Hur irgmkvie gebührend Rücksicht? Wie vieles könnte hier
tzerade dre Presse tun. deren volkscrzieherischc Bedeutung gar nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Aber wa rmn versagt sie so häufig? Wenn einmal ein Blatt eine Mahnung bringt, so protestieren sofort die Al ko hol Interessenten. Wo aber hier das Reckt liegt, ist dock wahrlich nicht schwer zu erkennen. Tie Alkoholgegner wirken mit wissenschaftlichen Gründen und sind bereit sich in cine sachliche Auseinandersetzung einzulosscn. auf der anderen Seite wirkt man mit — Trohungcn (man werde das Blatt abschaftcn, ihn, Anzeigen entziehen nsw.).
chlenii aber irgend wann, so sollte doch jetzt wenigstens eine >olct> engherzige egoistische Interessenvertretung sich nickt ->ervorwagen dürfen zum Schaden des Ganzen. Tenn darüber kann doch kein Zweifel sein, daß wir den uns ausgedrungenen Kampf nur dann zuni siegreichen Ende führen werden. Wenn wir wirklich alle geistigen und körperlichen Ätfciftc sufammenne&mcn und lucnu luir ci 11 c 3 frcnncibcn was unsere Leistungsfähigkeit schädigen kan ii. Nun hat die Wisscnsckiast einwandfrei nachgcwicscn. dah schon verhältnismäßig geringe Alkoholmengen die geistigen Betätigungen des Menschen, und gerade die höchsten und feinsten, ungünstig beeinflusse». Wclct^ An- sorderungcn aber stellt der heutige Krieg an diese und eben- damit a» Gehirn und Nervensystem, auf das der Alkoiwl so rasch cinwirkt! Man denke an de» Wachtdicnst. an die Be- dicnung der Geschütze, der Flugzeuge, der Telegraphen, der Lokomotiven »sw. Und dann „n mäßig er Alkoholgen,iß! Wie leickt kann er zu groben Versäumnissen de? Dienstes führen oder zu Tisziplinanvidrigkeiten, auf denen doch — gerade im Felde — die härtesten Strafen stehen!
Man wird sicherlich gerade jetzt sagen: der Alkohol ist in der kalte» Jahreszeit zur Erwärmung unciitbehrlick. Gewiß, der Alkoholgenuß bewirkt in uns Wärmeempsindung, sogar reckt rasch. Aber das dauert nur verhältnismäßig kurze Zeit. Tic Wärme entweicht, der Körper kühlt sich inehr ab, als es ohne die Alkoholausnahme geschehen wäre: die Schutzvorrichtungen des Körpers gegen die Kälte werden gelähmt, die Gefahr des Erfrierens ist gesteigert. Also der Alkohol ist nur ein trügerisches Schutzmittel gegen die Kälte. Welche probehaltigen Schutzinittcl gibt uns die Wissenschaft an die Hand? Bor allcni gilt es, den Körper mit Stoffen zu umgeben, die die Körperwärme mög- Iichst wenig durch lassen. Dazu gehören Papier und Stroh. Also Papier oder Stroh (Strohsohlen) in die Schuhe, zwischen Rock und Futter! Sodann kommt cs daraus an, Körpertvärme zu erzeugen. TaS geschieht durch »Bewegung und tvärmebildcnde Nahrung. Besonder? fett- haltige Speisen sind hier wertvoll, und Zucker. Heißes Zuckerwasser oder recht süßen Kassee oder Tee sind also viel geeigneter zu nachhaltiger Erwärmung als — ein Schnaps (heiße er auch Runi oder Arrak).
Wenn uns etwas von der Wichtigkeit der Alkoholbc- känipfung überzeugen sollte, so ist eS die Tatsache, daß man selbst in Rußland sür die KriegSzeit ein Alkoholverbot erlassen hat, daS auch streng durchgeführt wird (wie a»S Rußland zurückgekehrte Deutsche berichten). Dabei zieht Rußland ans dem ScknopS — infolge feines Monopol? — eine» Haupttcil seiner Staatseinnahmen. Das Verbot kostet ihm also selbst Hunderte von Millionen!
Wir sollten doch die Sache ebenso ernst nehmen. Nicht ohne Sorge denkt man jetzt an Weihnachten, Sylvester. Neujahr. Wurden an diesen Festen in unserem Heere ebensolche Alkoholmengen genossen, wie das bei den deutschen Männern im Frieden üblich ist, so könnte das verhängnisvolle Folgen haben, wenn — wie das nach den Erfahrungen von 1870 zu erwarten ist — der Feind diese Gelegenheit ausnützt.
— Früher Toi» Am Samstag abend starb Genosse Heinrich R o h r b a ch i» Gießen, Vorarbeiter in der Fabrik von Schafsstaedt. Ter Verstorbene befand sich wegen Herz- und Rierenkraiikheit seit kaum 14 Tagen in der Klinik, ivo ihn nun so rasch der Tod ereilte. Er hat ein Älter von nur 15 Fahren erreicht und biiiterläßt Fra» und t Kind. Leit mehreren Fahre»» ist Rahrbach Mitglied der Lrtövcrmaltung Gieße» des MctallarbeitcrverbandeS nnd hat als solches seine Pflicht und Schuldigkeit scdcrzeit i» vollem Maste getan. Seine Kollegen soivohl, »vie die Parteigenossen werden ihm ei» ehrendes Andenken bewahren.
Gefallene ans Lberheffe» und Rachbargebiete»». Wehrmann Wilhelm Mack ans Rauborn bei Wetzlar, Landwehr-Erjatz-Bataii- lo» Rr. 41. — Wehrman» Heinrich Kehr ans Treis a. d. V., Rescrvc-Fnsaiilcric-Reginiciit Rr. lUi. — Freiwilliger Unteroffiz. Hane- Kilbinger a»,S Wichen, Reserve-Regimei^ Rr. 222. — Freiwilliger Bcrthoid R a „ m a » n ans Wetzlar, F»,'a»ierie-Reg>- »ie»t Rr. 141. — Musketier Ang. Schneider ans Dutenhofen, Infanterie-Regiment Rr. 118. — Unteroffizier der Reserve Karl K orthaus, sind. ing. aus Vrannsets, Fnsanterie-Regiment Rr. 218. — Freiwilliger Gustav Spätrer aus Burgsolms.
— Die Fleisd,preise, die »vir in der letzten Rümmer angaben, sind »ach Mitteilung von zuständiger Stelle nicht ganz richtig. Da»,ach stelle» sich die Ladenpreise wie folgt: Cdjfenflciftf) 80— Ul Pfennig, Rindfleisch 80-84 Pfennig, Kalbfleiich 80 Psennig, Schivcincfleisch 80—00 Psennig, Dörrfleisch 1,10 Mark, Speck 1 Mark.
— Der „goldene" So»»tag. Viel schlechter als das Wetter gestern war, kann es überhaupt nicht fei» und cs ist begreiflich, dast der Zustrom von Käufer» vom Lande bedeutend ichivächer »var, als es sonstige Fahre am Somilag vor Weihnachten der Fall ift. Fnfolgcdessen bliiv das Weihnachtsgeschäft, das dieses Fahr durch de» Krieg ohnehin stark beinträchtigt ivird, noch hinter den gehegte» bescheidene» Erwartungen zurück. Immerhin ging es in »»anchen Geschäften noch eiiiigermaste,,. Man »var zufrieden, wenn »»an ans zwei Drittel des vorjährigen ll>»>jatzes kam. Den oer- dältniSmästig gröstken Verkehr hatten noch die Manufaktur- nnd Knrzivarengeschüfte.
— Gewerkschastb'che Unter,tüßuiigsleiftuugei, Der Metall, arbeiterverband allein hat mit Abschluß der 17. Kricgsivoche am äK. Rovember mehr als vier und eine halbe M i i t i u n Mark an Arbeitslosenunterstützung für seine Mitglieder gezahlt. Die Zahl der Arbeitslosen, die mit 75 407 oder 19.7 Prozent der Mitglieder in der zweiten Kriegswoche den Höhepunkt erreicht hatte, ist auf 10 703 oder 4.0 Prozent zurückaeaangen. Die Zahl der ,um Militär ei,»gezogenen Mitglieder hat sich aus 181552 erhöht.
— Seilstättenoerein für Hesse». Am 17. dieses MonatS sand »» Sitzungssaal der L-ndesvcrsichernngsanstalt in Darmstadt die ordentliche Mitglicberversammiung statt, die trotz der Kriegszeit a»S allen Teilen des Helsenlandes besucht war. Ter Vorsitzend: Geheimer Regicrungsrat Tr. Dieb begrüßte die Versammlung >»>»d erstattete de», Geschäftsbericht für 1013. Tic beiden VcreinSheii patten, die ßleonoren-Hcilstältc für wcib'iche Lungenkranke und
die neu in 1013 in Betrieb genommene Lupusbeilstätte zu Gieße» waren stets gut beiev». letztere mußte schon int erste» Fahre ihrre- Bestehens erweitert werde», um »ur einigermaßen den überaus zahlreichen Aiftnadmegesuche» Lnpuskranker geniige» zu tonnen.
Bei den Sanierungsmaßregeln in Heubach, die mit kräftiger Unter- siützung der La»,»esverstcherungsai,stall Ende 1012 in Angrisf ge- noniine» »vnrden. konnten in >013 scho»» ersreuliche Ergebnisse verzeichnet werden, tk» »vurde weiter e»n Kindergarten eingerichtet nnd e»»e belondere Kindergätlnerin bestellt, auf dem Sptelplav tin Kindersreibad eingerichtet. Abzugiich der von verschiedenen Seite» gewährte,, Beihilfen hat der Verein für Heubach in 19,1 etwa 3700 Mark »eno ansaeivandt. Die von ihm in Heubach ge- sckassene E»nrichi„»a ftjr Warmbader »vird nicht nur von den Schulkindern, sondern aus, von Erwachsenen fleißig denützl. Fn den Kinderheilftationeii Hirschhorn und Lampertheim »vnrden i» 1013 zusammen 07, inberkulöse Kinder vrrpsiegt. — Der Rechnungs- bericht schließ, mit »»0 250,00 Mark E,»nahmen und 204 227,1« Mark Ausgabe» ab Unter letztere» ist als zweite Rate der Baukosten der Lupusheilftätte ein Betrag von zirka 102 000 Mark ent- Hellen. Die Baurechnung ist noch nicht abgeschlossen. Bei der Ren- wahl von Ausschuß. „nd Borstandsmitgliedern wurden die satznngsmäßig Ansgelofte» wiedergewähit.
Die nächste Poleiwoche. Da» Llellvcrtreteude Grneralkom- mando des 18 . Armeekorps keilt mit: Zahlreiche Ansrage» lasse» erkenne», dast vielfach die Ansicht herrscht, dast linde Dezember wieder eine Pakeiwoche stattsindet. Zur Vermeidung von Um» läiischiiiigeii und unnötige» Sendiinge» erinnert da» Stellvertretende Geiieralkonimaiido daran,, dast bestimmniigsgemäst die n^ü ch st e P a k e t w o ch e e r st Fa » » ar beginnt Da?
Stellvertretende Geiieralkoiiiinando benutzt diese Gelegenheit, uni gleichzeitig bekannt zu gebe», dast ihn> von den im W e st e n in, Felde stehende» Trnvven »nd Behörden die Bitte ziigegongri, Ist, i» den nächste» Wochen keine Wollsache» und keine Estivarei» hin- auszusenden, da nach Eingang der Weihiiachtssendungeii an diesen Gegenständen überall Uebersinß herrsche: da» einzige, was de» Truppen im Westen vorlänsig fehle, seien elektrische Taschenlampen mit brauchbaren Ersatzbatterien. Auch dürste e» sich empfehle», im Hinblick ans eine längere Dauer des Krieges mit dem Abseuden von Paketen etwas Ha»? z» hallen, »n, die finanziellen Mittel der einzelne» Fanzilien nicht über Gebühr »»ziispannen.
— Bel Versendung vo» Weihnacht»- und Reujahrskarien ist vcrschiedciirs z» beachten, wentr »»am die Karte»» als Drucksachen zu eriiiästiqiem Porto verschicket, will. Rack» der Postordtiuug ist es luir zniässig. ^n,f gedriicklen Visitenkarten sowie auf Weih»»achl>s- »ud Reujqhrstarie» die Adresse des AbienderS. seinen Titel uiid liOchsiens 5 Wort« m»,fassend« Gl»»ck,vift»»che. Danksapunge»,. Beileids. Bezeugungen oder andere ööflichlkertssovmeln Hand schriftlich hiirzn giftigen. Aiißerdem können aus den Drucksachen der Ta« der Abseiidiniig. die Unterschrift, Firma. Stand inid Wohntnig des Absenders und des Enipi'ä»:»gers liandschristlich oder ans meckza»»»schein Wege angegeben oder a1<geü,:i»ert werden. Dem Ra-nien des Ab- scndenS darf bft Angabe „und Frau" oder „>md Familie", dem Rainen des Wohnorts, die Wohiinna des Absenders hrnz.» gesetzt ivcrde». Weitere Zusätze oder Ae»der»:n»ge»i sind <u,f den genaniiten gegen di« Drncksack>entiare .zu itrseiidenden Karten nicht gestartet. Sin besonderer Hinweis auf den Eharokter der Weihnachks- und Rciisahrskarten und die Aufschrift „Drucksache" sind »ich! nötig. Mail kann also auch aus gavöhn4id»e Ansrchtskarte» di« übliche» Wünsche, soweit sic nicht mehr als 5 Worte liinsasse». wie „Frohe Weihnachten", „Prosit Rcujat»r", „Herzliche Glückiminsche und ltste Grüße" »sw. schreiben Man bars ober nicht schreiben: „Bei »»»« ist alles wohl", nwit das kein« Wünsche sind. Die Erleichterungen gelte»» mir für di« Weihnächte- nnd ReujatprSzeit. — D nickfachen- Senduingen, die den Beltimiiuiiigrn nicht entspreckp»», »der im dp frankiert sind, werden von der Besörberimg ansgesdilossem Das gleidze gcichietp mit alle», osfcnen Karten, die mit Verzieningeu und Buchstabrii ans Mineraiftand. GIaSsplitterck>en, Tand und dergleichen versehen, mit Federn. Fellstreften m,d ähnliche», lOegcn- stäiiideil oder mit ousklappliaren Taschen beliebt sind.
— Verbot der Versendung vo» Zündhölzer» mit der Feldpost. Fm Publikum ist vielsad» die Meinung vcNvetcn, daß es ziiilässsg ist. an die Trnppeii im Felde mit der Feldpost and» Zündhölzer zu versenden, wenn sic i» feste, gegen Druck ividerstaiidssahuge Behältnisie. Bledpästen und dergieid^n verpackt sind. Dies« Ansicht ist unzntrcsseiid uod geeignet, d«n> Absender uniter llmständen rin« schwere Veranlivortlichkeit anfzubüidcn. AmilicherseitS wurde mit Rücksicht ans die wiedeiholt vorg«konuii«t!en Selbstentzündungen vo» Postseiidim««,^ und die dadurch hervongerusenen niiifangreichen Brände vor der Bersendting fcnergesährlickpr Gegenstände durch di« Feldpost dringend gewarnt. Erst vor kurzem ivieder ist «in Krastivagen ans einer Stappeiistraßc wahrstheiiiilich insolgc vo»i Seibstentziiiiduilg der Postsc,idniigeit in Brand gevaten, nnd zivci Drittel der Ladnng dabei eingebiißr worden. Zu den kkuergcfähriicheii (segenstäiideii getiören and, Reih» oder Streith- sstinder »iicki Ziindlpibuben seder Art, «inidpiestUcki der >tn Geichäsis- verkehr als LKick>sk«r zchrn bezeichnet«» Wachsstreichhölpr: sie dürfen >int«r keinen Umstände», mag di« Verpackung nack» Ansicht des Erzeugers oder Absenders auck, ,«ch io dauerhaft und sichernd eingerichtet sein, mit der Post, auch nicht als Beipack zu Feldpoftbrieftn ui'io. verjandt werdei». Wer dem Verbot znwiderhandelt. kann Nicht mir di« Allgenieinheit empslndlich schädigen, sondern hat auch mit seiner Person vorbehaltlich der B« st r a s u>»g nach den Gesetze«! sür jed«„ ciitstrheiidkii Lchadcn zu hasten.
— Dos Sauptsteueromt Gieße» ist am erste» We! h- nachtSseiertag. den 25. Dezeinber, vo» 1t bis 12 Uhr vormittags zur Absertigu»» von aus dem AnSIande eintrefsenden Postpakeien geöffnet.
— Ttodttheater Gießen 3p i dp (an. Freitag, den 25. De
zember (erster Feiertag, abrickis 7 ’/j Uljr, bei flciircn Preisen lGnt- fdjeinc haben Gültigkeit): „Eolberg". Historisdas Schauspiel in 5 Akten von Pan! Hcuie. ilipx 10'/* Uhr. Samstag, den 20. De» zentder (zivriler Feiertag!, nachiniteags 3'.4 Uhr. bei Voikspreiftn: „Fm iveistt» Röst i". Eiid« 5'5t Uhr Al>ciit»- 7 1 1 Uhr, bei kleinen Preisen: ..«iS ich noch ft» Flitgekkleide". Ende 10'A Uhr. Toimtag, den 27. Dez:mb7r sdriiter Feiertag!, nachmittags 3 ¥j Uhr, bei Valkspreisen: Kinder-Vorstellung: „Asche,,bröbei". Wciln,ock>ts-
Komödie mit Gesmtg und Tanz in 0 jtildern von ts. A. tftöruer. Ende 0 Ulzr Abends 7'- Uhr. bei gewöhniiihen Preisen (ermäßigt!: „Wie einst im Mai" Posse mit Wtfaitp in 4 Bildern von Rudolf Bcritauer und Rudolf Sckanzer. Musik von Wolter Kollo und Willy Bredschneider. Oiide 10% Uhr.
Telegramme.
Tagesberichte Des ßrop öaupfquartiers
Tie feindlichen Angriffe in Flandern.
In Polen eine neue Lchlacht im Gange.
11'.!!. Großes Hauptquartier, I!>. Dezember vormittags. (Amtlich.) Im Westen erfolgte gestern rine Reihe von seindlichen Angrifsrn. Bei Rieuport, Dixschootr und nördlich La B a s s6 e wird noch gekämpft. — Westlich Lens, östlich Albert nnd westlich R o Y o n wurden die Angrisse ubgcschlagen.
An der o stp rrn L»-ftch e n Grenzt wurde ein russischer Aauallerieaugrisf westlich. P il lk allen zurückgewiesen.
In Poten wurde die Verfolgung sortgrsetzt.
W . ß. Großes Hauptquartier, 20. Dezember vorm. (Amtlich.) Am W c ft e u stellte der^Eegner seine ersolg- losrn Angriffe bei Nienport und Dirschaote gestern ein.
Die Angriffe in Gegend La Baffer, die sowohl oo^
Franzosen als Engländern geführt wurden, find mit großen Verlusten für den Feind abgewicfen worden. 2Ol! Gefangene (Farbige und Engländer) fielen in unsere Hände. Rund 800 tote Engländer liegen nor unserer Front. — Bei Rotre Dame de Lorctte, südöstlich Bethune, wurde «in deutscher Schützengraben von 80 m Länge an den Gegner verloren; Verluste bei uns gan; gering.
In den Argonnen machten wir kleinere Fortp schritte nnd erbeuteten 3 Maschinengewehre.
Bon der vst- und westpreuhischen Grenze nicht« Reue».
In Polen machten die rusfischen Armeen den versuch, sich in einer neuen vorbereiteten Stellung bei Rawka und Rida zu halten. Sie werden überall angegriffen?
Oberste Heeresleitung. 1
Lesterreichisch-i,rigarische Tagesberichte.
W. B. Alien, 19. Dezember. Amtlich wird verlaut^ bart: 19. Dezbr. mittags. Unsere über die Linie Krosno- Zakliczyn vorgerückten Kräfte trafen gestern neuerdings auf starken AKdcrstand. Auch an dciil unteren Dunajec wird heftig gekämpft. Die msfischen Nachhuten, die an dem Westufer des Fluffes zähe standhielten, sind fast vollständig vertrieben.
In Südpolcn tam es zu Verfolgungsgcfcchten. Der Feind wurde ausnahmslos geworfen. Unsere schon vor-! gestern abend in Iedraejow (Andrejcw) eingedningene Kavallerie erreichte die Nidc. Weiter nordwärts überschritten die verbündeten Tmppcn die Pilica.
In den Karpathen ereignete sich — von kleineren sür unsere Waffen günstig verlaufenen Gefechten abgesehen — nichts.
Die Ausfalltruppen von Przeinysl rückten nach der Erfüllung ihrer Ausgabe, von dem Gegner unbclästigt. unter Mitnahme von einigen hundert Gefangenen wieder^ in die Festung ein.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs ^ o. Höfer, Generalmajor.
W. Ii Wien, 20. Dez. Amtlich wird verlqntbart: 20. De^ zember miitngs: In de» Knrpnthei« wurden gestern die
feindlichen Bprtrnppen in dem Lotorezq.Tal zurück geworfen. Nordöstlich des Lupkover Paffes rntwickrln sich' g r ö st r rr Kamp f r.
Unsrr Angriss aus der Front Krosiiv Zakliezhn gewann überall Raum. Im Binlla-Tal drangen unsere Truppen bi« Tuchow vor. Tic Kämpfe am »ntere» Tnnajee dauern fort.
Dir Ruffe» hiibrn sich somit in Galizirn » r n e r d i n g «' gestellt. I» Südpolen erreichlen wir die N i d a.
Ter Ttellvertteter de« Ehess des GenernIstabS: v. Höfer, Generalmajor.
Der Krieg im Orient.
Kämpfe in Lndan.
Wir», 20. Dez. (W. I! Nichtamtlich.) Dir Neue» Freie Presse meldet aus Kvnstantinopel: Im Sudan hapeir die Kämpsk begannen. Ter Hakim von Tarsnr, Iuniu« Mollah, begann mit 80 000 Mann einen Angriff auf dir Provinz rl Kab, die zu dem englisch ägoptische» Sudan gehört. Ebriiso erhob sich die iniiselmnnische Bevölkerung in Abu Raja. Tie beunruhigte englische Regierung sandte indische Truppen über das Rote Meer, die bei den Tislach. Inseln bei Suatin anSgeschisst wurde». Bei dieser Gelrgen» heit sollen die Inder gemrutrrt haben, woraus englische Kreuzer den Tislach Bezirk beschossen. Ein Zug, der Trupepn von Snakin nach Karthum bringen sollte, wurde in der Station Tamai von Bediiineilscharen an der Writerfahrt^ gehindert.
40 00 Senussen schsngcn die Indertruppen au des ägyptischen Westgrenze, erbeuteten Maschinengewehre und Proviant nnd drangen bis östlich zur Oase Sitva vor) 20 000 Senussen eroberten Kantara. Tie Mohamniedanec unter den ägyptischen Grenzposten gehen z» den Semissei:» über. 80 0»» Sudanesscn gehen siegreich gegen Charttmi vor 2
U 1 ' ..... ■
Berantivortllcher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Verlaa von Krum»n i Eie, Gießen.
Truck: Verlag Lifenbacher Abendblaii, G. m. b. H„Lssenbach a M.
VereinSkalender.
Montag, 21. Dezember. {
Weßlor. Arbriter-Gesangverr in Hoffnung. Abenb» 8 Uhr bei Schreier. ‘
Lniier per Pst.
Milch
Hühnereier
GSnseeier
Käse
Päiemalie Tauben .Hühner
Wochenmarktpreise in «ietzen
am 19. Dezember 1914
1.30-1.40 Mk. Liter 22 Pf«. Stück 12—13 Psg Stück — P»g. Stück 0—8 Psg. 2 Stück 5—0 Psg. V» Paar 0.80-1.20 Mk per Stück 1.20-1.80 Mk.
Höhne der Stück 1.50—2.50 Mk. Gänse ver Pfund 0.65—0.70 Psg. Odilensseisch per Pfd. 0.86-0.94Mk. Kalbfleiid, ver Pfd. 70—80 Psg. Kuh- u.Rindfl. per Pfd. 80—81 Psg.
Schweinefleisch ver Pfd. 80—96 Psg. Hammelsseislch verPsd. 70—90 Pfg. Kartoffeln p. Malter 7.00 Mk.
Kartoffel» Pfd. 4 Psg.
Zwiebeln ver Plund 12—15 Pfg. Blumenkohl per Stck. 15—30 Psg. Koblrabi Stck 5—10 Psg.
Weißkant p. Hauvt 8-12 Psg.
Nolkant p. Haupt 15—25 Dlq. Wirsing v. Haupt 10—20 Psg. Aepscl per Pfund 12—20 Psg.
Birnen Plund 10—15 Psg. Nüsse 100 Stück «0-45 Pfg.
Bekanntmachung..
Tie Vergütungen sür die im Monat Rooember in Bürge« »vohnungen untergebrachten Mannschaften de» Landsturni-Fnsa»- tcrie-Erl-ft-Bataillons Gießen werden bezahlt: an die Empfangsberechtigten, deren Namen an fangen mit
A —H am Montag, den 2t. Dezember 1914.
7—? am Dienstag, den 22. Dezember 1914,
R—Z an, Mittwoch, den 23. Dezember 1914, jedesmal von 8 Nbr vormittags bis 1 Nhr nachniitiags.
Zahlstelle ist die Stadtkasse — Eingang Südaniage.
Gießen, den 19. Dezember 1814.
Ter Lberbürgrrmeifter:
Keller. J_
Verstorbene. Frau Anna Mari« « r e »I i » g, ged. «t
Gieße ii, 75 Fahr« -ft t. — Arthur Lamb c rckh.ftSsetzen, 22 iftchne »r,


