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Witlwock, den 14. )anuar 11)14.
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Kops vor dem Schwurgericht.
Franksurt », M-, 13. Januar.
Zweiter Verhandlnngstog.
Die nichtöffentliche Sitzung dauert nur kurze Zeit! dann fcirt in di« wettere Verhandlung «ingetrctrn.
Die Beweisausnahm« beginnt mit der Vernehmung eini. jet Prostituierten, mit Lenen Hopf zu tun hatte. Hierbei wurde natürlich wieder dl« Orjsentiichleit ausgeschlossen.
Dann berichtet «riniinalinspellor v. S a l o m o n über »ie Maßnahmen, die bei der Verhaftung des Hopf am 15. April m ^s. getroffen wurden, und über di« ersten Vernehmungen »es Angeklagten. Herr o. Salomon hatte von Iran Hopf ge< hart, datz Hopf meistens Gift bei sich trage. Deshalb wurde be- fchloffen, ihn nicht in feiner Wohnung zu verhaften, fondern »uf der Straße, wenn er von einem Besuch feiner im Diakonif. senbau» darniederlieg«,»den Frau zurücklehr«. Man hielt ihm sofort di« Hände fest und fand denn auch in feiner W stcntafche «tn Fläschchen mit Cyankvli. Bei feiner Vernehmung fagt« Hops auch, er hätte dar Gift genommen, wenn sich di« Beamten nicht so beeilt hätten. In dem stundenlangen Verhör gab Hops zu. er hob« schon vor der Hochzeit den Plan gefotzt, fein« Braut hoch zu versichcrn und dann durch Eist zu töten. Er habe der Frau Digitalis und im Februar auch Arsen gegeben. Von den Bazillen wutze man damals noch nichts. Irgend ein« lieber, rumpelung habe nicht ftattgefunden, der Zeuge hat auch den Angeklagten nicht im Zweifel gclaffen, unter welch schwerem Verdacht er steht. Hops eikundigt« sich genau, welche Strafe ihn treffen könne, und der Zeuge sogt«, auf Giftmord steh« Todesstrafe, aber «in offenes Eeständni« könne bewirken, datz »r begnadigt werde.
V»«s: Run. Hopf, ist da, richtig, wa» der Zeug« fagt?
An gell.: I» Großen und Ganzen ja. Aber —
Vorst Aber jetzt widerrufen Sie Ihr Eeständnis.
Angekl: Ich widerruf« nichts, aber —
Soll.: Wollen Sl; nicht Ihr Gewissen erleichtern? Sie haben der Frau Arsenik gegeben, um die Versicherungssumme zu bekommen.
Angekl.: Net».
Vars.! Welchen anderen Grund haben 8i« dann gehabt?
Angekl.: Darüber kann ich keine Aussage machen.
Zeug« » E a l « m o » : E» ergab sich nu, «in kleiner Widerspruch Er hatte erst gesagt, schon vor der Hochzeit habe er den Plan gefotzt: dann sagt« er, der Plan, sie zu versichern und dann zu töten, sei ihm erst nachher gekommen. Als das im Protokoll geändert wurde, sagt« Hops: So stimmt r.
Auf den Polizeibeomten folgen die beiden Untersuchungsrichter Landrichter Dr. Muhl und Landgciichtsrat Eöring. Es schien ihnen wiederholt, als ob Hopf geneigt sei, alles etn< zugestrhen, aber es kam nicht dazu. Als ihm Landrichter Muhl, sagte, in der Leiche seines «indes sei Arsen gesunden worden, sagt« er: Das kann doch nicht möglich seln. Das muh irgend «in anderer getan haben, um mich zu Ichilanieren. Mit der Ausrede, er Hab: der Leiche des «indes Arsen elngespritzt, kam er erst viel später. Von seiner ersten Frau behauptet« Hopf, sie fei an einem Magengeschwür gestorben. Als dieser Fall mit ihm vom Untersuchungsrichter besprochen wird, wollte er sich erst mit seinem V rteidiger besprechen und sag'« im nächsten Verhör, der Verteidiger habe gemeint, di« Eeschwore. nen würden ihn doch schuldig sprechen.
Verteidiger Dr, Sinzheimer klärt dies« Aei-tzerung^
Ich lasse D ch nicht.
Original-Roman von H. Coutihs-Mahlcr.
116 lFor'iegungj.
»Wenn ein Mann wie ich einmal liebt, so ist es auch sürs ganze Lebe». Sonja ist und bleibt meinem Herzen teuer. Ihre Mutter war eine edle, hochl,er,igc Frau, ihr Vater ein armer, irrender Mensch. Wir sind allzumal Sün- der. — ich wers auf niemand einen Stein. Und wenn Sic. durchlauchtigste Tante, in meincni Herzen mit Ihren Worten eine Hoffnung wecken wollen, datz Sonja einst mein eigen werden könnte, so kann ich nichts weiter empfinden, als eine heiße. innige Freude »nd Dankbarkeit."
„So würden Sie also Sonja zu Ihrer Gemahlin machen, wenn ich Ihne die pekuniäre Möglichkeit dazu schaffen würde?"
Arganols Augen leuchteten. Jäh rötete sich sein Gesicht, „Fragen Sie einen Durstende», ob er trinken, eine» Blinden, ob er lebe» möchte. Ach, Sic wissen nicht, wie ich Louja liebe. Nichts. nichts hielt mich von ihr zurück, als »icinc Armut, lind wenn ich sie erringen kann, dann sckpoeigt mein Stolz — dann ist es mir keine Demütigung, wenn Sic mir die Mittel gewähren, Sonja ei» sorgenloses Lebe» zu friviffcn. Erst seit ich Sonja kenne »nd liebe, ist mir meine Armut so recht druckend erschienen, weil sic mir lic Möglichkeit nahm, sie mir z» erringen."
Maria Pcirowna sichte aufatmcnd seine Hand. „Gottlob — nun seh ich die Zukunft Sonjas licht »nd rosig vor mir. An der Seite einer Mannes wie Sic. Nikita, nach eine Fra» glücklich werden. Aber nun. — wie bekomme ich Sonja wieder? Ach. Sic ahnen nicht, Nikita. was mir dieses rasche, stolze Kind ist. Wen» mich niein Leiden nickst gerade seht an das Zimmer fesselte, würde ich mit dem »ächsten Zuge hinter ihr herfahren,"
Nikita blickte lebhaft und bittend auf,
.Lassen Sie mich z» ihr eilen, d»rwla»ck>t!gste Tante", stieß er hervor.
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dahin auf. datz er dem Hops gesagt habe: „Wenn Sie der Frau Arsen gegeben haben, dann hindert da», wa» 8i« von dem Magengeschwür sagen, dir Verurteilung nicht.
Dem Rat Eöring sagte Hopf bei seiner Vernehmung: „Ich Will heute noch k:in Geständnis ablegen." Als man ihm mit« teilt«, auch in der Asche seiner Mutter sei Arsen gefunden wor- den, sagte er zunächst, das könne er sich nicht erklären. Mit der Erklärung von den Arsenrinspritzungen in bi« Leichen der bei. den Kinder kam er «rst ipäier. Aus di« Frage, warum er da« nicht gleich erklärt habe, sagt« er, er habe bereit» seit Wochen di« Absicht gehabt, es zu sagen, habe aber immer nicht gemutzt, ob er e, sagen solle. Die Erklärung, seine erste Frau habe sich zwei Schachteln Schinh:it Spille» kommen lassen, machte er «rst am 15. September, nachdem er seit dem 15, April in Untersuchungshaft satz und dutzend« Mol« vernommen worden war, In einer Eingabe an das Gericht. Den Untersuchungsrichtern Hab« er davon kein Wort gesagt.
Der bei den Adlerwerken beschäftigt« Herr Philipp Dürr hat sich infolge b:r Zeiiungsmiiieilungen über bi« verschiedenen Giftmordfällc als Zeug« gemeldet. Er kann einiges über den am IS, Februar 1895 erfolgten Tod von Hopfs Vater b«. künden, Frau Hopf erzählte ihm, ihr Mann habe plötzlich Erbrechen nd Durchfall bekommen un-d sei dann kurz daraus gestorben. Er habe der Frau geraien, st« solle di« Leiche sezieren lass», st« habe ihm dann erzählt, di« Leiche sei von dem (in. zwischen verstorbenen) Dr, Beil seziert worden, der habe aber nichts gstmdrn, Später habe ihm Dr. Beil gesagt, er habe di« Leiche gar nicht seziert. Das sei ihm verdächtig vorgekommen.
Veit. Dr. Sinzheimer: Sie hab:n sich selbst als Zeuge gemeldet. Sie hatten wohl die alt« Frau im Verdacht, datz sie ihren Mann vergiftet Hobe.
Zeuge: Es fiel mir auf. datz der Mann sein Bett selbst machen mutzte.
Vers: Sie haben angenommen, datz dte akten Leut« gut zusammen lebten. Es sind aber Zeugen da. di« das Gegen» teil bekunden.
Nach der Vernehmung dieses Zeugen wird wiederum di« Oeffentlichkeit — auch für dl« Presse — ausgeschlossen.
E, handelt sich, wie es scheint, bei diesen Z:ug«n um den Tod von Hopss unehelichem Kind«, Als Hsps 1891 in Wör borf bei Idstein das Iutlermiitelgefchäst ansing — er war damals noch ledig — sing er durch ein Verhältnis mit seiner damalig, n Haushälterin Elise R. an. Diesem Verhältnis eirt- lprang am 1k. April 1895 «ln «nabe Karl, der nach Jahre», srist starb un-d dessen Leiche ebenfalls Spuren von Arsen aufwies.
Gegen 12 Uhr tritt eine halbstündig« Paus« «ln, , ,
Ans drr Heimat
* Fnedderg, 14. Jan, Der Verein ehemaliger Besucher der hiesigen Blindenanstalt beabsichtigt in unserer Stadt ein Blindenasyl z» gründen, und hat schon einen kleinen Fonds angesamnielt.
* Fricdberg, 14. Jan. Ein interessantes Verdingungs- ergebnis zeitigte die Submission zur Herstellung des Bahn- Hoss-Umbanes Nieder-Ohmen. Es wurden folgende Angebote an die Eilenbahnbehörde abgegeben: Gcbr. Schäser- Hünfcld 53 179.— M, §. R e u ß - F r i e d b e r g 57 527.— -4k, Otto Eonrad-Berlin 60 289,— M, H. W. Rinn-Gietzen 62 179.— .M., August Gärtner-Fulda 63 382.— M, Hoch- und
„Damit kommen Sie meinen Wünschen entgegen Nikita. Wenn Sonja Sic liebt, werde ich ihr keinen besseren Fürsprecher senden können. Ist cs Ihnen möglich, sogleich abzu- reiscn. Ich m»h gestehen, datz ich keine ruhige Stunde mehr haben werde, bis ich das Kind wieder habe,"
„Gewiß, ich kann mich schnell sreimachen, und an mir soll cs nickit liegen, wenn Sie nickst sehr bald Ihre Ruhe wieder erlangen."
„Gut, gut! — Meine Kamerfrau kann Sie begleiten. Sie muß in diesem Falle einmal das Amt einer Ehrendame übernel'inen. Wann können Sie reisen?"
„Morgen schon, durchlauchtigste Tante, ich fahre heute »och noch Hause, um einige Vorbereitungen zu treffen, Mor- oen früh uns dem c-ft"» Zone reite ich ab. A>si, wie banse ich Ihnen für dies Zeichen Ihres Vertrauens. Sie sollen sich nicht in mir getäuscht haben."
„Davon bin ich überzeugt. Nikita, Ich wünschte nur. Tic wären erst bei den, Kinde. In welcher Stimmung muß sie an? meinem Hause geflohen sein? Ach. und für welch rin llngebener mag sie mich gehalten haben I Sie müssen ihr sagen. Nikita, wie sehr sie sich in mir getäuscht hat, wie sehr ich mich sehne, sie an mein Herz zu nehmen. Ich will Ihnen noch erzählen, wie mich dainals die Nachricht von der Schuld und dem Tode meines Sohnes traf. Das sollen Sie Sonja berichten, damit sie ihrer Großmutter gerecht wird,"
Sie ergänzte Elisas Bericht mit kurzen, hastigen Worten. die aber Nikita zur Genüge von ihren Schmerzen überzeugten, Mit chrfuichtsooller Zartheit küßte er ihr dann die Hond.
„Ich will Sonja das alles sagen — und sie wird niir mit Freuden folgen und auch einsehen, daß sie Ihnen sehr unrecht tat,"
Sic besprochen noch einiges Notwendige, und Maria Pcirowna stellte Nikita einen Scheck aus. damit er genügend mit Geld versehen war. Er sollte auch Sonsa eine Summe zur Verfügung stellen für den Fall, daß sie Ausgaben haben würde.
Als Nisiita sich verabschiedet batte, suhlte Maria Vc-
Twsbau-Gesellschast Gießen 68 122,— . V, Johann Ehr. Nnhl-Angersbach 70612.— >4f. Ad. Krämer-Darmsiadt <<861.— Jl, B. Wihcl-Bebra 80 596.— Jl, H. Bender- Gießen 83 562.— M, Ehr, Behold-Godesberg 84 742. — .1! Cibr. Fey-Lich 101 800.— Heinrich Scini-Lauterback
106 274.— M.. Bei den 13 Offerten ist das billigste Angebot genau um die Hälfte kleiner, als die höchste Forderung. Dabei handelt es sich meist um Arbeitslöhne. Wer bat hie falsch gerechnet?
* Bad-Rauheim, 13. Jan. Die Grsamtsrcquenz 8 Bades im Jahre 1913 betrug 34 95t Kurgäste, wovon 25 147 Deutsche und 9804 Ausländer waren. Von de» leieren entfallen aus: Afrika 90: Amerika 1667: Asien 26; Australien 5; Belgien 168; Bulgarien 9; Dänemark 77; Frankreich 290; Griechenland 5; Großbritannien und Jrlov'' 885; Holland 454; Italien 88; Luxemburg 33; Monako 1; Norwegen 64; Oesterreich 783; Ungarn 317; Portugal 61; Rumänien 153; Rußland 4214; Schweden 1 14; Schweiz 211; Serbien 24; Spanien 42; Türkei 23. — Bäder wurden ins gesanit 480 520 abgegeben und zivar wurden gefcriigt:
Der beste Zusatz zum Bohnenkaffee ist Kathreiners Malzkaffce. Je mehr Malz- kaffee man zusetzt, umso bekömmlicher wird das Getränt. Der Gehalt macht's!
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trowna erst ihre Schmerzen wieder. Sic ließ sich von ihrer Kaninicrfrau gleich wieder heiße Uinjchläge machen und sie spürte darauf auch bald Linderung.
Dann sagte sie ihrer Kammerfrau, daß sic sich für den nächsten Morgen zur Abreise nach Deutschland bereit halten sollte.
Die Kamnierfrau staunte nicht wellig über diesen überraschenden Auftrag. Tausend Fragen standen in ihren Augen, aber sie war eine zu gut geschulte Dienerin, »m eine davon laut werden z» lassen. Und die Fürstin gab ihr vor- läufig auch keine nähere Erklärung. Nur daß sie Fränlci» Sonja auf der Rückreise begleiten, und daß sic für diese den neuen Pelzmantel mitnehmen sollte, sagte sie ihr.
Als sich Nikita Arganoff am nächsten Morgen im Palast Kalnoky einsand, war Maria Petrowna schon wach, Sic begrüßte ihn warm und herzlich und sagte dann lächelnd, „Ich habe doch lieber selbst noch einen Brief für Sonia geschrieben, den Sie ihr übergeben sollen, Nikita, Sie kann ten über dem Wiedersehen mit ihr vergesien, mir ein seh: eitriger Fürsprecher zu sein. Da will ich meine Sache selbst führen. Und nun gehen Sie mit Gott, Nikita, Bringen Sic mir nicin Enkelchen zurück — und für sich die Braut," Er küßte ihr nur stumm die Hand. Der Brief der Fürstin an ihre Enkelin war adressiert: „An die Fürstin Sonja Kalnoky," Und der Inhalt lautete:
„Mein teures, geliebtes Kindl Warum rerlicßest Tu Deine Großmutter so rasch und stolz? Wüßtest Du, wie sic sich sehnt, die Tochter ihres heißgeliebten, ach ie schmerzlich betrauerten Sohnes in Liebe »u umfassen. Konntest Du wirklich glauben, seine Multi r habe ip seinen Tod gewilligt? Dann weißt T» nicht, was ein Mutterherz empfindet. Ach, niein Liebling, meine So», ja. kehre schnell zu mir zurück, damit ich Dir sagen kan», wie sehr Du mir Unrecht getan. 5komme heim an mein Herz, in mein Hans, das Deine wahre Heimat ist. Komme schnell, — ich bin alt und habe keine Zeit z» warten. Komme, meine Sonja, zu Deiner
Grostmnttcr." lFortsitzung iolgt)


