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Ich laste D.ch nicht.
Original-Roman von H. Conrtbs Mahler.
(Schluß.)
Er fcfete sich auf die Lehne des Sessels und. sic iituio mn- fajjend, erzählte er ihr ausführlich alle?. Auch daß im Hotel die Kammerfrau der Fürstin Kalnokq auf sie ivarte, um sie $i! betitelten.
Da schrak Sonja empor.
„Um Gotteswillen — dann bat ja — die arme — fttots* mutter keinen Menschen um sich, der sie so vedit pflegen kann! ’u{|, Nicita. wir müsse» uns eilen."
Er lachte frob.
«Sieb — nun liegt doch Deine Liebe über alle Bedenkt». meine Sonja."
Sie erhob fttfi, und er hielt sie wieder fest umschlungen und küßte wieder und wieder ihre Lippen.
lind nach jedem Kuß saben sie einander glückstrahlend inS Gesicht. —
Aber endlich wehrte sich Sonja lächelnd gegen weitere lartlichkeite». und der goldene Frohsinn blickte aus ihren Angen. als sie schelmisch fragte:
„Wie ist mir denn, wie kommt eigentlich Graf Arganosf in dtrS Wohnzimmer deS Doktorbäuschens? Wer bot Dich ermsichtigt. hier einzudringen und ein ahnungsloses Mädchen mit einem HeiratSnntrage zu bestürmen?"
Er lachte, und weil sie gar zu entzückend aussah mit dem Schel,neugesicht, muhte er sie erst noch einmal küssen, ehe er erwiderte:
..Tein Onkel Ernst und die Großtante Johanna haben wich mit List und Tücke hier installiert. Ich habe ihnen gebeichtet. wo? für räuberische Absichten mich beseelten, und sie haben Dich mir rücksialtslos nnsgeliefert — zur Strafe, weil Du ihnen meine Eristenz völlig unterschlagen hattest. Großtante Johanna hielt diese llnterschlagung für einen gravierenden Beweis, dasi Du mich liebst. Die ist sehr klug. Tein-- Großtante."
Sonja nickte.
..Klug und gut. — da4 sind sie hier alle im Doktorhäuschen. Und nun wollen wir sie nifen und ihnen das neue Brautpaar vorstellen. Du, — gleich werden auch die Dok- wrrangen nach Hause konimen. Da kannst Du Dich auf t i.ien Sturm gefasst machen."
. O. ich werde ihn zu beschwören willen."
. Denke Dir das nicht so leicht", nickte sie. „And nun les mich loS. ich will sic herbeirnfen."
„Warte noch — nnr ein Weilchen noch — Du hast noch etwas vergessen", sagte er.
„Wal denn?"
„Dn hast mir noch keinen einzigen Kuh gegeben."
Sie sah ilm cntriiswt an.
„Aber Nikita! Was tust Du denn seit einer ganzen Weile immerfort?" fragte sie erglühend.
Er blihtc sie an.
„Ja. ich? Aber Du? Hast Dn mir schon freiwillig einen Kuh geneben? Nein, wie ein Raubritter muhte ich sie
■itir stehlen "
Ta zog sie seinen Kovf zn sich herab und sab ihm lies in die Angen. fo dnh sein Blich anfstrablte in Seligkeit.
„Lieber — lieber Nikita", sagte sie leise und innig. Und dann drüchte sie ihre Lipven zart und scheu und doch voll mieu^'ich r Jnniakeit auf die feinen.
Er atmete tief ans.
„Sähe — seht ist es wirklich schade, daß wir die andern eufrn rrrii’trn". sagte er leise
Sie lächelte.
„Nikita — ach — wie ist das Lehen so voll Sonne — ■ i it N 'lo> !"
Am Abend d-esos donAosirdioan Tage? sehen die drei >'t>'rra!men mit drei Rielenbonbonnieren aus ihren Dett- t„ N’en. u"b Nwiirens, sie die Süßigkeiten nochmals ein- ^ l>e»d st»b-ersi-n. veestckrerten sie einander immer wieder, das; der neue Konsin Nikito eine „famose Rübe" sei und Sonja ein .Hirchtbor netter Kerl"
Soa>a h'ieb nur diele Nacht nach im Daktorhäuschon. Am nächsten Maroen wollte sie mit ilirem Verlobten und der Kammersrcm nbreiien.
Nikita hotte dee Fsiest!» dopeschierf. wann er mit Sonja einti-tfen würde D»> drei Doktorrangen versprochen Sonia osit dmi „arohe,, EUrenwart". daß sie diese gcmr bestimmt "i d"o, großen Schloß in Rußland besuchen wollen — wo • doch nnn „von reclcheweaen hi nwbäre". sobnld Vater und Mntt-r die Erlanbnie dazu geben würden.
„Ach Vater und Mutter miilien miikommen. und Groß- tanichen mich. Alle müht Ihr mir besuche,, — in den Sem- merferien. Dn fallt 7Zbr mal ordentlich im Schiosivark ber- un,foNen». sagte Sonia. die drei Flachskövse küssend.
V m Seaenswünfchen begleitet, reiste Sonja mit Nikita und der Kammerfrau ab.
Nikita brachte der Fürllin Maria DetroMna seim» Braut noch ß'gnd. Lanae und innig hielten sich Großmutter und Enkelin in den Armen. Sie batten sich viel, ach so viel ZU ( ee»„, und ihre Dränen spülten alles Leid der Vergangenheit f ort.
Im daraus folgenden Monat ging di» Fürstin mit Sonja und Nikito nach Daris. Diesmal machten sie nicht in Bertin Station, sondern in R . . . .
Maiig Detrowna drängte es. Doktor Heinzius und iei- uer Mutter für olles das zu donken, was sie an ihrem Sohn getan hatten.
Auch die Fürstin wiederholte Sonjas Einladung, daß die ganze Toktoriamili" sie im Sommer beimben tollte in
tltmt in wyBl«!- eomsiug, ata J7. 3anaa( isi*.
Harte zum Hulkanausbrudi auf derJmd5ohurruhimaUapan\ i
Durch den Ausbruch des Sakuraschima Vulkans auf lehtcii Nachrichten sollen dabei zirka "«00 Menschen mnge- bu gleinomigen Insel ist die Stadt Kapaschima sowie ein kommen sein, grober Teil der Insel völlig vernichtet Warden. Nach den
Schloh Kalnokq. Und die Einladung wurde zmn groben Jubel der Kinder angenommen.
In Paris wurde Sonja von Tatjana imd ihren Ange- börigcn berzlich »nd innig begrüßt. Hanvtsächlich Tatjana konnte sich in Zärtlichkeiten für die Tochter ihres geliebten, schmerzlich beweinten Bruders nicht genug tun.
Sonja verlebte beraulchend schöne Wochen in Paris. Tatjana und ihr Gemahl führten Sonja in die Gesellschaft ein, und Nikita Arganosf wurde sehr beneidet uni seine entzückende Braut, und er fllblte sich auch beneidenswert.
Von Poris ans fuhr Maria Petrowna mit Souj, und Nikita nach Mentone — um dort das Grab ihres Sohne? zu besuchen. In ihre Seele zog ein stiller Friede». Herrlich wurde das Grab geschmückt, und eine Kopie der Maeinor- grnppe vom Sec wurde später dort ansgestellt.
Daß auch Elisas Grab reich geschmückt wurde, dafür hatte die Fürstin bei ibreni Besuche i» R . . . Sorge getragen. Maria Petrawng hatte erst die beiden Leichen nach Scliloh Kalnokq überführen losten wollen. Wladimir gab ihr jedoch zu bedenken, daß dan viel »n.iützeö Gerede entstehen und die Dergmigenheit ans Licht gezogen werden könnte.
Ta beichte!» sie sich. Sonja hätte ihre Ellern gerne im Tode vereint gesehen, und deshalb schlug Nikita vor. daß man Elisas sterbliche Ueberreste nach Mentone a» die Seite ihres Gatten bringen könnte. Das geschah dann ipäter auch.
Nach Rußland znriickgekebrt, wurde das Leben für Sonja wieder stiller, aber dafür noch schöner. Nikita kam. so ost er konnte, nach Petersburg. Sein ölte? Stanuuichloh wurde bereits anSgcbaut und neu eingerichtet, Bis zum September de? nächsten Jahres sollte alles, fertig sein, unb dann sollte die Hochzeit des jungen Paares stattfinden.
Nikita hätte seine Sonja genie schon früher beimgeführt, aber Maria Petrowna sagte bittend >u ihm: „Laß mir Sonja noch die kurze Zeit, mein Solm: Dir wird sie dann e,n ganzes Leben lang augehören. Gönne mir diese kurze Frist doch."
Ta konnte Nikita nichts anderes, tun. als sich füge».
Er und Maria Petrowna wetteifertem in Liebesbc- wcilen für Sonja.
Ucbcrraschend schnell und leicht hatte sich diese in ihre neue gesellschaftliche Stellung gesunden. Vorläufig wurde sie nur vertrauten Freunden des- Hauses als Enkelin Moria Pclrowuas vorgestellt. In dir Petersburger Gesellschaft sollte sic erst noch ihrer Vermählung cingesülirt werden.
Gleich »ach Ostern siedelten Großmutter und Enkelin „ach Schloß Kalnokq über. Dorthin konnte Nikito schneller und leichter gelangen, als nach Petersburg. Und er war ein gar häufiger tönst im Schloh Kalnokq.
Im Juli kam dann wirklich Dokwr Ernst Heinzius mit seiner ganzen Familie »ach Schloß Kalnokq. Selbst die Groß- tonte Johanna batte es sich nicht nehmen lasten, die weite Reise mitzumache».
Sonja durste ihren Liebe» diese Dachen z» einem einzigen großen Freudenfest gestalten, sie mit Geschenke» überschütten und oll ihrer Dankbarkeit und Liebe beredten Aus- druck geben. Merria Petrowna verstand es. ihren Gasten ,cde Scheu zu nehmen. Sstmdcnlmeg konnte sie mit Groß- tnnte Johanna zusammensiben und sich von dieser wieder und wieder olle Einzelheiten berichten loste», aus jene» Tagen, da Aleronder krönt im Doktorbäu Sitten lag.
Sonja und Nikita tollten dann mit den Daktorrangeu im Parke herum und sichren sie auch spazieren, was ihnen g>oße Freude machte. Onkel Ernst und sein. Ztöibe genostcn die seltener Erholung gleichfalls mit rolltr Hingabe.
Es Moren siir olle schöne Wochen, und als „Tostors" wieder abreisten, mußten sie periorelb-m. int »ächsien Jahre, im Sommer, nach Schloß Arganosf *u kommen, um Sonja in ibrem neuen Heim zu besuchen. ^
Im September hielt dann Sonja Hochzeit. Fürst So- garcff mit seiner Familie war von Paris gekommen, um dieser Feier beizuwobnen. ...
Sonjas beide jungen Vettern Michncl und Dimitri, machten ihr in sci^rzbaiter Art fleißig den Hof. Sie fanden ihre schöne Kousine entzückend und machten keinen Hehl
daraus. , ..
Stn der Scbloßkavclle von Kalnokv wurde son,a ibrem
jungen Gatten nngetrunt. lind der Heilige jah aus das junge Paar herab — u»d lächelte.
Er haste dennoch ein Micnder vollbracht.
Sonja fand ein reiches, volles- Glück in ihrer Ehe. Marie Petrowna konnte sich noch acht Jahre ihres Glückes- freuen ehe sie sigrb.
Großtante Johanna war zwei Jahre früher den kehle» Weg gegangen, herzlich betrauert von allen, die sie kannte», am meisten aber von ihrem Sohne Ernst, der seine beste treueste Freundin nn der Mutter verlor.
Fern im Süden, ans dein Mentoner Kirchhofe. (ifiltim vierten Seite an Seite, unter der marmornen Kopi - de; Barmherzigkest. Fürst Aleronder kalnokq und seine leun Gemahlin, die Fürstin Elisa Kalnokq.
Mit goldenen Letter» stand da? n»f dem steinernen Sockel der Barmberzigseit! Im Tode trug Elisa de» Namen, ans den sie im Leben bescheiden verzichtet hatte Maria Petrowna halte es so gewünscht. Sie batte gefühlt daß sic dies Elisa schuldig gewesen war.
— Ende. —
Mit der heutigen Nummer schließt unser Roman: „Jll laste dich nicht".
Von Montag ab beginnen wir in der Beilage mit dem Abdruck des spannenden RomanS: „Z»m Pflngrisen" von M. P r l g g e - B r o k.
Kirchliche Anzeigen.
Evangelische Gemeinde, r. Sonntag noch Eplph.. 18 Januar.
Kott-svienst in »er Stadtttiche.
Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Ritter.
Nachm. r Uhr- Herr Kandidat Dieftelmami.
Gottesdienst in der Bnrgkirche.
Vorm. 11 Uhr: stindcrzotte-tLtenst: Herr Pfarrer Rckter. Nachm, halb ß Uhr: Herr Pfarrer Diehl.
Kottcswenft im Stadtteil Fauerban,.
Vorm. 10 Uhr: Herr Psacrer Zatzmann.
Rachm. 1 Uhr: Jiigendgoltesdstnst.
Kntbolikch' is'n,>-,»»- S. Sonntag nach Epiph. 18. Januar, tsielegeicheit zum Br chien Samstag nachmittag von 4 Uhr- Sonntag früh von MB Uhr an.
X7 Uhr: Frühmesse.
8 Uhr: Miliiargattesdienst.
MIO Uhr Hochom, mit Berlesung des Zweiten Teiles d»
gemeinsomen Hirtenbriefes der deutschen Bischöfe.
Nachm. VA Uhr: Sakramentalijche Brudcrjchastsandacht.
Feierabend Friedberg.
Sonnlag. ven 18. Januar: Bortrag: „Ans alten Friedbeiger Chronilen".
„Feierabend" im Stadtteil Fauerbach.
Jeden Sonntag Spiet» unb Leieabcnd
Mil rotbackigen Äpfeln
deuilcicht man gern die Dannen b« fttnbet. Lee SJI »tet ist be ,lackt, wenn tdr Svröbtca« truch und bt^auo aa-.itc.lL. Febtt es daran, I» »mit man gurolt
f ^pcotts
ä (^muljion
ScütlB Emulsion — XJcbrrtran mit
" Äalf» und Phosvlior-Sal^a —. und
bald wird dos Kind irischer werdeu
und rote it’dddjn bekommen.
J Ae%aU, tM.: Urbrrtran l»A »Nireriu
” un1kfpdo«pl)oriz1- Palf «Ä pntcrpi ov» » Xarro, 7/,. rroranl tfi, amt.
CuMoi »/'. ÜBcfTer I*»,o, »lkobol n.u, Maiivel» ». G««1 ltzrriabl itJixopln
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