Ausgabe 
31.12.1914
 
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macht, Laß die Führung von Waffen durch jugendliche Perione» bisher unter Strafe ncftcHt war. daß aber nunmehr aus «rund de» Artikels 4 Zisser 2 btä Gesetzes über den Kriegszustand d,c Führung von Schußwasscn mit Gefängnis bi» ,u einem Fahr de- straft wird, wenn nicht die Gesetze eine schwerere 2,rase androben Diele Bestimmung richtet sich gegen jugendliche und gegen nicht- jugendliche Personen. Es wurde» bereits eine große Anzahl Per- Ionen zur Anzeige gebracht, welche sich gegen diese Bestimmung verfehlt hatte». Jung und Alt könne» darnach nicht genug ge' warnt werden, Schußwaffen zu führen, »isbesondere ist dieie Warnung im Hinblick aus das bevorstehende Re»,ahr angcbrack, deffen Beginn in Stadt und Land vielfach durch vermeintlich Harm-' lose Freiidenschlissc gefeiert werden soll.

Ter Arbeit Neujahrstaq.

Ter Zeitbaum hat sich jung belaubt:

Ein neue» Fohr erhebt sein Haupt!

Ihr. die Ihr kämpsi um Brot und Licht, Erhebt nun auch das Angesicht!

Führt auch der Weg im neuen Fahr Durch Qual, durch Röte, durch Gefahr,

Und schlägt der Kamps auch Wunden viel.

Hell blinkt entgegen uns das Ziel.

Fhm folgen wir durch Pacht und Kn,,; Empor zum Licht, hinaus zum Sie,!

Der Arbeit nur, die sie erhalt.

Gehört der Segen auch der Welt!

Wir sind die Arbeit! Unsre Hand Streut Lebensglück ins Erdenland!

Bon diesem Glück reich Tu uns dar Auch unser Anteil, neue« Fahr!

L. L.

In den schweren Zritrn, welche wir bis jetzt durchleben und die aus dem ganzen Volke lasten, hat auch unsere Partei- bcwcgung keinen leichten Stand. Wohl baden wir jetzt keinen Partcikaiupf, allein jeder Parteigenosse ist sich wohl darüber klar, daß unsere Arbeit auch jetzt nicht ruhen darf, vielmehr nach dem Kriege mit größerer Kraft rinsetzen mutz. Würde das nickst geschehen, so wäre ein großer Teil unserer bisher geleisteten Arbeit vergeblich gewesen, tßroße Lücken hat der unl>eilvolle Krieg in unsere Reihen gerissen, wir haben dafür zu sorgen, daß diese sobald als möglich wieder aukgesüllt werden. Weiter bat uns aber der Krieg er­nennen lassen, wie notwendig die Turchsührung der sozia- Mischen Forderungen für Nation und Volk sind, es müssen daher immer weitere Dolkskreise damit bekannt rind ver­traut gemacht werden. Dazu ist die weiteste Verbreitung des Parteiblattcs notwendig. Daran mitzuarbeiten muß -jeder für seine unerläßliche Pflicht halten, der sich zur Partei .zählt: jeder muß in seinen Bekanntenkreisen Leser für die Oberhessischc Volkszeitung zu gewinnen suchen. Tiefe Arbeit ist auch jetzt nicht vergebens! Mt Neujahr tritt die Oberhessische VolkSzeitung in ihren zehnten Jahr­gang. Sie ist jederzeit für die Interessen des arbeitenden lind minderbemittelten Volkes cingetreten, cs muß deshalb heilige Pflicht der Arbeiter sein, auch jetzt ihr Blatt zu Antcrstützen!

Znm neuen Jahre ist es althergebrachte Sitte, daß Freunde und Bekannte sich beglückwünschen, einFröhliches Neujahr" zurusen. Letzterer Wunsch dürste beute wenig an­gebracht sein, wo so viele den Verlust ihrer Männer, Söhne und Brüder betrauern, die in der Blüte ihres Lebens dem Kriege zuin Opfer fielen. Möge uns das neue Jahr endlich und recht bald das Ende des Völkermordens bringen, das äst sicher der erste Wunsch, in dem sich alle mit wenigen Ausnahmen am Neujohrstage zusammcnfinden. Unsere Partei hat stets auf diese grauenhafte Katastrophe hinge- wiesen, die durch da? Wettrüsten der Mächte herbeigeführt wurde: von unserer Seite ist auch das Möglichste geschehen, sic zu verhüten. (Gelang dies den Sozialisten aller Länder diesmal noch nickst, so werden sie trotzdein fernerhin nickst müde werden, für den Weltfrieden zu arbeiten. Sie werden dies noch mehr und eifriger als bisher tun müssen. Im Sinne dieses TtrebcnS allen Gleichgesinnten ein glück­liches Neujahr!

Gefallene aus Dberhesien und Nachbargcbieten: Wchrniann Adolf Pitz. Briefträger aus Gießen: Wcbr-

n.ann Heinrich Kehr an? Treis a. d. Lumda: Gefr. der Res. Josef Rotschild als Alsfeld, sämtlich Jnf.-Regt. Nr. l 16. Heinrich Bodcnbender aus Treis a. d. L, Jnf.-Regt. Nr. 115. Freiw. Heinrich Walter au? Gießen; Freiw. Aug. Gorr aus Gießen: Freiw. Heinrich

Biedenkopf aus Garbenteich: Untcrosf. der L. Konrad Weil auS Langgöns, sämtlich Jnf.-Regt. Nr. 222. Oberleutnant Earl Weber aus Lich, Jnf.-Regt. Nr. 111. Dchrmann Heinrich Krender, Jnf.-Regt. Nr. 116 und Sccsoldat Lorenz K r c u d e r, beide aus Gonterskirchen Kr. Alsfeld. Res. Heinrich Wa gn er aus Naunheim. Jnf.-Regt. Nr. 167. Franz Dacbel aus Wetzlar.

Rascher Tod. Gestern nachmittag wurde die Ehe­frau des Kaufmanns M. Strauß in der Schanzenstraße au: einem Ausgange in der Löwengasic von einem Herz- schlage betrosten, der ihren sofortigen Tod zur Folge batte Als Frau St. merkte, daß es ibr schlecht wurde, schleppte sie sich in die Wirtschaft zurRcichskronc". Tort sank sic a»' einen Stulst und kouni haste ibr d:e Dirtsfrau ein Glas Wasser gebracht, stat der Tod ein. den e:n sofort berbci- gcrufcner Arzt scsistelltc. Den Angehörigen >var de: traurige Fall umso sc^.uerzlicher. als sowohl der Ehemann der so plötzlich Verstorbenen, als auch ihr Sohn aus Ressen abwesend waren.

Verjährung von Forderungen Rach den Vorschriften kr. Bürgerlichen Gesetzbuches verjähren die Schulden des ton!i^'CM Lebens in 2 oder 4 Fahre». Dieie Fristen laufen regelmagig ma dem Jahrcsjchluß ab. Für die Gläubiger ergibt si» darauf vielfach die Notwendigkeit, die Verjährung durch gerichtliche Gelieno- niachung des Anspruches zu unterbrechen. Um in der gegenwortwen Zeit daraus entsteh enden Schäden vorznbeii-ien. hat der Bunoc.- rai eine Verordnung erlassen, wonach die bctr. bczcichnetc» An­sprüche, die zurzeit noch nicht verjährt sind, nicht vor Ende 1815 verjähren. Eine weitere Verordnung bciriitt »>c Be­willigung von Zahlungsfristen bei Hypotheken- und Grnndsckf.cn.

»ür die Ansprüche aus Rückzahlung des Kapital» von Hupoiheken usw. war die am 7. August ermöglichte dreimonatige Frist­erstreckung nicht ausreichend. Desbalb wird jetzt das Prozeßgericht ermächiigt, die Zahlungsfrist für Hapotdeten und Grundjchulden- kapiialien auf eine Zeit bi» zu kl Monaten zu bemcsicu.

Gehaliskürzungeu der Augeftellleu sind au» Anlaß de» Krieges von vielen Firmen vorgenommen worden, obwohl die Be­hörden sich öfter» dagegen wendeten Doch sind die Fälle nicht in dem lim fange »achwci»lich. wie e» im Fnteresie der Rot de» Personal» wünschenswert wäre Man kann hier den Angestellten diesen Borwnrs der Gleichgültigkeit nicht ersparen, bemerkt ein Frankfurter Blatt, denn deren berufenen Vertreter, die kaus- mäiiniscktcn Verbände, haben zn ihrem Seil die volle Schuldigkeit getan. Die Gehaltskürzungen, soweit solche den Verbände» be­kannt wurden, find genau geprüft worden und überall säst sind die versprochenen Verbesserungen eingetreten. Es muh betont werden, daß auch solche Firmen zu Kürzungen geschritten find, die hierzu schon traft ihrer Finanzverhältnisie nicht ü» entferntesten genötigt waren, und dadurch grohe Verstimmung in weite Kreise getragen haben. Während die guten Zeiten stets spurlos auf da» Gehalt ivirkien. bat man diese Zeit zu unglaublichen Kürzungen weidlich ausgcnüyi. De»halb erscheint e» angezeigl. an alle solche Firmen, die durch Kricgslieserungen enorme Mehrgewinne er­zielen. die Bille z richien, wenigsten» doch im gleiche» Perhältiiisie zur Gewinnsteigeriing ihrem Personal die KricgSzulage bewilligen zu wollen,

Dir Schrecken de« Kriege«. Die Voll. Zlg. bringt au» dem Briese eine» russischen Artillerieossizier» der bei Lodz stand, svlgen- de» zum Abdruck:

»Um Lodz brachen wir gegen die Deutschen vor und nahmen eine Position rin; da» war am 4. November. Die Position war ideal, aber e» zeigte sich, daß auch da» Fdeal von dem Wahre» noch weit entfernt sein kann. Die Deutschen erössnetc» aus un» ein höllische»euer. Die Hauptsache war, dah sie un» nicht bloh von der^Front, sondern auch von der Flanke au» beschallen. Man sah die Tchlllle rechts von uns aufblitze», wir konnten nicht einmal antworle», da er nicht möglich war, den Kops au» den Schanze» herauszustreckcn. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren irgendwo Spione ich Hobe Dir schon geschrieben, wie ich einen Telephon- draht, der irgendwohin führte, abgeschnitcn habe. Fn der Nack» kamen wir ziemlich glimpflich aus dieser Position hcrau», am 5. besetzten wir eine neue, am ll. und 7. standen wir wohlbehalten darin, dafilr aber erössneten die Deuischen am 8. ein solche» Feuer auf un», dah mein sechste» Geschütz nahezu in Splitter zerschlagen wurde. Der Abend brachte uns eine Ueberroichung »nd einen Schreck: Wir laben in unserem Rücken Feuer ausblitzen, Ka- nonenschiille und Gewehrseucr. und obendrein wurde »n» noch amtlich mit ge teilt, dah unsere Lage hossiiungKlo» sei. Fn der Rächt nahmen wir von einander Abschied, tranten un­seren Tee und ginge» in die Schanze. Natürlich verging die Nacht ohne Schlaf. Am Morgen, etwa itm 0 Uhr, wird un» eilig initge- teilt, dah wir standholten sollte» bl» aus» äußerste, da eine neue Armee un» zu Hisse komme. E» war schrecklich. Es verging die zweite vollkommen schlaflose Nacht. Kein Brot, keine Fou- rage, Panik in der Siadi und schreckcnsvolle Erwartung bei uns. Der Kampf geht weiter, schon zwei Wochen sind wir ununierbrochen im Gefecht. Tag und Rächt. Gestern beschossen sie unsere Hütte, wo wir un» einlogiert hatten: wir muhten un» davon »,achr» in die Schanzen. Obgleich in den Schanzen auch Lesen sind, so ist e» doch außerordentlich unangenehm dort, kalt, seucht und schmutzig. Die Nerven versagen ihre Arbeit. Jetzt zuckt man zu­sammen, nicht bloh bei jeder deutsche» Granate, sondern auch bei dem eigenen Schuh. Klappert ein Soldat mit der Teekanne, backt mau Holz für den Lfen, so ist e» »»erträglich. Geht c» so weiter, so sind wir Kandidaten für da» gelbe Hau». Begreife, ohne Schlaf säst ganze fünfzehn Tage! Keine Zeitungen, keine Briese: die Post bekommen wir seit dem 26 Oktober nicht mehr. Krank­heitshalber wcgzusahren, daran ist nicht zu denken. Lffizier« gib! es wenige, und da» Gewisser erlaubt e» nicht. In der Infanterie sind in den Regimentern fünf biß sechs Offiziere statt sechzig."

Verbreitung fallcher Siegesnachrichten ist strosbae. Das General­kommando des 10. Armoekorvo teilt dem Hann. Courier mit: Ver­schiedene Vorgang« in letzter Zell machen e» notwendig. auSbrück- lich daraus hinzuweisen. dah auch AuSstreumrgen und Verbreitungen nicht erweisbar inatzrtr Siege» nach richten unter die Strasbesiim- mung der Bekanntmachung von, 15. November 1814 fallen. Sie sind m hohem Grade geeignet, bi« Bevölkerung zu beunruhigru und da» Vertrauen in die oberst« beersleitung zu «richnnern Gegen bi« Urheber solcher salschen Rachrichicn wird unnachsichtlich vorgogongon werden: si« werden. wenn bk Gesetz« nicht ein« höhere Freiheitsstrafe beftumnen. mit Gelängt,«» bi» zn einem Fahre be­streit. Tie Verhängung einer Geldstrafe ist ausgcschlosien. Fn mehreren Fällen ist ein Strafversahven bereit» eingeleltet.

Stadltheater. .Der S ch I a g b a u m" betitelt sich ein Volksstück". da» am Dienitag die erste Ausführung an der Giehencr Bühne erlebte. E» spielt in den 30cr Fahren de» vorigen Jahrhunderts in Berlin und soll un» die Röte vor Augen führen, welche die Geschäftswelt unter der damaligen deutschen Klein­staaterei durchzumachen hatte. sRebenbei: auch der heutige Reichs- bürger hat noch genug darunter zu leiden!) Am lästigsten waren für den Kaufmann die Zollschranken sder Schlagbaum) der ver­schiedenen 36 deuischen Vaterländer, wodurch der Warenverkehr fürchterlich erschwert wurde. Von vielen Seiten wurde daraus hin- gearbcitet. dem Handel freie Bahn za schassen: es kostete aber viel Mühe, bis diese Bestrebungen Ersola batlen. Fn dem Stück hat sich ausgerechnet ein Münchener Fabrikant Tutzinger wirb er genannt in den Dienst der Frcihandelsbcstrcbungen gestellt, kommt aber dicferltalb mit seinem zntünstigen Schwiegervater, dem Garnsabrikantcn Lüdccke in Berlin, derart tn KutifMl. dah die Ver lobuiig mit seiner Tochter Luise wieder in die^Briiche ging. Am Silvester des Fahre» 1833 sollen aber ein großer Teil der Schlag, bäuiue in Deutschland und mit den neuen Zuständen Hot sich auch der variitulariftiiche Liidecke ousaesödnt. Er schämt sich sogar, dah er früher eine Petition um Aufiechlerhaltung der Zölle untcr- lckrieben hat. Dieie» Schriftstück hat aber der zukünftige Schwieger- lohn in der Tasche behallen und nicht abgelchickl. wa» er über­nommen baue und sich doch zweisellv» einer llnterschlagung schuldig gemacht Das nimmt ihm aber Lübeck« nicht übel. Ircut sich viel­mehr so darüber, dah er dem freihändlerischen Bauer aus» neue die Tochter nun endgültig gibt. Den so lebhaft für ein einige» Deutschland »lädierenden Bauern lin Wirklichkeit waren bekannt- lich die Bauern die fteisnackigften Partiknlarisien) gab Herr G r o s s c r - B r a u n in lebhafter und natlirlicher Weise, seine Partnerin Maria Schild wußte das «uterzonene Fabrikantcn- tkchterchcn recht empsiiidiam nnd liebevoll darznstellen. Den Liidecke mit seiner klein, und splehbürgerlichen Verrannnlheil suchte Herr Golk mit gutem Er-olae zu verkörpern und die Rolle seine» etiva» überspannten und dicktuerischen Ebeoemastl» war durch Frl. Frcnzel bestens besetzt. Als nickt -u» der Ruhe zu bringender alter Buchhalter erzielte Herr v. Rogaenhaulen viel Heiterkeit, noch mebr lein tänzelnder, stutzerbofter Kolleae Menke, ale welcker Herr Ludwig Glasier da» Publikum belustiaten. Frl Martini fand sich mit der Rolle eine» Dienstmädckens im Hauic Lüdccke. da» nicht aus den Mund gefallen ist. wie immer Iresslich ab: Herr

Stichel und Bochum gaben Berliner Tupcn, Eckensteher und Markthelfer, die mit Berliner Weisheit nicht sparten.

Stadttheater. E» konnte bisher etwa 2200 Verwundeten freier Eintritt zn den Vorstellungen gewährt werden. Die Vor­stellungen des Rcujahrstoec» bringen eine Wiederholung des Pro­gramme» de» dritten Feiertag», nämlick für Nachmittag» eine Wiederholung de? Kindcrmärcken»Aschenbrödel" nnd für Abend»W i e einst im Mai", letztere Aufführung bei kleinen Preisen.

v. Alienbnseck. linier VolkSvercin rcranstgitctc am ersten Aeib- vacklsfeiertoae eine Kinderbcicheruna, dm aus da» beste verlausen ist und den Kleinen viel Freude gemacht bat. Jedes erhielt irgend einen GcbrauckSaeacustand, sowie etwoS Gebäck. Aepsel und Rüste. Der dasür anfgcwcndctc immerhin erhebliche Betrag wurde durch

freiwillige Sammlung ausgebracht: den Gebern sei auch an dieser Stelle gedankt. Etwa 30 Kinder nahmen an der Bescherung teil.

Kreil -vekslar.

X krsahgesiizäst im Kreise Wetzlar. Die Musterung der Mili­tärpflichtigen NN K reize Wetzlar i,lüdet vom 7. di» 11 Jginigr int Schutenggrien tn Wetzlar n>.< folgt statt:

Donnerstag, de» 7. Januar 1815. Rusterzrag der Militärpfltch- t:gcn iaaulicher Jahrgang, aus den Bi.rgermeistereicii Aßlar, Atzbach und Loun » dach

Freitag, den 8. Januar t8t5. Musterung der MiUturpi'lntitzqen sämtlicher Jahrgänge au» den Bürgermeistereien Brauns« i» Stadl un-d Land. G r« i s« n st c > n und H o h« » f p I nt».

Samstag, den S. Januar 191«. Mustern».: der M-Iiisirpfl-itch- tigen iamtticher Jahrgänge aus den Bnrgenneistcreten Rochtendach und Gchöiiengnmd, sowie der Jahrgang« 1013 int» 1014 aus der Stabt Wetzlar.

Montag, den 1t. Januar 1815. Musterung der MUitärpfliete ligen de» ,ig» 1015 at» der Stadt Wetzlar.

Da» Gesebüsl l-eginnt um 0 Uhr motgen». h. Kriegsopier Auf dom bluvzzen Schlschtseide u> Ruhlatid satid unser Genoss« Franz Dacbel de» Tod Erst 3« F»hre alt. d.nlrrläht unser braver Freund Frau und Kinde,, nnt denen er glücklich gelebt. t

Bon Nah m»d Z^ern.

X »in lchlcchtk» Andenken hat der SladtiMI Karl P i e r k r in

Alten bürg, der seit 1808 in städtischen Diensten ft-an» tuK als lxntptmanu tm Felde ge lallen «ft. Der Büngervoriland hall« ihm deslnUd einen ehrenvollen Rachrui gcivtdmei W«c iüh ietzl derans- stellt, hat sich Pirrer während feiner Amtssiihruug Unter­schlagungen tn Höh« von etwa 8000 0 Mark zuichtilden komm«,, lallen._ _

Kenn wir Weihdrot und Kuchen, sowie wir es b,stwr gnvobnt

waren, weiter esin^ wird unser Vorrat an Weizen höchstens »och di» zum Aprrl roichcn. Frichrr imirde insier deutscher Weizenvorrat durch eene Ztrsuhr von etwa 40 Mivionc» Zentner au» dem Aus­lände ergänzt, von dieser Zusiihr sind wir jetzi abge'-chnillen E» heiht also, sich bei Zeiieit daran zu «etvöhnen, nur Roz-renbrol zu essen. Die» ist für goluiedk und kräsii-gen Miii'-Hei» nicht schwer, fiir lchwache und kranke al>er um so scknvcrcr Darum ist o» di: Pflicht jede» gefunden Menschen, schon jetzt ans Wiihbrot und Kuchen zu oerzichtl». damit dos Weizcnmclsi für die. die cs nur slhr schwer entbehren könnrn, lünaer reicht E» gbzicmi sich auch «ich«, daß wir uns Heer in Foftfuchwu. Stollen, Pi.:crnekuch.n. siüien ir>>ck,varm uiw. gütlich dun, ivahrrnd di« Blül« unseror R.itio.i draußen im blutigen Rmget» steht uitd den gröhtrn Eirtdichrunge» unsg-.setzt ist Wlr mühten un» schämen., wenn wir nicht eimnal ein so kleine» und unbedeutendes Lzncr zu bringen oomnöcklcn. Weihnachten >st vor­über und <« find grwalt«ge Mengen von Weite,.mehl zu Kutten ver­wendet worden. Damit sei e» aber genug Bon je«! ab gehört kein Kuchen inchr in ein deutsches Hau». 2iotäl,gt dies« itesiinruiig auch schon zu Rens ahr!________

vereinokalckndcr.

Sonntag, 3. Januar.

Launsbach Wahlverein Rachmiltag» 3'ä Uhr Mit- gliederwerhrmmlurg te, Win Friedrich Piafs Alle» «rscheitieu!

Etande-nmt s^iesten.

Geborene.

Dez. 8, Dem landivirlschastlichcii Arbeiter Stcplton Fanik ein« Tochter. Leokadia. 20. Dem Ktnifuwmt Ernst Merlan cm Los»,.

22. Den, Postiitsprktor Karl von Büstzingtzsoewr» cm Sohn. Kork Kurt Gerhard Siegfried. -- 23, De.» Registrator Karl Mar Erich khrjstian Wirdnieiier ein« Tochter, Kächr, 24. Dem Bäcker Johann August Renz ein Schn, August Heinrich, 27 Dem Weicheu- steller I, Klaffe Stidtnig Sann ein« Tochter, August« Marie,

Eheschließungen

Dez, 24, Karl Heinrich Arnold, Dreher, Oterhci.-or der See« wet>>. mit Luise Fol»anit«tte Wisheimin« Enilcr. beide n> Giehen, -

30, Valentin Anton Ktnips. Anwalisgchilse, mit Mari« Morgarei« Nonnewitz, beide in Giehen

Sierbeiille

Dez, 23, Juda Katz. ohne Berus. i>0 Ja1>te alt. Fr,«drick»trahe

10. Margarete Brsistl, gab Leng, 7t Jahre alt, Ederstrahe 18, 25. Heinrich Feebel, o4>ne Itorus, 67 Jahre all. Krosdorfr, Straß: 10, 2S. Katharine Diedl. Herrntaii». 86 Jahre alt, Schlohggsie 10. Im Feld« gelalleu Okt 2i, Friedrich Oswald Riedel. Oberkellu.-r. Reservist. 28 Jalzr« alt, Ercbe-nerstrohc 86. bei L« Quednoy gefaUen.

Tlnndesüml Lollar.

Geborene,

Dez, 13, Dom Lchteuier Laü Sc vp II. ein« Tochter. Ottilie,

Dem Tchloffor Earl Toitz etu: Tochttr. Anna Margarethe, 15. Dem Hüttenarbeiter Wilhelm Augnst Ruh» ein Sohn. Wishelm

August, 18, Tein Former Wenqtl Zait« «ine Tochter, Marie. Dem Hliitti-airbeiter He nrich Läuiee ein Sohn. Ernst Ludwig. 24 Dem Scknnied ,)ofi Schöck ein Lohn. Heinrich und eine Tochter, Amta.

Eheschließung««

Dez. 15. Schlosicr Brut« Gerl« nut Eiisabcch Btusiu«, beide in Lollar. 23. Landw: ri Earl Herman.i Friedrich Tohrmann, in itzrünberg mit EnriNe Thitlmam,, in Lollar 24 Fei leitsauer E Lückhoff. in Lollar mit Kedl>artra Hi^>ert»h,i,tsen, ln Siausenderg. Sierbelälle,

Sepl, 28, 8«,hbmder Heinrich KaSgar Römer, ltzesrelter de» Ros -Ins,-Reg. Nr, 118 6 Komp, bei Eondve tn Fragte ich geiallcn.

Okt. 25, Landwirt Earl Geißler 1ll_ Rrst-rvist de» Rts -Jns ^»eg.

Rr, 116 6, Komp., bei La Qucsn« in Frankrcich g«sallo.i, Dez, 25. Erich Lünk. 5 Monate oft. __

Verstorbene Ebristavh Wagner IX, i «rohen-Buleck. 72 Jahr« all, Ich». Keil, Landwirt, in Lmdenstruth. Frau B, Strauß, in Gtehezi. _

Tie Marktpreise für Vieh un» Rm*«

nnd die Gieß euer Fleisch- und Broipreike am 28. Dezember 1811

Schlachlviedvieise in Fra ii(f int a. M.

Fleischpreijc üt Gießen

Ockjen

'lillbcr

Schweine

50k* Schlachtgewicht 91104 tUiL . 70-6 . Mk . . "-73 .

>1, kg 60-06 Psg. /. . 6-J-64 .

>/, . 8086

Getreidepreise in Mannheim.

Brotpreii« in Gießen

Weizen

Roggen

100 kg.----- Mk.

Wettzbeot 2 leg 68 Psg

Schwatzbrot 2 , 64 ,

Betanntmachunq.

Dem Einigungeami sür Mieisstrciiigkeiie« liegt sortan «ich di« ob, Zwecke fiiicö irt

teilen der Htzpothekcngläubiger ui* Hypottekenchuldner zu ver- Mitteln. . . . . . .

Grohherzogliche» M.nisürinm de» Innern hat angeordnot, «8 di« SL 2 und 3 der BokaiutMiochmig dos Neich»tan»l«r». En»«u>ig»- ämter betr. vom 15 Tezember 1814, ftir da» hiesig« Eimgungsamt «»eltunq haben. Danach sind die Beteiligten bei Metintig von Orv- nungsstrase verpilchlrt. ans Erfordern vor dem Eimguugs-ml>zu erscheinen und über die sür die Vermittelung erheblichen Tatsache« Auskunft zu erteilen.