„Das glut an Seinem Kreuz.“
Christus hat alles versöhnt,„damit, daß Er zum Frieden brächte durch das Blut an Seinem Kreuz“.(Kol. 1,20.) Das Kreuz Christi ist das Durchstreichungszeichen der Weltgeschichte, der Ideale, der Lebensanschauungen, ja eines jeden Lebens. Es wirft seine mächtigen Schatten in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aller menschlichen Existenzen. Es enthält die Segnungen des Todes Christi zu unserer Erlösung und ist der Inbegriff aller Hoffnung und allen Ruhmes Seines heiligen Lebens. In dem Kreuz konzen— trieren sich alle Todeskräfte zur Vernichtung des Eigenlebens und alle Auferstehungskräfte zum Aufbau der neuen Schöpfung in Christo.
Woher die Kraft des Kreuzes? Die Kraft des Kreuzes liegt im Blut Christi; deshalb heißt es„Blut an Seinem Kreuz“. Blut und Kreuz find unzertrennlich miteinander verbunden. Das Blut floß am Kreuz, es zeugt vom Kreuz und führt zum Kreuz. Ebenso ist es mit dem Kreuz; es hat seine Kraft allein im Blut.
Um dieses Geheimnis des Kreuzes besser ver— stehen zu können, müssen wir uns doch an dem Vorbild des Kreuzes orientieren. Das Vorbild aber des Kreuzes Christi ist der Altar.„Wir
haben einen Altar“(Hebr. 13, 10), und unter den ewigen Realitäten des Himmels ist auch ein Altar zu finden.(Offenb. 8,35.) Von dem Altare, dem Schattenbild des Kreuzes, steht ge— schrieben:„Sieben Tage sollst du den Altar ver— söhnen und ihn weihen, daß er sei ein Allerheiligstes. Was mit dem Altar in Berührung kommt, das wird heilig“.(2. Mos. 29,37.) ö
Mose und Aaron versöhnten und weihten den Altar mit dem Blute des Sündopfers.„Und nahm das Blut und tat es mit seinem Finger auf die Hörner des Altars ringsum,“(3. Mos. 8, 15.) Durch das Blut wurde der Altar ein Allerheiligstes. Die Heiligkeit war so groß, daß alles geheiligt ward, das mit dem Altar in Be— rührung kam. i g
Also ist es mit dem Kreuz Christi. Das Blut des Gotteslammes benetzte das Kreuz. Versteht ihr jetzt das Wort: Blut an seinem Kreuz? Durch das Blut Christi ist das Fluchholz zu einem Aller— heiligsten gemacht mit der Kraft, uns ein für allemal zu heiligen.(Hebr. 10, 10.) Wunderbar! Wie geschieht das? An dem Kreuz muß durch das Blut unser Selbst- und Eigenleben, unser Sünden— und Schandleben zu Grunde gehen. Wahre Be— kehrung bringt den Sünder mit dem Kreuz zu— sammen. Es wird Tatsache:„Ich bin mit Christo gekreuzigt.“ Welche Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, samt seinen Lüsten und Begierden.“ Paulus proklamiert:„Es sei ferne von mir, rühmen,
hat.
denn allein von dem Kreuz unseres Herrn Jesu Christi, durch welches mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“
Der mit Christo Gekreuzigte erlebt das Blut am Kreuz als Todeskraft des allen Lebens. Da werden alle Lüste und Begierden getötet; die Glieder, die auf Erden sind(Kol. 3, 5) ersterben; alle Wünsche und Gedanken, deren Quellen nicht Gott sind, erleiden vor ihrer Geburt den Todes— stoß. In dieser Weise ist das Kreuz, durch Christi Blut, der Gerichts vollzieher unserer sündlichen Natur mit allen ungöttlichen Trieben. Man empfängt Christi Todesmienen, ja man wird
Seinem Tode ähnlich.(Phil. 3, 10.) Was eigenes
Ringen und Kämpfen nicht fertig brachte— Christi Blut am Kreuz bringt's fertig. Halleluja!
Doch das ist der negative Segen des Kreuzes; wir empfangen auch etwas Positives. Das Blut am Kreuz tötet und macht lebendig. Es ist nicht nur Todeskraft, sondern auch die„Kraft Seiner Auferstehung“. Gott hat Christus„durch das Blut des ewigen Bundes von den Toten aus— geführt.“(Hebr. 13, 20.) Das Blut am Kreuz gibt uns Auferstehungs- und Lebenskräfte, daß, „gleichwie Christus ist auferweckt worden durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in der Neuheit des Lebens wandeln“.(Röm. 6, 4.) Ja, durch das Blut am Kreuz ist uns göttliche Kraft und alles geschenkt, was zum Leben und zur Gottseligkeit dient.(2. Petr. 1, 3.) Alle Klagen über Kraftlosigkeit verstummen, wenn man einen Sinn für das Blut an Seinem Kreuz empfangen Ach, wie viele suchen Kraft in seelischen Bewegungen, rauschenden Versammlungen; sie warten auf ein neues Pfingsten, das nie mehr kommt, und gehen an der Kraft des Kreuzes vorbei. Handelt nicht so, meine Geliebten. Sucht die Gemeinschaft des Kreuzes, und ihr findet mehr, als ihr fassen und begreifen möget.
Doch das wollen viele nicht. Das Kreuz ist der Ort der Tötung, da heißt es: sterben“. Sterben— ja sterben wollen sie nicht. Man will das Heiligungsleben um einen billigeren Preis erkaufen. Fasten, den Leib kasteien, Tag und Nacht um Kraft und Geistestaufen schreien, sich in einen abnormen Gemütszustand hineinarbeiten, das ist ein billiger Preis. Da rettet man sein Eigen- und Selbstleben. O Betrug Satans! Doch die Folgen der Kreuzesflucht sind schrecklich. Wir brauchen nicht von demselben zu reden. Sie liegen im hellen Licht der Sonne. Alle Welt weiß davon. O bitte, werdet doch willig, das Kreuz als eure Wohnung zu erwählen, als den Ort, wo ihr jede Stunde eures Lebens in der Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Jesus sein könnt! Dies ist der Weg in das dunkle Heiligtum(Hebr. 10, 19) der Gegenwart Gottes. Hier wird die Liebe und


