deine Riesenketten nicht zu zerreißen vermöchte. Die Kraft Seines unauf löslichen Lebens ist zu groß, zu überfließend, als daß er dich nicht mit Lebenskraft erfüllen könnte. Greif nur im Glauben zu, o bange Seele!

Der große und gute Hirte.

Er wird Seine Herde weiden, wie ein Hirte. Jes. 40, 11. Ja, ihr Menschen sollt die Herde meiger Weide sein, und ich will euer Gott sein, spricht der Herr Herr.

Hesek. 34, 31. Gott und Hirte will der Herr Jehovs sein. Wie sehr erinnert uns das an den Vater und

Sohn. Der Vater Gott, der Sohn der gute Hirte, und beide sind eins. Gewalt und Macht einerseits, Erbarmen und Liebe andererseits. Der Gott, der da strafen kann, der Gott des Gerichts, und der doch auch so sehr liebt, daß Er Seinen eingebornen Sohn dahingab für das Leben der Welt. Der Gott, erhaben über alles, nimmt sich des erbärmlichsten Menschen und Sünders an, der vor Ihm wie ein Gras erscheint. g

Sage den Städten Judas: Siehe, das ist euer Goft! Kennst du diesen Gott? Ist Er auch dein Gott? Er ist da; Er ist überall! Weder in Jerusalem, noch auf dem Berge Garizim ist Er zu finden, sondern da, wo man Ihn im Geist und. in der Wahrheit anbetet. Kennst du Ihn noch nicht? Hast du Ihn noch nicht, dann komm und eile zu Ihm. Gern ist Er bei denen, die zer brochenen Herzens und demütigen Geistes sind, auf daß Er erquicke das Herz der Zerschlagenen. Den Demütigen gibt Er Gnade. Nahet euch zu Gott, so nahet Er sich zu euch.Er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; Er gibt jedermann Leben und Odem. Er selbst spricht: Gerne will ich sie lieben! Er wird Seine Herde weiden. Jesus ist gekommen, daß wir Leben und volles Genüge haben sollen.

Denschenkinder follen die Berde Seiner Weide ein, nicht Engel, noch himmlische Wesen; Seine Lust ist bei den Menschenkindern; unter diesen hat Er Seine Herde. Dazu gehören aber nicht alle; denn es gibt auch solche, die Seine Feinde sind und nicht wollen, daß Er über sie herrsche. Gehörst du zu Seiner Herde? Jesus spricht: Meine Schafe hören Meine Stimme, und Ich kenne sie und sie folgen Mir, und Ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie Mir aus Meiner Hand reißen(Joh. 10). Wie herrlich ist's, ein Schäflein Christi werden und in der Huld des treusten Hirten steh'n! Derselbe gute Hirte sprach aber auch zu§en Schriftgelehrten und Juden, die nicht an Ihn glaubten: Ihr seid Meine Schafe nicht, wie Ich euch gesagt habe; denn Meine Schafe hören Meine Stimme(Joh. 10, 26. 27. v. 8, 43). Wie stehst du zu Jesus? Hörst du Ihn gerne?