Nr. 56
Mtne Tageszeitung. SomstQft, btn 7. Watj i>l*
Seite 3.
sricdcnheit juni Segen und Nutzen der gesamten Bürgerschaft ausübcn wird.
* Münzenberg. 7. Mürz. Wie uns mitgeteilt wird, beabsichtigt die Firm« Konr. Jung dasebst zu Butzbach ein« neukon- struirrt« Hackmaschine vorzuführen mit doppelter Lentvorrich- lung und verbunden mit Kultivator und ist jedem Besucher des Marktes Gelegenheit geboten, dieselbe zu besichtigen.
• Münzcnberg, 7. März. Am vergangenen Dienstag Abend fand dahier im Gasthause zum Löwen der schon verschiedentlich erwähnte Vortrag des Dichters und Bauersmannes Heinrich Naumann aus Nanzhausen statt. Eine zahlreiche Zuhörerschaft aus Münzenbe-g und aus verschiedenen Orten der Umgegend hatte sich eingefunden. Redner sprach über das auch schon erwähnte Thema- „Heimat und Vaterland." Er versteht es meisterhaft, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer in Spannung zu halten. Leute, die sonst gar nicht so sehr für derartige Sachen zu haben sind, weiß er durch seine Rcdcgcwandheit und seine tief zu Herzen gehenden Ausführungen, die einerseits bis zu Tränen rühren und andererseits das Herz jubilieren lassen, für sich zu ge- winiien. Ter Faden, der sich durch seinen zirka eine Stunde langen Dortrag hindurch zog, war der, daß nur eine solche Persönlichkeit scineni Vaterland einen wahren Dienst erweisen könnte, die vor allen Dingen dem eigenen Heim oder den, ihr zugewiesenen, wenn auch geringsten Dienst vorzn» stehcn wüßte. Der Vortragende wnszte aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen, diese seine Schilderungen durch Bilder, die er den Gcistesaugcn seiner Zuhörer vorsiihrte, zu illustrieren. Wenn man vielfach von guten Führern unseres deutschen Volkes spricht, so muß Herr Naumann unzweifelhaft dazu gezählt werden. Er ist ein Kenner unserer Volksseele. Möge cs ihm vergönnt sein, noch eine lange Reihe von Jahren zum Segen seiner Mitmenschen zu wirken.
* Hungen, 7. März. Das Defizit in unserem Spar- und Kreditvercin hat sich noch höher gestellt, als wir kürzlich berichteten. Es beträgt zirka 130 000 <M, für das die Mitglieder zum größten Teil jetzt verantwortlich gemacht werden.
* Geiß Nidda, 7. März. Das Salzhäuser Braunkohlenbergwerk, unweit unseres Bahnhofes, wird wieder seinem Betrieb übergeben, nian will sich jedoch vorerst auf den Versand von Rohkohlen beschränken. Da die Kohle stellenweise sehr hoch liegt und die Flöh ein starker ist. so will man sich nicht lange niit der Tiefbauförderung befassen, sondern will zum Tagesbau übergehen, wozu eine Baggermaschine Verwendung finden soll.
* Schotte», 7. März. Seit über 80 Jahren hat kein hessischer Regent in unserer Stadt geweilt. Nunmehr hat
das Großherzogspaar zu dem am 9. März in der Turnhalle stattfindenden Konzert der grvßherzoglichen Hofkapcllc ihr Erscheinen zugesagt. Freudige Sfiinmung herrscht deshalb in unserer Bevölkerung und ein großer Teil der Bewohner des Vogelsberges wird sich bis Montag in unseren Mauern einfinden, um das Fllrstenpaar zu begrüßen.
* Gießen, 7. März. Nächsten Montag Abend hält der Bürgerverein eine allgemeine Vcrsainmlung ab, in welcher Stadtverordneter Professor vr. Sommer einen Vorklag über „Gewinnug der Lahn für die Stadt Gießen" hält und Profesior Dr. Krausmüller und Architekt Kockenbeck über „Die Gewerbeausstellung Gießen 1914 für Oberhcssen und angrenzende Gebiete" sprechen werden, lieber die beiden Vorträge findet Diskussion statt. Beginn abends 8V& Uhr im Saale des Hotel „Großherzog von Hessen".
* Gießen, 7. März. Am 15. Mai findet hier in Steins Garten der diesjährige Gauturntag des Gaues Hessen statt. Wichtige Anträge liegen dazu seitens des Gauvorstandes und einzelner Vereine vor.
* Gießen, 7. März. Bei dem am 3. und 4. März abge- haltenen Viehmarkt waren aufgetrieben 1571 Stück Rindvieh und 207 Schweine. Der nächste Diehmarkt findet am 24. und 25. März statt; am 25. März auch Pferde- und Krämcrmarkt.
* Ehringshausen (Kreis Alsfeld), 7. März. Heinrich Geixcl von hier, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde gestern beerdigt. Der Verstorbene hatte im Gießener Regiment gedient und den Feldzug 1870/71 mitgemacht.
Aus Starkcnburg.
* Darmstadt, 7. März. Der Verband der hessischen land- wirtschaftlichen Genossenschaften — Darmstadl teilt bezüglich des bei der Vorschuß- und Krcditkasse Hungen festgestellten Fehlbetrages zur Aufklärung mit, daß diese Kasse weder dem Verband angehört hat, noch von diesem revidiert worden ist. Die Revisionen fraglicher Genossenschaft wurden durch einen gerichtlich bestellten Revisor vorgenommen.
* Groß-Gerau, 7. März. Bei Leehcim stieß ein Militär-Kraftwagen mit dem Gespann des Landwirts Marquardt aus Leeheim zusammen. Hierbei wurde dieser voni Wage» geschleudert und schwer verletzt. Der Wagen ging total in Trümmer.
Geichaflliches:
Da« Favorit-Moden Album Frühjahr und Sommer 1914
ist zum Preis von 60 Pfg. NN Berlog der Internationalen Schittmamifattur, Dresden, soeben erschienen. Diese Rcu«rschei- imng bedeutet für di« weitesten Frauenkreife immer «in Ereignis, wird ihnen doch mit diesem reichhaltigen Album gleichsam
die groß« Modenschau de» Frühjahr» im Hause geboten! Dos illustrativ ganz hervorragend ausgestattete und dabei sehr preiswert« Modenbuch repräsentiert di« wirliche Mode, die für das große Publikum nicht bloß zum Ansehen, sondern auch zum Tra. gen geeignet ist. Die schönsten Modell« sind nach sorgfältiger Wahl aus den maßgebenden Neuerscheinungen von Paris, Berlin, Wien im Album vereint und können ahne Mühe und preis- wert nachgefchneidert werben, da zu allen Boilagen die als Qualitätsarbeit so geschätzten Favorit-Schnitt« «rhältlich sind Zu beziehen ist das Favorit-Moden-Album durch die hiesig« Vertretung, Firma Fr. Weber, Friedbevg (Hessen).
Eingesandt.
(Für Artirer unrer dieser Rubrik übernimmt di« Schriftleitung nur die pretzgesetzliche Berantwortung).
Traurig« Zustande in der Mainzertoranlage. In der Main- zertoranlagc an der Einmündung in die Bismarckstraße Herr schen tatsächlich oorsündflutliche Zustände. Bereits schon drei Jahre wird an! der Herstellung bezw. Verschönerung der Main, zrrwranlage, die ein« der schönsten Straßen Fri«dbergs sein soll, gearbeitet und ttotzdcm sind di« Arbetten noch nicht ein- iva'I soweit vorgeschritten, daß die Anwohner der linken Fahrstraße, ohne sich von oben bis unten, mit Dreck zu beschmutzen und bis an die Knöchel in den Schlamm einzustnken, in ihre Wohnungen gelangen können. Auch Fremve, die diese Straße benutzen nriisien, glauben in ein« Walachei zu kommen, da der Bürgersteig schon jahrelang als Lagerplatz für Slein«, Sand Dreck ufw. benutzt wird. Es wäre doch mal endlich an der Zeit, daß den Anwohnern dieser Fahrsttaße Rechnung getragen würde, indem die Herstellung des Bürgersteiges beschleunigt, oder doch wenigstens während den Bauarbeiten einen einigermaßen passierbaren Zugangsweg geschaffen würde. Dieses wäre doch sehr leicht dadurch zu bewerkstelligen, indem auf den Bürgersteig von Zeit zu Zett einige Wagen Schlacken gefahren würden. Ferner ist noch zu bemängeln, daß di« Mainzertoronlage von dem Bahnhöfe aus für Fremde überhaupt nicht zu finden ist. da sich an der Erimmindung in die Bismarckstraße nicht einmal ein Straßenschild befindet, welches dir Mainzertoranlage als solch« bezeichnet. Hoffentlich genügen dies« Zeilen, daß dies« wahrhaft traurigen Zustände sofott beseitigt werden.
Mehrere Anwohner.
Frankfurter Wetierberickt.
Voraussage: Unbeständig, wechselnde Winde, Bewölkung
zeitweise Regenschauer, nordwestliche Winde.
Verantwortlich sür den politischen Teil: Otto Hirsch e l, Friedberg: für den lokalen und unterhaltenden Teil: Bernhard Lenz, Friedberg: für den Anzeigenteil: Karl Sch m i dt. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tages- zeitung". A.-G., Friedberg i. H. _
Evangelische und
Katholische
Gesangbücher SÄ
liuchhnmllunjc
Friedr. Streckfuss.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Leiden und liinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Grossvaters, Bruders, Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels
Herrn Georg Christian Schäfer
Rentner
Veteran von 1870/71, früher Pächter in Ossenheim
Sagen wir Allen, insbesondere den Kriegervereinen Ossenheim, Bauernheim, Friedberg und Weckesheim, der Militärmusikschule Friedberg, sowie Herrn Pfarrer Dörr für die trostreichen Worte am Grabe und für die zahlreichen Kranzspenden nur auf diesem Wege unseren herzlichen Dank.
Ossenheim u. Bauernheim, den 7. März 1914.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
1. d. N.: Adolf .Schäfer.
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