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üiciUut ctrticinl icdeii Wcrltag. Regelmäßige Beilagen?«t flutitt »ne Hessen".?ie Kpinnssube". Sruigsgee,«: «ci den -t-oslanstallen metitlialjiiid) Ml TI

>ci den Agenten monatlich SV Ptg. Hinzu «ritt Postgebühr -der Trügerloh». Ln>ei«en: Grund,eile M Psg., lokale P>g.. An,eigen von auswäris werden sr >, ao tnachnahme erfoden Ersüllungsort Jriedberg. Schriflleituiia und Uerlag Friedberg (Hessen), Hanauerstrahe 12. Femlprcchcr 48. Posischeck-Lonto Sie. 48üg. «!,> Frantsurt a. AI.

jllrbrrMjt.

I» Tettingen brach der Main durch einen srüheren ^lußlaus in das Braunkohlenfeld der ZecheGustav" ein

> nid richtete großen Schaden an. Die umfangreiche Brikett- I ! cibrikation ist gestört. Personen sind nicht verunglückt.

Zwei englische Militärflieger, der Kapitän Alle» ,nd der Lrntuant Burough, sind gestern auf dem Flugfelde

l cn Bülford tödlich abgcstürzt. Der Kapitän war, noch che das Fahrzeug den Boden erreichte, aus dem Apparat ge- I .hleudert worden. Er erlitt einen Schadelbruch und war r ruf der Stelle tot. Leutnant Burough wurde unter den ! Trümmern des Flugzeuges sterbend hervorgeholt.

Wie verlautet, verlangen nun auch Wales und Schottland Selbstocrwaltung. Der Kammer ist gestern ein

! rGcsetzentwurf zugcgangen, der für Wales die Autonomie fordert. Danach soll die Provinz ein Parlament und die grauen von Wales das Stimmrecht erhalten. Der Entwurf ist bereits einmal gelesen worden.

Bei einem Zusammenstoß eines Automobils mit dem Wagen der elektrischen Straßenbahn in Odessa wurden der tiommandcnr des 8. russische» Armeekorps, General der In­fanterie Romanenkr, Oberst Kurnezo« und ein Leutnant, ~iie sich in dem Automobil befanden, schwer verletzt.

Entgegen den Behauptungen russischer Blätter, wird . >em Korrespondenten desBerliner Tageblattes" in Peters­burg aus guter Quelle versichert, daß die Stellung des Mini-

r sters des Auswärtige», Ssasonuw, in letzter Z-it sich derart zesestigt habe, daß von einem Rücktritt in nächster Zeit keine Ilede sein kann.

Die türkische militärische ZeitschriftTakvi Vekai" rieldet, daß die militärischen Maßnahmen der Türkei gcgen- ider Griechenland sortdanrrn. Namentlich in den den grie-

. s,isch<- Inseln nahegelegenen Distrikten mache sich eine cr- I lohte Rüstnngstätigkcit geltend.

König Konstantin von Griechenland hat an den Fürsten von Albanien anläßlich seiner Thronbesteigung ein

» ri den herzlichsten Worten abgefaßtes Glückwniischtrlrgranim csandt. Der König versichert in dem Telegramm den (fürsten seiner aufrichtigsten Freundschaft und gibt der Hosf- ; inng Ausdruck, daß die Beziehungen zwilchen Albanien und Griechenland stets ungetrübte sein mögen.

In Belgrad scll man einer Militärverschwörnng auf ' ir Spur gekommen sein, die den Zweck verfolgte, König ; Zeter zu rntthronen und zwar zu Gunsten des Kronprinzen

llixandcr. Mehrere Verhaftungen sind angeblich vorgc-

> ommen worden.

Wie derTribuna" aus Brindisi gemeldet wird, :nben die Epiroten nach heftigem Kampfe Eoritza besetzt.

I 5rotz energischen Widerstandes, der große Opfer forderte, r-urden die Albaner zurückgeschlagen. DasEcho de Paris" 1 ,iqt Hinz», daß diese Niederlage, falls sie sich bestätigen ° i»ltp, schwere Unruhen in Albanien nach sich ziehen dürste.

Nach einem Telegramm desExchange Telegraph" I ,at der Kriegsminister der Vereinigten Staaten beschlossen,

\t Truppen an der mexikanischen Grenze zu verstärke». Eine 'Dimfion Fnsantcrie hat insolqedesien Befehl erhalten, sich

> ach Texas z» begeben.

Der amerikanische Geschäftsträger in Mexiko ver­ewigt vom Präsidenten .Huerta Genugtuung für die Ermor- -uug der amerikanischen Bürgers Vergara.

(5rarn brn limmkaMkn 5adak1rnst.

Wie der Petroleum- und der Fleischtrust, so hat auch f er groß? Tabaktrust in den Vereinigten Staaten die Pro- liktion, den Zwischenhandel und den Konsum von Tabak I »t--r seine Alleinherrschaft gebeugt und seiner Prciswuchcr- olitif zinspslickstig geniacht. In England wird cbensalle- ,st das gesamte TabakSgewcrbe von diesem Trust beherrscht >,d schon seit mehreren Jahren arbeitet derselbe an der Er- ftcrung Deutschlands, wobei er zunächst die Zigarettcu-.n- nstrie erfolgreich in Angriff genommen hat. Ein volle? stertel der deutschen Zigarettenprodnktion soll heute bereits , die Gewalt des Trustes geraten sein, und niit allen Mit- ln amerikanischer Geschäftspraktiken wird fortgesetzt an der rweiterung dieser Herrschaft gearbeitet.

Für die Konsumenten bringt ein (oldier Erobcrungs- Idzug zunächst vielleicht einige Vorteile, da der Trust be- j rebt sein wird, durch Preisunterbietung seii,e Konkurrenz , «der zu werfen. Um so schonungsloser setzt später die richerilche Ausbeutung der Konsumenten und Produzenten I r>. wenn die Konkurrenzkampf mit deni Siege des Trustes -endet hat. Daneben ist natürlich die Vernichtung vieler düsend selbständiger Existenzen die unausbleibliche Folge

> lchen Sieges, das sehen wir überall vor Augen, wo diese !rd die anderen Trustgesellschnften herrschen.

Um solches Unheil zu beschwören, hat sich bei uns ein verband zur Abwehr des Tabaktrustes" gebildet, der in resden, Ringstraße 18, fein Hauptquartier aufgeschlagc» t und der sich mit einem.Aufruf um llnterNüduna an die

deutsche» Zigaretten-Konfumcntcn wendet. Zur Orientie­rung derselben ist ein Verbandszeichen cingesührt worden, das einen mit Schild und Speer bewehrten Mann umgeben von der doppelten Inschrift:Antitrust-Wehr" darstellt und das auf den Verpackungen aller dem Verband angeschlosse­nen, noch trustfrei gebliebenen deutschen Zigarettenfabriken angebracht werden soll. Wenn die deutschen Verbraucher in wohlverstandenem eigensten Interesse diese Abwehr des Anti- trust-Verbandes energisch unterstützen, indcni sie nur Ziga rrttcn mit dieser Marke kaufcn. all anderen als Trustwarc zurückweisen, dann könnte Wohl die Hoffnung zur Wahrheit werden, daß es auch ohne Eingreifen der Reichsgesetzgcbung gelingen wird, die amerikanischen Eroberer an der llnter- jcchung des großen deutschen Marktes zu verhindern, sie siegreich aus deni Felde zu schlagen.

Andernfalls würde die Einführung des Reichsmonopols die letzte Möglichkeit bieten, um diese llutersochung durch das rücksichtslose ausländische Großkapital im Tabaktrust mit ihren unabsehbaren verderblichen Folgen zu verhindern. In Frankreich hat der amerikanische Trust vergeblich Fuß zu fassen versucht, indem er der Regierung leckende Pachtan- gebote auf die dortige Tabakregie machte. Er erfuhr eine entschiedene Ablehnung und stürzt sich nun mit um so größe­rem Profithunger auf das reiche deutsche Ausbeutungsob- jekt. Es wäre im allgemeinen nationalen und »olkötvirt- scho.ftlichcn Interesse dringend notwendig, durch einmiiftgc Unterstützung des deutschen Verbandes zur Abwehr des Tabaklrustcs diesen amerikanischen Angriff abzuschlagcn.

(Mirpan Jlnidja über die rMnsiige GM!iilig Albanien?.

Der neuernannte albanische Ministerpräsident, der seit gestern in Wien weilt, empfing beute einen Nedaktenr des Fremdenblaftes", dem er folgend- Mitteilungen machte:

Ich habe den mir angebotenen Pasten eines albanischen Ministerpräsidenten angenommen und begebe niich bereits hellte abend nach Dnrazzo. Mein Programm läßt sich cigeüt- sich in wenigen Worten zusnmmenfasscn: den Fürsten in jeder Hinsicht nach Kräften unterstützen »nd Mitarbeit zn leisten. Ich werde vor allem eifrig bestrebt sein, ans dem Gebiete der Industrie, des Wirtschaftslebens, des Handels und des UntcrrichtswckcnS eine rege Tätigkeit zu entfalten, »nd ich bin überzeugt, daß es gelingen wird, den albanischen Staat zli konsolidieren »nd ihm eine feste Grundlage zu schaffen. Diese Grllndlage toird in erster Linie darin be- stehen, Albanien zu einem Pfeiler des Friedens nnd der Kllftur auf dem Balkan z» machen. Wohl wird e§ manche Schwicrigkeiien zn überwinden geben, allein eine zielbe- wnßte Politik, rastloser Fleiß iilid nnerschütlerlichc Ent- lchlossenheit sind die besten Mittel, um die gewünschten Re­sultate zu erreichen. In der Persönlichkeit des Fürsten Wil- Helm haben wir wohl jenen Herrscher gefunden, der am besten geeignet ist, zli i-ircitncn, was deni jungen Albanien not tut, ilnd nach dieser Erkenntnis wird er handeln. Ueber die Kabinettsbildung in Albanien kann ich natürlich von bicr alis nichts sagen. Erst nach persönlicher Fühlungnahiue mit dem Fürsten wird sich diese Frage entsd-rido» lassen, dach weiß ich. daß wir über eine Fülle von Persönlichkeiten ver­fügen, die im Stande und auch gewillt silid, ihr ganzes Könne» auf 5cm ihnen zilgewieleiicu Posten in den Dienst unserer gilte-n Sack>c z» stellen."

Das Srfiidtlal der Hess. LklOungsvorlM.

Die hessische Veanitenbesolduiigsvorlage scheint »umnchr eincnte Aussicht ails Aunahnic zil haben, da i» den gestern nachinittag voll Seiten der Finanziusschüsse der beiden Kaininern von Seiten der Regierung zuerst getrennt und da»» gemeinsam stattgehabt«» Beratungen rinc Verständi­gung erzielt wurde. Danach hat sich die Regierung bereit erklärt, eine voll dem Finanzausschuß de, Ik. Kammer vor- . grlchlagenen Skala anzun-.-hinrii. wonach bei Beibehaltung des Endaebaltes von 3000 . H für die Dolksfchullehrer die »iiterste Gehaltsstufe auf I45t> J(. statt seither I-100 , U sc-st- gcsctzt wurde, sodaß »unmehr rin Mehr von 43 000K gegen­über den ersten Regierungsvorsck>läaen, oder zusammen J30 000 J(, gutgehcißcn wurden. Da unniisehr die Regie ri'.ng, fawie die I. Kammer voran?sichtlich geschlossen für diesen Vermiilclungsvorlchlag gewoune» sind, wird es da- raut ankommc», wie sich da? Plenuni der II. Kamnier hier- zn stellt, ob die Mehrzahl des Bauernbundes, die Sozial­demokratie und der Freisinn nnd ein Teil der National- liberalen nach ihren bisherigen Erklärmigen au der Be­willigung eines Mehrbeitragcs von 155 000 fcsthalteu wollen. Da durch den Vermitteliingsvorschlag, den Schul- vertvallerii, der anfänglich vorgcfchcne Zuschuß von 9000 M nicht zn Teil wird, wllrdc eine von der Regierung gebilligte Rcsollltion aiigeiioniinen. nach der den Schnlverwallern ge­legentlich der in 2 Jabren erfolgenden Ankbellerung der

Staatt-dlenstanwärter dieie 9000 .V gleichfalls erhalten fallen.

<it!ri|cr üctiljöfnit,

233. Sitzung vo:>, 11. März, 2 Wir

Am Bundesratstisch: I>r. Sols.

Ans der Tagesordnung steht de.

Etat der Schutzgebiet?.

Ter Etat für Togio wird ohne wesentliche Erörterung genehmigt. Es folgt der Etat für Neuguinea.

Abg. Dr. Arendt (Rp.): Ter Beschluß der Kommission, 500 000 Jl für Pctrolcumbohru-.igcn auf Neuguinea auszn- setzen, ist einzig in seiner Art. Leider ist ihm gestern hier zugcstinimt worden. E? würde kaum möglich sein, Petro­leum zu annehmbaren Preisen ans den Markt zu bringen. Ich werde in der dritten Lesung die Streichung der Summe beantragen.

Präsident Nr. Kacmpf: Ter fragliche Titel wurde gestern ohne Debatte angsnoiiiinen. ES wäre gestern dabei Gelegenheit gewesen, ihn anzusechtcn.

Staatssekretär Nr. Sols: Die Wichtigkeit von Pctro- leiimsiindcn geht doch daraus hervor, daß die Engländer, wo sie irgend können, ihre Hand auf Länder mit Petroleumvor- kenrmen lege». Tie Erwägung, ob es sich überhaupt lohnt, Petroleum von dort nach Teiitschland zu bringen, hat auch die Kommission angestcllt. Es bandelt sich nicht um den deutschen Markt, sondern darum, Absatzquellen in der Nähe von Neuguinea, etwa i» Australien oder Ostasicn,.zii finden. Ob diese Quellen reichhaltig und gewinnbringend sind, soll untersucht werden. Ter Reichstag würde gut tun, die Kosten zn bewilligen. Allerdings ist es ein aleatorisches Geschäft, aber wenn es einschlägt, kann es großen Vorteil für das Reich bringen. Ob der Staat oder das Privatkapitnl sich bet-iligen sollen, bängt von d-m Schicksal des Petrolenminonavols ab.

Abg. Nr. Pfleger (Zentr.): Wir werden in der dritten Lesung für die Streichung dieser widersinnigsten aller For­derungen stimmen. (Präsident r>r. Kacmpf rügt diesen Ausdruck.) Das Privatkapitnl soll hier vorangehen.

Abg. Gothkin (fortschr.) hält es als Pflicht der Kolonial- vcrwaltung, Untersuchungen über das Vorhandensein von Naturschätzen anznstellen.

Staatssekretär Nr. Sols: Verhandlungen mit Privnt- aesi-llkckiasten haben noch nicht zu abschlußreifen Verträgen geführt. Es lagen dem Kolonialamt Offerten vor, de>-en Nnterlagen un? aber nicht genügten. Ich konnte nicht Maß­nahmen treffen, di? geeignet waren, Pläne der Regierung zn durchkreuzen. Mein? persönliche Stellung znm Petro­leummonopol ist ganz irrelevant für die Koloniasverwal- tung. Denn ich die Verantwortung aus mich nehme und Konzessionen in N-.-u-Gi,inea Zusage, niuß ich die Konscquen- zeu ziehen und entsprechende Verträge abi'cbließcn. Ich denke nicht daiau, daß d»? Kolonialamt selbst die Ausbe::- tu»g übernimmt, wir wollen aber Unterlage» schaffen. Mit den 300 000 scheint das richtige (Mittel getroffen zu se,u. Wir denken nicht daran, in einem Jahre 200000 ,H, im niidr- >:.» wieder soviel usw. anszugrbe». Wir wußten ja gar uinrt, daß wir 500 000 . V erhalten würden. Wir wollten die eiste Summe mir aus ein paar Jahre verteilen. Da wurde uns getagt, wenn Sic- eitvas niachen wollen, dann nehmen Sic- gleich 500000 Also ganz unsympathisch scheint da^ Zentrum der Sache doch nicht gegenüber zu stehe«. Wir, tierdcu mit der Summe aber jene Grundlage sckpsfen. (Beifall.)

Abg. Waldstki» (fortschr.): Ich stelle fest, daß sich Abg. Erzbcrger in der Kommission ausdrücklich für die 500 000 Jt erklärt ha t (Hört, hört! und Heiterkeit.) Wir wollen nicht wieder große Konzcssionsgescllschasten schassen.

Abg. Or. Ocrtcl lkons.): Der Staatssekretär hat also Neuguinea sofort gesperrt. Dafür sollte Herr Erzbcrger dankbar sein, und die 500 000 -.11 bewilligen. (Abg. Erzbcr- gcr (Zentr.): Das wäre ein Kuhhandel!) Nein, Liebe und Gegenliebe. (Heiterkeit.) Das Reich muß jetzt die Mittel haben, das Vorkommen des Petroleums festzustellen. Ich kau» daher den Widerstand des I»-. Arendt und des Zen­trums nicht begreifen. Wie kan» man bei dieser Forderung von einem Unsinn spreche»! Der Reichstag teschiicht übcr haupt keinen Unsinn. (Heiterkeit.)

Abg. ltr. Frank-Mcinnhcii» (Soz.): Abgesehen vom Un­sinn, stimme ich Herrn I0-. Certd zu. (Heiterkeit.) Diese 500 000 liier beben mit dem Petroleummonopol gar nichts zu tu».

Abg. Keinnth (iratl.) tritt fiir eine» weilgebeude» Schutz der Paradiesvögel ein. Es wäre eine Barbarei, das Aus- sterbcn dieser Vogclart zic begünstige»,

Staatssekretär Dr. kols: Für die Erhaltung seltener Tierarten sind besondere Maßnahmen getrosten worden. Ich war geneigt, niich de» radikalen Echntzfreimden anznschließen. Aber Reisende ans Samo - sagten mir, daß im Innern der Kolonie große Mengen dieser Vögel leben. Wir habe» da­her einen Mittelweg eingeichlagen und de» Abschuß an der