Ausgabe 
2.2.1913
 
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E. e ee E. K E.-E.

Ans Siel.

Ich kann nicht mehr!Doch, doch, Mein Kind, du kannst!

Wie weit, o Herr?So weit, als Ich dich führe! 8 Wohl, Herr, ich will, ich will ja mit Dir

gehn, So lange ich nur Deine Hände spüre! Wird's weit noch sein? Da war's, als hülle lind ein Lächeln ein das kindisch bange Fragen: Sieh' dich nur um, hättst du vor Jahresfrist Dasselbe, was du heute trägst, ertragen? War's je zu hart?Nein, Herr!So komm nur mit, 8 An keinem Tag wird dir der Tag zu viel. Und leis' und sacht' führ ich dich Schritt um Schritt

Ans Ziel! N N* N N N N N* N N N N N N N

Immer dasselbe.

Ich weiß gar nicht, daß Sie's nicht satt kriegen, immer wieder dasselbe zu schreiben. Denn, das dürfen Sie mir nicht übel nehmen, viel Abwechselung ist in Ihren Artikeln nicht, immer Sünde und Sünde und weiter nichts als Sünde und dann fromme Ermahnungen zum Glauben und Ihre gewiß anerkennenswerte Begeisterung für Christus, den ich schließlich ja auch verehre aber wissen Sie, alles hat auch einmal ein Ende, und dann sind die An⸗ sichten der Theologen über die Bedeutung Christi doch auch geteilt. f

Sind Sie fertig? Nun, dann lassen Sie mich zuerst sagen, was der große Apostel auch einmal sagte: daß ich euch immer dasselbe schreibe, verdrießt mich nicht', leider scheine ich aber bei Ihnen nicht fortfahren zu können, wie Paulus: euch aber macht es desto gewisser. Das tut mir zwar leid, aber ich kann es nicht ändern. Eins möchte ich ihnen aber entgegen

halten. Sie werden doch auch nicht überdrüssig, täglich die Sonne zu sehen, täglich aufzustehen, täglich zu essen und zu trinken??Das ist auch nötig!Gewiß, aber meinen Sie, es sei nicht nötig, für seine unsterbliche Seele etwas zu tun, die auch Bedürfnisse hat, die auch Anregungen und Befriedigung braucht, die, um im Bilde zu bleiben, auch hungert und durstet?Sie schütteln den Kopf. Nun, dann muß ich gröberes Geschütz auffahren. Nicht wahr, Sie und viele Ihrer Kollegen kriegen es nicht satt, ins Theater oder ins Kino zu laufen und sich dort die albernsten Sachen anzusehen, kriegen es nicht salt, selbst immer wieder dieselben abgedroschenen alten Witze zu erzählen oder dieselben dummen Streiche oder Torheiten zu machen, oder immer wieder derselben Leidenschaft, demselben Laster zu fröhnen! Was ist denn in Ihrem Leben für Abwechselung? Ist es nicht immer das⸗ selbe oberflächliche, genußsüchtige, lüsterne Treiben? Und wiederholt sich dies Bild nicht bei Tausenden und aber Tausenden von Kollegen in ganz typischen Formen?

Sehen Sie, weil in Ihrem Leben so wenig

Abwechslung ist, können wir auch so wenig Abwechslung bringen. Weil Sie in den ver⸗ gänglichen, seichten, schimpflichen Dingen Ihre Zeit, Ihre Kraft, Ihr Leben verlieren, müssen wir immer wieder die Kehrseite dieser Medaille zeigen und daran erinnern, was schließlich das Ende und die Folgen von solchem Leben sind.

Daß Ihnen das nicht angenehm ist, zu hören, glaube ich schon; aber wir wären ja Schurken, wenn wir zu Ihrem Treiben schweigen wollten. Wir fühlen uns für Sie mitverant⸗ wortlich und möchten Ihnen aus der Erbärm⸗ lichkeit Ihrer Auffassungen heraushelfen. Und das kann man nur, wenn man ehrlich und

deutsch von der Sünde und ihrem Fluch redet, und wenn man von Jesus, dem Heiland, redet, dessen Blut geflossen ist zur Vergebung unserer Schuld, der unser Herz reinmachen kann und uns seinen Geist geben kann, daß wir neue Menschen werden, die ewiges Leben in sich tragen. Sehen Sie, das sind so herrliche Dinge, und wir sind so selig, daß wir sie er⸗ fahren haben, daß es uns schon deshalb nicht leid wird, immer wieder davon zu reden, ganz